{"id":94678,"date":"2026-10-12T16:09:39","date_gmt":"2026-10-12T14:09:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=94678"},"modified":"2026-10-12T16:10:49","modified_gmt":"2026-10-12T14:10:49","slug":"welterfolg-kunst-sorgt-fuer-streit-auf-der-buehne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/10\/12\/welterfolg-kunst-sorgt-fuer-streit-auf-der-buehne\/","title":{"rendered":"Welterfolg \u201eKunst\u201c sorgt f\u00fcr &#8222;Streit&#8220; auf der B\u00fchne"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_94682\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2368px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94682 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-8.jpeg\" alt=\"\" width=\"2358\" height=\"1784\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Thomas Braus, Alexander Peiler und Andreas Mucke in dem Erfolgsst\u00fcck &#8222;Kunst&#8220; auf der B\u00fchne des Theaters am Engelsgarten &#8211; \u00a9 Bj\u00f6rn Hickmann<\/span><\/div>\n<p>Es ist die erste gemeinsame Produktion von \u201eSchauspiel Wuppertal\u201c und dem Cronenberger Theater (TiC). Eine durchaus bemerkenswerte kulturelle Kooperation, ist sie doch ein Geburtstagsgeschenk des \u201eSchauspiel Wuppertal\u201c zum 40j\u00e4hrigem Jubil\u00e4um an das TiC, zu dem schon l\u00e4nger vielf\u00e4ltige Verbindungen gepflegt werden.<\/p>\n<p>Mit Julia Meier z\u00e4hlt eine fr\u00fchere TiC-Schauspielerin zum festen Ensemble am Engelsgarten, Stefanie Smailes steht dort regelm\u00e4\u00dfig zu \u201eNightradio\u201c auf der B\u00fchne, nicht zuletzt wirkt TiC-Ensemblemitglied Elisabeth Hummerich als pers\u00f6nliche Referentin von Intendant Braus und in der Dramaturgie am Schauspiel. Thomas Braus selbst stand in dem St\u00fcck \u201eDer Kontrabass\u201c auch schon auf der Cronenberger B\u00fchne. Der Preis der Hartmut-und-Lore-Schuler-Stiftung im Jahr 2019, gemeinsam an TiC und Schauspiel, galt der herausragenden Arbeit beider B\u00fchnen.<\/p>\n<h4>Gro\u00dfartiges Schauspiel von Mucke, Braus und Peiler<\/h4>\n<p>Eine ganz besondere Aufmerksamkeit genie\u00dft in dieser aktuellen Auff\u00fchrung Andreas Mucke als \u201eSerge\u201c in einer der drei Hauptrollen, die er mit Thomas Braus und Alexander Peiler spielt. Der fr\u00fchere Wuppertaler Oberb\u00fcrgermeister (2015-2020) und aktuelle Mitglied des neuen Verwaltungsrat beim Wuppertaler SV, gilt als Urgestein des TiC, geh\u00f6rt er doch seit 1987 mit Unterbrechungen dem Cronenberger Ensemble an. In seiner Amtszeit als Stadtoberhaupt wurde Thomas Braus zum Intendanten berufen, jetzt stehen sie erstmals gemeinsam auf der B\u00fchne. Alle drei Akteure lieferten in der Premiere gro\u00dfartiges Schauspiel ab!<\/p>\n<p>Zum Inhalt: Dieser Serge hat sich ein Bild gekauft, 1,60 m x 1,20 m. Ein \u00d6lgem\u00e4lde, ein wei\u00dfes Bild, mit wei\u00dfen Streifen. Die Frage: Ist das Kunst oder kann das weg? Ein wei\u00dfes Gem\u00e4lde, erstanden zu einem horrenden Preis! Es sollte eine langj\u00e4hrige M\u00e4nnerfreundschaft ins Wanken bringen. Serge schw\u00e4rmt von seiner Errungenschaft, sein Freund Marc (Thomas Braus) h\u00e4lt ihn dagegen f\u00fcr \u00fcbergeschnappt. Yvan (Alexander Peiler), der dritte im Bunde, ist auf Harmonie bedacht, meidet die eigene Meinungsbildung. Das Gespr\u00e4ch \u00fcber