{"id":92786,"date":"2026-06-29T18:00:48","date_gmt":"2026-06-29T16:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=92786"},"modified":"2026-06-29T18:00:48","modified_gmt":"2026-06-29T16:00:48","slug":"informatik-ist-auch-frauensache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/06\/29\/informatik-ist-auch-frauensache\/","title":{"rendered":"\u201eInformatik ist auch Frauensache!\u201c"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_92789\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1451px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92789 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Schmitz-Presse-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1441\" height=\"1028\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Denise Schmitz, Fakult\u00e4t f\u00fcr Mathematik und Naturwissenschaften an der Bergischen Universit\u00e4t &#8211; \u00a9 UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<p>Diese Vorstellung habe sich gesellschaftlich tief eingegraben, so dass es besonders schwierig sei, gegen solche Stereotype anzukommen. \u201eMan muss nur einmal einen Blick in die Informatikvorlesungen hier in der Uni werfen\u201c, sagt die Fachfrau, \u201eda sind wir deutlich unter 50 Prozent Studentinnen.\u201c Und das setze sich in den h\u00f6heren Semestern weiter fort, weniger Frauen beenden das Studium und man sehe sie dementsprechend auch wenig in F\u00fchrungspositionen.<\/p>\n<p>Zwar gebe es auch weibliche Vorbilder, Schmitz nennt die Pionierin Ada Lovelace (1815 \u2013 1852) oder die amerikanische Informatikerin Grace Hopper (1906 \u2013 1992) und verweist auf den Kinofilm &#8218;Hidden Figures&#8216; (deutscher Titel: Unbekannte Heldinnen) von 2016, doch in der Regel entschieden sich junge M\u00e4dchen nach der Schule selten f\u00fcr eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich der Informatik. \u201eEs gibt eine Arbeitskultur in der Informatik, in der man sich als Frau sehr durchsetzen muss, und da hat nicht jede Frau Lust drauf\u201c, sagt die Wissenschaftlerin. Strukturelle H\u00fcrden, wie ungleiche Bezahlung und mangelnde Bef\u00f6rderungschancen erschwerten zus\u00e4tzlich die Entscheidungsfreudigkeit. \u201eUnd dann haben wir immer noch das Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Gerade in der schnellfortschreitenden digitalen Welt kann so fehlende Geschlechtergerechtigkeit auch fatale Folgen mit sich bringen. Dazu Schmitz: \u201eDadurch, dass wir so wenig Frauen in der Informatik haben, ist die Diversit\u00e4t geringer. Produkte, die nachher herauskommen, z. B. KI, sind sehr auf eine Gruppe ausgerichtet.\u201c<\/p>\n<h4>Bewerbung f\u00fcr Fachgruppenpreis bei Gesellschaft f\u00fcr Informatik war Initialz\u00fcndung<\/h4>\n<p>Mit ihrer eigenen Masterthesis bewarb sich Schmitz, animiert durch Ihre betreuenden Dozierenden, auf den alle zwei Jahre ausgelobten Preis der Fachgruppe Frauen und Informatik (Women Informatics Thesis Award) der Gesellschaft f\u00fcr Informatik e.V. \u201eIch habe zwar den Preis nicht bekommen, aber ich wurde zur Jahrestagung eingeladen. Die H\u00fcrde da hinzugehen war damals gering, denn in der Coronazeit konnte ich bequem online von Zuhause teilnehmen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_92791\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 641px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92791 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Portrait-von-Ada_Lovelace_1838-gemeinfrei.jpg\" alt=\"\" width=\"631\" height=\"786\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein Portrait von Ada Lovelace aus dem Jahr 1838 &#8211; \u00a9 gemeinfrei<\/span><\/div>\n<p>Sp\u00e4ter reiste sie dann zu Pr\u00e4senzveranstaltungen zun\u00e4chst als Gast nach Naumburg\/Saale, doch schon ein Jahr sp\u00e4ter \u00fcbernahm sie bei einer weiteren Tagung in Berlin erste Aufgaben in der \u00d6ffentlichkeitsarbeit, weil auch j\u00fcngere Zielgruppen angesprochen werden sollten. Danach ging es rasend schnell weiter. \u201eIch habe jetzt den Hut auf im Team f\u00fcr \u00d6ffentlichkeitsarbeit u.a. f\u00fcr LinkedIn-Beitr\u00e4ge. Wir reposten Texte unserer Fachgruppenmitglieder, wir schreiben Infos zu Veranstaltungen, und die Aufgaben f\u00fcr den Preis, den ich damals nicht bekommen habe, organisiere ich nun mit Hilfe meiner Vorg\u00e4ngerin. Da k\u00fcmmere ich mich um die Einreichungen und den Gutachtungsprozess.