{"id":94901,"date":"2026-10-29T07:45:34","date_gmt":"2026-10-29T06:45:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=94901"},"modified":"2026-10-29T07:51:38","modified_gmt":"2026-10-29T06:51:38","slug":"dieter-abholte-ich-liebe-das-alte-und-neue-ibiza","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/10\/29\/dieter-abholte-ich-liebe-das-alte-und-neue-ibiza\/","title":{"rendered":"Dieter Abholte: Ich liebe das alte und neue Ibiza"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_94906\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94906 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/5373a4a0-25a8-4788-bb5d-979a2066d7d0.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"871\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Chefredakteur und Verleger Dieter Abholte (l.) mit dem befreundeten Unternehmer-Ehepaar, den Residenten Kim und Dirk, im Yachthafen von Santa Eularia &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Seit seinem ersten Besuch im Jahr 1968 liebt Dieter Abholte, eigentlich gelernter Schiffs-Ingenieur und seit \u00fcber 50 Jahren Vollblut-Journalist, die Mittelmeer-Insel mit ihren vielen Facetten. Seit dem Jahr 2000 lebt er mit seiner Frau Christine, abgesehen von zwei Monaten in Hamburg, fest auf Ibiza und ver\u00f6ffentlicht regelm\u00e4\u00dfig seinen farbenpr\u00e4chtigen und informativen Insel-F\u00fchrer als Print-Magazin und als attraktive Online-Version.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Als Autor des erfolgreichen Romans \u201eGeheimnisse eines Sommers\u201c, eine Mischung aus Krimi und Reisef\u00fchrer, sorgte er bei seinen Lesern f\u00fcr Spannung und Unterhaltung. Er ist ein Virtuose an der Feder.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Mit dem Wahl-Ibizenker und Vollblut-Journalisten Dieter Abholte haben wir ein ausf\u00fchrliches Interview gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><b>DS: Jeder, der die Printausgabe von \u201aIbizaHEUTE\u2018 in die H\u00e4nde kriegt, sieht auf den ersten Blick, dass es sich um ein hochwertiges Produkt handelt und dass dahinter kein Hobby-Journalist, sondern ein echter Profi steckt. Ein ungew\u00f6hnlich hoher journalistischer Qualit\u00e4tsanspruch f\u00fcr ein Insel-Magazin, wie wichtig ist Ihnen das?<\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eSehr wichtig! Ich habe da einen sehr hohen Anspruch an mich. Schon sehr fr\u00fch wurde ich von gro\u00dfen Print-Magazinen wie Stern, Quick, Playboy oder H\u00f6rzu als Autor wichtiger Hintergrundgeschichten gebucht und haben schon als 27j\u00e4hriger Illustrierten-Auflagen nach oben gebracht und wurde entsprechend daf\u00fcr bezahlt. Damals bekamen wir traumhafte Honorare. Mit Anfang 50 hatte ich so im Prinzip bereits ausgesorgt. Und dann wurde mir IbizaHEUTE angeboten, damals ein kleines schwarz-wei\u00df-Bl\u00e4ttchen, journalistisch eher bescheiden. Ein Freund sagte, als ich den Kopf sch\u00fcttelte: ,Mach doch was daraus!\u2018 Das haben wir dann auch gemacht. Wir, das waren<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>meine Familie: Christine, meine Frau, Oliver und Thomas, meine S\u00f6hne. Beide Journalisten.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_94907\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1810px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94907 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_5168-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"1800\" height=\"1258\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Seit \u00fcber 50 Jahren gl\u00fccklich verheiratet: Der Vollblut-Journalist Dieter Abholte und Ehefrau Christine &#8211; \u00a9 Paul Coon<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Ein echtes Familienunternehmen also! Um so eine steile Karriere wie Sie<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>hinzulegen, braucht man Talent zum Schreiben und Recherchieren, aber auch Durchsetzungsverm\u00f6gen und vor allen Dingen Selbstbewusstsein. Wurde Ihnen dieses mit in die Wiege gelegt?