29. August 2025Peter Pionke
Einsamer Cowboy oder mit dem Treck ins gelobte Land?

Mobiltelefone funktionieren digital, Funkverbindungen, das Internet, seit mehreren Jahrzehnten arbeiten wir mit Computern. Über alle diese digitalen Kommunikationsmöglichkeiten tauschen wir uns dann aber wieder recht analog aus. In einer Sprache die nicht aus Nullen und Einsen besteht. Also immer noch ein täglicher Digilog, der allerdings verstummen könnte.
Die AI hat uns bald fest im Griff und wir versuchen diese an eine analoge Welt anzupassen. Gesetze sollen diese im Zaum halten, Kennzeichnungspflichten stehen im Raum, Datenschutzverordnungen versuchen LLMs zu bändigen und währenddessen fangen AI Systeme an, sich zu verselbstständigen.
Wenn Spielregeln und Gesetze der Menschen nicht mehr greifen
Sie entwickeln eigene Sprachen, die für Menschen und selbst Informatiker schwer oder gar nicht nachvollziehbar sind. Wenn aber bald Quantencomputer in „wilder Ehe“ mit AI-Programmen leben, wird sich die Macht von künstlicher Intelligenz über Prozesse, Datenbanken und Kreationen extrem potenzieren. Dann kann sein, dass die Spielregeln und Gesetze, die sich Menschen gegeben haben, bei AI-Programmen nicht mehr greifen.
Das Vorreiten kann daher auch bedeuten, der erste zu werden, der diesen Gefahren einer schönen neuen Welt zum Opfer fällt. Im ungünstigsten Fall betrachtet uns eine weit entwickelte und unsere Welt steuernde AI bald als überflüssige Biomasse.

Denn wir dürfen von einer künstlichen Intelligenz nicht erwarten, dass sie uns als Erfinder des Computers oder Entwickler der AI würdigt und uns deshalb für schützenswert hält. Menschen müssen ihren Wert selber erkennen und hochhalten.
Ich treibe augenblicklich die Digitalisierung meiner Unternehmen extrem voran. Wir haben Experten aus verschiedenen Teilbereichen beauftragt, uns maximal zu digitalisieren. Dabei stellt sich aber schon deutlich heraus, dass der Mensch das Maß der Dinge bleibt. Denn Geschäfte laufen ja zwischen Menschen und nicht zwischen Maschinen. Obwohl dies sicher auch bald der Fall sein könnte.
Ein Vorreiter ohne Team
Trotzdem ist der Glaube daran sehr reizvoll, dass ich einer AI meine Wünsche prompte und dann ein perfektes Produkt in wenigen Minuten habe. Wenn es möglich wird, ohne Missverständnisse, die es zwischen Menschen schnell gibt, zum Ziel zu gelangen, werde ich sicher auch zum Vorreiter. Aber ein einsamer Vorreiter, der seine Arbeit ohne Team ohne Gegenpol ohne Wiederspruch mit einer Maschine erledigt.
Da reite ich doch lieber mit einem ganzen Treck von Kollegen in den Sonnenuntergang. Schließlich liebe ich das Leben in der Gruppe. Daher schließe ich mit einem Zitat aus meiner Jugend und der Hitparade: „Hey Reiter, vor Reiter….immer weiter“.
Text: Rüdiger Konetschny
Rüdiger Konetschny ist Geschäftsführender Gesellschafter der Werbe- & Medien-Agentur ECHOPARK Produktionsgesellschaft mbH in Essen.
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