{"id":95034,"date":"2026-10-31T14:08:26","date_gmt":"2026-10-31T13:08:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=95034"},"modified":"2026-11-02T14:08:44","modified_gmt":"2026-11-02T13:08:44","slug":"studierendenprojekte-sind-eine-eigenstaendige-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/10\/31\/studierendenprojekte-sind-eine-eigenstaendige-realitaet\/","title":{"rendered":"Studierendenprojekte sind eine eigenst\u00e4ndige Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_95037\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 822px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-95037 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/Hoffmann-Presse-2.jpg\" alt=\"\" width=\"812\" height=\"598\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Holger Hoffmann, Inhaber der Professur f\u00fcr Darstellungsmethodik und Entwerfen an der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal &#8211; \u00a9 UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<p><b>Sie leiten den Lehrstuhl Darstellungsmethodik und Entwerfen. Was vermitteln Sie den Studierenden?<br \/>\n<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Holger Hoffmann: &#8222;Unser Lehr- und Forschungsgebiet Darstellungsmethodik und Entwerfen (DME) vermittelt und entwickelt Techniken zur computergest\u00fctzten Konzeption, zum Entwerfen, zur Darstellung und Materialisierung von Architektur. Diese Themen stehen im Kern zeitgen\u00f6ssischer Architektur. W\u00e4hrend der vergangenen 15 Jahre an der Bergischen Universit\u00e4t hat sich dabei ein Fokus auf drei Themenfelder herauskristallisiert:<\/p>\n<p>1. Digitalit\u00e4t. Die methodische Grundlage unserer Projekte ist die forschende Anwendung und Erfahrung von \u201ecomputational design\u201c-Prozessen. Planen und Bauen ist, vom digitalen Zeichnen und Modellieren, \u00fcber parametrische Verfahren, sogenanntes Building Information Modelling, bis zu heutigen AI-Anwendungen, grundlegend digitalisiert. Es gibt kein Projekt mehr, das nicht in irgendeinem Stadium eine digitale Dimension erh\u00e4lt. Unsere Absolvent*innen m\u00fcssen diese Techniken also sehr gut beherrschen, um den stetig steigenden methodischen Anforderungen in Praxis und Forschung zu gen\u00fcgen.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>2. Disziplin. Ohne die genaue Kenntnis der disziplin\u00e4ren Grundlagen, also des profunden Wissens um Prinzipien der Gestaltfindung, Typologie, Architekturgeschichte und -theorie, sowie der historischen und aktuellen Darstellungsmethoden ist architektonische Qualit\u00e4t gar nicht denkbar. Und ich denke schon, dass die Menschen einer Stadt verstehen, ob R\u00e4ume und Geb\u00e4ude einen positiven Beitrag zu ihrer Lebensumgebung leisten, oder nicht.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>3. Nachhaltigkeit, oder, was mir lieber ist: Verantwortung. Denn wir Architekt*innen tragen eine erhebliche und zentrale Verantwortung f\u00fcr den Einsatz von Ressourcen im Planen und Bauen. Die oft beschworene Nachhaltigkeit ist ein multiperspektivisches Thema, das zun\u00e4chst gesellschaftlich und kulturell verstanden werden muss, bevor technische Problemstellungen bearbeitet werden. Das wiederum bedeutet, dass unsere Studierenden nicht nur Technik und Konstruktion verstehen, sondern die Qualit\u00e4ten von Architektur selbst verinnerlicht haben m\u00fcssen. Anderenfalls entstehen Geb\u00e4ude, die vielleicht technisch in Ordnung sind, aber eben in keiner Weise nachhaltig, weil sie grundlegende Bed\u00fcrfnisse, zum Beispiel nach gut proportionierter Gestalt, nicht erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Wichtig ist, dass diese Felder nicht losgel\u00f6st voneinander verstanden werden k\u00f6nnen, sondern sie immer in Beziehung zueinander untersucht werden m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p><b>Sie sagen, im Gegensatz zu anderen Bereichen in der Forschung ist die Lehre in der Setzung von Themen und Methoden kontinuierlich der kritischen Befragung der Studierenden ausgesetzt. Dort, wo Lehrende \u00fcber Fachwissen Kontexte und Referenzr\u00e4ume abstecken und Leitplanken vordefinieren, sind Studierende ein notwendiges Korrektiv. Wie hilfreich sind denn studentische Anmerkungen?