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eAn Selbstbewusstsein hat es mir wirklich nie gemangelt. Ich war erst Redakteur beim K\u00f6lner Stadtanzeiger, dann Weltreporter beim Bauerverlag. Dann habe ich mitbekommen, dass Autoren der M\u00fcnchner Agentur Ferency f\u00fcr eine Storry so viel Geld bekamen, wie ich im ganzen Monat verdiente. Josef von Ferency, ungarischer Baron mit Sitz in Z\u00fcrich und M\u00fcnchen, nahm zu der Zeit die besten Schreiber unter Vertrag und vermietete sie dann als Autoren an die gro\u00dfen Print-Magazine. Also griff ich zum Telefon, rief Josef von Ferency an und erkl\u00e4rte ihm: \u201aHerr Ferency, ich kann besser schreiben als Ihre Leute\u2018. Er antwortete kurz und knapp: \u201aWenn das so ist, dann kommen Sie nach M\u00fcnchen\u2018. Ein paar Tage sp\u00e4ter habe ich meinen Vertrag unterschrieben. Von da an war ich eine \u201aEdelfeder\u2018 und wurde wie ein Filmschauspieler bezahlt.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Was waren das f\u00fcr Storys, die Sie damals f\u00fcr ein Honorar geschrieben haben, von dem Journalisten heutzutage nur tr\u00e4umen k\u00f6nnen?<\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eIch war und bin Journalist aus Leidenschaft und thematisch sehr breit aufgestellt. Ich habe mich auch nie gescheut, gef\u00e4hrliche Auftr\u00e4ge anzunehmen, wie die Berichterstattung aus Kriegs- und Krisengebieten. Das hat meiner Ehefrau Christine, die ich in meiner K\u00f6lner Zeit kennen gelernt habe und mit der ich seit \u00fcber 50 Jahre gl\u00fccklich verheiratet bin, viele Nerven gekostet. Sie war mit den S\u00f6hnen oft wochenlang alleine und wusste \u00fcber Tage nicht, ob ich noch lebte, wenn ich in gef\u00e4hrlicher Mission unterwegs war. Doch sie wusste, wie sehr ich meinen Beruf liebte und hat das akzeptiert. Ich war in meinem Job h\u00e4ufiger in Situationen, in denen ich bef\u00fcrchtete, dort nicht mehr heil herauszukommen. Ich besa\u00df damals zum Schutz auch einen Waffenschein und einen Revolver.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Welches dramatische Erlebnis hat sich ganz besonders in Ihr Gehirn gebrannt und bereitet Ihnen m\u00f6glicherweise heute noch Alptr\u00e4ume?<\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eDie Geschehnisse am 25. Januar 1971! Ich hielt mich an dem Tag mit meinem Kollegen Erich Wiedemann vom Spiegel und Antoni Duvall, einem englischen MI6-Agenten, in der Roof Bar im Hotel Apollo in Kampala auf, der Hauptstadt Ugandas. Pl\u00f6tzlich h\u00f6rten wir Sch\u00fcsse. \u00dcberall Hilfeschreie, Chaos. Unsere Kellner verschwanden. Wir trauten uns nicht nach unten. Nach geschlagenen zwei Stunden torkelte pl\u00f6tzlich ein mit einer Maschinenpistole bewaffneter Miliz-Soldat durch die T\u00fcr, schoss in die Luft und und lallte: \u201aYou can go!\u2018. Im Hotelflur sahen wir \u00fcberall Leichen \u2013 M\u00e4nner, Frauen, Kinder. Schrecklich! Die Angreifer hatten die Menschen erschossen, dann die Minibars in den Zimmern geleert und waren sturzbetrunken. Das war wohl unsere Rettung. Wir fanden zum Gl\u00fcck noch ein Taxi und konnten mir der letzten Maschine, die Uganda noch verlassen durfte, nach London ausfliegen. Per Zufall waren wir Zeitzeugen der Macht\u00fcbernahme des brutalen Diktators Idi Amin geworden.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_94908\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1890px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94908 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_5162.jpeg\" alt=\"\" width=\"1880\" height=\"1342\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dieter Abholte auf seiner Terrasse mit Blick auf die Altstadt von Ibiza-Stadt und das Meer &#8211; \u00a9 Paul Coon<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Eine dramatische Situation, die man sicher nie im Leben vergisst und in der Sie offensichtlich einen guten Schutzengel hatten. Aber es gibt doch sicher auch positive Erlebnisse aus Ihrer Reporter-Zeit?