14. März 2026Peter Pionke
WSV: Zauber des Neuanfangs blieb aus – Fans rasten aus
Mittelstürmer Santo (M.), eine Leihgabe der Sportfreunde Siegen, vergab die größte Chance für den Wuppertaler SV in Siegen – © Archivfoto Jochen ClassenEs war die die erste Partie nach der „Beurlaubung“ von Sportchef Gaetano Manno, die trotz einer erkennbaren Leistungssteigerung mit der dritten Niederlage in Folge endete. Anders als zuletzt gegen Paderborn II konnten diesmal tatsächlich aber auch gute Torchancen erarbeitet werden. Die eklatante Abschluss-Schwäche blieb indessen evident. Umso bemerkenswerter, dass der bislang erfolgreichste WSV-Stürmer Amin Bouzraa (bisher 5 Tore) nicht im Aufgebot war, ohne dass hierfür Gründe bekannt wurden. Er hatte zuletzt beim 1:0-Erfolg über den 1. FC Köln in letzter Sekunde mit einem Traumtor das 1:0 erzielt und wurde da noch sehr gefeiert. Zum Fehlen von Bouzraa und auch Dervisevic wollte Trainer Mike Wunderlich sich nicht äussern.
Vorentscheidung: Ein umstrittener Elfer
In Siegen sah man vor 2.234 Zuschauern eine vor allem in kämpferischer Hinsicht auf beiden Seiten ansprechende Partie. Gerade hatte sich der diesmal ganz in blau spielende WSV auf dem holprigen, matschigen Rasen spieltechnisch gefangen und an Selbstvertrauen gewonnen, kam es für ihn zu einer bitteren „Schlüsselszene“.
Schiedsrichter Lukas Koch (26) vom SV Golkrath gab in seinem 22. Regionalliga-Spiel nach 37 Minuten Elfmeter für die Gastgeber, als sich Subaru Nishimura im Strafraum auf seinem Gegenspieler Tokac aufgestützt hatte. Eine sehr umstrittene Entscheidung. WSV-Coach Wunderlich sichtlich verärgert: „Aus meiner Sicht eine absolute Frechheit. Das ist niemals ein Elfmeter“. Schiri Koch soll die Aktion als „Klammern“ gesehen haben. Dem gefoulten war dies gleichgültig. Er verwandelte zur 1:0 Führung für seinen Verein.
Siegens „Leihgabe“ Josue Santo verfehlte
Mit dem Pausenpfiff erhöhte Malik Hodroj für Siegen auf 2:0, nachdem die drei WSV- Innenverteidiger Stojanovic, Nishimura und Duncan nicht schnell genug klären konnten. Ein „desavouier“, eine demütigende Wiederholung der Erfahrung aus der Vorwoche, als Kevin Krumme nach einer Ecke das 0:2 hier für Paderborn ebenfalls kurz vor der Pause erzielte und den WSV auch da auf die Verliererstrasse geraten ließ.
Im zweiten Durchgang gingen die Bergischen viel engagierter zu Werke und hätten das Spiel dann auch noch drehen können, ja drehen müssen! Josue Santo, der zu Jahresbeginn ausgerechnet von den SF Siegen ausgeliehene WSV-Mittelstürmer, hatte den Anschlusstreffer schon nach zehn Minute auf dem Fuß, verfehlte den Ball allerdings in aussichtsreichster Position.
WSV auch in Überzahl nicht erfolgreich
Siegens Mittelstürmer Kevin Goden leistete sich dann ein böses Foul an Miyamoto und sah dafür die gelbrote Ampelkarte (64.). Jetzt agierten die Wuppertaler fast eine halbe Stunde lang in Überzahl, konnten hieraus aber kein Kapital schlagen.
Aydogan aus elf Metern (79.) und Nishimura scheiterten. Die beste Gelegenheit zum Anschlusstreffer vergab Duncan nach Kopfballvorlage von Nishimura (84.). Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Siegen angesprochen geschickt operierte, Chancen und genau wie der WSV einen gut parierenden Keeper (Marcel Johnen) besass. In der Nachspielzeit hatte Saghiri sogar das 3:0 auf dem Fuß, als sein Schuss nur den Pfosten den Pfosten traf.

Siegens neuem Trainer Boris Schommers (der frühere Nürnberger ist seit Ende Oktober in Siegen) war die Freude über den glücklichen Erfolg nach zuletzt zwei Niederlagen deutlich anzumerken. WSV-Coach Wunderlich: „Nach den letzten Spielen, in denen wir viele Tore fressen mussten, wollten wir erst mal kompakt stehen, um in unser Spiel zu kommen“. Er lobte den Anhang und bedankt sich bei den Fans für deren Unterstützung.
WSV jetzt zum Siegen verdammt
Dass es nach dem Spiel dann noch zu sehr unliebsamen Ereignissen kommen sollte, konnte da noch niemand ahnen. Im Siegener Stadion wurden von Randalierern die Toilettenanlagen erheblich beschädigt und beschmiert. In einer ersten Stellungnahme zeigten sich die vermeintlich beteiligten bzw. betroffenen Vereine entsetzt.
Für den WSV geht die „Englische Woche“ schon am Dienstag mit dem Nachholspiel beim SV Rödinghausen (19:30 Uhr) weiter. In diesem „Sechs-Punkte-Spiel“ ist der WSV zum Siegen verdammt. Der SV Rödinghausen (22 Punkte) hat den WSV nämlich durch einen 1:0-Erfolg gegen den Bonner SC überholt. Die Wuppertaler belegen momentan mit 21 Zählern den 16. und damit einen direkten Abstiegsplatz. Drunter rangieren nur noch Velbert (20) und Wiedenbrück (18). Größer könnte die Abstiegsgefahr kaum sein!
