{"id":92917,"date":"2026-07-06T19:17:35","date_gmt":"2026-07-06T17:17:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=92917"},"modified":"2026-07-06T19:17:35","modified_gmt":"2026-07-06T17:17:35","slug":"gaetano-manno-abstieg-des-wsv-war-hausgemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/07\/06\/gaetano-manno-abstieg-des-wsv-war-hausgemacht\/","title":{"rendered":"Gaetano Manno: Abstieg des WSV war hausgemacht!"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_92922\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92922 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Classen-07-03-2026-0015-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gaetano Manno &#8211; noch als Sportlicher Leiter im Amt &#8211; nachdenklich auf der Trainerbank des WSV &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p>Die treuen WSV-Fans sollen endlich erfahren, was wirklich hinter den Kulissen der vergangenen Saison gelaufen ist. Das erkl\u00e4rt uns Gaetano Manno in einem exklusiven Interview.<\/p>\n<p>Es ist die Geschichte eines heute 43j\u00e4hrigen in Hagen geborenen deutsch-italienischen Fu\u00dfballers, Sohn einer Gastarbeiter-Familie. Sein Profi-Deb\u00fct erlebte der gelernte Handwerker als 22j\u00e4hriger Einwechsel-Spieler des Erst-Bundesligisten VfL Bochum gegen Werder Bremen 2004 vor 25.000 Zuschauern. 2005-2007 hatte er seinen ersten Kontakt zum damaligen drittklassigen Regionalligist Wuppertaler SV, f\u00fcr den er damals 15 Tore schoss. Nach einigen Stationen im Profifu\u00dfball wechselte er zur Saison 2015\/16 zur\u00fcck zum WSV, mit dem er dann sofort in die Regionalliga West aufstieg. \u00a0Das war vor zehn Jahren.<\/p>\n<p>Bis 2019 erzielte er f\u00fcr den WSV in 165 Spielen 50 Tore und hatte 38 Assists. Ab 2023 \u00fcbte er bis zum 12. M\u00e4rz 2026 das Amt des Sportlichen Leiters aus, f\u00fcr das ihn Hauptsponsor Friedhelm Runge auserw\u00e4hlt hatte. Aufgrund der sportlich wie finanziell angespannten Situation mit drohendem Abstieg und anhaltender Kritik aus bestimmten Fan-Kreisen, wurde Gaetano Manno von den WSV-Gremien im M\u00e4rz dieses Jahres von seinem Amt freigestellt. Er stand von da an bei seinem geliebten WSV im Abseits. Das Arbeitsverh\u00e4ltnis endete endg\u00fcltig am 30. Juni 2026.<\/p>\n<div id=\"attachment_92923\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92923 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Gaetano-Manno-Buero-JC-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1589\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gaetano Manno an seinem Schreibtisch in der Gesch\u00e4ftsstelle des WSV im Stadion am Zoo &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Gaetano, Sie haben f\u00fcr den Verein Jahre ihres Lebens gegeben, waren Fan-Liebling und Idol. Heute sind Sie endg\u00fcltig raus. Sportliche Abschiede im Profifu\u00dfball k\u00f6nnen verdammt schmerzhaft sein, besonders in einer traditionsbewussten und emotionalen Stadt wie Wuppertal. Wie haben Sie das alles erlebt?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: \u201eJa ich kann nicht leugnen, es tut sehr weh, es war schon alles sehr hart, nach 12 Jahren WSV. So etwas macht etwas mit einem, der H\u00f6hen und Tiefen erlebt hat und der wie ich f\u00fcr den Verein mit Herzblut gelebt hat. Ich war bis zuletzt der \u00dcberzeugung, dass diese Mannschaft unter normalen Umst\u00e4nden nie abgestiegen w\u00e4re. Kaum einer wei\u00df, was hinter den Kulissen abgelaufen ist. Mein Scheitern war das Scheitern des ganzen WSV, der ohne die notwendigen innere Strukturen dahin d\u00fcmpelte, die Fans \u00fcber die prek\u00e4re Situation weitgehend im Unklaren lie\u00df und sich mehr hinter die Ultras als hinter der sportlichen Leitung stellte. Ich sage, dieser Abstieg war hausgemacht und vermeidbar\u201c. Summe von Intrigen, Egoismen und Machtspielen hinter den Kulissen.