{"id":94933,"date":"2026-10-28T09:17:25","date_gmt":"2026-10-28T08:17:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=94933"},"modified":"2026-10-28T09:24:28","modified_gmt":"2026-10-28T08:24:28","slug":"muss-die-hindenburgstrasse-verschwinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/10\/28\/muss-die-hindenburgstrasse-verschwinden\/","title":{"rendered":"Muss die Hindenburgstra\u00dfe verschwinden?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_94934\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1290px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94934 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Hindenburg-und-Hitler-in-Potsdam.jpeg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"933\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein denkw\u00fcrdiges Zeitdokument: Paul von Hindenburg sch\u00fcttelt Adolf Hitler am 21. M\u00e4rz 1933 vor der Garnisonkirche in Potsdam die Hand &#8211; \u00a9 Bundersarchiv<\/span><\/div>\n<p>Denn diese Stra\u00dfe soll umbenannt werden, wenn es nach dem Willen der Literaturgesellschaft und ihrer Unterst\u00fctzerorganisationen geht: Die Wupperfrauen, die Naturfreunde, die Armin T. Wegner-Gesellschaft, der VVN-BdA, der Frauenverband CCourage<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>und Decolonize Wuppertal.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>F\u00fcr die Umbenennung wurde am 15. April eine Petition mit 1.613 Unterschriften an Oberb\u00fcrgermeisterin Miriam Scherff und Bezirksb\u00fcrgermeisterin Julia Schn\u00e4belin \u00fcberreicht. Zu den Unterzeichnern geh\u00f6ren u.a. Helge Lindh, Andreas Bialas, Josef Neumann und Dilek Engin. Julia Schn\u00e4belin, Bezirksb\u00fcrgermeisterin von Elberfeld-West, nimmt an der Podiumsdiskussion zusammen mit<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Hajo Jahn, dem Vorsitzende der ELS-Gesellschaft, Uli Klan, Vorsitzender der Armin T. Wegner-Gesellschaft teil. Auch Norbert Egger, Produzente des Dokumentationsfilms \u201eWie konnte dass geschehen? Hindenburg &#8211; Hitler und die nationalsozialistische Diktatur\u201c, diskutiert mit.<\/p>\n<p>Moderiert wird die Veranstaltung von der Journalistin und Sozialwissenschaftlerin Ulrike M\u00fcller. Zuvor rezitiert der Schauspieler Bernd Kuschmann einen Text von Hans-Dieter H\u00fcsch \u00fcber Hindenburg und andere demokratiefeindliche Politiker der Weimarer Republik<\/p>\n<p>Paul von Hindenburg (*02.10.1847 &#8211; \u202002.08.1934) galt lange Jahrzehnte als erfolgreicher und genialer Feldherr. Ab dem Sieg bei der sogenannten \u201eSchlacht bei Tannenberg\u201c im Jahr 1914 wurde er zum deutschen Helden stilisiert. Bez\u00fcglich der \u00dcbergabe der Macht an die Nationalsozialisten wurde er entweder als derjenige angesehen, der Hitler und seine Schergen so lange wie m\u00f6glich verhinderte oder als derjenige, der aufgrund seines Alters die Machenschaften nicht mehr durchschaute und damit ebenfalls Opfer war.<\/p>\n<h4>Name in vielen St\u00e4dten bereits abgeschafft<\/h4>\n<p>Die deutsche und internationale geschichtswissenschaftliche Forschung hat diese Legende bereits seit \u00fcber 20 Jahren widerlegt. Deshalb haben zahlreiche St\u00e4dte wie Hamburg, L\u00fcneburg, M\u00fcnchen, M\u00fcnster, Aachen, Freiburg, Trier, Hannover, Darmstadt, Solingen und Konstanz ihre Hindenburgstra\u00dfen abgeschafft. Zuletzt wurde in diesem Sommer der Hindenburgdamm in \u201eSyltdamm\u201c umbenannt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Paul von Hindenburg hatte im 1. Weltkrieg eine zentrale Rolle als Chef der Obersten Heeresleitung. Zugleich wirkte er in entscheidendem Ma\u00df bei den Machenschaften um Entlassungen und R\u00fccktritten mehrerer ehemaliger Vorgesetzter und Reichskanzler mit. Er war entscheidend verantwortlich f\u00fcr die Durchsetzung des auch bereits damals gegen geltendes Recht versto\u00dfenden uneingeschr\u00e4nkten U\u2010Bootkrieges sowie das sogenannte Unternehmen \u201eAlberich\u201c, bei dem unter anderem \u00fcber 100.000 Zivilisten zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt wurden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Hindenburg setzte das den Namen \u201eHindenburg\u2010Programm\u201c tragende Konzept des totalen Krieges auch gegen die eigene Zivilbev\u00f6lkerung durch, dem \u00fcber die gefallenen Soldaten hinaus auch hunderttausende Kinder, Frauen und M\u00e4nner in Deutschland zum Opfer fielen.