4. Mai 2025

WSV: Klassenerhalt trotz 0:3 beim MSV gesichert

Der Wuppertaler SV verhalf dem MSV Duisburg zu einer standesgemäßen Meisterfeier. Mit 3:0 (0:0) gewannen die Zebras vor Rund 25.000 Zuschauern das ungleiche Duell der beiden Traditionsvereine. Da zeitgleich Eintracht Hohenkeppel ebenfalls keine Punkte mehr einfuhr, kann den Rotblauen der Klassenerhalt zwei Spieltage vor dem Saison-Ende nicht mehr streitig gemacht werden.

WSV-Torhüter Michael Luyambula der der beste Wuppertaler im ehemaligen Wedaustadion – © Archivfoto Jochen Classen

Nach einem dramatischen Saisonverlauf ist das die herausragende Nachricht für die Wuppertaler. Das Spiel gegen die als Aufsteiger zu dritten Liga feststehenden Meidericher konnten nach fünf erfolgreichen Spielen aufgekeimten WSV-Hoffnungen nur selten bestätigen. Der WSV war bei allem Bemühungen nahezu chancenlos und durfte am Ende froh sein, vom Spitzenreiter nicht noch deutlicher abgekanzelt worden zu sein.

Allein Torwart Michael Luyambula verhinderte mit Glanzparaden ein Debakel. Immerhin, der MSV Duisburg brauchte gegen das dichte Abwehrbollwerk der Wuppertaler fast eine Stunde, die Überlegenheit auch zahlenmäßig auszudrücken.

Michael Luyambula verhinderte Schlimmeres

Schon im ersten Spielabschnitt hätten die Duisburger gut und gerne drei Tore vorlegen können, ja müssen. Der WSV  bevorzugte die Defensive und  konnte nur selten mit Gegenangriffen und Kontern für Entlastung sorgen. Die bis bis dahin torlose Überlegenheit der Gastgeber mag den WSV beflügelt haben, seine Chance im zweiten Durchgang auch mal in der Offensive zu versuchen.

Sogar Abwehr-Riese Benedikt Wimmer tauchte jetzt vorne auf und Dilldar Atmaka scheiterte tatsächlich nur knapp. Dann aber war es Duisburgs Torjäger Patrick Sussek, der die jetzt offenere WSV-Abwehr nutzte, um  sein 12. Saisontor (57.) zu markieren. Danach, so schien es, brachen alle Dämme.

Dominik Wimmer (l.) stemmte sich auch mit aller Kraft gegen die Niederlage und tauchte sogar einige Male im Strafraum der Duisburger auf – © Archivfoto Jochen Klassen

Der WSV wollte den Ausgleich erzwingen, leistete sich aber  schnell einen folgenschweren Ballverlust. Jakob Bookjans umkurvte Luyambula und sorgte mit dem 2:0 aus spitzem Winkel für die Vorentscheidung (68.) Der gleiche Bookjans erhöhte in der 76. Minute für den MSV Duisburg auf 3:0. Die Duisburger waren dann bis zum Schlusspfiff ihrem vierten Treffer näher, als der WSV dem Anschlusstreffer.

Beste Voraussetzungen damit für eine angemessene und ausgelassene Meisterfeier der Duisburger, die wie kein anderer Verein zuvor, den direkten Wiederaufstieg schaffte. Von den Rängen klangen die Gesänge: “Nie wieder vierte Liga!“ Auch aus Sicherheitsgründen war die  zugelassene Zuschauerzahl im Vorfeld begrenzt worden. Und aus Wuppertal waren doch weniger gekommen, als man erwartet hatte.