<\/p>\n<p><b>DS: Der Druck der Stra\u00dfe war enorm, die Fan-Proteste gegen Ihre Person wurden zum Ende hin immer lauter. <\/b><b>Sie haben bereits zur R\u00fcckrunde der Saison 2025\/26 von gesteuerten Aktionen gesprochen, als von den Ultras die \u201eManno-Raus\u201c Forderungen kamen. Was ging da in Ihnen vor?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: \u201e Gegenfrage: Ist es normal, das man nach mehr als zehn erfolgreichen Jahren so auf einen Mann losgeht, wenn es mal nicht so gut l\u00e4uft? Der Abstieg war die Summe von Intrigen, Egoismen und Machtspielen hinter den Kulissen. Eine Gruppe von Leuten hat im Verein schon sehr fr\u00fch innerhalb der Mannschaft und bei den Ultras Stimmung verbreitet, sicher auch, um selbst im Einfluss um Posten zu gewinnen. Das Ergebnis war eine gro\u00dfe Verunsicherung im Team, das damit die Orientierung verlor und am Ende gar nicht mehr wu\u00dfte, welches Wort denn G\u00fcltigkeit hatte. Den Spielern wurde gesagt, der Manno fliegt ja ohnehin.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_89714\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2564px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89714 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/cropped-cropped-cropped-Richter-Manno-classen-scaled-1-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2554\" height=\"1341\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Waren jahrelang ein gutes Gespann zum Wohle des WSV: Ex-Sportvorstand Thomas Richter (l.) und Sportdirektor Gaetano Manno &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p><b>DS: K\u00f6nnen Sie das etwas n\u00e4her erl\u00e4utern?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: \u201eEin Schl\u00fcsselereignis war sicher die bekannte offene Auseinandersetzung mit dem Verwaltungsratsmitglied Eckhard Osberghaus am 15. M\u00e4rz 2025, der mir w\u00e4hrend des Spieles gegen den SV R\u00f6dinghausen den ber\u00fchmten Stinke-Finger zeigte. Bezeichnend m\u00fc\u00dfte sein, dass die Aktion justament geschah, als wir mit 2:0 in F\u00fchrung gegangen waren. Freude \u00fcber einen sich anbahnenden so wichtigen WSV-Erfolg sieht f\u00fcr mich jedenfalls anders aus. Hinter den Kulissen war in kleinem Kreis eine Auseinandersetzung um meine Person vorausgegangen, in der es auch um eine personelle Neuausrichtung des Vereins ging.<\/p>\n<p>Wir hatten den Abstieg schlie\u00dflich nach einer enormen\u00a0 Leistungssteigerung noch einmal abwenden k\u00f6nnen, wenn auch beg\u00fcnstigt durch den R\u00fcckzug mit Zwangsabstieg von Bayer Uerdingen und T\u00fcrkspor Dortmund. Das alles hatte aber eine Fortsetzung und gipfelte erneut Anfang Dezember\u00a0 2025 in unglaublichen Anfeindungen gegen mich, als wir nach turbulenten Verlauf, aber auch respektablen Leistungen erneut in Abstiegsgefahr geraten waren. Da hatten wir freilich noch vier Punkte Vorsprung vor der direkten Abstiegszone.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Sie hatten das Gef\u00fchl, dass Sie in der sportlichen Verantwortung letztendlich allein gelassen wurden?