<\/b><\/p>\n<p>Holger Hoffmann: &#8222;Gute Architektur beruht immer auf intrinsischer Motivation und einem echten Interesse am Fach. Wir haben das gro\u00dfe Gl\u00fcck, mit engagierten und intelligenten jungen Leuten arbeiten zu d\u00fcrfen, die die fachliche Entwicklung unserer Disziplin nicht nur verfolgen, sondern mitgestalten wollen. Als Teil der sogenannten Generation X sind mir viele heute relevante Positionen nicht unbedingt nah. Die kommenden Generationen haben aber gute Gr\u00fcnde, die Positionen, die auch mir im Studium noch mit Nachdruck vermittelt wurden, zu hinterfragen. Und da unsere Studierenden ihre Seminar- und Entwurfsthemen vor allem im Masterstudium gr\u00f6\u00dftenteils w\u00e4hlen d\u00fcrfen, werden die durch uns gestellten Themen in jedem Semester einem \u201eReality-Check\u201c unterworfen. Wenn ich Themen nicht kontinuierlich reflektiere, justiere und sch\u00e4rfe, finde ich \u2013 richtigerweise \u2013 keine Studierenden mehr, die diese auch bearbeiten m\u00f6chten.<\/p>\n<div id=\"attachment_95041\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1764px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-95041 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/WHOW_Poster-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"1754\" height=\"2480\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Plakat 1 zur Ausstellung: DME Darstellungsmethodik und Entwerfen<\/span><\/div>\n<p>Die f\u00fcr die Architekturlehre typische und notwendige w\u00f6chentliche Korrektur, also das projektbezogene 1:1-Gespr\u00e4ch, ist im besten Fall dialogisch und ein Abgleich von Intentionen und Interessen. Die Korrektur ist also idealerweise kein blo\u00dfes Berichtigungsinstrument (so, wie ein Kolloquium kein Tribunal ist), sondern ein Moment konstruktiver Konfrontation, in dem Ideen aufeinanderprallen, Positionen hinterfragt und Hoffnungen zerst\u00f6rt werden und gemeinsam nach m\u00f6glichen L\u00f6sungen gesucht wird. Dabei m\u00fcssen wir das Verh\u00e4ltnis von eigener Erfahrung und eingebrachter Erneuerung elastisch halten. Vielleicht &#8211; oder wahrscheinlich &#8211; lesen unsere Studierenden unsere Projekte anders, als wir uns das gedacht haben. Auch sind unsere Studierenden \u201eEarly Adopter\u201c, wenn es um technologische Neuerungen geht. Wenn wir dieses Potential ernst nehmen, entstehen spannende Projekte.&#8220;<\/p>\n<p><b>In der Architektur integriert sogenanntes \u201cResearch by Design\u201d, also Forschung durch Gestaltung Lehre und Forschung vergleichsweise zielf\u00fchrend. K\u00f6nnen Sie das mal erkl\u00e4ren?<\/b><\/p>\n<p>Holger Hoffmann: &#8222;Es gibt ja ganz unterschiedliche Forschungskulturen und aus diesen folgende Erzeugnisse. In der Architektur kann eine Zeichnung, ein Modell, oder auch ein Geb\u00e4ude f\u00fcr die weitere Entwicklung der Disziplin viel relevanter sein, als zum Beispiel schriftliche Publikationen. Das suchende Entwerfen, also das iterative Entwickeln einer Idee mit Hilfe von Referenzen, Zeichnungen, (digitalen) Modellen und virtuellen R\u00e4umen ist anderen Forschungsformaten eigentlich gar nicht un\u00e4hnlich. Idealerweise werden Hypothesen formuliert, systematisch auf Potentiale und Schw\u00e4chen untersucht, und zu Ergebnissen synthetisiert. In unserem Fall gibt es eine bewusste Koppelung von Forschungsinteressen und der Lehre im Masterstudium.