{"id":94523,"date":"2026-10-06T08:34:14","date_gmt":"2026-10-06T06:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=94523"},"modified":"2026-10-06T08:44:14","modified_gmt":"2026-10-06T06:44:14","slug":"gerd-dudenhoeffer-der-mann-der-heinz-becker-erschuf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/10\/06\/gerd-dudenhoeffer-der-mann-der-heinz-becker-erschuf\/","title":{"rendered":"Gerd Dudenh\u00f6ffer: Der Mann, der &#8218;Heinz Becker&#8216; erschuf"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_94540\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94540 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Gerd-Dudenhoeffer_credit_guido-werner-4c-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1901\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Von vielen geliebt und bewundert: Gerd Dudenh\u00f6ffer, Kabarettist, Autor, Regisseur, Maler, Zeichner und Erfinder der Kunstfigur Heinz Becker &#8211; \u00a9 Guido Werner<\/span><\/div>\n<p>Aktuell bringt Heinz Becker sein Publikum mit einer eigentlich sehr traurigen Geschichte zum Lachen. Ehefrau Hilde ist verstorben, der arme, einsame Heinz steht pl\u00f6tzlich allein da, mit seiner Trauer, seinen Alltagssorgen und Problemen, die fr\u00fcher seine &#8222;bessere H\u00e4lfte&#8220; f\u00fcr ihn gel\u00f6st hat. Am Samstag (10.10. &#8211; 20:00 Uhr) macht Gerd Dudenh\u00f6ffer mit seinem Programm &#8222;DOD &#8211; Das Leben ist das Ende&#8220; Station im Wuppertaler Opernhaus, pr\u00e4sentiert von der bergischen Event-Agentur &#8222;Salon Knallenfalls&#8220; (<strong>Tickets<\/strong> unter <a href=\"http:\/\/www.salonknallenfalls.de\">http:\/\/www.salonknallenfalls.de<\/a>.). Seine Fans machen sich gro\u00dfe Sorgen und bangen: Ist der Tod von Hilde auch das Ende von Heinz Becker, der beliebten Kunstfigur, die redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist? Diese Frage und viele mehr beantwortet Gerd Dudenh\u00f6ffer (76) im gro\u00dfen Interview unserer Reihe &#8222;Hand aufs Herz&#8220;.<\/p>\n<p><b>DS: Ist Ihr aktuelles Programm so etwas wie das Pfeifen im Walde, um sich so vorsichtig und mit Humor an das sensible Thema Tod und Endlichkeit heranzutrauen?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eNicht wirklich! Wenn man so lange im Gesch\u00e4ft ist wie ich, muss man sich immer wieder Gedanken machen, wie kann ich ein neues Programm gestalten, das f\u00fcr die Leute interessant ist. Ich kam dann &#8211; mehr oder weniger aus Zufall &#8211; auf das Thema Hildes Tod. F\u00fcr mich stellte sich die Frage: Wie geht denn der Heinz mit diesem Schicksalsschlag um? Und da ist mir als erfahrener Autor sehr schnell klar geworden, dass dieses Thema f\u00fcr mein Publikum durchaus spannend sein kann.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83834\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-88510200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p><b>DS: Besch\u00e4ftigen Sie sich eigentlich mit zunehmenden Alter selbst h\u00e4ufiger mit dem<\/b> <b>eigenen Tod?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eEigentlich nicht. Man weiss nat\u00fcrlich, dass die l\u00e4ngste Zeit gelebt ist. Aber so richtig besch\u00e4ftigt oder belastet mich der Gedanke daran nicht. Wenn man soviel unterwegs ist wie ich, hat man gar nicht die Zeit, viel dar\u00fcber nachzudenken, abgesehen davon, dass es auch wirklich keinen Spa\u00df macht, sich mit dem eigenen Tod zu besch\u00e4ftigen. Mir ist bewusst, dass ich in K\u00fcrze 77 Jahre alt werde und die meisten Programme geschrieben sind. Aber ich denke nicht daran, Herrgott, jetzt ist es bald soweit. Es w\u00e4re ja auch albern, sich zuhause hinzusetzen und darauf zu warten, dass man vom Stuhl f\u00e4llt.