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: \u201eIch hatte nie wirkliche Unterst\u00fctzung, eher Leute, die hinter meinem R\u00fccken versucht haben, Politik zu machen. Eines der Hauptprobleme war, dass der Verein nie eine richtige Struktur hatte. Es mischten sich pl\u00f6tzlich alle ein. Marketingleute, die in ihrem Verantwortungsbereich keinerlei Erfolge vorweisen konnten, wollten pl\u00f6tzlich die Abteilung Fu\u00dfball leiten, eine Aufgabe, von der sie bei allem Respekt keine Ahnung hatten. Der Vorstand als F\u00fchrungsorgan war einfach zu schwach, um Weichen zu stellen. Ab M\u00e4rz 2026 hat der Vorstand offenkundig gar nichts mehr selbst entschieden und sich vom Verwaltungsrat unter F\u00fchrung von Dirk Polick alles diktieren lassen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_92924\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92924 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Manno-Tyrala-JC-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sportdirektor Gaetano Manno (l.) mit Ex-Cheftrainer Sebastian Tyrala &#8211; als die Ergebnisse noch stimmten und das Vertrauen noch da war &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p><b>SZ: Zur sportlichen Fehleranalyse. Welche Fehler in der Kaderplanung oder bei den Trainerentscheidungen haben Sie gemacht und welche bereuen Sie heute am meisten?<\/b><\/p>\n<p>\u201cIch habe mir hier\u00fcber schon sehr viele Gedanken gemacht. Klar, nat\u00fcrlich habe ich auch Fehler gemacht. Es war nicht einfach, mit fortlaufend geringerem Etat immer wieder eine gute Mannschaft zu stellen. Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht alle Zug\u00e4nge das halten konnten, was sie zuvor versprachen, sei es aufgrund von Verletzungen oder unbekannten Einflussfaktoren. Es gab Spieler, die beim WSV nicht funktionierten, bei anderen Vereinen aber sehr wohl Qualit\u00e4t entwickelt hatten. Warum, lag es an den Trainern oder hatte es andere Ursachen? Da bin ich mir nicht v\u00f6llig sicher.<\/p>\n<p>Zu den Trainern: Ich denke bei Coach Ren\u00e9 Klingbeil habe ich in der Nachschau nicht richtig reagiert, aber die Mannschaft hatte nicht mehr hinter ihm gestanden und war wenig erfolgreich. Alle anderen Trainerwechsel hatten eine Geschichte, die von Budget bis fehlender Loyalit\u00e4t reichten. Bei Sebastian Tyrala war fr\u00fch klar, dass wir nur gemeinsam Erfolg haben w\u00fcrden, diese Gemeinsamkeiten waren aber am Ende aufgebraucht.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Sie haben dann Mike Wunderlich aus K\u00f6ln geholt, der wenig Erfahrung als Trainer mitbrachte, der holte in 16 Spielen mit dem WSV nur einen einzigen Sieg letztlich<\/b><b> gerade einmal 9 Punkte. Am Ende stand der Abstieg in die Oberliga. Ein Fehler?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: \u201eMike hatte keine Chance und wurde vom ersten Tag an attackiert. Ich war Zeuge eines Gespr\u00e4chs auf h\u00f6chster Ebene, in dem man seinen Abschuss schon nach dessen ersten Spieltag offen signalisierte. Hier waren die Ultras bereits aktiv. Im Tandem h\u00e4tten Mike und ich noch einiges bewegen k\u00f6nnen, aber Mike wurde f\u00f6rmlich im Regen stehen gelassen, als dann auch noch der schon lange auf meinen Posten stark ambitionierte Stephan K\u00fcsters an meine Stelle gesetzt wurde.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_92925\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92925 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Classen-24-01-2026-040-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ernste Gesichter auf der Trainerbank: Gaetano Manno mit Trainer Mike Wunderlich, der mit dem WSV nur ein Spiel gewinnen konnte &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Aber warum das alles?\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: &#8222;Weil es um Macht und Einfluss ging. Sie alle gaben zwar vor, den Abstieg verhindern zur wollen, haben ihn aber mit ihrem Verhalten aus meiner Sicht erst forciert. Man denke nur an die b\u00f6sen Ausschreitungen in B\u00fcderich und Siegen, die dem Verein sehr geschadet haben, aber ohne wirkliche Konsequenzen blieben. Man hatte im Verein vor den Ultras kapituliert.