3. April 2026

BHC-Löwen im Derby gegen Gummersbach zu zahm

Die Bergischen Löwen waren im Derby gegen den VfL Gummersbach zu zahm! Nach dem bravourös erkämpften 29:29 Hinspiel kassierte der BHC in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric HALLE vor ausverkaufter Kulisse eine deutliche 30:39 (15:19)-Niederlage. 

Eloy Morante Maldonado war im Derby gegen Gummersbach noch einer der „Besseren“: Der Rückraum-Recke erzielte immerhin 7 Tore – © Jochen Classen

Die Oberbergischen, die ihren neunten Sieg in Serie feierten, stellten die klar bessere Mannschaft. Das zeigte sich von Anfang an. Julian Köster gab beim VfL den Ton an, schaffte Durchbrüche an den Kreis und traf aus dem Rückraum. Der BHC fand derweil nicht gut ins Spiel. Er verlor Zweikämpfe, mühte sich im Angriff und hatte nie in einen Rhythmus. Zwar hatten die Gastgeber immer mal wieder bessere Szenen, doch die Hoffnung der 4.000 Zuschauer, ein spannendes Spiel zu erleben, wurde dann doch enttäuscht.

Noah Beyer verkürzte auf 4:5, danach hatten die Bergischen sogar den Ausgleich in der Hand. Doch der Ball landete in den Fängen des starken Gummersbacher Torhüters Dominik Kuzmanovic.  Miro Schluroff antwortete mit dem 6:4, Kay Smits legte in Unterzahl das 7:4 nach. Der BHC leistete sich zwar zunächst nicht viele technische Fehler, rieb sich aber dennoch im Angriff auf. Genauso fehlte auf der anderen Seite der defensive Zugriff, um das Match enger zu gestalten.

Auf dem Weg zum 15:19-Pausenstand gab Elias Scholtes sein Comeback nach einer schweren Sprunggelenksverletzung. Der Linkshänder traf zwei Mal mit Überzeugung und sorgte so für Szenen, die dem Publikum etwas besser gefielen. Auf eine Wende deutete zur Halbzeit allerdings wenig hin.

Nationalspieler Julian Köster war erneute ein tragende Säule der Gäste aus Gummersbach. Er steuerte 8 Treffer zum Auswärtserfolg seiner Mannschaft bei – © Jochen Classen

Nach der Pause kam Lukas Diedrich für Christopher Rudeck zwischen die Pfosten. Beide sollten am Ende jeweils vier Paraden gesammelt haben. Gummersbach machte unbeirrt weiter, hing die Bergischen nun deutlich ab. In der 40. Minute versenkte Miro Schluroff zum 27:17. Die Partie war damit eigentlich entschieden.  Der BHC hatte mit der 5:1-Deckung danach zwar kurzfristig etwas mehr Erfolg, verkürzte unter anderem durch Aron Seesing, Eloy Morante Maldonado, Julian Fuchs, Noah Beyer und Kim Voss-Fels auf 26:32. Doch danach hatten die Gäste kaum Mühe, sich erneut abzusetzen. 

Dabei profitierten sie dann auch von sich häufenden technischen Fehlern des BHC: In der ersten Halbzeit waren es nur vier Stück, am Ende der Partie aber 13. Der VfL präsentierte sich in überragender Verfassung und war kaum zu schlagen. Dem BHC fehlte ein wenig die Intensität, um für etwas mehr Spannung zu sorgen.  Joshua Thiele bekam in der Schlussphase noch ein paar Einsatzminuten – im Oberhaus waren es seine ersten im Löwen-Trikot.

BHC-Kreisläufer Aron Seesing hatte einen harten Arbeitstag gegen die Deckung aus Gummersbach, kam aber immerhin noch auf 5 Treffer – © Jochen Classen

Stimmen zum Spiel

Gudjon Valur Sigurdsson: „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Wir sind von Anfang an gut ins Tempo gekommen, haben uns es aber trotzdem in der ersten Halbzeit ein bisschen zu schwer gemacht, weil wir zu weit auseinanderstanden. Der BHC hat in meinen Augen zu oft gute Situationen herausspielen können. Insgesamt finde ich, hatten wir das Spiel im Griff. Wir haben auch gut in der zweiten Halbzeit angefangen, haben uns einen großen Vorsprung erarbeitet und konnten durchwechseln. Wir hatten frische Beine auf der Platte und insgesamt bin ich mit den zwei Punkten glücklich. Ich glaube, es war ein schönes Handballspiel. Es war vielleicht nicht das intensivste, aber beide Mannschaften sind Tempo gegangen und viel gelaufen. Dem BHC viel Erfolg für die kommenden Aufgaben.“

