12. März 2026

Circular Valley Convention: Sechs zentrale Erkenntnisse

Die Bilanz der Circular Valley Convention 2026 fällt positiv aus: Sechs zentrale Erkenntnisse zeigen, wie Circular Economy strategische Bedeutung gewinnt – von resilienten Lieferketten über digitales Tracking bis zu hochwertigem Recycling als Wettbewerbsfaktor.

Bei der „Circular Valley Convention“ in Düsseldorf: Angeregte Diskussionen rund um das Thema Kreislaufwirtschaft – © Jan Turek / Circular Valley

Zwei Tage lang haben auf der Circular Valley Convention 2026 im Düsseldorfer Areal Böhler Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Startups über Lösungen für eine zirkuläre Wirtschaft diskutiert. Aus Keynotes, Panels und Praxisbeispielen lassen sich sechs zentrale Erkenntnisse für die Transformation zur Circular Economy ableiten.

Kreislaufwirtschaft wird zur Industrie- und Standortstrategie

Mehrere Beiträge machten deutlich, dass Circular Economy längst über Umwelt- und Recyclingfragen hinausgeht. Angesichts geopolitischer Spannungen, unsicherer Lieferketten und steigender Rohstoffpreise gewinnt sie zunehmend strategische Bedeutung für Wettbewerbsfähigkeit, Rohstoffsicherung und wirtschaftliche Resilienz. „Kreislaufwirtschaft wird zurecht zunehmend als strategisches Wirtschaftsthema gesehen. Rohstoffe sind zu Machtfaktoren geworden. Neben der Diversifizierung unserer Rohstoffversorgung ist die Kreislaufwirtschaft ein zentrales Element unserer Sicherheit. Zirkuläres Wirtschaften macht uns unabhängiger von fossilen Rohstoffen“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider.

„Wer es schafft, Produkte und Anlagen länger zu nutzen, Ressourcen effizienter einzusetzen und klug zu recyclen, tut Gutes für die Umwelt, aber trägt auch zu mehr Sicherheit und Wirtschaftskraft bei. Im Leitmarkt Circular Economy sind heute bereits über eine Million Menschen beschäftigt. Diesem wichtigen Markt wollen wir mit dem Aktionsprogramm zur Umsetzung der nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie eine starke Unterstützung geben, damit er sich weiter positiv entwickelt und auf lange Sicht etabliert.“ Auch Vertreter internationaler Industrieunternehmen betonten, dass zirkuläre Geschäftsmodelle immer stärker Teil langfristiger Unternehmensstrategien werden.

Recycling wird zur strategischen Ressource

Neben Design und Nutzung rückt auch die Rückgewinnung von Rohstoffen stärker in den Fokus. Moderne Recyclingtechnologien und industrielle Rückgewinnungsprozesse können dazu beitragen, Materialien langfristig im Wirtschaftskreislauf zu halten.

Gruppenbild mit Minister aus Berlin: Dr. Carsten Gerhardt (2.v.l.), Initiator von Circular Valley, Bundesumweltminister Carsten Schneider (M.) und Circular Valley-Geschäftsführer Andreas Mucke (2.v.r.) – © Jan Turek / Circular Valley

„Die Zukunft gehört der Circular Economy: Sie ist der Schlüssel zu Innovation, Resilienz und neuer Wertschöpfung. Nordrhein-Westfalen hat beste Voraussetzungen, um entscheidende Impulse für die Kreislaufwirtschaft zu setzen mit seinen Wirtschaftsunternehmen, innovativen Start-ups und exzellenter Forschung“, sagte NRW-Umweltminister Oliver Krischer. Mehrere Beiträge betonten, dass hochwertige Sekundärrohstoffe künftig eine zentrale Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie spielen werden.

Resiliente Lieferketten erfordern zirkuläre Rohstoffströme

Ein zentrales Thema der Convention war die Frage, wie Industrie und Politik kritische Rohstoffe langfristig sichern können. Beiträge aus Wissenschaft, Industrie und Politik machten deutlich, dass geschlossene Stoffkreisläufe und hochwertige Sekundärrohstoffe zunehmend als strategische Ressource verstanden werden. „Kreislaufwirtschaft schafft Resilienz in einer Welt begrenzter Ressourcen. Die Unternehmen, die es schaffen, Kreisläufe schließen, werden das nächste industrielle Zeitalter prägen“, sagte Dr. Thomas Stoffmehl, CEO von Vorwerk.  Damit wird Circular Economy auch zu einem wichtigen Instrument, um wirtschaftliche Abhängigkeiten zu reduzieren und Lieferketten widerstandsfähiger zu gestalten.