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Was ist es, was Ihre Gegner ihnen vorwerfen?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: &#8222;Ich kann es nicht genau sagen, ich habe versucht es zu ergr\u00fcnden, aber der Kapo, also der Sprecher und Anf\u00fchrer der Ultras, hat mir ein Treffen verweigert und mein diesbez\u00fcgliches Angebot unbeantwortet gelassen. Man mag mir meine Spontanit\u00e4t und offene Meinungs\u00e4u\u00dferung anlasten, z.B. wenn ich jemanden sage, dass er vom Fu\u00dfball nichts, aber auch rein gar nichts versteht, dann sage ich es ihm auch ganz offen. Im \u00fcbrigen habe ich klare Wertvorstellungen, welche vielleicht nicht alle teilen m\u00f6gen, die mir aber \u00fcber alles gehen. Ich lebe als Familienmensch auf der Basis meines christlichen Glaubens.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Der Abstieg des WSV hatte nach dem Ableben von Hauptm\u00e4zen Friedhelm Runge auch etwas mit dem mageren Budget zu tun. Aber war es das allein?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: \u201eGewi\u00df nicht. Klar, als noch Geld da war, ist es mir als sportlichem Leiter gelungen, eine Mannschaft hinstellen, die um die Spitze mitspielte konnte. Denken wir an nur 2023, da konnte ich aufgrund meines Netzwerkes innerhalb eines Monats eine solche Mannschaft hinstellen, die zun\u00e4chst unter Trainer H\u00fczeyfe Do\u011fan stark startete, dann aber in acht Spielen hintereinander nicht mehr gewann. Mit seinem Nachfolger Trainer Ersan Parlatan ging es wieder rasant nach oben und wir spielten um den Aufstieg in die 3. Bundesliga mit, scheiterten aber zuletzt knapp an Alemannia Aachen. Schon\u00a0 2024 hatte M\u00e4zen Friedhelm Runge den Etat von 1,9 Mio. auf 600.000 \u20ac gek\u00fcrzt. Damit stand der Verein nicht nur vor einem finanziellem Einschnitt, sondern auch vor einem radikalen Kaderumbruch mit einer Fluktuation von weit \u00fcber 30 Spielern.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_92926\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1368px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92926 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Manno-telefoniert-JC.jpg\" alt=\"\" width=\"1358\" height=\"905\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Smartphone war das wichtigste Werkzeug von Sportdirektor Gaetano Manno &#8211; mehrmals musste er wegen der vielen Abg\u00e4nge \u00fcber ein Dutzend neuer Spieler verpflichten &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Welche negativen Folgen hatte dieser Umbruch?<\/strong><\/p>\n<p>Gaetano Manno: &#8222;19 Spielerabg\u00e4nge mussten mit 15 neuen Akteuren kompensiert werden. Herausragende Fu\u00dfballer wie den Top-St\u00fcrmer und ehemaligen Bundesliga-Profi Charlison Benschop oder Lion Schweers mussten wir aus bestehenden Vertr\u00e4gen heraus ziehen lassen, weil wir f\u00fcr sie das Geld f\u00fcr ihr Gehalt einfach nicht mehr aufbringen konnten. Benschop wechselte zu Alemannia Aachen, mit der er den Aufstieg in die 3.Liga perfekt machte, w\u00e4hrend wir uns mit der Vizemeisterschaft begn\u00fcgen mussten. Halten konnten wir dagegen wenigstens Niklas Dams und Marco Terrazzino. Es wurde also trotz erheblicher Gehaltsk\u00fcrzungen innerhalb k\u00fcrzester Zeit geschafft, eine gute Mannschaft zu stellen. Ein gro\u00dfes Problem war in den beiden letzten Spielzeiten, dass der Etat immer erst sehr sp\u00e4t freigegeben wurde und damit Planung und Handlungsspielraum von vornherein stark begrenzt waren.&#8220;<\/p>\n<p><b>DS: Gewiss keine leichte Aufgabe. Welche Kompromisse galt es f\u00fcr Sie zu akzeptieren?