9. Februar 2026

Uni trauert: Alt-Rektor Prof. Dr. Volker Ronge gestorben

Die Bergische Universität trauert um ihren ehemaligen Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Volker Ronge. Der in Oldenburg aufgewachsene gebürtige Schlesier ist nach langer schwerer Krankheit jetzt im Alter von 83 Jahren verstorben. Er war zunächst Professor und Dekan, dann Prorektor für Planung und Finanzen und schließlich von 1999 bis 2008 Rektor. Prof. Volker Ronge hat die Entwicklung der Bergische Universität  entscheidend mitgeprägt.

Prof. Dr. Dr. Volker Ronge (†), langjähriger Rektor der Bergischen Universität Wuppertal – ©  Bergische Universität / Foto Joerg Lange

Als um die Jahrtausendwende die Situation der Hochschule schwierig war und mit Hans Weiler vom Wissenschaftsministerium ein Mediator berufen wurde, ging es darum, gemeinsam das Fundament für ein neues und zukunftsweisendes Profil zu legen. Dass dies gelang, lag wesentlich an Prof. Dr. Volker Ronge, der zusammen mit Hans Weiler den Einstieg in die Neuaufstellung der Universität moderierte und wichtige Mitstreiter gewinnen konnte. Mit gutem Gewissen gehen zu können, lautete so auch 2008 sein Fazit im Rahmen der Amtsübergabe an seinen Nachfolger Prof. Dr. Dr. h.c. Lambert T. Koch. Dieser unterstrich, dass unter dem Rektorat Volker Ronges „wichtige Grundlagen geschaffen wurden, an welche die Folgerektorate anknüpfen konnten, sodass die Bergische Universität erheblich wachsen und zahlreiche Erfolge feiern konnte.“

Verdienste, die auch Lambert T. Kochs Nachfolgerin Prof. Dr. Birgitta Wolff bekräftigt: „Die Verdienste Volker Ronges um den Bestand und die Entwicklung der Bergischen Universität sind unschätzbar. Wir werden Prof. Ronge dafür in dankbarer Erinnerung behalten“, so die Rektorin der Universität in Wuppertal.

Der akademische Weg nach Wuppertal

Volker Ronge studierte Politische Wissenschaft und Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin. Nach seinem Diplom in Politologie war er von 1969 bis 1972 Wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft in München. Dort arbeitete er in einem Forschungsprojekt zum Thema „Politische Planung in der Bundesrepublik Deutschland“. 1972 promovierte Volker Ronge an der Universität Bremen und ging als Wissenschaftlicher Mitarbeiter nach Starnberg ans damalige Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt. 1976 erfolgte die Habilitation für Politikwissenschaft an der FU Berlin, 1979 wurde Volker Ronge Geschäftsführer des Münchener Meinungsforschungsinstituts Infratest (heute Infratest dimap).

Volker Ronge, bereits von seiner schweren Krankheit gezeichnet, kämpfte tapfer arbeitete bis zuletzt – © privat

Aus dieser Position heraus berief ihn die Bergische Universität 1982 auf eine Professur für Allgemeine Soziologie mit dem Schwerpunkt „Makro-strukturelle Analyse der Gesellschaft“. Mehrere Jahre war Prof. Ronge Dekan des damaligen Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften. Nach acht Jahren als Prorektor wurde er 1999 als Nachfolger von Prof. Dr. Dr. h.c. Erich Hödl und damit der fünfte Rektor der Bergischen Universität Wuppertal.

Im August 2008 schied Ronge nach fast 17jähriger Dienstzeit als Mitglied der Hochschulleitung – davon fast neun Jahre als Rektor – aus dem Amt. Er zog an den Chiemsee, veranstaltete Sommer- und Winterschulen in Russland und Weißrussland und lehrte am Europainstitut Klaus Mehnert der Technischen Universität Kaliningrad. Als Rektor der Bergischen Uni hatte er sich von politisch schwierigen Beziehungen nicht abschrecken lassen und sich immer besonders für die osteuropäischen Hochschulpartnerschaften eingesetzt. Aber auch darüber hinaus war ihm das Gelingen des Spagats zwischen einer in der Region verwurzelten Universität und den für den Wissenschaftsbetrieb so wichtigen internationalen Beziehungen ein großes Anliegen.

Seine Auszeichnungen

Vom Stadtverband der Bürger- und Bezirksvereine Wuppertal erhielt Volker Ronge 2003 für sein Engagement im und für das Gemeinwesen Wuppertals die „Goldene Schwebebahn“. Die Technische Universität Košice, die Belarussische Staatliche Universität für Informatik und Radioelektronik (BSUIR) in Minsk sowie die Baschkirischen Staatlichen Universität in Ufa verliehen ihm die Ehrendoktorwürde. 2012 erhielt er eine Honorarprofessur für Verwaltungswissenschaften an einer Hochschule für staatliche Verwaltung und Management in Ufa, Russland. 2013 wurde er zum Honorarprofessor für Journalistik an der „Akademie für die Medienindustrie“ in Moskau ernannt.

Lesen Sie auch das letzte Interview mit Prof. Dr. Dr. Volker Ronge: „Ich kann mein Leben als glücklich bezeichnen“

https://www.die-stadtzeitung.de/index.php/2024/08/02/prof-ronge-ich-kann-mein-leben-als-gluecklich-bezeichnen/

 

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