<\/b><\/p>\n<p>DS: \u201eJa, viele, zum Beispiel die: Ich bin 1972 nach Nairobi in Kenia geflogen, um im Nachbarland Kongo eine Story \u00fcber die Pygm\u00e4en zu recherchieren. Auf dem Rollfeld des Flughafens der kenianischen Hauptstadt sah ich die \u201aKanzlermaschine\u2018 stehen. Also musste Willy Brandt in Kenia sein. Ich bekam schnell heraus, dass der SPD-Politiker und seine Ehefrau in der Mount Kenya Lodge abgestiegen waren. Ich fuhr also dorthin und sah, wie Willy Brandt gerade seine Badehose auf dem Balkon aufhing. Ich sprach ihn auf ein Interview an. Er war \u00fcberrascht: \u201aWo kommen Sie denn her, es wei\u00df doch keiner, wo ich bin? Ich habe doch Urlaub\u2019. Ich lie\u00df nicht locker und sagte: \u201aGenosse Willy, ich habe doch im Wahlkampf Plakate f\u00fcr Dich geklebt.\u2018 Darauf antwortete er: \u201aWenn das so ist, stehe ich Dir heute Abend zwischen 18 und 19 Uhr zur Verf\u00fcgung.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Ein cleverer Schachzug, die Story mit der Wahlkampf-Unterst\u00fctzung. Wie hat sich dieser schlaue Trick denn f\u00fcr Sie ausgezahlt?<\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eVon wegen eine Stunde! Wir haben bis morgens vier Uhr zusammengesessen und geplaudert. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich als Journalist war dieses Exklusiv-Interview eine Sternstunde. Zumal Willy Brandt in unserem Gespr\u00e4ch einen Satz, quasi eine Prophezeiung pr\u00e4gte, die ich nie vergessen werde. Er sagte w\u00f6rtlich: \u201aWenn wir es nicht schaffen, dass die Afrikaner in ihrem Land bleiben k\u00f6nnen, weil sie dort ern\u00e4hrt werden und sich wohl f\u00fchlen, werden wir von einer Fl\u00fcchtlingswelle \u00fcberrollt, die wir nie wieder in den Griff kriegen!\u2018 Wie recht er hatte \u2013 und das im Jahr 1972!\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Jetzt haben wir Sie quasi auf Ihren Reporterreisen rund um die Welt begleitet. Doch wie sind Sie letztlich auf Ibiza, Ihrer zweiten Heimat, gelandet?<\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eDas war 1968. Ich hatte gerade als Reporter vom blutigen B\u00fcrgerkrieg in Ruanda berichtet, da rief mich der Chefredakteur des Magazins \u201aQuick\u2018 zu sich und erkl\u00e4rte mir: \u201aDu hast jetzt so viele Leichen gesehen, produziere jetzt als Ausgleich erst einmal ein paar weichere Storys. Schnappe Dir zwei Fotomodelle, den Fotografen Hartmann Schubert und fliege nach Sizilien, Capri und auf die kleinen Insel, auf der ein paar Hippies nackt herumh\u00fcpfen\u2019. Er meinte Ibiza.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_94909\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1209px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94909 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/PHOTO-2025-07-28-15-15-47.jpg\" alt=\"\" width=\"1199\" height=\"810\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dieter und Christine Abholte mit dem bekannten Essener Po-Art-K\u00fcnstler Sharyar &#8222;Shary&#8220; Azhdari (M.) vor dem Szene-Restaurant &#8222;marc&#8217;s&#8220; &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Da wurden Sie ja mehr oder weniger zu Ihrem Gl\u00fcck gezwungen. War es denn dann Liebe auf den ersten Blick?<\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eDas war es wirklich. Aber nicht nur f\u00fcr mich. Eines der beiden Models war die Freundin des Schauspielers und \u201aKartoffelquetschers\u2018 Raimund Harmstorf. Sie blieb nach dem Fotoshooting gleich auf der Insel, lernte einen englischen Lord kennen und heiratete ihn auf seinem Schloss in England. Als wir mit unserer Propellermaschine auf Ibiza aufsetzt hatten, mussten wir noch solange sitzenbleiben, bis sich der Staub gelegt hatte. Die Landebahn war damals noch eine Graspiste. Als wir dann endlich aussteigen durften, stand unten ein Priester und segnete den Flieger. Ich dachte: \u201aOh Gott, wo bin ich denn hier gelandet\u2018. Aber dann roch ich das Meer und die vielen Kr\u00e4uter, die auf der Insel wachsen und ich wusste: \u201aHier will ich leben\u2018.