Kunst eskaliert. Das Gem\u00e4lde wird zur Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr\u00a0 Kr\u00e4nkungen, Hierarchien, Abh\u00e4ngigkeiten und dem Wunsch, vom anderen in der eigenen Sicht best\u00e4tigt zu werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_94683\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2372px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94683 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-1-3.jpeg\" alt=\"\" width=\"2362\" height=\"1946\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Drei langj\u00e4hrige Freunde in einer angeregten Diskussion &#8211; \u00fcbersteht die M\u00e4nnerfreundschaft diesen Kunst-Streit unbeschadet? \u00a9 Bj\u00f6rn Hickmann<\/span><\/div>\n<h4>Perfides Lachen \u00fcber &#8222;wei\u00dfe Schei\u00dfe\u201c<\/h4>\n<p>Der Protagonist Serge empfindet das Lachen von Marc \u00fcber seinen teuren Einkauf perfide und selbstgef\u00e4llig, zudem nannte er das Werk auch noch despektierlich \u201ewei\u00dfe Schei\u00dfe\u201c. Die Rolle von Yvan ist ambivalent, er gilt als tolerant, ihm ist alles Wurst, er will lieber keine Stellung beziehen. Die Meinungen gehen weit auseinander, schlie\u00dflich kommt sogar noch das Urteil eines Nervenarztes ins Spiel, was zu weiteren Verwerfungen f\u00fchrt. Schlu\u00dfendlich ger\u00e4t auch noch Marcs Ehefrau ins Visier der Betrachtung: \u00a0\u201e..wie die schon die Zigarette h\u00e4lt und den Rauch verscheucht\u2026\u201c, wird pl\u00f6tzlich thematisiert. Am Ende steht sogar die unmittelbar bevorstehende Verm\u00e4hlung von Yvan auf dem Spiel, zu der Marc und Serge die Rolle der Trauzeugen haben sollen.<\/p>\n<h4>Kunst: Ausdruck von Wahrheit\u00a0oder Spiegel von Eitelkeit?<\/h4>\n<p>Mit messerscharfen Dialogen und feinem Humor entlarvt die franz\u00f6sische Schriftstellerin Yasmina Reza in ihrem Erfolgsst\u00fcck die Unsicherheiten hinter vermeintlich festen Standpunkten. Der \u201eKunstbegriff\u201c wird zum Z\u00fcndstoff f\u00fcr eine ebenso komische wie schmerzhafte Auseinandersetzung \u00fcber \u00e4sthetischen Wert, Geschmack und Bedeutung. Ist Kunst objektiv bewertbar oder nur reine Behauptung, Ausdruck von Wahrheit oder Spiegel pers\u00f6nlicher Eitelkeit?<\/p>\n<p>Die Debatte wird zur Zerrei\u00dfprobe: Wie viel Widerspruch ertr\u00e4gt eine Freundschaft? Welche Meinungen sind wir gewillt, auszuhalten? Was ist Kunst? Ein Schauspiel, bitterb\u00f6se und komisch zugleich. Autorin Yasmina Reza wurde 1959 in Paris geboren, ging in Paris zur Schule und hat auch in der franz\u00f6sischen Metropole studiert. Sie stammt aus einer weit verzweigten j\u00fcdischen Familie. Ihr Vater war Iraner, dir Mutter Ungarin, die Gro\u00dfeltern lebten in Amerika. Heute gilt sie als meistgespielte zeitgen\u00f6ssische Dramatikerin. Ihre Auszeichnungen sprechen f\u00fcr sich, darunter der Tony Award und der Laurence Olivier Award.