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Ist Hildes Ableben jetzt auch der Tod und das Ende der Kunstfigur Heinz<\/b> <b>Becker?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eNein, keine Angst, auf keinen Fall! Ich spiele ja immer meine Solo-Programme. Meine beiden Kunstfiguren, Ehefrau Hilde und Sohn Stefan, waren abgesehen von der TV-Serie, immer Phantome. Jetzt musste Hilde aber aus dramaturgischen Gr\u00fcnden einfach sterben, um so zeigen zu k\u00f6nnen, wie Heinz mit ihrem Tod umgeht. Das heisst aber nicht, dass ihr Ableben auch das Ende von Heinz Becker bedeutet und ich als Kabarettist aufh\u00f6re. Das war eine reine Autoren-Entscheidung, um dieses sensible Thema \u00fcberhaupt behandeln zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Da wird Ihren Fans aber ein Stein vom Herzen fallen. Wie k\u00f6nnte die Story denn jetzt<\/b> <b>weitergehen? Mischt Heinz Becker demn\u00e4chst eine Seniorenresidenz auf oder<\/b> <b>verliert er im Sp\u00e4therbst des Lebens noch einmal sein Herz?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eDas kann ich noch gar nicht sagen. Ich denke immer von Programm zu Programm. Da m\u00fcsste ich mich jetzt hinsetzen und genau \u00fcberlegen: K\u00f6nnte die Geschichte von Heinz &#8211; so wie von Ihnen beschrieben &#8211; weitergehen, w\u00fcrde eine solche Entwicklung mein Publikum auch wirklich interessieren? Ehrlich gesagt, wie genau es mit Heinz Becker weiter geht, das wei\u00df ich jetzt noch nicht, aber es wird weitergehen.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Wie entstehen eigentlich Ihre Programme? Greifen Sie wie viele Kollegen auch<\/b> <b>auf Texte und Ideen fremder Autoren zur\u00fcck?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eNein! Von Tag eins an schreibe ich alle meine Programme von A bis Z selbst. Ich habe das Handwerk des Kabarettisten von der Pike an gelernt. Vor jedem neuen Programm sitze ich mit einem leeren Blatt am Schreibtisch, bis zum Tag X, an dem ich die neue Story zu Papier gebracht habe. Danach wird der Text auswendig gelernt und geprobt. Komik ist immer Personen bezogen. Bei mir muss es die mir angeborene, authentische Dudenh\u00f6ffer-Komik sein. Das kann mir kein fremder Autor abnehmen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_94542\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 810px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94542 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-2-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"1132\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gerd Dudenh\u00f6ffer alias Heinz Becker im &#8222;Trauer-Outfit&#8220; im seinem aktuellen Programm &#8222;DOD &#8211; Das Leben ist das Ende &#8220; &#8211; \u00a9 Gerd Dudenh\u00f6ffer<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Sie sprechen im normalen Leben Hochdeutsch. Wie viel Vorbereitung auf die<\/b> <b>Rolle des Heinz Becker brauchen Sie, bevor Sie abends mit der Kappe und den<\/b> <b>nicht gerade supermodischen Klamotten auf die B\u00fchne gehen und dort Ihr<\/b> <b>Publikum mit typischem saarl\u00e4ndischem Dialekt zum Lachen bringen?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eIn aller Regel beginnt das Programm um 20:00 Uhr. Ich ziehe mich um 18:30 Uhr um. Dann sp\u00fcre ich schon an meiner geistigen Haltung, dass ich mich so langsam auf den Heinz einstimme, erst recht, wenn ich die Kappe aufsetze. Die letzte Phase der Konzentration beginnt, wenn ich schon hinter B\u00fchne stehe und bereit bin, hinaus zu gehen und vors Publikum zu treten.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Haben Sie zuhause einen Kleiderschrank, in denen Sie die typischen Heinz-<\/b><b>Becker-Klamotten, wie Holzf\u00e4llerhemden, zeitlos schlabbrige Hosen und<\/b> <b>Schl\u00e4germ\u00fctzen aufbewahren?