MSV-Fans: „Nie wieder vierte Liga“

Der Weg des MSV Duisburg ist umso erstaunlicher, wenn man weiß, dass der Verein, der einst zu den Gründungsmitgliedern der 1. Fußball-Bundesliga gehörte, noch im Herbst des letzten Jahres von einer schweren finanziellen Krise sprechen musste und nicht wusste, ob man die Saison überhaupt zu Ende spielen könnte. Schon ein Jahr zuvor war ein „Forderungsverzicht“ des Sponsors „Schauinsland-Reisen“ auf 6 Millionen Euro transparent gemacht worden.

Auf diese beiden Herren kommt jetzt jede Menge Arbeit zu: Sportdirektor Gaetano Manno (l.) und Cheftrainer Sebastian Tyrala – © Archivfoto Jochen Classen

Vereins-Ikone Joachim Hopp (59), einst Co-Trainer beim WSV, nannte die Gründe für den erstaunlichen Wandel: „Wir haben den Verein auf den Kopf gestellt und auf allen wichtigen Positionen neue Akteure berufen. Und wir haben ganz hart gearbeitet“.

Die Schieflage der Meidericher ist auch deshalb beachtlich, weil der Club aktuell einen Zuschauer-Schnitt von 16.460  hat. Der WSV zählte in der gleichen Zeit einen Durchschnitt von ganzen 2.345 Besuchern. Für die ohnehin strauchelnde Regionalliga wiegt der Aufstieg der Duisburger schwer, fehlt doch jetzt ein wahrer Kassenmagnet.

Ob das die Chance anderer kleinerer Vereine, auch einmal den Aufstiegsplatz zu erreichen, aufwiegt, bleibt offen. Die Frage wird sich  perspektivisch vielmehr stellen, ob die vierte Liga noch weiter als Profiliga geführt werden kann.

Schon jetzt können wichtige Akzente gesetzt werden

WSV-Trainer Tyrala hat schon wie auch Sportchef Gaetano Manno signalisiert, in der kommenden Saison mit deutlich abgespeckten Etat und einer verjüngten Mannschaft in erster Linie den Klassenerhalt sichern zu wollen. Wer dann noch mit dabei sein wird, soll sich schon in den nächsten Tagen entscheiden.

Schon in den beiden nächsten bedeutungslos gewordenen Partien gegen Lotte und in Gütersloh besteht die Chance, erste wichtige Akzente zu setzen. Vielleicht erkennt man da auch schon erste personelle Hinweise auf die kommende Spielzeit.

Text: Siegfried Jähne

MSV Duisburg – Wuppertaler SV 3:0 (0:0)

Aufstellung MSV Duisburg:

24 Julius Paris – 17 Mert Göckan 5 Tobias Fleckstein, 42 Alexander Hahn (46. 2 Moritz Montag), 27 Can Coskun – 28 Florian Egerer, 7 Jakob Bookjans, 22 Thilo Töpken (46. 8 Jonas Michelbrink) – 23 Jan-Simon Symalla (60. 31 Maximilian Dittgen), 18 Steffen Meuer (69. 9 Malek Fakhro), 37 Patrick Sussek (60. 21 Jannik Zahmel)

Trainer: Dietmar Hirsch

Aufstellung Wuppertaler SV:

24 Michael Luyambula – 2 Subaru Nishimura, 5 Benedikt Wimmer, 4 Vincent Gembalies, 22 Levin Müller, 9 Kevin Hagemann (71. 10 Marco Terrazzino) – 7 Semir Saric (71. 11 Niek Munsters), 6 Joep Munsters (60. 29 Yousef Qashi), 23 Riccardo Grym – 18 Timo Bornemann (46. 19 Pedro Cejas), 17 Dildar Atmaca (77. 39 Kilian Bielitza)

Trainer: Sebastian Tyrala

Stadion: Schauinsland-Reisen-Arena

Zuschauer: 24.436

Tore: 1:0 Sussek (56.) – 2:0 Bookjans (68.) – 3:0 Bookjans (76.)

Gelbe Karten: 0

Ecken: 6:2

Schiedsrichter: Martin Ulankiewicz / Assistenten: Laurin Titze, Can Güzel

 

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