9. März 2026Peter Pionke
BHC beweist gegen Rhein-Neckar-Löwen Moral
Noah Beyer war mit fünf Treffern erfolgreichster Werfer des Bergischen HC beim Spiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen in Mannheim – © Archivfoto Jochen ClassenVor allem der Auftakt misslang den Gästen in der SAP Arena. Immer wieder kam Jannik Kohlbacher frei zum Abschluss. Schon in dieser Phase war es Christopher Rudeck zu verdanken, dass der BHC nicht höher in Rückstand geriet. Trotzdem gingen die Gastgeber in Führung und gaben diese letztlich bis zum Schluss nicht mehr her. Weil im Angriff lange die klaren Chancen fehlten und auch RNL-Schlussmann David Späth gut an den Ball kam, sah sich der BHC nach 17 Minuten einem 4:10-Rückstand gegenüber.
Es hätte die Mannschaft böse erwischen können, doch sie kam dann doch besser ins Spiel. Lars Kooij sowie Johannes Wasielewski trafen zwei Mal in Folge. Dazu verkürzten die Bergischen durch Nico Schöttle (2), Noah Beyer und Gerdas Babarskas von 7:13 auf 11:14. Das war gleichzeitig der Pausenstand, so dass das Match noch nicht entschieden war. Und das blieb lange auch so, obwohl der BHC auch nach Wiederbeginn selten wie aus einem Guss agierte. Im Angriff aber hatte die Mannschaft immer wieder Phasen, in denen ihre das Tore werfen leicht fiel. So legten die Rhein-Neckar Löwen recht konsequent vor, aber Aron Seeing,
Auch Rudeck konnte Niederlage nicht verhindern
Sören Steinhaus, Noah Beyer oder Fynn Hangstein versenkten oft direkt im Gegenzug. Eine Viertelstunde vor Schluss war es Julian Fuchs, der auf 20:22 verkürzte und damit die Tür zum Auswärtssieg zumindest einen Spalt weit öffnete. Rudeck blieb zwischen den Pfosten ein Faktor – es schien alles drin zu sein für die Gäste. Das galt umso mehr, als der Torhüter auch noch einen Siebenmeter gegen den starken Haukur Trastarson parierte. In Unterzahl mussten die Bergischen keinen Gegentreffer hinnehmen und hatten so die Gelegenheit, auf ein Tor zu verkürzen. Zwei Fehlpässe in Serie aber luden die Mannheimer ein – und plötzlich stand es 20:24.
Die Hypothek war nun ein wenig hoch, aber die Bergischen Löwen stemmten sich bis zum Schluss gegen die sich anbahnende Niederlage. 22:27 stand es bereits, dann markierten Sören Steinhaus, Julian Fuchs sowie Johannes Wasielewski drei Tore binnen 90 Sekunden. Mit ganz viel Glück wäre eine Minute vor Schluss sogar noch ein Punkt drin gewesen. Dani Baijens scheiterte, der Abpraller landete bei den Rhein-Neckar Löwen, die den Erfolg damit besiegelten.
Stimmen zum Spiel
Markus Pütz: „Herzlichen Glückwunsch an die Rhein-Neckar Löwen zu einem am Ende verdienten Sieg. Wir sind mit mehreren Dingen nicht so zufrieden. Gerade in der ersten Halbzeit kommen wir im Angriff nicht gut rein und kriegen in der Deckung Würfe, die wir nicht haben wollen. Uns fehlt es ein bisschen an der Konsequenz, obwohl Christopher Rudeck von der Torhüterposition sehr unterstützt. Wir gehen mit minus drei in die Kabine und lösen es dann in der zweiten Halbzeit in der Deckung kompakter. Wir halten die Rhein-Neckar Löwen bei 28 Toren, was gut ist. Aber im gesamten Spiel haben wir bei 50:50-Situationen nicht das Glück, was es bräuchte, um hier etwas mitzunehmen. Da müssen wir nochmal reingucken. Es hat nicht gereicht, um für Punkte infrage zu kommen. Wir haben am Ende nicht mehr diesen maximalen Druck ausüben können und sind nie auf minus eins rangekommen. Das wäre vielleicht noch mal der Moment gewesen, in dem die Rhein-Neckar Löwen ins Nachdenken kommen. Deswegen fahren wir ohne Punkte nach Hause, aber die Moral am Ende ist wichtig – und das nehmen wir mit.“
BHC-Torhüter Christopher Rudeck glänzte auch in Mannheim mit tollen Paraden, aber auch er konnte die Niederlagennicht verhindern – © Archivfoto Jochen ClassenMaik Machulla: „Erst einmal sind wir erleichtert, dass wir die zwei Punkte geholt haben. Insgesamt muss ich aber sagen, dass wir natürlich schon auch darüber reden müssen, wie fahrlässig wir mit unseren Möglichkeiten umgehen. Ich glaube, dass wir gerade in der ersten Halbzeit ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht haben. Im Angriff erspielen wir uns unfassbar gute Chance, aber wir haben überhaupt nicht die Konzentration und Konsequenz, die es braucht, um so ein Duell ein bisschen früher zu entscheiden. Dass wir mit nur drei Toren in die Halbzeit gehen, ist eigentlich Wahnsinn. Und Christopher Rudeck hat heute einen unfassbaren Tag, hat viele freie Bälle gehalten. Das hilft uns natürlich nicht, um Sicherheit reinzukriegen. Den Sieg haben wir uns sehr hart erkämpft, hätten es aber von unserer Seite bei fünf Toren Vorsprung drei Minuten vor dem Ende ein bisschen entspannter haben können. Dass wir da noch mal in die Situation kommen, dass die Tür so einen Spalt aufgeht, ist verrückt. Das passt aber zu dem gesamten Spiel.“
Fabian Gutbrod: „Ich tue mich diesmal schwer mit einer Einordnung. Wir haben das Kreisläuferspiel kaum unterbunden und zu wenige Zweikämpfe gewonnen. Aber wir arbeiten uns mühsam ins Spiel und verkraften Rückschläge, so dass wir mental voll da sind. Nach der Pause machen wir es in Phasen solide, sind dann aber auch nicht gut genug, um die Rhein-Neckar Löwen noch ernsthaft in Gefahr zu bringen. Das Momentum schlägt nie richtig um.“
Rhein-Neckar Löwen – Bergischer HC 28:25 (14:11)
Rhein-Neckar Löwen: Jensen, Späth – Larson, Timmermeister, Nothdurft (2), Jacobsen, Sandell (4), Heymann, Steenaerts (1), Móré, Thrastarson (10/7), Ciudad-Benitez, Bajiens (2), Aspenbäck (2), Kohlbacher (7). Trainer: Maik Machulla
Bergischer HC: Rudeck, Diedrich – Beyer (5/3), Becher, Massoud, Schöttle (2), Hangstein (2), Steinhaus (3), Babak, Babarskas (1), Kooij (2), Seesing (3), Thiele, Wasielewski (3), Voss-Fels, Fraatz, Fuchs (4). Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz
Schiedsrichterinnen: Sophia Janz und Rosana Sug
Siebenmeter: 7/8 – 3/4
Zeitstrafen: 4 – 3 (Jacobsen (2), Kohlbacher – Kooij, Babarskas, Becher)
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