<\/p>\n<p>Vor allem im sogenannten \u201eStudio Experimentelles Entwerfen\u201c k\u00f6nnen wir Entwurfsmethoden ansto\u00dfen, testen und entwickeln, und die Ergebnisse, die so auch durch unsere Studierenden ma\u00dfgeblich mitentwickelt werden, dann intern reflektieren und zum Beispiel \u00fcber Paper, Konferenzbeitr\u00e4ge, oder Dissertationen weiterentwickeln. Digitale Entwurfsumgebungen sind daf\u00fcr ideal, weil wir, zum Beispiel, digitale 3D-Modelle unserer Studierenden \u00fcbernehmen und fortf\u00fchren k\u00f6nnen. Das sind wertvolle Ressourcen f\u00fcr die lehrgebietsinterne Untersuchung. So freue ich mich, dass mein Mitarbeiter Wonseok Chae gerade seine Dissertation \u00fcber \u201eThe Language of Fragments\u201c erfolgreich abgeschlossen hat. Dieser Arbeit gingen sieben Peer-Reviewed Paper (begutachtete Fachartikel, Anm. d. Red.) voraus, in denen er Ergebnisse unseres Studios vertieft hatte.&#8220;<\/p>\n<p><b>Sie sagen, der Wert der Lehre ergibt sich aus der Tatsache, dass Studierende und Lehrende als Multiplikatoren fungieren und dadurch Innovationen oft schneller in die Gesellschaft gelangen, als andere Forschungsprojekte. Nennen Sie da doch mal Beispiele?<\/b><\/p>\n<p>Holger Hoffmann: &#8222;Unsere Studierenden arbeiten schon recht fr\u00fch in Architekturb\u00fcros mit; als Werkstudierende lokal und regional, aber durch das Pflichtpraktikum nach dem Bachelorabschluss auch international. Hier erlernen sie F\u00e4higkeiten, die eine Universit\u00e4t gar nicht angemessen abbilden kann. Andererseits stelle ich immer wieder fest, dass wichtige Themen, die uns in der akademischen Welt normal und g\u00e4ngig erscheinen, in der Praxis nicht unbedingt bekannt sind oder gelebt werden. So verlief die Digitalisierung von Architekturb\u00fcros h\u00e4ufig schleppend. Wir aber k\u00f6nnen relevante Entwicklungen mit gr\u00f6\u00dferer Freiheit begleiten oder ansto\u00dfen, als Architekturb\u00fcros das oftmals k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das besondere Profil unserer Fachrichtung Architektur mit dem Schwerpunkt auf einem verantwortungsvollen Umgang mit Best\u00e4nden und Ressourcen ist, wenn ich meine Kolleg*innen des hiesigen BDA (Bund Deutscher Architektinnen und Architekten, Anm. d. Red.) h\u00f6re, seit Jahrzehnten im Markt bekannt. Unsere Studierenden tragen ganz aktuelle Fragestellungen und Methoden viel schneller und direkter auf die Schreibtische, als ein Artikel, der vielleicht gar nicht bekannt ist, oder nicht gelesen wird, das k\u00f6nnte. Aber auch zeitgem\u00e4\u00dfe Entwurfsmethoden und vor allem eine fundierte digitale Ausbildung machen unsere Studierenden und Absolvent*innen selbst f\u00fcr bekannte internationale B\u00fcros interessant.<\/p>\n<p>Wenn B\u00fcroinhaberinnen und B\u00fcroinhaber schlau sind, nutzen sie eben dieses Wissen. Ich selbst habe sechs Jahre in den Niederlanden arbeiten d\u00fcrfen. Dort ist mir nie vorgeworfen worden, dass ich bestimmte Prozeduren der Praxis noch nicht kann, sondern man hat sehr genau die F\u00e4higkeiten, die ich aus dem Studium mitgebracht und mir im B\u00fcro angeeignet hatte, im Sinne der Projekte eingesetzt.&#8220;<\/p>\n<p><b>Am 6. November pr\u00e4sentieren Sie in der Architektur die Ausstellung \u201eW\/H\/O\/W we are\u201c mit rund 970 Arbeiten der Studierenden der letzten 15 Jahre \u00fcber den Wert der Lehre. Was bedeutet der Titel?<\/b><\/p>\n<p>Holger Hoffmann: &#8222;Der Titel l\u00e4sst sich zerlegen in: \u201ewho and how we are\u201c und spielt &#8211; offensichtlich &#8211; mit verschiedenen Bedeutungsebenen. Neben dem erstaunten Ausruf des Anerkennens (wow), der hoffentlich auf die ausgestellten Arbeiten folgt, wird die Eigenwahrnehmung von uns Architekt*innen adressiert. \u201eWer\u201c (who) sind wir und \u201ewie\u201c (how)? \u201eWie\u201c spielt au\u00dferdem mit einer doppelten Zustandsbeschreibung: \u201ewie wir sind\u201c, aber auch \u201ewie es uns geht\u201c.