{"id":93352,"date":"2026-08-06T12:11:11","date_gmt":"2026-08-06T10:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=93352"},"modified":"2026-08-06T12:15:30","modified_gmt":"2026-08-06T10:15:30","slug":"klaus-voormann-ein-star-der-gerne-eine-nebenrolle-spielt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/08\/06\/klaus-voormann-ein-star-der-gerne-eine-nebenrolle-spielt\/","title":{"rendered":"Klaus Voormann: Ein Star, der gerne eine Nebenrolle spielt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_93358\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1553px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-93358 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bernd-Bigge-Klaus-Voormann-3-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1543\" height=\"1097\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ausnahme-Bassist und Grafiker Klaus Voormann (l.) mit dem Wuppertaler Unternehmer sowie Kunst- &amp;Sport-M\u00e4zen Bernd Bigge &#8211; \u00a9 Paul Coon<\/span><\/div>\n<p>Klaus Voormann hat in seinem Leben eigentlich zwei mega-erfolgreiche Karrieren hingelegt, eine als Grafiker, die zweite als Musiker.<span class=\"Apple-converted-space\"> \u00a0<\/span>Obwohl er an Legasthenie (LRS) litt, machte er sein Abitur. \u201eIch konnte noch nicht einmal eine Speisekarte lesen\u201c, gestand Klaus Voormann einmal bei der Veranstaltung \u201eSp\u00e4tLESE\u201c in der HAKO-Event-Arena. Ein Genie Lese-Rechtschreibst\u00f6rung, auch das gibt es offensichtlich.<\/p>\n<p>An der Meisterschule f\u00fcr Gestaltung in Hamburg studierte Klaus Voormann, der damals schon Bass spielte, erfolgreich Grafik-Design und Illustration. In seiner Hamburger Zeit lernte er 1960 im ber\u00fchmten \u201eKaiserkeller\u201c auch die damals noch unbekannten Band \u201cThe Beatles\u201c kennen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Beinahe Bassist bei den &#8222;Beatles&#8220;<\/h4>\n<p>Als Stuart Sutcliffe, Bassist der \u201ePilzk\u00f6pfe\u201c, entschied, sich aus der Musik-Szene zu verabschieden, kaufte Klaus Voormann ihm 1961 den Bass ab. John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Drummer Pete Best, der 1962 durch Ringo Starr ersetzt wurde, spielten mit dem Gedanken, Klaus Voormann als neuen Bassmann zu engagieren. Doch dann entschied Paul McCartney, der damals noch Gitarrist war, selbst in Zukunft Bass bei den \u201eBeatles\u201c spielen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Damit war Klaus Voormann erst einmal aus dem Rennen, blieb den \u201eBeatles\u201c aber bis heute eng verbunden. Inzwischen selbst Bassist bei der Band \u201eManfred Mann\u201c, die Hits wie \u201eHa! Ha! Said the Clown\u201c, \u201eSemi-Detached Surburban Mr. Jones\u201c, \u201eMighty Quinn\u201c, \u201eMy Name Is Jack, \u201eFox On The Run\u201c oder \u201eRagamuffin Man\u201c, ver\u00f6ffentlichte, gestaltete er das Cover des ber\u00fchmten Beatles-Albums \u201eRevolver\u201c (1966).<\/p>\n<div id=\"attachment_93354\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-93354 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bild.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"614\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das mit einem &#8222;Emmy&#8220; dekorierte ber\u00fchmte Beatles-Album &#8222;Revolver&#8220; &#8211; \u00a9 Capitol Music<\/span><\/div>\n<p>1967 wurde es als bestes Schallplatten-Cover mit einem Grammy geschm\u00fcckt. Inspiriert von den Malern Max Liebermann und George Grosz entwarf Klaus Voormann auch die Cover der Bee Gees-LP\u2019s \u201eBee Gees 1st\u201c und \u201eIdea\u201c. 1998 designte er das cover der LP \u201eSchatten der \u201eM\u00fcnchener Freiheit\u201c.<\/p>\n<p>Als sich die Mega-Group \u201eThe Beatles\u201c l\u00e4ngst aufgel\u00f6st hatte, blieb er mit allen Mitgliedern in engem Kontakt. Er wurde bei der Solo-Projekten von Lennon &amp; Co. als Studio-Musiker gebucht oder stand als Bassist mit ihnen live auf der B\u00fchne. Klaus Voormann war Gr\u00fcndungsmitglied von John Lennons \u201ePlastic Ono Band\u201c. Er spielte auch die Bass-Parts auf Johns Solo-Album \u201eImagine\u201c ein und zupfte selbstverst\u00e4ndlich auch die vier tiefen Saiten beim Titelsong, der legend\u00e4ren Friedens-Hymne \u201eImagine\u201c, die wohl fast jeder Bewohner des Erdballs kennt.<\/p>\n<h4>Tiefe Freundschaft mit George Harrison<\/h4>\n<p>Aber auch auf Ringo Starr\u2019s Album \u201eRingo\u201c hatte Klaus Voormann seine begnadeten Finger im Spiel. Eine besonders tiefe Freundschaft verband ihn mit George Harrison (\u20202001). Er war Bassist im Studio bei den Aufnahmen des Albums \u201eAll Things must pass\u201c dabei, stand auch neben George beim Benefiz-\u201eConcert For Bangla Desh\u201c live on Stage. Und f\u00fcr ihn, den sympathischen Menschen und Musiker selbstverst\u00e4ndlich: Beim \u201eGedenkkonzert f\u00fcr George Harrison\u201c (2002), seinem Freund und Bruder im Geiste, spielte er bei den Klassikern \u201eAll Things must Pass\u201c und \u201eWah Wah\u201c in der legend\u00e4ren Royal Albert Hall in London den Bass.