Text: Siegfried Jähne
Sportfreunde Siegen – Wuppertaler SV 2:0 (2:0)
Aufstellung Sportfreunde Siegen: 31 Marcel Johnen (TW) – 3 David Kammerbauer (ab 87. Sayin), 7 Shaibou Oubeyapwa (ab 63. Güclü), 13 Jan-Luca Rumpf (K), 14 Ömer Tokac (ab 81. Besong), 23 Malik Hodroj, 27 Kevin Goden, 30 Dustin Willms (ab 81. Gutsch), 34 Dennis Brock, 37 Hamza Saghiri, 42 Florian Mayer
Aufstellung Wuppertaler SV: 24 Ngemba Michael Luyambula (TW) – 2 Subaru Nishimura, 3 Toshiaki Miyamoto (ab 69. Fehr), 6 Dominic Maximilian Constantine Duncan (K), 8 Jeremy Celal Aydogan (ab 80. Saric), 10 Vincent Dominic Schaub (ab 65. Atmaca), 11 Josue Santo, 16 Nicolas Hirschberger, 22 Levin Müller (ab 65. Rebronja), 26 Marko Stojanovic, 33 Cenk Durgun (ab 80. Kleiner)
Gelb-Rote Karten: Goden (64.)
Schiedsrichter: Lukas Koch (26, SV Golkrath, Hückelhoven)
Gelbe Karten: Oubeyapwa (18.), Kammerbauer (42.), Goden (58.) – Müller (1.), Schaub (45.), Luyambula (64.), Hirschberger (90.+3)
So sahen die Toilettenanlagen im Stadion nach dem Spiel der Sportfreunde Siegen gegen den Wuppertaler SV aus – © WSVWSV verurteilt Verwüstungen in Siegen
Der Vorstand des Wuppertaler SV hat nach den Vorkommnissen nach dem Spiel in Siegen wein Statement veröffentlicht: „Der Vorstand des Wuppertaler Sportvereins hat die Vorfälle rund um das Auswärtsspiel unserer Mannschaft beim Spiel in Siegen mit großer Bestürzung zur Kenntnis.
Nach dem Spiel wurde bekannt, dass es im Bereich der Gästetoiletten zu erheblichen Sachbeschädigungen gekommen ist. Die Bilder aus dem Stadion zeigen massive Zerstörungen an den Sanitäranlagen. Dieses Verhalten ist in keiner Weise akzeptabel und widerspricht allem, wofür unser Verein steht.
Der Wuppertaler SV distanziert sich ausdrücklich und mit aller Deutlichkeit von solchen Taten. Wer Fußballspiele nutzt, um Einrichtungen zu zerstören, Sachschäden anzurichten oder Gewalt auszuüben, stellt sich außerhalb der Werte unseres Vereins und des Sports insgesamt.
Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht abschließend geklärt, wer für diese Verwüstungen verantwortlich ist. Klar ist jedoch: Sollten Personen aus dem Umfeld der Gästefans beteiligt gewesen sein, werden wir dieses Verhalten nicht tolerieren. Der Verein wird die Aufklärung der Vorfälle aktiv unterstützen und erwartet, dass die Verantwortlichen konsequent ermittelt werden.
Sollten Täter identifiziert werden, werden wir gemeinsam mit den zuständigen Behörden und den beteiligten Vereinen prüfen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Dazu können insbesondere Stadionverbote sowie zivilrechtliche Schritte zur Durchsetzung von Schadensersatzforderungen gehören.
Gleichzeitig ist uns wichtig zu betonen: Der Wuppertaler SV hat viele engagierte und leidenschaftliche Fans, die ihre Mannschaft auswärts wie zuhause lautstark, aber fair unterstützen. Diese große Mehrheit steht für eine positive und respektvolle Fankultur. Einzelne Personen, die durch Vandalismus oder Gewalt auffallen, vertreten nicht unseren Verein und schaden seinem Ansehen.
Der Vorstand steht hierzu auch im Austausch mit Vertretern der aktiven Fanszene. Nach unseren Gesprächen haben auch führende Vertreter der Ultras ihre klare Ablehnung dieser Vorfälle zum Ausdruck gebracht. Nach eigenen Angaben wurde bereits auf der gemeinsamen Rückfahrt eine deutliche Ansage im Fanbus gemacht. Auch dort besteht Einigkeit darüber, dass solche Taten dem Wuppertaler SV, seiner Mannschaft und seiner Fanszene erheblich schaden.
Diese gemeinsame Haltung von Verein und Fans ist uns wichtig. Leidenschaftliche Unterstützung für unsere Mannschaft gehört zur DNA des WSV – Zerstörung, Gewalt oder Vandalismus jedoch nicht.
Der gestrige sportliche Wettbewerb auf dem Platz – auch wenn er für uns mit einer Niederlage endete – darf niemals Anlass oder Rechtfertigung für derartige Zerstörungen sein.
Der Vorstand des Wuppertaler SV wird den Vorfall gemeinsam mit dem gastgebenden Verein, den zuständigen Stellen sowie Vertretern der Fanszene aufarbeiten. Unser Ziel ist klar: Der Wuppertaler SV soll für Leidenschaft, Fairness und Verantwortung im Fußball stehen – auf dem Platz, auf den Rängen und darüber hinaus.
Wir appellieren an alle Fans des Wuppertaler SV, unseren Verein weiterhin leidenschaftlich, aber respektvoll zu unterstützen und gemeinsam dafür zu sorgen, dass der WSV überall als fairer und verantwortungsvoller Verein wahrgenommen wird.
Der Vorstand
Wuppertaler Sportverein
Der Vorstand des Wuppertaler SV wird den Vorfall gemeinsam mit dem gastgebenden Verein, den zuständigen Stellen
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