5. März 2026

Prof. Dietrich Grönemeyer: „Menschen sind keine Kostenfaktoren“

Seine Patienten vergöttern ihn, für sie ist er der „Rücken-Papst“. Einige seiner Kollegen und Kontrahenten sehen ihn dagegen nicht als großen medizinischen Heilsbringer.  Ein Arzt bezeichnete ihn im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ sogar als „Dr. Hokus Pokus“. Prof. Dietrich Grönemeyer, einer der bekanntesten Mediziner Deutschlands, legt selbst auch gar keinen großen Wert auf einen Heiligenschein als Arzt. Sein einfaches Credo: Die beste und kostengünstigste Medizin ist Präventivmedizin!

Moderator Jürgen Zuheide (r.) beim spannenden, hochinteressanten Talk mit Impulsgast Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer – © Fotostudio Essen / Dr. Claudia Posern

Das unterstrich Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer in einem spannenden, informativen Gespräch mit Moderator Jürgen Zurheide beim beliebten, hochkarätigen Netzwerk-Event „STADTGESGRÄCHE.ruhr“ im geschichtsträchtigen „Königshof“ im Herzen von Essen. Es ist das innovative Vorzeige-Projekt der Koerfer-Gruppe mit Markthalle , Hofbräu, Büro-Komplex und Zahnklinik im ehemaligen Kaufhof-Gebäude in Sichtweite des Hauptbahnhofs. 

Dr. Richard Kiessler, Mitbegründer und 1. Vorsitzender des renommierten Netzwerk-Events STADTGESPRÄCHE.ruhr, begrüsste die Gastgeber Michael Gluth, Mitglied der Geschäftsführung der Koerfer-Gruppe, und Lars Becker, Betreiber der bayerischen Gastronomie „Hofbräu im Königshof“ und bedankte sich für die Einladung. Alle drei stießen zünftig mit Original-Bierhumpen der Münchener Hofbräu-Brauerei an. 

Anschließend stellte Dr. Richard Kiessler Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer vor, den Impulsgast. Das Thema des Abends: „Vorbeugen statt heilen. Ärzte für die Gesundheit bezahlen, nicht für die Krankheit“. Nach der Einführung übergab Dr. Richard Kiessler Moderator Jürgen Zurheide das Mikrofon für einen spannenden, kurzweiligen Talk mit dem Mann, der mit Herz, Seele und Verstand Mediziner ist.   

Hört interessiert zu: Eva Kiessler. 2. Vorsitzende und Mitbegründerin des Netzwerk-Events STADTGEDSPRÄCHE.ruhr e.V – im Hintergrund der Essener Unternehmer Dirk Eckrath (M.) – © Fotostudio Essen / Dr. Claudia Posern

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer beschäftigt in seinem Bochumer Institut 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hier werden pro Jahr rund 13.000 Patienten behandelt. Er selbst praktiziert heute in seinem Institut nur noch selten, steht aber seinen Kollegen täglich mit Rat und Tat zur Verfügung – wenn er nicht gerade auf Studienreisen ist. Denn der 73jährige bleibt ein Weltenbummler in Sachen Medizin. Er informiert sich auf allen Erdteilen über alternative Heilmethoden, erlernte beispielsweise in China die Kunst der Akupunktur.

Bis 2012 gab Dietrich Grönemeyer als Lehrstuhlinhaber für Radiologie und Mikrotherapie an der Universität Witten/Herdecke sein umfangreiches medizinisches Wissen an Studentinnen und Studenten weiter.

Der weltoffene Professor ist Experte für interventionelle Radiologie, Endoskopie und Schmerztherapie. Als Arzt verfolgt er einen ganzheitlichen Ansatz und setzt sich für ein konstruktives Zusammenwirken von Schulmedizin, Naturheilkunde, alternativer Medizin und Psychologie ein. Die Hausärzte sieht der überzeugte Wahl-Bochumer in einer Schlüsselposition, weil sie die Patientin oder den Patienten in der Regel fast ein Leben lang betreuen und deren gesundheitliche Problem am Besten beurteilen könnten.

Bestens gelaunt beim Netzwerk-Event STADTGESPRÄCHE.ruhr: (v.l.) Zahnärztin Suzana Ilieva, Dr. Andrea Meier, Dr. Uli Reploh und Anita Durma – © Fotostudio Essen / Dr. Claudia Posern

Beim Thema Prävention sieht der Mediziner hierzulande großen Nachholbedarf: „Vorsorgeuntersuchungen gibt es bei uns im Babyalter und bei den Schülern. Im Erwachsenenalter spielt Prävention dann bei vielen gar keine Rolle mehr. Die Menschen gehen dann nur noch zum Arzt, wenn sie ernsthafte Beschwerden haben. Was die Vorsorge angeht, liegt Deutschland in Europa auf Rang 17 von insgesamt 18 Staaten.“