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eFr\u00fcher war das so, aber da konnte aber man noch in die einschl\u00e4gigen Kaufh\u00e4user wie C&amp;A gehen und sagen: \u201aIch h\u00e4tte gern so einen furchtbaren Anzug\u2018. Die gibt es heute nicht mehr. Das sind doch inzwischen alles eher Dependancen von Armani oder \u00e4hnlichen Marken. F\u00fcr das Programm \u201eDOD\u201c hat mir eine Kost\u00fcmbildnerin Anzug, Krawatte und die schwarze M\u00fctze besorgt. Die Heinz-Becker-Requisiten sind jetzt nicht mehr bei mir zuhause gelagert, sondern in einem Case, das im B\u00fcro meines Managements steht.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Viele Ihrer Kollegen basteln sich gegen Ende ihrer Karriere ein \u201eBest of\u201c-<\/b> <b>Programm zusammen und gehen damit dann noch 20 Jahre lang auf Abschieds-<\/b><b>Tournee. Haben Sie \u00e4hnliche Pl\u00e4ne?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eNein, auf keinen Fall! Ich habe zwar auch schon zwei \u201eBest of\u201c- Programme gespielt, sie allerdings \u201eDeja-vu\u201c genannt. Als Kabarettist habe ich bislang 20 Programme geschrieben, mit denen ich zum Teil vor vielen Jahren auf der B\u00fchne stand. Das sind Texte, an die sich heute kaum noch jemand erinnert und mir keiner den Vorwurf machen kann: \u201aJetzt kommt er schon wieder damit!\u2018 Man muss auch Respekt vor den eigenen Texten haben. Deshalb k\u00f6nnte ich mir gut vorstellen, dass ich im n\u00e4chsten Programm Text-Passagen einbaue, die ich irgendwann schon einmal vorgetragen habe. Das hat aber nichts mit einer Abschiedstournee zu tun. Wenn ich irgendwann einmal das Gef\u00fchl habe, aufh\u00f6ren zu m\u00fcssen, dann h\u00f6re ich ganz einfach auf!\u201c<\/p>\n<p><b>DS: W\u00fcrden Sie heute auf Programme oder Teile von Programmen wegen der immer<\/b> <b>st\u00e4rker grassierenden Political Correctness verzichten?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eKeine Frage: Das Publikum hat sich im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert. Viele Leute trauen sich heute nicht mehr, das zu sagen, was sie fr\u00fcher ohne Umschweife gesagt haben. Und als K\u00fcnstler muss man sich immer wieder fragen: Wie weit ist das Publikum bereit, dir zu folgen? Auf der anderen Seite habe ich als Kabarettist eine Aufgabe. Es darf nicht hei\u00dfen, was kann und darf Kabarett, sondern was muss Kabarett? Kabarett ist ein Regulator f\u00fcr unsere Gesellschaft. Also spreche ich die Themen, die mir am Herzen liegen, immer noch an, zwar nicht mehr ganz so locker und frei wie fr\u00fcher, aber immer noch klar und unmissverst\u00e4ndlich. Helge Schneider hat einmal gesagt: \u201aHeinz Becker ist unbestechlich\u2018! Und da hat er Recht: Heinz denkt nicht gro\u00df nach, sondern plappert einfach drauf los.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Wie viel von Heinz Becker steckt eigentlich in Gerd Dudenh\u00f6ffer?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eDas m\u00fcssen eigentlich die entscheiden, die mit mir leben und mit mir umgehen. Ich spiele auf der B\u00fchne den Kleinb\u00fcrger, aber stelle mich nicht \u00fcber ihn. Heinz Becker ist der personifizierte Alltag. Wir sind doch alle mehr oder weniger so. Wir schauen in einen gro\u00dfen Spiegel, wenn wir Heinz Becker zuh\u00f6ren. Jeder muss dann f\u00fcr sich entscheiden, in welchem Punkt er dem Heinz \u00e4hnelt.