\u201c Schmitz baut mittlerweile auch eine Regionalgruppe NRW auf und schreibt Texte f\u00fcr das einmal im Jahr erscheinende Fachgruppenmagazin. Im April wurde sie ein zweites Mal ins Leitungsgremium gew\u00e4hlt.<\/p>\n<h4>Vernetzung mit Frauen aus Wirtschaft und Wissenschaft<\/h4>\n<p>Ein wesentliches Ziel der Fachgruppe &#8218;Frauen und Informatik&#8216;, in der sich Schmitz engagiert, ist die Vernetzung, wodurch sie mit Frauen aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammenkommt. Und das ist wichtig, denn eigene Erfahrungen konnte die junge Wissenschaftlerin bisher nur im Bildungsbereich machen. Nach Schule, Uni und Referendariat kommt Schmitz durch den Verein nun mit vielen Frauen aus der Wirtschaft in Kontakt, weiblichen F\u00fchrungskr\u00e4ften, Firmenleiterinnen und Selbst\u00e4ndigen, so dass sie bei Fragen von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zum T\u00e4tigkeitsbereich von Informatikerinnen und Informatikern nun auch konkrete Beispiele aus der Gesch\u00e4ftswelt nennen kann.<\/p>\n<h4>Forschung an informatischer Bildung<\/h4>\n<p>Schmitz` Fachgruppe &#8218;Frauen und Informatik&#8216; veranstaltet j\u00e4hrlich eine Tagung zu einem Thema der Informatik mit rein weiblichen Speakerinnen. Die Ergebnisse daraus nutzt Sie auch f\u00fcr ihre eigene Forschung und erkl\u00e4rt: \u201eIch beforsche die informatische Bildung f\u00fcr alle Lehrkr\u00e4fte, und das mache ich, indem ich mir anschaue, welche Auswirkungen Fortbildungen auf Lehrkr\u00e4fte haben. Diese Fortbildungen, die ich untersuche, sind in einem Projekt mit dem Namen &#8218;Com<sup>e<\/sup>In&#8216; (Communities of Practice NRW f\u00fcr eine Innovative Lehrerbildung, Anm. d. Red.) NRW-weit entwickelt worden. Ich wollte da gerne etwas zum Thema IT-Security machen und habe ein Modul mit dem Titel \u00b4Spam von der Schulleitung` erstellt mit dem Untertitel &#8218;Digitale Selbstverteidigung&#8216;.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_92792\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 523px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92792 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Grace_Hopper_and_UNIVAC.jpg\" alt=\"\" width=\"513\" height=\"436\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Grace Hopper, US-amerikanische Informatikerin und Computerpionierin, an der Tastatur des Univac, ca. 1960 &#8211; \u00a9 CC BY 2.0<\/span><\/div>\n<p>Thematisch hatte Sie sich bereits auf vorangegangenen Tagungen der Gesellschaft f\u00fcr Informatik mit den Themen Cybersecurity sowie Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t auseinandergesetzt und sie als enormen Impuls f\u00fcr ihr eigenes Modul gesehen.<\/p>\n<h4>Ehrenamt ist punktuell intensiv<\/h4>\n<p>Denise Schmitz engagiert sich im Verein ehrenamtlich. Aber wie aufw\u00e4ndig ist diese ehrenamtliche Arbeit? \u201eDas h\u00e4ngt mit der Jahreszeit zusammen. Es gibt ein paar Aufgaben, die laufen kontinuierlich, wie z. B. das Leitungsgremium, mit dem wir uns alle zwei Wochen treffen. Dann gibt es punktuell einige intensivere Aufgaben. Nach der Jahrestagung, die im April stattfand, m\u00fcssen wir nun den R\u00fcckblick bei LinkedIn vorbereiten, also regelm\u00e4\u00dfige Posts ver\u00f6ffentlichen. Auch die Vorbereitungen f\u00fcr den Fachgruppenpreis laufen langsam an und im November