<\/p>\n<p>Sowohl der Wert der Architektur selbst, als auch die Art und Weise, wie diese Fachdisziplin gelebt und gelehrt wird, wird immer wieder in Frage gestellt. Weil die Architektur gleichzeitig kulturelle und technische Disziplin, wissenschaftliche Untersuchung und praktische Anwendung ist, wird sie von den Spezialisten dieser Felder gerne in Zweifel gezogen. Aus einer gewollt zugespitzten Position m\u00f6gen diese Kritiken vermeintlich nachvollziehbar erscheinen: Im Vergleich mit den freien K\u00fcnsten wirkt die Architektur oft opportunistisch. Eine prim\u00e4r technische Ausrichtung wiederum verbietet sich durch die kulturelle Relevanz. Einem zunehmend \u00f6konomisierten Wissenschaftsbetrieb erscheint die Disziplin nicht akademisch genug und praktizierende Kolleginnen und Kollegen beklagen die angebliche Realit\u00e4tsferne der Curricula. Dabei liegt das gro\u00dfe Potential der Architektur gerade in der Positionierung zwischen den Extremen. In den \u00dcberg\u00e4ngen, also dort, wo Spezialisten im Ringen um kanonische Reinheit scheitern, finden Architektinnen und Architekten Innovationen.<\/p>\n<p>Wir scheinen also eine schwer greifbare Spezies zu sein. Und auch die Ausstellung kann keine Antworten formulieren. Das w\u00e4re vermessen. Wir hoffen aber, dass die einzelnen Arbeiten, die ja jeweils auch Positionsbestimmungen darstellen, zumindest Hinweise auf unsere vielf\u00e4ltigen T\u00e4tigkeiten und Interessen geben. Ich habe im Rahmen der Ausstellung alle von mir zu jedem Semester neu formulierten Aufgaben aus f\u00fcnf ma\u00dfgeblichen Seminaren zusammengestellt. Das war recht aufschlussreich und ich hoffe, dass sie einen kleinen Beitrag f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Architektur und ihrer Protagonisten liefern.&#8220;<\/p>\n<p><b>Sie sprechen in Bezug auf die Arbeiten der Studierenden von einer eigenen Realit\u00e4t bzw. einer Proto-Architektur. Was meinen Sie damit?<\/b><\/p>\n<p>Holger Hoffmann: &#8222;Es gibt sicherlich unterschiedliche Ans\u00e4tze Architektur zu lehren. Oft steht die Simulation einer angeblichen \u201ePraxis\u201c im Vordergrund. Das w\u00e4re Lehre als reine Ausbildung, die ich gerade an einer Universit\u00e4t f\u00fcr nicht ausreichend halte. Denn in Lehre und Forschung gibt es ja im Normalfall gar kein \u201eProof of Concept\u201c durch ein erstelltes Geb\u00e4ude. Die Komplexit\u00e4t der Praxis ist akademisch auch gar nicht abbildbar. Wer jemals im Verbund mit Tragwerkplanern, Bauphysikern, Brandsch\u00fctzern und ausf\u00fchrenden Firmen eine komplexe Fassade geplant hat, wei\u00df das.<\/p>\n<p>Weil sie also nicht auf noch zu bauende Projekte verweisen, sind Studierendenprojekte immer eine eigenst\u00e4ndige Realit\u00e4t. Jede Zeichnung, jede Visualisierung und jedes Modell beschreibt eine Architektur-im-Werden, die viel gr\u00f6\u00dfere Freiheiten hat, als eine Architektur, die den Zw\u00e4ngen und Absurdit\u00e4ten der hiesigen Praxis unterworfen ist. Ein Scheitern ist wesentlich weniger kostenintensiv und so k\u00f6nnen wir Methoden untersuchen, die der gelebten Praxis vorgreifen. Und es entstehen Architekturen, die nicht den Status-Quo abbilden, sondern Spekulationen \u00fcber zuk\u00fcnftig m\u00f6gliche Welten sind.&#8220;<\/p>\n<p><b>Jede ausgew\u00e4hlte Grafik ist als \u201eSedcard\u201c in einer Datenbank abgelegt. Wie benutze ich als Besucher diese Datenbank?<\/b><\/p>\n<p>Holger Hoffmann: &#8222;Die Datenbank habe ich mit Claude Design gebaut, um der F\u00fclle von qualit\u00e4tvollen Arbeiten \u00fcberhaupt Herr werden zu k\u00f6nnen. Stand heute habe ich rund 1000 Grafiken verarbeitet, die Claude automatisch \u201egetaggt\u201c hat und die ich nun sortieren und diagrammatisch analysieren kann. Einen Teil dieser Analysen werden wir im Rahmen der Ausstellung publik machen: Ein Diagramm beschreibt zum Beispiel thematische Entwicklungen bei DME: seit rund zehn Jahren r\u00fccken wir den Umgang mit Best\u00e4nden ins Zentrum unserer Projekte. Mich interessieren dabei unter anderem \u201aadaptive Typologien\u2018, also Raumordnungen, die in bestehende Raumordnungen eingearbeitet werden. Ein anderes Diagramm zeigt anhand der Anzahl der Eintr\u00e4ge den Einfluss von Studierenden auf unser Lehrgebiet. Hier ist klargeworden, dass es zumeist Gruppen von Studierenden sind (die \u00fcbrigens fast immer auch in den Arbeitsr\u00e4umen der Fakult\u00e4t arbeiten), die \u00fcber die Qualit\u00e4t ihrer Arbeit unsere Projekte vorangetrieben haben.