29. August 2025Peter Pionke
BHC-Löwen: Hammer-Gegner beim Bundesliga-Auftakt

Die Mannschaft und das Trainer-Gespann Arnor Thor Gunnarsson und Markus Pütz fiebern der Begegnung in der Berliner Max-Schmeling-Halle entgegen. „Wenn sich eine Türe für uns öffnet, wollen wir durchgehen“, sagt BHC-Trainer Markus Pütz nicht nur mit Blick auf dieses Spiel, sondern auf die 33 Partien, die noch folgen.
„Es ist unser großes Ziel, in der Liga zu bleiben und uns mittelfristig wieder dort zu etablieren“, sagt Pütz. Trainer-Partner Arnor Gunnarsson fügt hinzu: „Wir haben eine eingespielte Mannschaft, aber auch einige Spieler im Kader, die noch nie in der 1. Bundesliga auf dem Feld gestanden haben.“
Aufsteiger hat fast alle Mann an Bord
So wird es in dieser Saison insbesondere um die Entwicklung gehen. Das wissen auch die Kapitäne Christopher Rudeck und Tomas Babak. „Es kommen vielleicht mal Phasen, in denen wir ein paar Mal hintereinander nicht gewinnen“, meint Rudeck. Dann sei es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und konzentriert weiterzuarbeiten.
Gut vorbereitet auf die Saison dürften die Löwen sein. So stellt Sportdirektor Fabian Gutbrod fest: „Die Vorbereitung lief nahezu ideal, wenn man vom zwischenzeitlichen Ausfall von Nico Schöttle (Krankheit) absieht. Wir haben es schnell geschafft, die Zugänge zu integrieren und hatten gute Tests.“

In Bezug auf die mangelnde Erstliga-Erfahrung gewinnt der 37jährige der Situation auch Positives ab. „Vielleicht ist es auch ein Vorteil, weil alle Lust haben, sich in der 1. Liga zu präsentieren.“ Fest steht, dass der BHC mit beinahe komplettem Kader nach Berlin fährt. Die Zugänge Sören Steinhaus, Nico Schöttle und Lars Kooij sind genauso dabei wie der zuletzt am Fuß leicht angeschlagene Rudeck.
Wiedersehen mit Max Darj
Fehlen wird allerdings Belal Massoud. Der Linksaußen hat sich im Pokalspiel in Bielefeld einen Muskelfaserriss zugezogen. In Berlin sind die Verhältnisse klar. Der Deutsche Meister ist haushoher Favorit, was die BHC- Profis nicht davon abhält, an ihre Außenseiterchance zu glauben. „Wenn wir 100 Prozent erreichen und Berlin auch, dann werden wir verlieren“, sagt Rudeck.
„Aber wenn wir eine Chance bekommen, müssen wir da sein“, stellt Tomas Babak klar. Die Bergischen reisen immerhin mit dem Schwung von 18 Pflichtspiel-Siegen in Serie (2. Liga und Pokal) in die Hauptstadt. Die Berliner um Superstar und Welthandballer Mathias Gidsel sowie Kapitän und Ex-BHCer Max Darj schätzen die BHC-Trainer sogar noch besser als vorige Saison ein.
„Sie haben sich noch einmal verstärkt“, meint Pütz. Taktisch ist nicht klar, auf was sich die Löwen einstellen müssen. Gunnarsson ergänzt: „Sie haben in Testspielen auch mit einer 5:1- oder 3:3-Abwehrvariante gespielt. Wir müssen auf alles gefasst sein.“

Sollte es am Sonntag nicht zur Sensation reichen, besteht bereits am Mittwoch (19 Uhr, Unihalle) die nächste Chance gegen den HC Erlangen. „Abgerechnet wird sowieso erst am Ende. Für uns ist es wichtig, dass wir unsere Leistung stetig verbessern“, meint Markus Pütz. Und Arnor Gunnarsson berichtet von einem zusätzlichen Motivationsschub, die ihren Ursprung in einer Experteneinschätzung hat: „Wir wurden auf Platz 18 eingeordnet. Das ist ein Ansporn für uns.“
Ebenfalls positiv blicken die Geschäftsführer Philipp Tychy und Jörg Föste auf die Saison. „Die Mannschaft hat es geschafft, wieder eine Einheit mit den Zuschauern zu bilden. Das war gerade in der Rückrunde der 2. Liga zu spüren“, sagt Tychy. „Außerdem freuen wir uns über eine hohe Verlässlichkeit in der Partnerstruktur. Wir nehmen große Unterstützung und Rückenwind wahr.“
Hoffen auf eine neue, attraktive Spielstätte
In diesem Zusammenhang berichtet Jörg Föste, dass es in der abgelaufenen Saison bei einem Etat von etwa 3,5 Millionen Euro gelungen sei, „eine schwarze Null“ zu schreiben. Für die neue Spielzeit plane der BHC mit vier bis fünf Millionen Euro.
Doch die Situation wird nicht einfacher. Denn Philipp Tychy erläutert auch, warum es immer herausfordernder werde, den BHC für die 1. Liga zu rüsten. „Zur Wahrheit gehört, dass das Hallenthema immer aktuell ist, weil es natürlich Einnahmepotenziale bietet, die andere Vereine haben, wir aber nicht nutzen können. Wir haben schon vor Jahren gesagt, dass andere Clubs an uns vorbeiziehen, wenn sich im Bergischen Land nichts bewegt. So ist es inzwischen weitgehend passiert. Nur die Hallensituation in Minden und Eisenach ist noch mit unserer vergleichbar.“

Daher freuen sich die BHC-Verantwortlichen sehr, dass die Pläne zum Bau einer modernen Spielstätte in Wuppertal gerade Fahrt aufgenommen haben. „Einen solchen Konsens wie jetzt haben wir noch nie wahrgenommen. Wir haben das Gefühl, es ist die letzte Chance, dass die Halle kommt. Wir brauchen diese Perspektive. Das ist ganz entscheidend.“
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