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: \u201eGute Frage. Erinnert sei beispielsweise an Niklas Dams und Marco Terrazzino. Der Kompromiss war hier die erteilte Erlaubnis, einmal w\u00f6chentlich in der \u201eBaller League\u201c, einer von Lukas Podolski und Mats Hummels gegr\u00fcndeten Hallenfu\u00dfball-Runde, zu spielen, um zus\u00e4tzliches Geld zu verdienen. Die Wirkung habe ich untersch\u00e4tzt, zumal wir ihn der Regionalliga-West keinen guten Start hatten. Trotzdem konnten wir noch eine recht gute Truppe mit Perspektive aufstellen. Neben anderen Hoffnungstr\u00e4gern nenne ich den jungen Levin M\u00fcller, den ich aus Sprockh\u00f6vel holen konnte.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_92928\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92928 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Manno-Demir-JC-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Auch als Interimstrainer sprang Gaetano Mann w\u00e4hrend seiner Zeit als Funktion\u00e4r des WSV ein &#8211; hier mit dem ehemaligen Spieler Dilhan Demir &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Sie haben doch gute Erfahrungen mit Leihspielern gehabt. Warum wurde dieser Weg nicht weiter verfolgt?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Gaetan Manno: &#8222;Auch im folgendem Jahr 2025\/26 gab es wieder eine Etat-K\u00fcrzung, diesmal um rund 20 Prozent, so dass f\u00fcr Spielergeh\u00e4lter nur noch ein besseres Taschengeld zur Verf\u00fcgung stand. Die Folge war eine zu kompensierende Spielerbewegung von wieder \u00fcber 30 Akteuren. Neuzug\u00e4nge konnten nur unter erheblichen Sparzwang get\u00e4tigt werden. Die Chance, wieder kostenneutral Spieler von Bayern M\u00fcnchen &#8211; wie etwa Benedikt Wimmer oder Yousef Qashi &#8211; auszuleihen, waren nicht am Geld, sondern an vorherigen unglaublichen Vers\u00e4umnissen in der WSV-Administration gescheitert, eine Administration, die \u00fcbrigens anders als in meinem sportlichen Bereich niemals K\u00fcrzungen erfahren hatte, sondern eher immer mehr aufgebl\u00e4ht wurde. An Zweijahres-Vertr\u00e4ge war schon lange nicht mehr zu denken. Alle Zug\u00e4nge waren mit dem Trainer und dem Vorstand abgestimmt. Kritik aus dieser Ecke gingen in die falsche Richtung. Die Zielsetzung konnte f\u00fcr alle nur der Klassenerhalt lauten.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Haben Sie angesichts dieser Entwicklungen nie daran gedacht, das Handtuch zu werfen und rechtzeitig eigene Konsequenzen zu ziehen?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: \u201eJa klar, das war zu Beginn der letzten Spielzeit, als sich die (auch\u00a0 pers\u00f6nlichen) Verh\u00e4ltnisse erkennbar verschlechtert hatten. Mir war inzwischen klar, dass die Ultras im Verein zunehmend bestimmend wurden. Ein zweites Mal wollte ich zu Beginn dieses Jahres schmeissen, als klar wurde, dass der von mir eingesetzte neue Trainer Mike Wunderlich bereits angefeindet wurde, bevor er \u00fcberhaupt richtig angefangen hatte. Zum einen bin ich davon ausgegangen, mit diesem Potential den Klassenerhalt schaffen zu k\u00f6nnen und zum anderen konnte und wollte ich MikeWunderlich nicht im Stich lassen.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Der WSV stellt sich jetzt in der Oberliga neu auf. Wie beobachten Sie diese Entwicklung und welche Gedanken und \u00dcberlegungen kommen da bei Ihnen auf?