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Jeder wei\u00df: Einen Plan zu schmieden und den dann umzusetzen, sind zwei Paar Schuhe. Wie lange hat es gedauert, bis Sie Ihr Vorhaben Realit\u00e4t wurde?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eEs ging alles sehr schnell. Eigentlich wollte ich den Leuchtturm im Hafen Botafoch kaufen, doch dann h\u00e4tte ich auch den Leuchtturmw\u00e4rter und die Kosten f\u00fcr die technische Wartung \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Nur das nicht! Stattdessen fand ich eine Wohnung, legte mein Segelschiff in den Hafen und Ibiza wurde zu meinem R\u00fcckzugsort. Hier habe ich in aller Ruhe, inspiriert von der einmaligen Atmosph\u00e4re auf der Insel, einen Gro\u00dfteil meiner Reportagen f\u00fcr die deutschen Print-Magazine geschrieben. Die Insel war herzlich, liebevoll und hatte \u2013 scherzhaft gesagt \u2013 ihre ganz eigenen menschlichen Gesetze.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Das m\u00fcssen Sie schon n\u00e4her erkl\u00e4ren\u2026<\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eGern! Mein Jeep hatte einmal einen Defekt. Ich habe einen deutschen Monteur gefragt, ob den Wagen reparieren k\u00f6nne? Er antwortete: \u201aKein Problem. Das Auto ist \u00fcbermorgen fertig\u2018. Zwei Tage sp\u00e4ter kam ich wieder und er er\u00f6ffnete mir, dass mein Pkw zwar repariert sei, aber keine Batterie mehr h\u00e4tte. Auf meine Frage \u201aWieso nicht?\u2018 antwortete er lapidar: \u201aGestern war ein Kunde da, der eine Batterie brauchte, da habe ich ihm deine gegeben. Aber keine Sorge, eine neue Batterie ist bestellt, sie kommt \u00fcbermorgen mit der F\u00e4hre aus Barcelona.\u2019 So war Ibiza damals.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_94910\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 862px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94910 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/PHOTO-2026-10-25-11-07-31.jpg\" alt=\"\" width=\"852\" height=\"494\" \/><span class=\"wp-caption-text\">IbizaHEUTE-Chefredakteur Dieter Abholte mit dem Inselratspr\u00e4sidenten Vincent Mari Mari, rangh\u00f6chster Politiker auf Ibiza &#8211; \u00a9 Inselregierung Ibiza<\/span><\/div>\n<p><b>DS: War es von vornherein geplant, dass Sie auf Ibiza als Chefredakteur und Herausgeber eines Insel-Magazins t\u00e4tig werden w\u00fcrden?<\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eIch habe ja schon erz\u00e4hlt, wie ich zu IbizaHEUTE kam. Ich habe das kleine Blatt gekauft und wollte gleichzeitig Verleger und Chefredakteur sein. V\u00f6llig unabh\u00e4ngig und nur meiner Ethik als Journalist verpflichtet ohne R\u00fccksicht auf Politik und Anzeigengesch\u00e4ft. Ich habe mich ganz bewusst f\u00fcr das beste Papier, die beste Grafik und die besten Fotografen entschieden und insgesamt \u00fcber eine Million Euro in das Projekt IbizaHEUTE investiert. Geld, das ich nie mehr wiedersehe, weil IbizaHEUTE als kleines Magazin keine gro\u00dfen Gewinne macht. Aber das wusste ich ja. Ich habe mir selbst meinen Traum erf\u00fcllt. Und gleich noch einen zweiten hinterher: Ich habe ein Grundst\u00fcck in Jes\u00fas, dicht bei Ibizas Hauptstadt, gefunden und darauf unser Traumhaus mit Blick auf die Altstadt Ibizas und das Meer gebaut. Ich kann f\u00fcr mich behaupten, dass ich auf Ibiza meine W\u00fcnsche verwirklicht habe.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Welche Ziele verfolgen Sie mit ihrem Hochglanz-Magazin, das auch mit einer attraktiven, informativen Online-Ausgabe \u00fcberzeugt?<\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eIch will meinen Lesern mit dem Magazin als eine Art Insel-F\u00fchrer Ibiza so nahebringen, dass sie \u00fcber IbizaHEUTE die Insel entdecken und diese einmalige Seele der Insel entdecken k\u00f6nnen. Mit unseren \u201eFeinschmeckertreffs\u201c in handverlesenen, guten Restaurants mit tollem Essen zum Selbstkostenpreis, bringen wir wildfremde Menschen, Residenten wie Touristen, zusammen, von denen viele sp\u00e4ter etwas gemeinsam unternehmen. Wir haben eigene Wanderwege mit unserem Wanderf\u00fchrer geschaffen, unterst\u00fctzen Konzerte und Kultur. Aber wir sind kein Sch\u00f6nwetter-Magazin, sondern greifen auch kontrovers diskutierte, strittige Politik-Themen schonungslos auf.