<\/p>\n<div id=\"attachment_95040\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1764px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-95040 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/WHOW_Poster-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"1754\" height=\"2480\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Plakat 2 zur Ausstellung: DME Darstellungsmethodik und Entwerfen<\/span><\/div>\n<p>Die Datenbank haben wir in eine Website \u00fcbersetzt, die wir zur Ausstellung freischalten wollen. Hier kann dann jede*r Besucher*in die Arbeiten frei, oder durch die Auswahl von Projekten, Jahrg\u00e4ngen, Studierenden, usw. erkunden und sich bei Interesse ein PDF mit ausgew\u00e4hlten Eintr\u00e4gen zusammenstellen. F\u00fcr Absolvent*innen ist das vielleicht ein nostalgischer Moment, die Spuren, die sie bei uns hinterlassen haben, noch einmal nachzuvollziehen. F\u00fcr Studierende ist das vielleicht spannend, weil sie Inspirationen und einen komprimierten Eindruck \u00fcber Qualit\u00e4tsniveaus bekommen. Und auch Au\u00dfenstehenden wird hoffentlich die hohe Qualit\u00e4t bewusst, die unsere Wuppertaler Architekturstudierenden erreichen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p><b>Dar\u00fcber hinaus gibt die Ausstellung auch Einblicke in die Kompetenzen und Potentiale kommender Generationen. Welche Zukunftskompetenzen kann ich als Besucher denn da entdecken?<\/b><\/p>\n<p>Holger Hoffmann: &#8222;Architektur zeichnet sich schon lange durch Pluralit\u00e4t aus und ich erlebe, dass unsere Studierenden das Potential der Vielfalt positiv begreifen. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn erkennbar wird, dass sie komplexe Kontexte interpretieren und in eigene Entw\u00fcrfe \u00fcbersetzen k\u00f6nnen. Ich hoffe auch, dass die Arbeiten in der Ausstellung die k\u00fcnstlerische und digital-technische Raffinesse, aber auch die Experimentierfreudigkeit unserer Studierenden sichtbar machen.<br \/>\nViele Projekte entstehen in Teams und das Bewusstsein f\u00fcr multiple Autorschaften ist wichtig in einer Profession, die immer noch das Individuum \u2013 Stichwort: \u201eDer Stararchitekt\u201c \u2013 zelebriert. Auch neigen Architektinnen und Architekten manchmal zu ideologischer Verbissenheit und moralischer Selbst\u00fcberh\u00f6hung. Das macht unsere Arbeit unn\u00f6tig m\u00fchevoll. Daher soll das hier ausgesch\u00fcttete F\u00fcllhorn von Arbeiten auch zeigen, dass Architektur bei aller Selbstaufopferung eine freudvolle Disziplin ist.<br \/>\nWir beleuchten Ausschnitte der besten Arbeiten der vergangenen Jahre.<\/p>\n<p>Ich habe bewusst darauf verzichtet, einige wenige Arbeiten herauszuheben, weil ich die F\u00fclle und durchg\u00e4ngige Qualit\u00e4t viel aussagekr\u00e4ftiger finde. Allen gemein sind entwurfliche Komplexit\u00e4t und grafische Qualit\u00e4t. Die Intelligenz und F\u00e4higkeiten der Vielen finde ich spannend. Ein Highlight ist aber in jedem Jahr die Leistung unseres ersten Bachelorjahrgangs. Wir haben mit dem \u201eDigitalen Planen und Entwerfen (DPE)\u201c ein Nebenfach mit vergleichsweise wenigen Leistungspunkten. Trotzdem erreichen unsere Studierenden innerhalb eines Jahres ein sehr beachtliches Niveau im digitalen dreidimensionalen Modellieren und Zeichnen, das wiederum die Grundlage f\u00fcr alle anderen T\u00e4tigkeiten in Praxis und Lehre darstellt. Sie sind in der Lage komplexe Geb\u00e4ude digital zu rekonstruieren, in Fragmente zu zerlegen und zu neuen Kompositionen wieder zusammenzusetzen. Das braucht neben der Beherrschung anspruchsvoller Software r\u00e4umliches Verst\u00e4ndnis und ein durchaus entwickeltes \u00e4sthetisches Verm\u00f6gen.