Markus Pütz: „Herzlichen Glückwunsch an den VfL Gummersbach zu einem absolut verdienten Sieg – auch in der Höhe. Gummersbach ist sicherlich die Mannschaft der Stunde gerade. Das haben sie heute auch wieder gezeigt. Sie kommen sehr gut rein. Natürlich sind wir nicht ganz zufrieden, weil wir einfach die Intensität in den Zweikämpfen vermissen lassen. Dadurch gehen wir mit minus vier in die Pause und liegen danach zu schnell mit zehn zurück. Das ist halt schon so ein wenig ein Schritt zurück – wegen der Intensität, die wir eigentlich in den letzten Spielen an den Tag gelegt haben. Auf der anderen Seite wissen wir aber auch, dass das heute absolute Pluspunkte gewesen wären. Gummersbach ist nicht die Mannschaft, die wir schlagen müssen.

Arnor Thor Gunnarsson (l.) und Markus Pütz – ein nach nachdenkliches Trainer-Tandem. Mit der Leistung ihrer Mannschaft konnten Sie nicht zufrieden sein – © Jochen Classen

Da kommen jetzt noch ganz andere Aufgaben auf uns zu. Aber: Es ist dann schon schade, weil die Jungs im Spielverlauf den Glauben so ein bisschen an sich selbst verloren haben. Das soll nicht die Leistung von Gummersbach schmälern, weil sie es wirklich sehr, sehr gut machen. Wir wollen uns aber so bisschen an die eigene Nase fassen, weil wir das einfach in den nächsten Spielen anders machen müssen. Und jetzt geht’s darum, dass wir einfach mal ein Wochenende frei haben, um uns dann auf ein ganz anderes taktisches Konstrukt vorzubereiten, wenn Stuttgart zu uns kommt. Trotzdem: Wir freuen uns, dass wir hier den großen Zuschauerzuspruch hatten. Das dritte Mal in Folge ausverkaufte Halle, das ist für alle schön. Dementsprechend hoffen wir, dass wir nächstes Jahr wieder Derbys gegen Gummersbach haben. Und werden uns dann hoffentlich in den nächsten Spielen mit einem anderen Gesicht präsentieren.“

Fabian Gutbrod: „Wir kommen sehr schlecht ins Spiel. Im Angriff haben wir wenig Tiefe, Gummersbach war gut vorbereitet auf die Isolation von uns. Die Zweikämpfe gewinnen wir nicht. In der Abwehr schaffen wir es eigentlich über 60 Minuten nicht, in Zweikämpfe zu kommen, und die Rückraumschützen so unter Druck zu setzen, dass sie schlechte Abschlüsse nehmen müssen. Natürlich wissen wir um die Qualität von Köster, Schluroff und Smits. Trotzdem haben wir uns das anders vorgenommen. Das war nicht gut, deshalb kriegen wir auch 39 Tore – und das auch verdient.“

Sonst ein Fels in der Brandung – gegen Gummersbach hatte BHC-Torhüter Christopher Rudeck am Ende aber nur 4 Paraden in seiner Statistik – © Jochen Classen

Bergischer HC – VfL Gummersbach 30:39 (15:19)

Bergischer HC: Rudeck, Diedrich – Beyer (6/3), Becher, Hangstein, Steinhaus (3), Babak, Babarskas, Morante (7), Kooij, Seesing (5), Thiele, Wasielewski, Scholtes (2), Voss-Fels (5), Fuchs (2). Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz

VfL Gummersbach: Kuzmanovic, Obling – Vidarsson (3), Kodrin, Vujovic (8/6), Köster (8), Blohme (1), Häseler, Einarsson (1), Schluroff (4), Hallbäck (6), Mahé, Horzen, Kiesler, Smits (7), Zeman (1). Trainer: Gudjon Valur Sigurdsson

Schiedsrichter: Jannik Otto und Raphael Piper

Siebenmeter: 3/4 – 6/6

Zeitstrafen: 1 – 2 (Voss-Fels – Vujovic, Blohme)

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