28. August 2025Peter Pionke
Emotionale Storys: Wenn Frauen hinter der Kamera stehen

Digital, jung, kaputt – drei Tage Ausnahmezustand beim „Mitsommer-Festival Nr.1“ im Zentrum für Film und Medien. Wuppertals Kunst- und Medienszene kommt zusammen, um Grenzen zu verschieben, Fragen zu stellen und laut zu werden – künstlerisch wie politisch.
Kein Hochglanz, keine Filter, sondern echtes Chaos, klare Haltung und neue Verbindungen. Hinter dem Festival stehen die Galerie GRÖLLE, die Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz (Diverse Räume) und die Siegersbusch Film Akademie.
Gezeigt wird u.a. der Film „Brötzmann“, das eindrucksvolle Filmportrait über die Wuppertaler Freejazz-Legende Peter Brötzmann (*06.03.1941 – +22.06.2023). Digital, jung, kaputt – 3 Tage Kunst, Medien & Haltung in Wuppertal – 29.08.-31.08.25, Zentrum für Film- und Medienkunst
Weitere Infos und das komplette Programm finden Sie unter www.siegersbusch.de
DER MEISTER UND MARGARITA
Das Multimedia Theaterstück nach Michail Bulgakow wird am Samstag (13.09.) um 19 Uhr im Zentrum für Film und Medienkunst aufgeführt. Der Eintritt bei der Premiere ist frei.
Die russische Animationskünstlerin Kira Bortsova musste 2022 aus politischen Gründen ihre Heimatstadt St. Petersburg verlassen. Sie fand im Zentrum für Film- und Medienkunst und der Siegersbusch Akademie ein neues kreatives Zuhause.
In der diversen Belegschaft lernte sie andere Menschen mit russischem oder ukrainischem Background kennen. In der Auseinandersetzung mit deren Biografien und ihrer eigenen Migrationserfahrung entstand die Idee zu „Meister und Margerita“. In einem interdisziplinären und assoziativem Ansatz will sie die Themen, die Michail Bulgakow in seinem sowjetischen Schlüsselromans behandelt im Hinblick auf die -durchaus unlustige – aktuelle Situation in Russland bearbeiten: Unfreiheit, Einschränkungen, die Rolle und Situation des Kunstschaffenden, gesellschaftliche Desintegration.

Mit ihrem Ensemble will sie entlang der Struktur des Romans zentrale Passagen mit Mitteln von Tanz, Gesang und Performance, Animationsfilm und Live-Visuals auf die Bühne bringen. Sie bleibt dabei nahe am Ausgangsmaterial, nimmt allerdings die Biografie Bulgakows mit ins Spiel und verweist schlaglichtartig auf das aktuelle Russland unter Putin.
Es entsteht so ein hochästhetischer, interdisziplinärer Theaterabend von etwa 80 Minuten Länge, der an vorerst sechs Terminen im „Zentrum für Film- und Medienkunst gezeigt“ wird.
WOMEN WITH CAMERAS
„Women with Cameras“ ist eine Doppelpremiere im Rahmen des Kinofests 2025 am Sonntag (14.09.) im Rex Kino Wuppertal um 16 Uhr. Gezeigt werden zwei von Frauen gedrehte Filme.
Film 1: WOMEN WITH CAMERAS – D,-2025 – Regie: Annika Sordon – ca. 30 Minuten
Dokumentation über ein Fotografinnen-Kollektiv aus Wuppertal, die sich der Straßenfotografie widmet. Seit knapp einem Jahr dokumentieren Antje, Beate, Gaby, Nicola und Sonja fast täglich das Alltägliche in ihrer Heimatstadt Wuppertal.
Über Instagram und einige andere Angebote hat das Kollektiv inzwischen zahllose Follower erreicht, die dem Quintett folgt und jede Neuveröffentlichungen diskutiert und kommentiert. So erschaffen die fünf ein Zeitportrait, dass oftmals mehr als das abgebildete zu erzählen scheint.
Die Wuppertaler Regisseurin Annika Sordon und ihr Team haben das Frauenkollektiv einige Woche begleitet. Herausgekommen ist eine Dokumentation, die nicht nur über das Phänomen Straßenfotografie erzählt, sondern auch über Vorbilder wie die zu Lebzeiten unbekannte Vivian Maier und die Herausforderung den „entscheidenden Moment“ (Henri Cartier-Bresson) einzufangen.
Film 2: SAVING SCHEISSWELT – D-2025 – Regie: Leonie Hackländer – Spielfilm, Kurzfilm Mit: Saskia Deer, Marla Deer, Jacob Eckstein, Emil Filippo Schüler, Julia Wolff
Ella fotografiert sich unerfolgreich durch die Welt. Als plötzlich ihre Schwester verschwindet und ihre Nichte bei ihr strandet ist sie gezwungen, Verantwortung zu übernehmen. Doch was, wenn sie es nicht tut? Regisseurin Leonie Hackländer ist als Schauspielerin den Wuppertalern durch ihre zahlreichen Rollen am TiC keine Unbekannte. Mit SAVING SCHEISSWELT legt sie ihren zweiten Film vor.
Beide Regisseurinnen und das das Fotografinnen-Kollektiv werden vor Ort sein. Eine Ausstellung verschiedener Werke der Fotografinnen wurde durch Pixelbunker ermöglicht und ist ab kommender Woche im REX zu sehen.
Eine Veranstaltung der Wuppertaler Kinos und Filmstadt e.V. mit der Unterstützung der Wuppertaler Sparkasse
Siegerbusch Zentrum für Film- und Medienkunst – Friedrich Ebert Str. 143 – 42117 Wuppertal – http://www.siegersbusch.de
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