{"id":92234,"date":"2026-05-28T12:12:32","date_gmt":"2026-05-28T10:12:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=92234"},"modified":"2026-05-28T13:57:34","modified_gmt":"2026-05-28T11:57:34","slug":"wsv-ist-nach-dem-abstieg-vor-dem-aufstieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/05\/28\/wsv-ist-nach-dem-abstieg-vor-dem-aufstieg\/","title":{"rendered":"WSV: Ist nach dem Abstieg vor dem Aufstieg?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_92238\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1532px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92238 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Bild-7-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"1522\" height=\"1005\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Hoffnungen beim Regionalliga-Absteiger Wuppertaler ruhen jetzt auf dem neuen Verwaltungsrat &#8211; und ganz besonders auf dem Verwaltungsratsvorsitzenden Dirk Polick (vorne links) und seinem Stellvertreter Andreas Mucke (roter Pullover) \u2013 \u00a9 WSV<\/span><\/div>\n<p>Die Frage ist, ob die Krise als Fundament f\u00fcr den Neuanfang genutzt wird? Wer nach Ursachen f\u00fcr den steilen Abstieg des WSV sucht, st\u00f6\u00dft auf zahlreiche Gr\u00fcnde, die nicht zwingend mit fehlenden Geldmitteln korrespondieren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In Teil I unserer viel beachteten Story, \u201eChronologie des Scheiterns\u201c, haben wir bereits wesentliche Aspekte aufgezeigt. Hier also unser Teil II, der weder Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit noch eine einfache L\u00f6sung der komplexen Probleme rund um den WSV versprechen kann.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Wir wollen mit den \u201eGeschichten hinter den Geschichten\u201c etwas Licht in die Sache bringen, wesentliche Aspekte aufzeigen, Fragen aufgreifen, damit ein klareres Bild entsteht und somit ein St\u00fcck weit mit dazu beitragen, dass dieser weit \u00fcber Deutschland bekannte Verein, der in der \u201eEwigen Bundesliga-Tabelle\u201c mit 102 Punkten den 42. Platz belegt, noch vor Heidenheim (43.) und Paderborn (49.), mittelfristig zur\u00fcck in die Erfolgspur findet.<\/p>\n<h4>Absturz war beileibe nicht nur Pech<\/h4>\n<p>Die aktuelle Krise ist beileibe kein Pech, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch die logische Konsequenz von Fehlentscheidungen auf allen Ebenen. \u201eDer WSV braucht wieder F\u00fchrung und eine gelebte Vision\u201c, titelten wir vor einem Jahr. Hat man diese F\u00fchrung inzwischen erkennen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Der Vorstand, dem bis zu f\u00fcnf Pers\u00f6nlichkeiten angeh\u00f6ren k\u00f6nnten, hat nach den Abg\u00e4ngen von Marvin Klotzkowsky und Thomas Richter inzwischen nur noch zwei Mitglieder. Und dabei handelt es sich um den inzwischen in Dresden beheimateten Finanz-Experten Dr. Jochen Leonhardt, ein treuer Weggef\u00e4hrte des verstorbenen Ex-Vereinspr\u00e4sidenten und M\u00e4zens Friedhelm Runge, sowie um den Wuppertaler Lokalpolitiker und Juristen Dr. Ludger Kineke. Sie haben ihre St\u00e4rken, die sie f\u00fcr den Verein einbringen. Doch eines besitzen beide nicht, was aber gerade f\u00fcr einem ambitionierten Fu\u00dfball-Verein unverzichtbar ist: Fu\u00dfballerischen Sachverstand!