Alarmierende Zahlen, zumal Deutschland nach Amerika das zweitteuerste Gesundheitssystem der Welt habe. „Die Politik muss endlich aufhören, Patienten und damit die Menschen in Sachen Gesundheit als Kostenfaktor zu sehen. Sie sollten endlich erkennen, dass jeder Euro, der für die Vorsorge ausgegeben wird, gut und nachhaltig angelegtes Geld ist. “

Der gefragte Mediziner hat seine Wurzeln in einer deutsch-baltischen Arztfamilie. Seine Mutter Hella Carin war Nachfahrin des Mediziners Carl Abraham Hunnius. Dietrich Grönemeyer wurde in Clausthal-Zellerfeld geboren und zog später mit seiner Familie nach Bochum. Er definiert sich bewusst als Kind des Ruhrgebiets und sieht den „Ruhrpott“ als Hochburg der Medizin und der Medizinwirtschaft.

„Oans, zwoa, g’suffa!“: (v.l.) Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen, Impulsgast Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer und Dr. Richard Kiessler, 1. Vorsitzender und Mitbegründer des Netzwerk-Events STADTGESPRÄCHE.ruhr e.V. stoßen im „Hofbräu im Königshof“ miteinander an – © Fotostudio Essen / Dr. Claudia Posern

Der bekannte Arzt, TV-Medizin-Experte und vielfache Buchautor verriet Moderator Jürgen Zurheide und dem hochinteressierten Publikum, dass ihm der Arztberuf eigentlich gar nicht in die Wiege gelegt wurde. „Ich hatte nicht vor, Medizin zu studieren. Doch dann gab es während meines Grundwehrdienstes bei der Bundeswehr für mich ein Schlüsselerlebnis: Ich hatte mir eine Verletzung an der Nase zugezogen. Um die Blutung zu stoppen, schob mit der Stabsarzt in jedes Nasenloch ein Tampon. Und als er sie mir wenig später grob und rücksichtslos entfernte, zog er mir dabei gefühlt das ganze Gehirn mit heraus. Da war mir schlagartig klar: Ich wollte Arzt werden und dann mit meinen Patienten viel respektvoller und einfühlsamer als der besagte Bundeswehr-Mediziner umgehen. Und das habe ich auch umgesetzt.“

Auch mit inzwischen 73 Jahren bildet sich Prof. Grönemeyer ständig weiter und sucht nach neuen Wegen in der Medizin. Denn er hat noch viel vor. Sein hoch gestecktes Ziel: Er möchte unbedingt 100 Jahre alt werden – und das körperlich und geistig dem Alter entsprechend gesund. Dabei helfen ihm Spaß am Leben und an der Arbeit, Neugierde, gesunde Ernährung ohne Askese und ein positiver, intakter Freundeskreis. Sein Lebensmotto: „Den Jahren Leben geben!“ Eine weise Formel, die eigentlich für jeden Menschen erfolgversprechend sein könnte.

Lars Becker, erfolgreicher Essener Gastronom und Betreiber der bayerischen Gastronomie „Hofbräu im Königshof“ – © Fotostudio Essen / Dr. Claudia Posern

Standing Ovation nach einem denkwürdigen Gespräch für Moderator Jürgen Zurheide und Impulsgast Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer. Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten einem Mediziner, der die Gesundheit seiner Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt und dafür gerne auf warme, anerkennende Worte und auf das Schulterklopfen einiger Kollegen und Konkurrenten verzichtet.

Zuvor hatte der begnadete Trompeter Jim Galakti die rund 200 Gäste auf das spannende Impuls-Gespräch der mittlerweile 36. Ausgabe der Netzwerk-Veranstaltung STADTGESPRÄCHE.ruhr mit bekannten Melodien auf beeindruckende „Waise“ eingestimmt.

Ein schmackhaftes, bayerisches Flying Buffet im zünftigen „Hofbräu im Königshof“ mit Original-Bier aus der berühmten Münchener Hofbräu-Traditions-Brauerei, serviert von Gastronom Lars Becker und seinem Team, rundete einen harmonischen, unterhaltsamen und hochinteressanten Abend ab, den auch Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen in vollen Zügen genoss.

Text: Peter Pionke

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer – © Fotostudio Essen / Dr. Claudia Posern

Die neuesten Bücher von Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer:

Demenz – Gezielt vorbeugen, ganzheitlich verstehen, liebevoll begleiten – Ludwig Buchverlag – 2025 – ISNB-10: 3453281691 – ISNB-13: 978-3453281691

Natürlich altern!: Fit bis 100 mit der Grönemeyer-Formel – Südwest-Verlag – 2025 – ISBN-10: 351710423X – SÍSBN-13: 978-35171004232

Meine Formel für einen gesunden Rücken – Südwest-Verlag – 2025 – ISBN-10: 3517104000 – ISNB-13:978-3517104003

Lebenohne Angst – Wir wir in schwierigen Zeiten innere Stärke und Zuversicht finden – Ludwig Verlag – 2024 – ISBN-10: 3453281683 – ISNB-13: 978-3453281684

© Ludwig Verlag

 

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