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: \u201eMit diesem Thema habe ich pers\u00f6nlich eigentlich abgeschlossen. Ich w\u00fcnsche aber den vielen treuen WSV-Fans, dass es mit dem Verein endlich wieder aufw\u00e4rts geht. Sie haben zuletzt genau wie ich mit Ihrem WSV schwer gelitten. Mir ist schon wichtig, dass sie etwas dar\u00fcber erfahren, was ihren Verein betrifft, auch um die Chance zu haben, pr\u00e4ventiv einzuwirken. Ein wenig f\u00fchle ich mit Sport-Vorstand\u00a0 Lennart Strufe, der vor einer \u00e4hnlichen Aufgabe steht, wie ich sie zuletzt mit dem Aufbau einer v\u00f6llig neuen Mannschaft hatte. Ich w\u00fcnsche ihm dabei ganz viel Erfolg!<\/p>\n<div id=\"attachment_92929\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92929 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/DSC_8628-1-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ex-WSV-Sportdirektor Gaetano Manno (r.) im Gespr\u00e4ch mit Siegfried J\u00e4hne, Sportreporter der STADTZEITUNG &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Der Ausblick. Wenn sich der Rauch in ein paar Jahren verzogen hat: Was bleibt dann f\u00fcr Sie vom Wuppertaler SV? Der Aufstiegsheld Manno oder der Abstiegsverwalter Manno?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: \u201eIch hatte in Wuppertal eine wundersch\u00f6ne Zeit, aber die schlimmen Ereignisse der letzten beiden Jahre \u00fcberlagern doch alles. Ich werde das Zoo-Stadion nicht wieder betreten, sofern ich dies verhindern kann.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Wie geht es f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich weiter, brauchen Sie erst einmal Abstand vom Fussballgesch\u00e4ft oder brennt in Ihnen schon das Bed\u00fcrfnis, sich bei einem anderen Verein zu beweisen?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: \u201eIch lasse das erst einmal alles sacken, bin aber f\u00fcr vieles offen, ob im Fussball oder auch in ganz anderen Bereichen.\u201c<\/p>\n<p><b>SZ: Was hat sich im Fu\u00dfball in den letzten 20 Jahren ver\u00e4ndert?<\/b><\/p>\n<p>Gaetano Manno: \u201eIch glaube, es reifen weniger Spielerpers\u00f6nlichkeiten heran, die f\u00fcr eine erfolgreiche Mannschaft von entscheidender Bedeutung sind und Verantwortung \u00fcbernehmen wollen.\u201c<\/p>\n<p><b>SZ:\u00a0 Wir danken Ihnen f\u00fcr dieses hochinteressante Gespr\u00e4ch und das uns entgegen gebrachte Vertrauen.\u00a0 F\u00fcr ihren weiteren Weg w\u00fcnschen wir pers\u00f6nliche Zufriedenheit sowie sportlichen Erfolge. Gl\u00fcck auf, Gaetano Manno!<\/b><\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte Siegfried J\u00e4hne<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch habe fertig\u201c &#8211; das war der legend\u00e4re Schluss-Satz der Wutrede von Bayern-M\u00fcnchen-Trainer Giovanni Trapattoni aus dem Jahr 1998. \u00a0Ein Ausdruck von Frustration, Entt\u00e4uschung und Ersch\u00f6pfung. Sie kommt einem in den Sinn, wenn man die\u00a0 Geschichte von WSV-Vereins-Ikone Gaetano Manno aufarbeitet. Vom gefeierten Aufstiegshelden und jahrelangen Sympathietr\u00e4ger wurde er zum \u201eS\u00fcndenbock\u201c abgestempelt. Jetzt h\u00e4lt Gaetano Manno den richtigen Zeitpunkt f\u00fcr gekommen, offen, ehrlich und schonungslos Bilanz zu ziehen.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-92917","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-07-13 22:04:42","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92917","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92917"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92917\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":92933,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92917\/revisions\/92933"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92917"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92917"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92917"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}