<\/p>\n<div id=\"attachment_92239\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92239 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/IMG_4573.jpeg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"1085\" \/><span class=\"wp-caption-text\">WSV-Finanzvorstand Dr. Jochen Leonhardt zeigt einer Besucherin aus Wuppertal seine neue Wahlheimat Dresden. Im Hintergrund die wieder aufgebaute Frauenkirche &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<h4>Thomas Richter fehlt als zentrale Konstante<\/h4>\n<p>Den besa\u00df und besitzt fraglos der ehemalige WSV-Torwart Thomas Richter, eine langj\u00e4hrige, zentrale Konstante des Vereins, die man als F\u00fchrungskraft tats\u00e4chlich aber eher weniger wahrgenommen hatte. Sein Ausscheiden sorgte zum Jahresende 2025 f\u00fcr erhebliche Schlagzeilen. Zeitgleich wurde der Rauswurf von Cheftrainer Sebastian Tyrala bekannt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der gl\u00fccklose Ex-Profi war massgeblicher Protagonist einer entt\u00e4uschende Saison: Mit nur<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>17 Punkten aus 18 Spielen \u00fcberwinterte der WSV auf Tabellenrang-Rang 15 &#8211; nahe am Abgrund. Gerade hatte der Verein noch mit Tyralas Konterfei Weihnachtskarten verschickt, als der Cheftrainer von seiner Entlassung aus den Medien erfuhr. Der konsternierte Sebastian Tyrala erkl\u00e4rte auf Nachfrage einer Sportzeitung: \u201cIch wei\u00df von nichts!\u201c<\/p>\n<p>Noch eklatanter wurde damit eine gro\u00dfe Schwachstelle des Vereins \u00fcberdeutlich, die Kommunikationsarbeit selbst. Die Nachricht, dass Mike Wunderlich Nachfolger von Sebastian Tyrala werden w\u00fcrde, hat nicht etwa die Presseabteilung des WSV verk\u00fcndet, sondern gelangte durch eine Pressemitteilung des BC Ahrweiler ans Licht der \u00d6ffentlichkeit,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>dem Verein, bei dem Mike Wunderlich vor dem Engagement beim WSV als Trainer angestellt war. Gute Medienarbeit sieht anders aus, gute Kommunikationspolitik erst Recht.<\/p>\n<h4>Gesch\u00f6nte \u201eInfos\u201c ohne kritische Reflexion<\/h4>\n<p>Wer Informationen nur noch in gesch\u00f6nter Form verbreitet und wer glaubt, bevorzugt Medien informieren zu m\u00fcssen, die einem unkritisch gegen\u00fcberstehen und einem wohl gesonnen sind, versteht den Sinn und Zweck von notwendiger<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Kommunikation falsch und<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>untersch\u00e4tzt die Wirkung auf das eigene Publikum. Vertrauensverlust und die Entfremdung von der Basis sind meist die Folgen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Die Trainer und auch selbst die Spieler und konnten zuletzt beim WSV nach Belieben und Vorlieben in ihnen genehmen Medien aktiv werden, eine kritische Reflexion blieb dann meist aus und lie\u00df nicht selten, selbst im eigenem Forum \u201eRot-Blau\u201c, viel Raum f\u00fcr Spekulationen und Ger\u00fcchte.<\/p>\n<div id=\"attachment_92240\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92240 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Classen-30-04-2023-021-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Schrieben beide WSV-Geschichte und sind auch inzwischen Geschichte: Ex-Torwart und Ex-Sportvorstand Thomas Richter (l.) und Ex-Spielmacher und Ex-Sportdirektor Gaetano Manno &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p>Professionell ist es auch nicht, wenn bei den Pressekonferenzen vor und nach den Spielen kritische Nachfragen eher unerw\u00fcnscht sind und gar nicht oder nur unzureichend beantwortet werden. Parallelen zur gro\u00dfen Politik in Berlin und anderswo, wo oft Nachfragen von Medienvertretern von vornherein ausgeschlossen werden, k\u00f6nnen einem da schon in den Sinn kommen.