17. Februar 2026

Pleite in Eisenach: BHC verschlief Spiel in der 1. Halbzeit

Der Bergische HC hat beim ThSV Eisenach bis zum Schluss gekämpft und hatte zwei Minuten vor Schluss sogar noch die Chance, auf 31:32 zu verkürzen. Doch die Mannschaft konnte diesen letzten Strohhalm nicht ergreifen und verlor nach einer sehr schwachen ersten Halbzeit mit 31:33 (13:21).

Noah Beyer erzielte in Eisenach sieben Treffer, doch die reichten nicht zu einem Punktgewinn – © Archivfoto Jochen Classen

Die ersten 30 Minuten waren geprägt von technischen Fehlern beider Mannschaften. Elf Stück leistete sich der ThSV Eisenach, doch beim BHC standen sogar 14 in der offiziellen Statistik der DAIKIN-HBL. Immer wieder ging im Angriff der Ball verloren – wenn es nicht teils haarsträubende Fehler waren, versuchte es die Truppe zwischendurch mit hastigen, unvorbereiteten Angriffen, die leichte Beute für Eisenachs Schlussmann Matija Spikic waren.

Aufgrund der vielen Thüringer Ballgewinne konnten die Gastgeber ihr Tempospiel zur vollen Entfaltung bringen. Dass die BHC-Abwehr im gebundenen gegnerischen Angriff sogar recht gut stand, fiel daher kaum auf. Immer wieder erzielte Eisenach schnelle Treffer, antwortete auch nach Gegentoren gerne zügig.

Mit 21:13-Rückstand in die Pause

Der 13:21-Halbzeitrückstand hatte nicht vermuten lassen, dass der BHC noch einmal in dieses Match zurückkommen könnte. Auch nach der Pause lief es nicht gerade flüssig. Zwei Minuten spielten die Gäste in doppelter Überzahl und trafen in dieser Phase nicht, beziehungsweise erst, als der Gegner wieder komplett war. Gepusht von 2850 Zuschauern in der Werner-Aßmann-Halle verwalteten die Eisenacher zunächst den Vorsprung, profitierten dabei aber nicht mehr von so vielen bergischen Fehlern. Die Löwen agierten sicherer, wenn auch nicht immer erfolgreich. Und im Tor kam Christopher Rudeck mehr und mehr in Fahrt.

13 Minuten vor Schluss schien die Partie beim Zwischenstand von 27:22 immer noch eine recht klare Angelegenheit zu sein. Doch die Bergischen kämpften sich noch einmal zurück. Nico Schöttle traf, der mitgereiste Louis Oberosler kam für einen Siebenmeter und freute sich, dass Felix Aellen nur den Pfosten erwischte. Vom neuerlichen 23:29-Rückstand zeigte sich der BHC unbeeindruckt, verkürzte durch den starken Tomas Babak sowie Kim Voss-Fels, Lars Kooij und Noah Beyer auf 28:31. Gerdas Babarskas stellte sogar auf 29:31.

Das BHC-Trainergespann Arnor Thor Gunnarsson (l.) und Markus Pütz konnte mit der Leistung in der ersten Halbzeit nicht zufrieden sein – © Archivfoto Jochen Classen

Aellen schien die Hoffnung mit seinem Tor direkt wieder zu begraben, aber Fynn Hangstein erzielte 140 Sekunden vor dem Schlusspfiff das 30:32 aus BHC-Sicht. Als Rudeck dann hielt, bangten die Fans in der Halle. Doch der offiziell 20. technische Fehler der Löwen kostete in diesem Moment den möglichen Anschluss. Die Zeit tickte nun für die Eisenacher, die kurz darau  jubelten.