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_94543\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 850px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94543 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-3.jpeg\" alt=\"\" width=\"840\" height=\"400\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Plakat zu Gerd Dudenh\u00f6ffers Programm &#8222;DOD &#8211; Das Leben ist das Ende&#8220;: Schwarz, die Farbe der Trauer. Doch auch diesmal gibt es viel zu lachen, frei nach dem Motto: Der Humor stirbt zuletzt&#8230; &#8211; \u00a9 Gerd Dudenh\u00f6ffer<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Ist es Teil ihres Erfolgsrezepts, dass Sie als Kunstfigur Heinz Becker quasi<\/b> <b>Narrenfreiheit haben und noch so konservative, provokante Postionen beziehen k\u00f6nnen, ohne Gefahr zu laufen, dass diese <\/b><b>an<\/b> <b>Ihrer Person als Gerd Dudenh\u00f6ffer festgemacht werden &#8211; wie beispielsweise bei Dieter Nuhr,<\/b> <b>der von vielen linken Kritikern und Medien weit in die rechte Ecke geschoben wird?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eJa, das ist so! Dieter Nuhr steht nun einmal als Dieter Nuhr auf der B\u00fchne und es gibt leider viele, die ihn auch falsch verstehen wollen. Da habe ich es mit meiner Kunstfigur Heinz Becker nat\u00fcrlich viel leichter und kann mir als Heinz viel mehr herausnehmen und st\u00e4rker polarisieren, als beispielsweise mein Kollege Dieter Nuhr.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Sie sind quasi als Co-Moderator von J\u00fcrgen von der Lippe in der WDR-Show<\/b> <b>\u201eSo isses\u201c bundesweit bekannt geworden, also durch das Fernsehen. Welche Rolle spielt das<\/b> <b>Medium Fernsehen heute noch, wenn es um eine Karriere als Kabarettist oder<\/b> <b>Comedian geht?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eDamals in den 80er Jahren war Fernsehen noch Fernsehen. Da konnte man die TV-Pr\u00e4senz auch noch f\u00fcr sich nutzen. Mit der Serie \u201eFamilie Heinz Becker\u201c haben wir in der ARD bis zu f\u00fcnf Millionen Zuschauer erreicht. Die Zeiten sind mittlerweile vorbei. Fernsehen hat f\u00fcr mich den Reiz verloren, weil auch die Redakteure heute zu viel Einfluss auf die Inhalte der Programme nehmen wollen. In der Zeit, in der ich noch als Kabarettist t\u00e4tig bin, stehe ich mit viel Spa\u00df mit meinen eigenen Soloprogrammen auf der B\u00fchne. Und das am Besten in nicht zu gro\u00dfen Spielh\u00e4usern. Ich brauche die N\u00e4he zum Publikum, weil da meine typischen Heinz-Becker-Mimik und meine Heinz-Becker-Gestik voll zur Geltung kommen. Alles andere reizt mich nicht mehr.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Welcher der Nachwuchs-Kabarettisten gef\u00e4llt Ihnen am Besten?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eEine schwierige Frage: Es gibt vielen junge Talente, die man gestern noch nicht sah und heute schon wieder verschwunden sind. Langfristig durchgesetzt haben sich eher die \u00c4lteren und Erfahrenen wie Helge Schneider, der f\u00fcr mich schon fast etwas \u201aValentineskes\u2018 hat oder auch Georg Schramm und Urban Priol. Aber wer f\u00fcr mich vom Kabarett- oder Comedy-Nachwuchs herausragt, da bin ich wirklich \u00fcberfragt.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Sie sind studierter Grafiker und haben vor Ihrer Kabarettisten-Karriere elf Jahre<\/b> <b>in dem Beruf gearbeitet. Wenn Sie sich heute noch einmal entscheiden m\u00fcssten,<\/b> <b>bleibe ich Grafiker oder werde ich Kabarettist, wie w\u00fcrden Sie sich entscheiden?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eDie Entscheidung damals war absolut richtig, weil es mir nach wie vor viel Spass macht, als Kabarettist auf der B\u00fchne zu stehen. Ich bin aber ein St\u00fcck weit zu meinen Wurzeln zur\u00fcckgekehrt und habe mir zuhause ein Atelier eingerichtet. Ich zeichne und male wieder und werde im n\u00e4chsten Jahr auch eine Ausstellung machen. Inzwischen habe ich auch eine Galerie gefunden, mit der ich zusammenarbeite. Mittlerweile stelle ich mich \u00e4hnlich wie Armin M\u00fcller-Stahl vor: \u201aIch bin Gerd Dudenh\u00f6ffer, Maler, Zeichner und Kabarettist.