9. Juni 2024

Berlin-Fahrt mit Besuch des Reichstags und Gedächtniskirche

Eine halbe Woche volles Programm Bundeshauptstadt auf Einladung der Grünen-Bundestagsabgeordneten Anja Liebert: Eine Gruppe Wuppertaler Bürgerinnen und Bürger schnupperte in den parlamentarischen Betrieb, besuchte die Kuppel des Reichstages und ließ sich durch die Stadt kutschieren. Die eine oder der andere spricht von der „Herzkammer“ des politischen Betriebs.

Die Wuppertaler Reisegruppe vor der Reichstagskuppel. Sie besuchte die Wuppertaler Bundestagsabgeordnete Anja Liebert (8.v.l.) – © Foto: Bundesregierung / StadtLandMensch-Fotografie

Einer der Teilnehmer, der Filmemacher Samuel Stracke, fasste seine Eindrücke so zusammen: „Vier Tage am Stück wurde ich mit den anderen 34 Reiseteilnehmern durch die Höhen und Tiefen der Geschichte der letzten 200 Jahre Deutschlands und Berlins geführt. Claudia Schmidt, Mitarbeiterin von Anja Liebert, sorgte für den reibungslosen Ablauf der einzelnen Etappen. Dorothea vom Bundespresseamt hatte zu jedem Ort einen unerschöpflichen Fundus an Wissen im Gepäck und konnte uns an jeder Ecke die Hintergründe erläutern. Auch verrückte Anekdoten wie diese kamen nicht zu kurz: Berlin liegt in einem Urstromtal. Bauarbeiten an Fundamenten in der Innenstadt sind daher seither äußerst kompliziert.“

Aber auch die Politik habe auf unserer Reise eine entscheidende Rolle gespielt, fährt Samuel fort: „Mein Verständnis unseres föderalen Systems und insbesondere der einzelnen Mechanismen, Ausschüsse, Fraktionen etc. auf Bundesebene konnte deutlich erweitert werden. Unsere Demokratie, auch wenn sie einem ständigen Wandel unterworfen ist, ist für mich dadurch verständlicher geworden.“

Der Filmemacher Samuel Stracke – © Samuel Stracke

Zum Programm der in der 21. Kalenderwoche durchgeführten politischen Reise gehörten ein Besuch der „Parlamentarischen Ausstellung des Deutschen Bundestages“ im Deutschen Dom, zwei Stadtrundfahrten durch Berlin, wobei geschichtliche Momente der „Frontstadt“ West-Berlin wie auch der Ex-DDR-Hauptstadt im Osten die entscheidende Rolle spielten, sowie das Begehen des Denkmals für die ermordeten Jüdinnen und Juden Europas. Eher heiter, wenn auch sehr viele Kenntnisse vermittelnd, war die Visite im Futurum, dem „Haus der Zukünfte“.

Sehr beeindruckt waren die Wuppertaler Politikinteressierten von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Der zerstörten und als Mahnmal erhaltenen alten Kirche hatten die Hohenzollern eine Art Ruhmeshalle vorgebaut, die die Hybris derjenigen zeigte, die Deutschland in zwei Kriege gestoßen haben: Die dargestellten Kaiser sind im teuersten Marmor gehalten, den es beim Bau des Prachtbaus gab, Jesus Christus dagegen musste sich mit preisgünstigem Sandstein begnügen.

Ein ganzer Tag war der aktuellen Gegenwart gewidmet: Dem Informationsgespräch im Bundespresseamt schloss sich eine Visite im „Tränenpalast“ an, wie die deutsch-deutsche Grenzabfertigungshalle Bahnhof Friedrichstraße im Volksmund geheißen hatte. Schließlich – und das war in gewissem Sinne der Höhepunkt des Programms – besichtigte die Wuppertaler Gruppe den Plenarsaal des Bundestages, fand sich zusammen auf einem Gruppenfoto, besichtigte die Kuppel des Reichstages und nutzte die Gelegenheit für ein ausführliches Gespräch mit der über die NRW-Landesliste der Grünen in den Bundestag eingezogenen Anja Liebert.

Die Marienkirche neben dem Berliner Fernsehturm – © Filmemacher Samuel Stracke

Sie freut sich, erklärte sie gegenüber der „Stadtzeitung“, „jedes Mal wieder, wenn eine Gruppe aus Wuppertal und dem Bergischen Land nach Berlin kommt“.

Menschen, die sie aus anderen Zusammenhängen in Wuppertal kenne, oder „Menschen, denen ich nie zuvor begegnet bin – gemeinsam kommen wir ins Gespräch, tauschen uns aus und lernen voneinander“. Das mache diese Begegnungen so wertvoll. Anja Liebert: „Beim direkten Austausch geht es nicht nur um die großen politischen Themen, sondern auch um meine alltägliche Arbeit im Bundestag: In welchen Ausschüssen arbeite ich, wie läuft es innerhalb der Koalition, wie sind die Abläufe bei den Sitzungen im Bundestag? Wie schützen wir unsere Demokratie, wie gehen wir mit denen um, die Hass und Hetze verbreiten?“

Das Beste an den politischen Bildungsreisen sei, dass den Bürgerinnen und Bürgern „ein Einblick in die Arbeit des Bundestags und der Abgeordneten ermöglicht wird – also ein Einblick in die Herzkammer unserer Demokratie“, ergänzt Claudia Schmidt, die in der Ronsdorfer Bezirksvertretung Sitz und Stimme hat.

Anja Liebert: Arbeitsplatz in Berlin – Zuhause in Wuppertal – © Wolf Sondermann

Jedes Mitglied des Bundestages kann im Jahr bis zu drei Besuchergruppen einladen. Fahrt, der Reisebus in Berlin, die Begleitung und weitere Ausgaben werden aus Bundesmitteln bestritten.

Text Dr. Matthias Dohmen

 

 

 

 

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