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Aber da f\u00fchlt sich doch sicher die eine oder andere Insel-Gr\u00f6\u00dfe auf die F\u00fc\u00dfe getreten, zumal die Kritik ja nicht von einem Einheimischen kommt?<\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eGenauso ist das. Ich habe mich im Zusammenhang mit dem Bau der Schnellstra\u00dfe mit der Inselregierung angelegt. Sofort hat die Verwaltung mir alle Anzeigen gestrichen. Und die Politik sorgte daf\u00fcr, dass auch die Firmen kaum noch Anzeigen bei uns schalteten. Ein halbes Jahr hat dann die Insel-Regierung mein IbizaHEUTE Wort f\u00fcr Wort auf Spanisch \u00fcbersetzen lassen und mir danach mitgeteilt, was ihr alles nicht gefiel. Ich habe denen gesagt, mir sei v\u00f6llig egal, was ihnen nicht gefiele, ich sei Journalist und nur unserem Ehrenkodex und meinen Lesern gegen\u00fcber verantwortlich. Ich will und muss damit kein Geld verdienen. Und wenn mir von der Verwaltung aus fadenscheinigen Gr\u00fcnden, wie einem abgelaufenen Feuerl\u00f6scher oder einer klemmenden T\u00fcr, die Redaktion dicht gemacht worden w\u00e4re, h\u00e4tte ich einfach aus meinem Keller weitergearbeitet. Meine unmissverst\u00e4ndliche Message: \u201aIhr k\u00f6nnt machen was ihr wollt, ich gebe nicht auf!\u2018 Schlie\u00dflich gab dann aber die Insel-Regierung auf. So nach dem Motto: \u201aDann schreibe doch, was Du willst\u2018.<\/p>\n<div id=\"attachment_94911\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94911 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/12371115_162059840819646_5552224149932399012_o-2-1024x683-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dieter Abholte, Chefredakteur, Verleger und erfolgreicher Buchautor &#8211; \u00a9 IbizaHEUTE<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Wenn man Ihre brillant geschriebenen Editorials liest, entsteht der Eindruck, dass Sie dem alten Ibiza sehr nachtrauern und das neue Ibiza sehr kritisch sehen. Ist das nicht eher kontraproduktiv, vor dem Hintergrund, dass Ihr Magazin Touristen davon \u00fcberzeugen gerade jetzt einmal nach Ibiza zu kommen und die Insel kennen zu lernen? <\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eDen Eindruck, dass fr\u00fcher alles besser war, will ich wirklich nicht erwecken. Um es ganz klar zu sagen: Ich liebe beide Ibizas \u2013 das alte und das neue! Aber manchmal wird einem dieses wunderbare Leben hier im Mittelmeer nicht mehr bewusst. Es ist zur Gewohnheit geworden. Man nimmt das Sch\u00f6ne als selbstverst\u00e4ndlich hin, empfindet aber die Schattenseiten dann viel st\u00e4rker. Klar war die Insel fr\u00fcher ruhiger, entspannter, es gab viele einsame Str\u00e4nde und in den Lokalen gab es einen Teller Gambas f\u00fcr umgerechnet f\u00fcnf DM und ein Glas Wein f\u00fcr 1,50 DM. Heute haben wir hier 5-Sterne-Hotels, s\u00fcndhaft teure Restaurants und die angesagtesten Diskotheken und Musik-Tempel der Welt. Vermutlich sind genau das die Gr\u00fcnde, warum viele Touristen \u00fcberhaupt nach Ibiza kommen. Aber wer einsame, vertr\u00e4umte Buchten oder gute Restaurants mit bezahlbaren Preisen sucht, findet sie auch heute noch &#8211; zum Beispiel als Geheimtipps in unserem Magazin.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Bleiben wir doch bei der oft verkl\u00e4rten Nostalgie &#8211; wie sah es denn auf Ibiza 1968, zur Hochzeit der Hippies, auf Ibiza wirklich aus?