<\/p>\n<p>Nach dem Ersten Weltkrieg war er ein entscheidender Propagandist der \u201eDolchsto\u00dflegende\u201c, wonach das deutsche Heer \u201eim Feld unbesiegt sei\u201c und der Krieg nur durch die demokratische Revolution verloren gegangen sei. Bereits in seiner ersten Amtszeit als Reichspr\u00e4sident der Weimarer Republik arbeitete er systematisch an der Zerst\u00f6rung der parlamentarischen Demokratie.<\/p>\n<div id=\"attachment_94936\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 460px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94936 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Flyer-Hindenburg-mit-Fusstext.jpeg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"549\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Film-Plakat &#8211; \u00a9 Ulrich Sch\u00fctte<\/span><\/div>\n<p>Im Jahr 1933 \u00fcbergab er nicht nur die Macht an Hitler, sondern schuf zugleich die Rahmenbedingungen, durch welche die nationalsozialistische Diktatur schnell, umfassend und mit der ganzen Bestialit\u00e4t des Faschismus errichtet werden konnte. Durch die Abschaffung der Verfassung und gemeinsame Auftritte mit Adolf Hitler sowie dem Wahlaufruf f\u00fcr die NSDAP bei der ber\u00fchmten Radioansprache vom 11. November 1933 st\u00e4rkte er das Nazi\u2010Regime.<\/p>\n<p>In seinem politischen Testament gab der Reichspr\u00e4sident 1934 seiner Begeisterung f\u00fcr die nationalsozialistische Diktatur Ausdruck, Zitat: \u201eMein Kanzler Adolf Hitler und seine Bewegung haben zu dem gro\u00dfen Ziele, das deutsche Volk \u00fcber alle Standes\u2010 und Klassenunterschiede zur inneren Einheit zusammenzuf\u00fchren, einen entscheidenden Schritt von historischer Tragweite getan.\u201c<\/p>\n<p>Im Dokumentarfilm \u201eWie konnte es dazu kommen? Hindenburg, Hitler und die nationalsozialistische Diktatur\u201c kommen f\u00fchrende Historiker ausf\u00fchrlich zu Wort. Neben ersch\u00fctternden Bild\u2010 und Filmmaterial legt Norbert Egger, der Produzent des Films, besonderes Gewicht auf die ausf\u00fchrliche Darstellung von Hindenburgs Handeln und Aussagen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Durch eine Vielzahl von Originalquellen und Zeitzeugen, beginnend mit Kaiser Wilhelm II., Gener\u00e4len und Stabsoffizieren aus dem Ersten Weltkrieg, Dokumenten von Paul von Hindenburg selbst sowie Vertr\u00e4gen, Zeitungsartikeln und weiteren Ver\u00f6ffentlichungen entsteht ein umfassendes Bild eines aus Sicht vieler zu Unrecht gefeierten und mit Stra\u00dfennamen geehrten Politikers.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Termin:<\/h4>\n<h4>\u201eHindenburg &#8211; Hitler und die nationalsozialistische Diktatur\u201c<\/h4>\n<p><strong>Ein Dokumentarfilm von Norbert Eggert<\/strong><\/p>\n<p>Anschlie\u00dfende Podiumsdiskussion mit <strong>Hajo Jahn &#8211; Uli Klan &#8211; Julia Schn\u00e4belin<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Moderation:<strong> Ulrike M\u00fcller<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong>Bernd Kuschmann<\/strong> liest Text von Hans-Dieter H\u00fcsch<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dienstag &#8211; 10.11.2026 &#8211; 18:00 Uhr &#8211; (Einlass: 17:15 Uhr)<\/p>\n<p>Gathedrale in der Alten Feuerwache &#8211; Gathe 6 &#8211; 42107 Wuppertal<\/p>\n<p>Eine Veranstaltung der Else-Lasker-Sch\u00fcler Gesellschaft (ELS)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201ePaul muss weg! Wann schafft auch Wuppertal die Hindenburgstra\u00dfe ab?\u201c, hei\u00dft ein Film- und Diskussionsabend, zu dem die Else Lasker-Sch\u00fcler-Gesellschaft am Dienstag (10.11.) in die \u201eGathedrale\u201c der Alten Feuerwache einl\u00e4dt. Eingeladen zu dieser Veranstaltung sind hiermit auch speziell die Anwohner der Elberfelder Hindenburgstra\u00dfe.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-94933","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94933","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=94933"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94933\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":94945,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94933\/revisions\/94945"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=94933"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=94933"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=94933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}