<\/p>\n<h4>Wurde Einfluss auf den \u201eKapo\u201cgenommen?<\/h4>\n<p>Bedenklich ist auch, wenn Teile der organisierten Fan-Szene sich die M\u00fche machen, ein Spruchband mit der Aufschrift \u201eDer Fisch stinkt vom Kopf\u201c zu erstellen und damit im Gep\u00e4ck dann zum Pokalspiel nach B\u00fcderich bei Neuss zu fahren, um sich dort nach einer Niederlage auch noch zu Ausschreitungen und Zerst\u00f6rungen hinrei\u00dfen zur lassen, die bundesweit f\u00fcr negative Schlagzeilen und einen gro\u00dfen finanziellen und auch erheblichen Reputationsschaden f\u00fcr den WSV sorgten. Da stellt sich schon die Frage: Wie ist es um die \u201eFan-Betreuung\u201c des Wuppertaler SV bestellt? Und welchen Einfluss haben Vereinsfunktion\u00e4re im Vorfeld auf den \u201eKapo\u201c, den Anf\u00fchrer in der Fan-Kurve, genommen?<\/p>\n<p>Eine offene Frage ist auch, wie professionell in Sachen sportmedizinischer Betreuung beim WSV gearbeitet wurde. Bei akuten Verletzungen waren die Spieler ganz sicher &#8211; wie seit nunmehr 25 Jahren &#8211; bei Mannschaftsarzt Dr. Tim Heinz in besten H\u00e4nden. Doch wie was es um das Thema Pr\u00e4vention bestellt? Stichwort Belastungssteuerung. Denn in den letzten Monaten gab es im Kader auff\u00e4llig viele verletzungsbedingte Ausf\u00e4lle, welche nicht ohne Einfluss auf das Geschehen auf dem Platz und letztendlich auf die Spielergebnisse bleiben konnten.<\/p>\n<p>Im modernen Profi-Fu\u00dfball kennt man da andere, sicher nicht 1:1 auf einen Regionalligisten \u00fcbertragbare Kaliber und Anforderungen, wie wir von dem Wuppertaler Dr. Malte Kr\u00fcger, dem \u201eLeiter Sportwissenschaft und Athletik\u201c bei Bayer Leverkusen wissen. In unserer Ausgabe vom 26. April 2024 haben wir unter der \u00dcberschrift \u201e Malte Kr\u00fcger: Sein Anteil am Erfolg von Bayer Leverkusen\u201c hier\u00fcber ausf\u00fchrlich berichtet.<\/p>\n<div id=\"attachment_92241\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92241 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Classen-16-05-2026-0215-scaled-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Solche respektlosen, beleidigenden Spruchb\u00e4nder m\u00f6chte kein echter Fu\u00dfball-Fan im Stadion sehen &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<h4>Policks Zukunfts-Konzept war alternativlos<\/h4>\n<p>Die permanente Unruhe im Verein wurde scheinbar von der F\u00fchrung ignoriert. War es Realit\u00e4tsverlust, Beratungsresistenz oder schlicht Ohnmacht? Wurden die Gr\u00fcnde f\u00fcr das Scheitern immer bei externen Faktoren gesucht oder glaubte man hier, der eigene Kurs sei alternativlos? Dass dem nicht so war, zeigte sich sp\u00e4testens bei der Jahreshauptversammlung im M\u00e4rz 2026.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Hier wurde die eingeladene Fan-Gruppe mit ihren Themen aber eher abgeb\u00fcgelt, die Probleme noch einmal vertagt und vom Vorstand dann neu zu schaffenden Arbeitsgruppen zugeleitet &#8211; so wie man das aus der Politik auch kennt. Dann schlug die Stunde der Opposition, die am Ende einen fast schon \u201etriumphalen Erfolg\u201c davon trug.