&#8220;<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 \u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Wo und wie lange wird die Ausstellung zu sehen sein?<\/b><\/p>\n<p>Holger Hoffmann: &#8222;Am 6.11.26 er\u00f6ffnen wir die Ausstellung mit einer Reihe von Vortr\u00e4gen, sowie einer Diskussion \u201e\u00dcber den Wert der Lehre\u201c. Die Ausstellung wird dann bis zum 04.12.26 im Foyer verbleiben.&#8220;<\/p>\n<p>Infos zur Ausstellung:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>W \/ H \/ O \/ W<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>we are<\/b><\/p>\n<p>Datenbank und Ausstellung \u00fcber den Wert der Lehre in der Architektur der letzten 15 Jahre<br \/>\n<i>Ort: Foyer Geb\u00e4ude HC, Campus Haspel, Bergische Universit\u00e4t Wuppertal, Pauluskirchstra\u00dfe 7, 42285 Wuppertal<\/i><br \/>\n<i>Datum: 06.11.\u201304.12.2026<\/i><br \/>\n<i>Er\u00f6ffnung: 06.11.2026, 15 Uhr<\/i><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.baunetz-campus.de\/news\/w-h-o-w-we-are-datenbank-und-ausstellung-spiegeln-15-jahre-lehre-10431224\">https:\/\/www.baunetz-campus.de\/news\/w-h-o-w-we-are-datenbank-und-ausstellung-spiegeln-15-jahre-lehre-10431224<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_95038\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-95038 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/11\/Hoffmann-Presse-2-2.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"286\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Holger Hoffmann &#8211; \u00a9 UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Prof. Holger Hoffmann<\/h4>\n<p>Prof. Holger Hoffmann ist Inhaber der Professur f\u00fcr Darstellungsmethodik und Entwerfen an der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal und Gr\u00fcnder des D\u00fcsseldorfer Architekturb\u00fcros one fine day. Nach dem Abschluss an der M\u00fcnster School of Architecture hat er bei Bolles+Wilson in M\u00fcnster und nach dem Diplom an der St\u00e4delschule in Frankfurt im B\u00fcro UNStudio, Amsterdam, als Architekt gearbeitet. Seitdem gilt sein Interesse in Praxis, Lehre und Forschung (u.a.) dem computergest\u00fctzten Entwerfen, Darstellen und Fertigen von Architektur mit besonderem Interesse an typologischen und tektonischen Fragestellungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Architekt Prof. Holger Hoffmann zeigt mit der Ausstellung \u201eW \/ H \/ O \/ W\u00a0 we are\u201c eine spannende Architektur-im-Werden mit Zeichnungen, Renderings und Modellfotos von rund 420 Studierenden der letzten 15 Jahre. Dar\u00fcber hat Autor Uwe Blass im Rahmen der beliebten, lehrreichen Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit dem Inhaber der Professur f\u00fcr Darstellungsmethodik und Entwerfen an der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal und Gr\u00fcnder des D\u00fcsseldorfer Architekturb\u00fcros one fine day gesprochen. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-95034","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/95034","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=95034"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/95034\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":95045,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/95034\/revisions\/95045"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=95034"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=95034"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=95034"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}