<\/p>\n<div id=\"attachment_94684\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94684 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-2-3-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1670\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Andreas Mucke pr\u00e4sentiert als Serge seinem Freund Yvan (Alexander Peiler) das umstrittene, wei\u00dfe Kunstwerk &#8211; \u00a9 Bj\u00f6rn Hickmann<\/span><\/div>\n<p>Das sehr unterhaltsame Schauspiel fand auf der B\u00fchne des Theaters am Engelsgarten gleich zum Start enorme Zustimmung. Der Welterfolg von Yasmina Reza kommt ganz partnerschaftlich auf die B\u00fchne. TiC-Co-Chef Ralf Budde f\u00fchrt Regie. Auch wenn das St\u00fcck \u00fcber 30 Jahre auf dem Buckel hat, findet es Budde angesichts der verbittert-verbissenen Debattenkultur aktueller denn je. \u201eDie Kritik ist in dem St\u00fcck in kluger und scharfer Weise angelegt\u201c, erl\u00e4utert Budde: \u201eDas hat uns fasziniert.\u201c<\/p>\n<h4>Geistreiche und tiefsinnige Unterhaltung<\/h4>\n<p>Dramaturgin Elisabeth Hummerich erl\u00e4uterte, man habe nach einem Stoff gesucht, der f\u00fcr beide H\u00e4user passt, der das Publikum von Schauspiel und zugleich TiC anspricht. \u201eWir haben uns nie als Konkurrenz verstanden\u201c, unterstrich Intendant Braus: \u201eWir sind zwei etablierte, sich erg\u00e4nzende Theater.\u201c Und das zeigt sich auch in der Jubil\u00e4umsproduktion \u201eKunst\u201c.<\/p>\n<p>Wer neben guter Unterhaltung auch geistreiche und tiefsinnige Betrachtung liebt, sollte sich diese Auff\u00fchrung nicht entgegen lassen!\u201c<\/p>\n<p><b>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/b><\/p>\n<p>Am 15. und\u00a0 31. Oktkober finden jeweils um, 19:30 Uhr, im Theater am Engelsgarten sowie ab 21. Januar bis 10. Juli 2027 in dreizehn weiteren Auff\u00fchrungen im TIC Theater in Cronenberg statt.<\/p>\n<p><strong>BESETZUNG<\/strong><\/p>\n<p>Inszenierung: <strong>Ralf Budde<\/strong><\/p>\n<p>B\u00fchne: <strong>Manfred Marczewski-Achilles<\/strong><\/p>\n<p>Kost\u00fcme: <strong>Noelle Magali-W\u00f6rheide<\/strong><\/p>\n<p>Dramaturgie: <strong>Elisabeth Hummerich<\/strong><\/p>\n<p>Inspizienz: <strong>Ilja Betser<\/strong><\/p>\n<p>Regieassistenz: <strong>Nelly Haller<\/strong><\/p>\n<p>Marc: <strong>Thomas Braus<\/strong><\/p>\n<p>Serge: <strong>Andreas Mucke<\/strong><\/p>\n<p>Yvan: <strong>Alexander Peiler<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das 1994 in Paris uraufgef\u00fchrte Schauspiel \u201eKunst\u201c wurde, in 40 Sprachen \u00fcbersetzt, zu einem Welterfolg. Es geht vordergr\u00fcndig um ein Gem\u00e4lde, mehr noch aber um Ansichten und darum, wie (und warum) Meinungen im Beziehungs-Dialog oft brutal kommuniziert werden. Verletzte Gef\u00fchle, Machtspiele und alte Konflikte werden sichtbar. Die Kom\u00f6die \u201eKunst\u201c feierte jetzt im Theater am Engelsgarten eine erfolgreiche Premiere. Und das mit einem alten Bekannten in einer der Hauptrollen, der sogar schon einmal als Oberb\u00fcrgermeister im Wuppertaler Rathaus sa\u00df.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-94678","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-10-19 18:02:18","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94678","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=94678"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94678\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":94689,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94678\/revisions\/94689"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=94678"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=94678"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=94678"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}