23. Februar 2026Peter Pionke
Der „Legenden-Cup“ unterhält und konserviert Momente
Lebende Legenden und potentielle Nachfolger beim „Legenden-Cup“ in der Unihalle – © Siegfried Jähne„Fussball-Legenden-Cups“ sind nach ihrer Philosophie mehr als nur ein Altherren-Turnier. Es ist vielmehr eine Mischung aus Nostalgie-Event, Entertainment und ernsthaftem sportlichem Ehrgeiz. Die Wurzeln dieser Idee liegen im Hallenfussball der 80er und 90er Jahre.Turniere wie der „AOK Traditionsmaster“ in Berlin oder der „Legends Cup“ in Moskau gewannen an Bedeutung. Es ist die selektive Wahrnehmung. Man sieht einen 50jährigen Akteur den perfekten Pass spielen und erinnert sich sofort an sein entscheidendes Tor vor 20 Jahren. Der „Legenden Cup“ konserviert diese Momente.
In München oder Berlin ein Zuschauermagnet
Vereine wie Bayern München, Borussia Dortmund oder Real Madrid schicken ihre Traditionsmannschaften regelmäßig, um die Marke des Vereins auch über die aktive Karriere der Stars hinaus zu pflegen. In München war zuletzt am 18. Januar 2026 der „SAP Garden“ Schauplatz eines solchen Events. Hier gewann Borussia Dortmund im Endspiel gegen Real Madrid und hatte schon im Halbfinale gegen Juventus Turin 11.000 Zuschauern im ausverkauften „SAP Garden“.
In Wuppertal war alles deutlich eine Nummer kleiner, die Philosophie aber die gleiche: Technik vor Physis. Da das Tempo im Alter abnimmt, rückt die reine Ballbehandlung in den Vordergrund. Man sieht Spielzüge, die auf purer Spielintelligenz basieren. FC Schalke 04, 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, VfL Bochum, Arminia Bielefeld, Wuppertaler SV, Cronenberger SC und der Ausrichter SSV 07 Sudberg AH machten mit. Ex-Profis wie Olaf Thon (Schalke), Marcel Jansen (Mönchengladbach) oder Dariusz Wosz (VfL Bochum) spielten mit ihren Teams gegeneinander.
Pascal Martin, bekannt als Schiedsrichter-Influencer „Qualle“, stellte sich gern für Selfies zur Verfügung – © Siegfried JähneArminia Bielefeld holte den Cup
„Einige Ehemaligen waren aufgrund ihres Alters nicht mehr auf Anhieb zu erkennen“, stellte ein Besucher fest. Vielleicht eine Anregung für den Hallensprecher Thomas Bielefeld, einem bekannter Ring- und Stadionsprecher, der sich besonders durch seine kernige Stimme und Einsätze als Stadionsprecher von Arminia Bielefeld einst einen Namen machte.
Arminia Bielefeld holte sich den „Cup“ nach einem 9:2 im Endspiel gegen über Mönchengladbach. Schön anzuschauen, aber auch eine sehr einseitige Angelegenheit für die Ost-Westfalen. Den dritten Platz erreichte Schalke 04 nach einem Elfmeterschiessen gegen die Kölner.
Der Wuppertaler SV zeigte in der Vorrunde gegen den VfL Bochum das beste und spannendste Spiel der Vorrunde, als die Rotblauen einen 1:3 Rückstand noch aufholten. Gegen den späteren Sieger Schalke 04 gab es einmal mehr für den WSV dann aber nichts auszurichten, man verlor mit 1:5 (hatte wird das nicht schon mal..?).
WSV lieferte spannendes Spiel gegen VfL Bochum
Wie auch später, beim Regionalliga-Spiel gegen den FC Köln im Stadion am Zoo, ehrte man auch in der Uni-Halle den 62jährig plötzlich verstorbenen ehemaligen WSV-Torwart Jörg Albracht. Eine Legende, die von 1987 bis 1994 im WSV Tor stand und 1992 massgeblichen Anteil am WSV-Aufstieg in die 2. Liga hatte, ehe er nach dem Abstieg zum FC Schalke 04 in die Bundesliga wechselte und vor seinem Karriereende 1996 noch auf zwei Bundesligaeinsätze kam .
Die Sudberger F-Jugend posierte stolz gemeinsam mit Schiedsrichter-Influencer „Qualle“ alias Pascal Martin (h.r.) – © Siegfried JähneDas hitzigste Spiel aber erlebten die Zuschauer des Wuppertaler Legenden Cup in der Begegnung Schalke gegen Bielefeld, welches die Bielefelder mit 3:0 für sich entschieden. Viele Fouls, viel Frust, eine „Rudelbildung“, aber am Ende hatten sich als wieder lieb, vermerkte unser Chronist.
Schiri „Qualle“, Follower mit über 1 Mio. Likes
Die Wuppertaler Veranstaltung hatte auch einen starken Focus auf den Jugendfußball, der mit einem Turnier der F-Jugend (sieben bis acht Jahre) am Vormittag zum Ausdruck kam. Hier trat auch Pascal Martin auf, bekannt als „Qualle“, ein 24jähriger Schiedsrichter-Influencer aus dem Odenwald, der sich auf Social Media (über 1 Mio. Follower) und direkt auf Sportplätzen für mehr Respekt und Fair Play im Fußball einsetzt.
Die Kids kannten ihn fast alle, holten sich Selfies und Autogramme. Im Rahmenprogramm gab es ergänzend zum Spielbetrieb Showeinlagen, darunter eine Tanzperformance der Formation Dance Unity sowie Auftritte des Freestyle-Künstlers Emil Wysocki. Autogrammstunden und weitere Aktionen ergänzen das Rahmenprogramm.
Focus auf Jugend-Fussball
Für den Sudberger Veranstalter Marc Brinker ist es wichtig, das Traditionsturnier langfristig in Wuppertal zu etablieren. Der Erlös des Turniers soll zum großen Teil der Sudberger Jugendabteilung zugute kommen.
Text: Siegfried Jähne und Francesco Mezzo
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