<\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eAlso ganz ohne einen verkl\u00e4rten Blick: Die \u00e4rztliche Versorgung war katastrophal, wer ernsthaft krank wurde, musste um sein Leben bangen. Die Abw\u00e4sser wurden noch ungekl\u00e4rt in den Hafen gepumpt. Es gab nur drei Telefone auf der ganzen Insel. Eine Taxizentrale war auch nicht vorhanden. Man musste die Taxen buchst\u00e4blich auf der Stra\u00dfe suchen. Wenn ich mit meiner Frau und meinen Kindern auf der Insel war und wir hatten f\u00fcr 20 Uhr einen R\u00fcckflug gebucht, sind wir um 18 Uhr in alle Richtungen ausgeschw\u00e4rmt, um ein Taxi zu finden. Und damals \u2013 zu Francos Zeiten \u2013 war die Guardia Civil noch sehr restriktiv. Kultur, Insel-Sprache, Kunst und Musik wurden unterdr\u00fcckt. K\u00fcssen auf der Stra\u00dfe kostete umgerechnet 30 \u20ac Bu\u00dfgeld. Oben ohne am Strand wurde mit einer Nacht im Knast bestraft. Da h\u00e4tte es meine Frau Christine beinahe einmal erwischt. Im Gegensatz dazu verf\u00fcgt die Insel heute \u00fcber eine exzellente Gesundheitsversorgung, \u00fcber modernste Kommunikationstechnik, \u00fcber ein funktionierendes \u00f6ffentliches Nachverkehrs-System und ein Taxi kann man bequem mit einem Klick \u00fcber eine App anfordern.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Kann es sein, dass Sie Ibiza irgendwann den R\u00fccken kehren und nach Deutschland zur\u00fcckkehren?<\/b><\/p>\n<p>Dieter Abholte: \u201eNein! Ich habe zwar noch ein Haus in Hamburg an der Elbe. Dort sind wir zweimal im Jahr &#8211; im August und zu Weihnachten. Aber Ibiza ist und bleibt mein Zuhause und mein Sehnsuchtsort. Solange ich kann, mache ich mein Insel-Magazin weiter, genie\u00dfe die Inseln und das Meer, sammele Kunst. Eines Tages &#8211; hoffentlich in vielen Jahren &#8211; m\u00f6chte ich auch auf Ibiza begraben werden \u2013 entweder unter unserem Olivenbau aber eher noch verbrannt und verstreut im Meer.\u201c<\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_94914\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 310px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94914 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Dieter-Abholte.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"168\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dieter Abholte mit seinem Kriminal-Roman &#8222;Geheimnisse eines Sommers&#8220; &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><strong>Link zur Webseite von \u201eIbizaHEUTE\u201c:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ibiza-heute.de\/\">https:\/\/www.ibiza-heute.de\/<\/a><\/p>\n<p><strong>\u201eIbizaHEUTE\u201c-Abo buchen:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ibiza-heute.de\/join-us\/\">https:\/\/www.ibiza-heute.de\/join-us\/<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_45848\" class=\"wp-caption alignnone\">\n<div id=\"attachment_45848\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 324px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-45848 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/41cln6Tk7TL._SX312_BO1204203200_.jpeg\" alt=\"\" width=\"314\" height=\"499\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Cover des Kriminalromans \u201eIbiza \u2013 Geheimnis eines Sommers\u201c \u2013 \u00a9 IbizaHEUTE<\/span><\/div>\n<\/div>\n<p><strong>\u201eIbiza \u2013 Geheimnis eines Sommers\u201c<\/strong><br \/>\nDieter Abholte<br \/>\nMLV-Verlagsgesellschaft GmbH<br \/>\nISBN: 978-3-9820171-0-5<\/p>\n<div class=\"crp_related crp-text-only\"><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er ist eine Institution auf der Insel, seine Geheimtipps sind gefragt wie ein Autogramm von Mega-DJ David Guetta. Die Rede ist von Dieter Abholte, Chefredakteur und Herausgeber des renommierten Hochglanz-Print-Magazins \u201eIbizaHEUTE\u201c, das wichtigste und nachhaltigste Medium auf dem sch\u00f6nen Balearen-Eiland.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"class_list":["post-94901","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lifestyle"],"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94901","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=94901"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94901\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":94973,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94901\/revisions\/94973"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=94901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=94901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=94901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}