Stimmen zum Spiel

Markus Pütz: „Die erste Halbzeit hat uns das Genick gebrochen. Mit der Moral in der zweiten können wir zufrieden sein. Wenn man auf die Anzahl der technischen Fehler schaut, wird es schwer, Punkte in der Bundesliga mitzunehmen. Das sind viel zu viele – auch ohne Not. Das erklärt auch den Acht-Tore-Vorsprung für Eisenach. In der zweiten Halbzeit fehlte uns auch etwas Spielglück. Da landeten Abpraller wieder beim Gegner. Vielleicht hätten wir nach hinten raus noch etwas mehr Spielzeit gebraucht. Leider machen wir einen technischen Fehler, als wir auf ein Tor rankommen können. Das ist schade, aber wir haben eine junge Mannschaft. Da müssen wir draus lernen. Insgesamt ist es mit den technischen Fehlern natürlich zu viel.“

Sebastian Hinze: „Wir wollten das Spiel gewinnen. Das haben wir geschafft. Deshalb bin ich sehr zufrieden. In der ersten Halbzeit decken wir überragend, haben einen guten Rückzug und drücken selbst im Tempospiel. Wir hatten auch Fehler dabei, haben aber nicht aufgehört und immer wieder gedrückt. Die erste Hälfte war extrem zufriedenstellend. In der zweiten Halbzeit machen wir da weiter, decken gut, haben aber etwas mehr Pech in Situationen, in denen wir in der ersten Hälfte defensiv noch erfolgreich waren. Wir schaffen es dann nicht, in der Phase offensiv so zu agieren wie vorher. Wir verzetteln uns auch immer mehr im Innenblock, statt in der Breite anzugreifen. Dann wird es noch mal eng. Uns fehlte die 100-prozentige-Konsequenz. So läuft es manchmal. Und dann muss man der Mannschaft ein großes Kompliment machen, dass sie es geschafft hat, das Spiel zu ziehen am Ende. Das ist nicht selbstverständlich in einem Spiel, das immer enger wird.“

Sebastian Hinze, Cheftrainer der Eisenacher und lange Zeit Coach des BHC, freute sich am Ende über zwei wichtige Punkte – © BHC 06

Fabian Gutbrod: „Es war sehr schwer zu akzeptieren, dass wir mit acht Toren Rückstand in die Pause gehen – aufgrund der 14 technischen Fehler. Wir haben Eisenach ganz häufig die Möglichkeit gegeben, im Tempospiel zum Erfolg zu kommen. Das lag nicht daran, dass sie herausragend gedeckt haben, sondern daran, dass wir die Bälle ohne Druck verloren haben. Wir kommen dann mit einer Riesenhypothek in die zweite Halbzeit. Zu Beginn ist es auch nicht so viel besser. Unter dem Strich kann man sagen, dass 40 schlechte Minuten und 20 Minuten, die annährend so waren, wie wir uns das vorstellen, eben nicht reichen, um ein Bundesligaspiel zu gewinnen. Dass es dann am Ende noch mal eng wird, liegt auch an der fehlenden Konsequenz auf Eisenacher Seite. Es muss in den letzten 10 bis 15 Minuten alles perfekt laufen. Das tut es nicht. Wenn man etwas Positives herausziehen möchte, ist es die Tatsache, dass wir nicht aufhören. Das hilft aber nur bedingt.“

ThSV Eisenach – Bergischer HC 33:31 (21:13)

ThSV Eisenach: Spikic, Heinevetter – Attenhofer (7), Bücher (6), Aellen (5/1), Solak (4), Leu (3), Joelsson (2), Walz (2), Seitz (2), Beneke (1), Meyer (1), Reichmuth, Ende, Antonijevic, Kurch. Trainer: Sebastian Hinze

Bergischer HC: Rudeck, Diedrich, Oberosler – Beyer (7/1), Becher, Massoud, Steinhaus (1), Schöttle (6), Hangstein (3), Babak (4), Babarskas (1), Seesing, Kooij (1), Wasielewski (3), Voss Fels (2), Fuchs (3). Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz

Schiedsrichter: Robert Schulze und Tobias Tönnies

Siebenmeter: 1/2 – 1/1

Zeitstrafen: 3 – 5 (Beneke, Meyer, Leu – Babarskas, Schöttle, Voss-Fels, Fuchs, Wasielewski)

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