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Sie pr\u00e4sentieren ihre Werke auf der Webseite \u201eFine Arts\u201c, erkl\u00e4ren sie dort aber<\/b> <b>f\u00fcr unverk\u00e4uflich &#8211; warum?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eNoch sind sie unverk\u00e4uflich, aber das \u00e4ndert sich. Die Bilder werden jetzt nach Beratung durch die Galerie kuratiert, gerahmt und stehen dann zum Verkauf, auch wenn ich die Originale nur ungern hergebe. Ich habe auch schon zwei Bilder verkauft. Sie h\u00e4ngen jetzt irgendwo bei Privatleuten an der Wand &#8211; und wurden auch ganz ordentlich bezahlt. Es wird aber auf jeden Fall zus\u00e4tzlich hochwertige Kunstdrucke meiner Werke geben, die man dann erwerben kann.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Welche Hobbys haben Sie eigentlich?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eIch befasse mich sehr gerne mit Zigarren, aber nicht so, dass ich einen Vortrag \u00fcber Tabak halten k\u00f6nnte. Ich habe zuhause sogar einen Zigarrenschrank. Das ist so ein kleines Steckenpferd von mir, aber so ein typisches Hobby, wie man es von einigen Leuten kennt, die zuhause eine 30 Quadratmeter gro\u00dfe Modelleisenbahn haben, gibt es bei mir nicht. Ich stehe morgens auf und bin Kabarettist. Im Prinzip ist mein Beruf mein Hobby.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Letzte Frage: Kann man sagen, dass Sie Heinz Becker ganz pers\u00f6nlich dankbar<\/b> <b>sein m\u00fcssen, weil er Sie finanziell unabh\u00e4ngig gemacht und Ihre Altersvorsorge<\/b> <b>gesichert hat?<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer: \u201eDas kann ich 100prozentig bejahen. Ich bin wirtschaftlich v\u00f6llig unabh\u00e4ngig. Auch die Malerei mache ich nicht aus finanziellen Gr\u00fcnden, sondern weil sie mir wirklich Spass bereitet. Ich setze mich hin und zeichne, ich fahre dann in die Galerie und wir schauen uns die Arbeiten gemeinsam an. Und wenn wir alle der Meinung sind, das k\u00f6nnte man ausstellen, dann machen wir das. Aber wirtschaftlich hat das Malen und Zeichnen f\u00fcr mich keinerlei Relevanz.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Herzlichen Dank f\u00fcr das offene, unterhaltsame und informative Gespr\u00e4ch.<\/b><b><\/b><\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte PETER PIONKE<\/b><b><\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_94544\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1859px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-94544 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Bild-6.jpeg\" alt=\"\" width=\"1849\" height=\"2559\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gerd Dudenh\u00f6ffer ist bereits seit \u00fcber 40 Jahren mit seiner \u00fcberaus erfolgreichen Kunstfigur Heinz Becker unterwegs und hat schon 20 Programme geschrieben &#8211; \u00a9 Guido Werner<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Gerd Dudenh\u00f6ffer<\/h4>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer wurde am 13. Oktober 1949 in Bexbach (Saarland) geboren. Er studierte nach dem Abitur in M\u00fcnchen Grafikdesign und arbeitete anschlie\u00dfend elf Jahre als Grafiker. 1977 trat er erstmals als Kabarettist auf. 1984 wurde er einem breiten Publikum als Co-Moderator von J\u00fcrgen von der Lippe in der WDR-Show &#8222;So isses&#8220; bekannt. 