{"id":93727,"date":"2026-08-27T08:31:45","date_gmt":"2026-08-27T06:31:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=93727"},"modified":"2026-08-27T08:31:45","modified_gmt":"2026-08-27T06:31:45","slug":"die-apotheke-vor-ort-im-umbruch-was-sich-hinter-dem-tresen-veraendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/08\/27\/die-apotheke-vor-ort-im-umbruch-was-sich-hinter-dem-tresen-veraendert\/","title":{"rendered":"Die Apotheke vor Ort im Umbruch: Was sich hinter dem Tresen ver\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p>Die Zahl der Apotheken in Deutschland geht seit Jahren zur\u00fcck. Wer weitermacht, steht vor der Frage, wie sich der Betrieb mit dem vorhandenen Personal organisieren l\u00e4sst. Und diese Frage ist zu einem gro\u00dfen Teil eine Frage der Raumaufteilung.<\/p>\n<h2>Das E-Rezept hat die Wege ver\u00e4ndert<\/h2>\n<p>Seit Anfang 2024 ist das elektronische Rezept f\u00fcr gesetzlich Versicherte der Regelfall. Der Papierbeleg, der fr\u00fcher \u00fcber den Tresen wanderte, ist damit in vielen F\u00e4llen entfallen. Was auf den ersten Blick nach einer reinen Software-Umstellung aussieht, wirkt sich direkt auf den Raum aus.<\/p>\n<p>Denn wenn das Rezept schon vor dem Betreten des Ladens vorliegt, verschiebt sich der Zeitpunkt der Vorbereitung. Bestellungen k\u00f6nnen kommissioniert werden, bevor der Kunde da ist. Das setzt voraus, dass es einen Ort f\u00fcr vorbereitete Ware gibt, dass Abholung und Beratung sich nicht gegenseitig blockieren, und dass die Mitarbeiter zwischen Kommissionierlager und Tresen kurze Wege haben.<\/p>\n<h2>Zwei Warteschlangen, die sich nicht vertragen<\/h2>\n<p>In der Praxis stellt sich schnell heraus, dass Apotheken zwei sehr unterschiedliche Kundengruppen gleichzeitig bedienen. Die einen holen etwas ab und sind in einer Minute wieder drau\u00dfen. Die anderen brauchen ein Gespr\u00e4ch: eine Erstverordnung, eine Frage zu Wechselwirkungen, ein Anliegen, das man nicht gern in H\u00f6rweite anderer bespricht.<\/p>\n<p>Wenn beide Gruppen in derselben Schlange stehen, verliert jede etwas. Die schnelle Abholung wird langsam, das Beratungsgespr\u00e4ch wird knapp gehalten, weil hinten jemand wartet. Getrennte Zonen l\u00f6sen das, kosten aber Fl\u00e4che, und Fl\u00e4che ist in gewachsenen Innenstadtlagen selten reichlich vorhanden.<\/p>\n<h2>Diskretion ist kein Luxus<\/h2>\n<p>Datenschutz und pers\u00f6nliche Beratung sind in Apotheken eng miteinander verbunden. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber eine Diagnose oder \u00fcber die Anwendung eines Medikaments soll nicht von der Person hinter einem mitgeh\u00f6rt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bauliche L\u00f6sungen daf\u00fcr sind bekannt: ein abgesetzter Beratungsplatz, ein separater Raum, Abstandsmarkierungen, schallschluckende Decken- und Wandelemente. Entscheidend ist, dass diese Elemente von Anfang an in die Planung einflie\u00dfen. Anbieter wie Technoplanning, die auf die Einrichtung von Apotheken spezialisiert sind, beginnen deshalb bei den Arbeitsabl\u00e4ufen und nicht bei der M\u00f6belauswahl. Eine <a href=\"https:\/\/www.technoplanning.de\/apothekeneinrichtungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">moderne Apotheke<\/a> unterscheidet sich von einer \u00e4lteren weniger durch das Aussehen des Tresens als durch die Frage, wie viele Schritte zwischen Rezeptannahme, Kommissionierung und Ausgabe liegen.<\/p>\n<h2>Automatisierung ver\u00e4ndert die Grundfl\u00e4che<\/h2>\n<p>Kommissionierautomaten und automatisierte Lagersysteme sind l\u00e4ngst nicht mehr nur etwas f\u00fcr gro\u00dfe Betriebe. Sie brauchen allerdings Platz, Tragf\u00e4higkeit und eine Anbindung an den Ausgabepunkt.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Inhaber ist das der Moment, in dem eine Modernisierung nicht mehr in Etappen m\u00f6glich ist. Ein Automat l\u00e4sst sich schlecht nachtr\u00e4glich in eine Raumaufteilung schieben, die f\u00fcr Schubladenschr\u00e4nke gedacht war. Wer umbaut, entscheidet damit meist f\u00fcr zehn Jahre oder l\u00e4nger, wie der Betrieb organisiert ist.<\/p>\n<h2>Der Verkaufsraum bleibt wichtig<\/h2>\n<p>Bei allem Fokus auf Effizienz bleibt ein Punkt bestehen: Die Apotheke ist f\u00fcr viele Menschen der niedrigschwelligste Zugang zum Gesundheitssystem. Man braucht keinen Termin, muss nichts vorher erkl\u00e4ren, und bekommt trotzdem eine fachliche Auskunft.<\/p>\n<p>Diese Rolle l\u00e4sst sich nur ausf\u00fcllen, wenn der Raum sie unterst\u00fctzt. Ausreichend Licht, klare Orientierung, eine Sitzgelegenheit f\u00fcr Menschen, die nicht lange stehen k\u00f6nnen, und ein Eingang, der auch mit Rollator zu bew\u00e4ltigen ist. Das sind unspektakul\u00e4re Anforderungen, aber sie entscheiden dar\u00fcber, wer die Apotheke tats\u00e4chlich nutzen kann.<\/p>\n<h2>Was das f\u00fcr Kunden bedeutet<\/h2>\n<p>F\u00fcr Besucher ist von alldem wenig zu sehen. Sie merken es an anderen Dingen: dass es schneller geht, dass jemand Zeit f\u00fcr eine Frage hat, und dass man beim Gespr\u00e4ch nicht das Gef\u00fchl hat, die halbe Schlange h\u00f6re mit.<\/p>\n<p>Dass dahinter oft ein monatelanger Umbau steckt, bemerkt kaum jemand. Genau das ist bei einer gelungenen Einrichtung meistens das Ziel.<\/p>\n<p>[#nlsperre]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer heute eine Apotheke betritt, sieht auf den ersten Blick ein vertrautes Bild: ein Tresen, Regale mit Sichtwahl, eine Mitarbeiterin, die etwas aus dem Hinterraum holt. Tats\u00e4chlich hat sich in den vergangenen Jahren kaum eine Einzelhandelsform so stark ver\u00e4ndert wie diese. Der Grund daf\u00fcr liegt weniger im Verkaufsraum als in den Abl\u00e4ufen dahinter.<\/p>\n","protected":false},"author":35,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-93727","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft"],"publishpress_future_action":{"enabled":true,"date":"2027-09-03 08:29:00","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[0],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93727","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/35"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=93727"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93727\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":93728,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93727\/revisions\/93728"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=93727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=93727"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=93727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}