gibt es dann eine intensivere Zeit, wo alles an die Jurorinnen weitergeleitet wird und die Ergebnisse eingesammelt werden m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<h4>Fachgruppe &#8218;Frauen und Informatik&#8216; feiert 40j\u00e4hriges Bestehen<\/h4>\n<p>Schmitz sieht in der ehrenamtlichen Arbeit f\u00fcr die Gesellschaft der Informatik e.V. f\u00fcr alle Interessierten Chancen, sich dort einzubringen. Die Mitgliedschaft ist f\u00fcr Studierende kostenfrei. An den Jahrestagungen kann man zu verg\u00fcnstigten Preisen teilnehmen. \u201eAnsonsten k\u00f6nnen sich nat\u00fcrlich auch die Studentinnen der Bergischen Universit\u00e4t f\u00fcr den Preis bewerben. Also, alle, die in der Informatik eine Arbeit schreiben, k\u00f6nnen diese f\u00fcr den Preis im November einreichen.\u201c<\/p>\n<p>2026 besteht die Fachgruppe bereits im 40. Jahr. Und auch das wurde bereits mit einem Workshop sowie einer gro\u00dfen Festveranstaltung in M\u00fcnchen gefeiert. Dort konnten die Gr\u00fcndungsmitglieder interviewt werden und eine Ausstellung informierte ausf\u00fchrlich \u00fcber die Arbeit der letzten vier Jahrzehnte. Die Ziele bleiben auch in Zukunft relevant. Dazu geh\u00f6rt nach wie vor die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an der Informatik und in diesem Zusammenhang das verst\u00e4rkte Sichtbarmachen von neuen Rollenbildern f\u00fcr Frauen. Die Fachgruppe engagiert sich in der Nachwuchsf\u00f6rderung und setzt sich f\u00fcr Chancengleichheit im Berufsleben, bezogen auf Gehalt, Laufbahn und Arbeitsbedingungen, ein.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen unter:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Gesellschaft f\u00fcr Informatik e.V. <a href=\"https:\/\/gi.de\/\">https:\/\/gi.de\/<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/fg-frauen-informatik.gi.de\/fachgruppe\/ueber-uns\">https:\/\/fg-frauen-informatik.gi.de\/fachgruppe\/ueber-uns<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_92790\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92790 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Schmitz-Presse.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"263\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Desise Schmitz &#8211; \u00a9 UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Denise Schmitz<\/h4>\n<p>Denise Schmitz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Didaktik der Informatik in der Fakult\u00e4t f\u00fcr Mathematik und Naturwissenschaften.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie arbeitet in der Fakult\u00e4t f\u00fcr Mathematik und Naturwissenschaften an der Bergischen Universit\u00e4t und engagiert sich seit ein paar Jahren f\u00fcr mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Informatik: Denise Schmitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team der Arbeitsgruppe Didaktik der Informatik beschreibt die klischeehafte Vorstellung des Softwareentwicklers so: \u201eInformatik ist ein M\u00e4nnerberuf und die sitzen alle im Keller, essen Pizza und trinken Cola.\u201c Ein spannendes Thema, das Autor Uwe Blass in der beliebten, lehrreichen Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; aufgreift. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-92786","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-07-06 21:32:10","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92786","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92786"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92786\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":92795,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92786\/revisions\/92795"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92786"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92786"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92786"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}