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Zwischenzeitlich arbeitete Klaus Voormann auch als Produzent, hatte so gro\u00dfen Anteil am Erfolg des \u201eNDW\u201c-Hits \u201eDa Da Da\u201c der Band \u201eTrio\u201c und er unterst\u00fctzte mit seinem Erfahrungs-Schatz auch Marius M\u00fcller-Westernhagen, Nena oder auch Heinz-Rudolf Kunze. Zum letzten Mal live als Bassist auf der B\u00fchne stand Klaus Voormann 2018 als \u00dcberraschungsgast beim Konzert von Ringo Starr und seiner \u201eAll-Star-Band\u201c im Hamburger Stadtgarten.<\/p>\n<div id=\"attachment_93355\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-93355 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bild-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"597\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das von Klaus Voormann gestaltete erste Album der weltber\u00fchmten australischen Band &#8222;Bee Gees&#8220;: &#8222;Bee Gees 1st&#8220; &#8211; \u00a9 Capitol Music<\/span><\/div>\n<p>F\u00fcr Aufsehen au\u00dferhalb von Studio und B\u00fchne sorgte der stille, bescheidene Star eigentlich nur einmal: 2018 bekam er den \u201eECHO\u201c f\u00fcr sein Lebenswerk verliehen. Doch den Preis gab er ein paar Tage sp\u00e4ter wieder zur\u00fcck, aus Protest gegen die umstrittenen Rapper \u201eKollegah\u201c und \u201eFarid Bang\u201c, die ebenfalls die hohe Auszeichnung erhalten hatten.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Ansonsten umranken allein positive Schlagzeilen die glanzvolle Karriere des Ausnahme-Musikers und -Grafikers, der bis heute \u00fcberall beliebt ist. Davon konnte er sich 2009 selbst \u00fcberzeugen.<\/p>\n<h4>Auf der Welt unterwegs f\u00fcr &#8222;A Sideman&#8217;s Journey&#8220;<\/h4>\n<p>Ehefrau Christina, mit der er heute am Starnberger See wohnt, hatte n\u00e4mlich aus Anlass des 70. Geburtstags ihres Mannes eine gl\u00e4nzende Idee. Sinngem\u00e4ss erkl\u00e4rte sie: \u201eDu hat auf so vielen Alben Deiner Musiker-Freunde als Bassist mitgewirkt. Jetzt k\u00f6nne sie doch das Gleiche einmal f\u00fcr Dich tun.\u201c Und so entstand Klaus Voormanns erstes Solo-Album \u201eA Sideman\u2019s Journey\u201c.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der Bassist besuchte eine Reihe seiner Musiker-Kollegen und ging mit ihnen in Aufnahme-Studio. Das alles wurde als hochwertige, spektakul\u00e4re Dokumentation auf Video festgehalten. Auf der Musik-CD &#8222;A Sideman&#8217;s Journey&#8220; sind ber\u00fchmte Musiker wie Paul McCartney (Piano &amp; Guitar), Ringo Starr (Drums), Dr. John (Vocals ), Jim Keltner (Drums), Albert Lee (Guitar), Yusuf Islam alias Cat Stevens (Guitar) und S\u00e4nger Mike D\u2019Abo (Manfred Mann) zu h\u00f6ren. Ein sch\u00f6neres Geburtstagsgeschenk kann man sich selbst wohl kaum machen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_93356\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-93356 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bild-2.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"548\" \/><span class=\"wp-caption-text\">&#8222;A Sideman&#8217;s Journey&#8220; von &#8222;Voormann &amp; Friends&#8220; &#8211; das Solo-Album des ber\u00fchmten, deutschen Bassisten Klaus Voormann &#8211; \u00a9 Universal Music<\/span><\/div>\n<p>Das Solo-Album ist das musikalische Denkmal eines Weltstars, der lieber bescheiden eine Nebenrolle spielt und ganz bewusst anderen den Platz vorne im glei\u00dfenden Scheinwerferlicht \u00fcberl\u00e4sst. Wie sagte doch die Wuppertaler \u00c4rztin, die Klaus Voormann beim Event \u201eSp\u00e4tLESE\u201c live und hautnah erlebte: \u201eIch habe selten einen so bescheidenen, sympathischen Menschen gesehen, der mit sich und seiner Welt total im Reinen ist.\u201c Damit ist eigentlich alles gesagt, \u00fcber Klaus Voormann, den \u201eSideman\u201c aus voller \u00dcberzeugung.<\/p>\n<p><strong>Text: Peter Pionke<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er ist ein Superstar, der er eigentlich gar nicht sein will. \u201eA Sideman\u2019s Journey\u201c titelte er sein Album, das er 2009 aus Anlass seines 70. Geburtstags ver\u00f6ffentlichte. Auf deutsch: \u201eDie Reise eines Gastmusikers\u201c. Demut und Bescheidenheit, eine Seltenheit in der Musikbranche, in der vielen Stars und Sternchen \u00fcberzogenes Selbstbewusstsein und \u00dcbermut aus jeder Pore tropft. Dabei ist Klaus Voormann (88) einer der ganz Gro\u00dfen. Um ein Haar w\u00e4re der geb\u00fcrtige Berliner als Bassist der 5. \u201eBeatle\u201c geworden.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-93352","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-08-13 14:08:54","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93352","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=93352"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93352\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":93363,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93352\/revisions\/93363"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=93352"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=93352"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=93352"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}