1985 feierte seine von ihm erfundene und verk\u00f6rperte Kunstfigur Heinz Becker in einem B\u00fchnenprogramm Premiere. Von 1991 bis 2004 lief in der ARD &#8222;Familie Heinz Becker&#8220;. Ehefrau Hilde und Stefan, die bis dahin nur Phantome waren, wurden in der TV- Serie erstmals sichtbar. Hilde wurde im Laufe der Jahre von Marianne Riedel-Weber, Alice Hoffmann und Sabine Urig dargestellt. Gregor Weber und Andreas Gergen standen als Sohn Stefan vor der Kamera. Von &#8222;Familie Heinz Becker&#8220; wurden sieben Staffeln mit jeweils sechs Folgen produziert. Gerd Dudenh\u00f6ffer schrieb als Autor die Texte f\u00fcr s\u00e4mtliche Episoden selbst und spielte auch die Hauptrolle und f\u00fchrte auch bei den meisten Folgen Regie.<\/p>\n<p>Der erfolgreiche Kabarettist, Autor und Regisseur erfand mit Herbert Laumann auch noch eine weitere Kunstfigur. Doch die hatte auf Dauer gegen den allseits beliebte \u00a0Heinz Becker keine Chance. Heinz Becker schaffte es sogar auf die Kino-Leinwand. Der Film &#8222;Tach, Herr Doktor! &#8211; Der Heinz-Becker-Film&#8220; feierte 1999 Premiere.<\/p>\n<p>Insgesamt 20 B\u00fchnenprogramm hat Gerd Dudenh\u00f6ffer inzwischen geschrieben. In &#8222;Mo So Mo so&#8220; (2024) stand er sogar in einer Doppelrolle auf der B\u00fchne, selbstverst\u00e4ndlich als Heinz, aber auch in Frauenkleidern als Ehefrau Hilde. Eine Wiederholung scheint so gut wie ausgeschlossen, denn im aktuellen Programm &#8222;DOD &#8211; Das Leben ist das Ende&#8220; ist seine &#8222;bessere H\u00e4lfte&#8220; Hilde verstorben und Heinz muss \u00fcber den Verlust verarbeiten.<\/p>\n<p>F\u00fcr sein k\u00fcnstlerisches Schaffen wurde Gerd Dudenh\u00f6ffer mit Auszeichnungen geradezu \u00fcbersch\u00fcttet: &#8222;Telestar&#8220; &#8211; heute &#8222;Deutscher Fernsehpreis&#8220; (1994), &#8222;Saarl\u00e4ndischer Verdienstorden&#8220; (1997), &#8222;Goldene Europa&#8220; (1997), &#8222;Deutscher Comedypreis&#8220; (2004), &#8222;Friedestrompreis&#8220; (2006), &#8222;Deutscher Kleinkunstpreis&#8220; (2015).<\/p>\n<p>Gerd Dudenh\u00f6ffer ist auch wieder als Maler und Zeichner k\u00fcnstlerisch aktiv. Seine Arbeiten pr\u00e4sentiert er auf der Webseite &#8222;Fine Arts&#8220;. F\u00fcr das n\u00e4chste Jahr ist eine Ausstellung geplant. Er ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und wohnt mit seiner Frau in Kleinottweiler, einem Ortsteil von Bexbach, seiner Geburtsstadt.<\/p>\n<p><strong>Link zu Gerd Dudenh\u00f6ffers Kunst-Webseite &#8222;Fine Arts&#8220;:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.finearts.gerd-dudenhoeffer.de\">http:\/\/www.finearts.gerd-dudenhoeffer.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Link zur Webseite der Event-Agentur &#8222;Salon Knallenfalls&#8220;:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.salonknallenfalls.de\">http:\/\/www.salonknallenfalls.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er ist ganz sicher der bekannteste Kappen-Tr\u00e4ger der Republik nach Bundeskanzler Helmut Schmidt, der mit einer &#8222;Prinz-Heinrich-M\u00fctze&#8220; regierte, die eigentlich eine Elblotsenm\u00fctze war. Heinz Becker, die vom Kabarettisten Gerd Dudenh\u00f6ffer erschaffene Kunstfigur, tr\u00e4gt auf der B\u00fchne eine &#8222;Batschkapp&#8220; als unverwechselbares Markenzeichen. Seit \u00fcber 40 Jahren ist Heinz Becker &#8222;treuer Begleiter&#8220; des sympathischen Schauspielers, Kabarettisten, Autors, Regisseurs, Malers und Zeichners.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[],"class_list":["post-94523","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-10-13 10:07:01","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=94523"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94523\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":94551,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94523\/revisions\/94551"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=94523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=94523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=94523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}