Produktdesign entscheidet über Zirkularität

Viele Diskussionen zeigten: Die entscheidenden Weichen für Kreislaufwirtschaft werden bereits in der Produktentwicklung gestellt. Konzepte wie Circular Design, modulare Bauweisen oder „Design for Disassembly“ sollen sicherstellen, dass Materialien später wiederverwendet oder hochwertig recycelt werden können. Damit rückt der Beginn des Produktlebenszyklus stärker in den Fokus der Circular Economy.

Bundesumweltminister Carsten Schneider bei seiner viel beachteten Keynote im Düsseldorfer Areal Böhler – © Jan Turek / Circular Valley

Die chemische Industrie kann für viele Unternehmen zum Enabler werden. „Wir brauchen Lösungen, die sowohl ökologisch sinnvoll als auch wirtschaftlich tragfähig sind. Kreislauffähigkeit ist der Schlüssel, um die Abhängigkeit von Primärrohstoffen zu verringern – und damit ein zentraler Hebel für die grüne Transformation von uns und unseren Kunden“, sagte Dr. Stephan Kothrade, Vorstandsmitglied und CTO von BASF.

Digitalisierung wird zum zentralen Enabler der Circular Economy

Digitale Technologien spielen eine immer wichtigere Rolle für zirkuläre Wertschöpfung. Diskutiert wurden unter anderem digitale Produktpässe, Datenräume sowie KI-gestützte Analyse von Material- und Stoffströmen. Digitale Lösungen schaffen Transparenz entlang komplexer Lieferketten und ermöglichen neue datenbasierte Geschäftsmodelle.

Internationale Kooperation wird zum Schlüssel für Skalierung

Die Transformation zur Circular Economy erfordert zunehmend grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Auf der Convention wurde unter anderem die trilaterale Kooperation zwischen Nordrhein-Westfalen, Flandern und den Niederlanden hervorgehoben. In gemeinsamen Projektgruppen arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Industrie und Forschung an konkreten Lösungen für Schlüsselindustrien wie chemische Industrie, zirkuläres Bauen und Batterien. Die Zusammenarbeit im größten industriellen Ballungsraum Europas soll helfen, Innovationen schneller zu entwickeln und neue zirkuläre Wertschöpfungsketten aufzubauen.

Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, beim seiner Ansprache – © Jan Turek / Circular Valley

Gemeinsame Umsetzung entscheidend

Die Circular Valley Convention machte deutlich, dass die Transformation zur Circular Economy nur im Zusammenspiel von Politik, Industrie, Wissenschaft und Innovatoren gelingen kann. „Bei der Circular Valley Convention hat sich erneut gezeigt, dass Circular Economy der Weg ist, um Ressourcen-Engpässe zu vermeiden“, sagt Dr. Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Circular Valley Stiftung. Ressourcen-Engpässe lösen Ängste aus und diese Ängste führen zu Konflikten. „Durch das Vermeiden von Engpässen kann die Circular Economy dazu beitragen, Konflikte zu vermeiden.“ Dazu müssen alle Akteure über Industrie-, Branchen- und Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten. Dass sie dazu bereit sind, wurde auf der Circular Valley Convention 2026 erneut deutlich.

Mit ihrem Format aus Konferenz, Expo und Networking hat die Circular Valley Convention erneut gezeigt, wie vielfältig die Ansätze für eine zirkuläre Wirtschaft sind – und wie stark internationale Akteure gemeinsam an ihrer Umsetzung arbeiten. Der Termin für die nächste Circular Valley Convention steht auch schon fest: Der 4. und 5. Mai 2027.

Schlussbild der erfolgreichen „Circular Valley Convention“ mit vielen internationalen Gästen – © Jan Turek / Circular Valley

Mehr Informationen zur Circular Valley Convention 2026 gibt es unter cvc-duesseldorf.com

 

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