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Der erfolgreiche Cronenberger B\u00e4ckermeister Dirk Polick wartete als einziger Bewerber mit einem zukunftsorientierten Personal-Konzept auf, was am Ende von den anwesenden Mitgliedern offenbar in G\u00e4nze als erfolgversprechend angesehen wurde. Sicher auch nicht zuletzt deshalb, weil Dirk Polick mit dem fr\u00fcheren Oberb\u00fcrgermeister Andreas Mucke oder mit dem bekannten Lokalpolitiker Marc Schulz vielversprechende Pers\u00f6nlichkeiten in seinem Team pr\u00e4sentieren konnte.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dirk Policks Einsatz wurde vielfach gelobt, von einigen Protagonisten aber auch als zu brachial und eher als Spaltung empfunden. Dr. J\u00fcrgen Hoss, der bisherige Vorsitzende, hatte den hemds\u00e4rmeligen B\u00e4ckermeister nach dem Ausscheiden von Eckhard Osberghaus pers\u00f6nlich in den Verwaltungsrat geholt. Jetzt f\u00fchlte er sich aber von Dirk Polick hintergangen und kritisierte dessen Rolle bei der Trennung von Sportdirektor Gaetano Manno als schlechten Stil. Damit begr\u00fcndete Dr. J\u00fcrgen Hoss sp\u00e4ter auch seinen R\u00fccktritt als Verwaltungsratsvorsitzender und seinen vollst\u00e4ndigen R\u00fcckzug aus dem Gremium.<\/p>\n<h4>Menschliche Entt\u00e4uschungen \u201eEnde von T\u00e4uschungen\u201c<\/h4>\n<p>Mit dem Brennglas betrachtet wird sichtbar, dass menschliche Entt\u00e4uschungen in der<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>WSV-Geschichte keine Seltenheit waren. Viele erlebten im Laufe der Zeit ihr eigenes \u201eEnde von T\u00e4uschungen\u201c. Hierf\u00fcr steht insbesondere der Namen Gaetano Manno, der im M\u00e4rz 2026 mit dem \u201eRauswurf\u201c den bitteren Abschluss seiner unterm Strich gl\u00e4nzenden WSV-Kariere erleben mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Er war eine der pr\u00e4gendsten Pers\u00f6nlichkeiten der vergangenen zwei Jahrzehnte \u2013 sportlich, emotional, auch als Organisator. Und er besitzt jede Menge Fu\u00dfballsachverstand. 2016 hatte der Deutsch-Italiener den WSV als Kapit\u00e4n und F\u00fchrungsspieler zum Aufstieg in die Regionalliga West gef\u00fchrt. Manno ist heute noch felsenfest davon \u00fcberzeugt, dass der Abstieg mit ihm aus vielerlei Gr\u00fcnden nicht stattgefunden h\u00e4tte. Frustriert und total entt\u00e4uscht schw\u00f6rt er, dass er das Wuppertaler Stadion am Zoo, seine einstige sportliche Heimat und Erfolgs-Arena, nie wieder betreten werde.<\/p>\n<div id=\"attachment_92243\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92243 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/IMG_6262-1.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"806\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Bangt um seinen Herzensverein: Fu\u00dfball-Legende G\u00fcnter &#8222;Meister&#8220; Pr\u00f6pper, fr\u00fcher WSV-Torj\u00e4ger in der Bundesliga, jetzt treuer Edel-Fan &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>Das Saison-Finale ist bekannt. \u201eDie Tabelle\u201c l\u00fcgt nicht, sagt zudem auch eine ganze Menge aus. Es fehlte in der Summe aus 34 Spieltagen nur ein einziger Sieg und einige Treffer f\u00fcr das Torverh\u00e4ltnis. Insgesamt gesehen aber hatte der WSV nur f\u00fcnf Saison-Siege vorzuweisen, nur einen davon im Jahr 2026. Auf der anderen Seite trennte man sich elfmal Unentschieden, sechs Spiele gingen verloren mit exakt nur einem Tor Differenz.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Besonders bitter die Begegnungen gegen Schalke, wo das 0:1 f\u00fcr die G\u00e4ste in der Nachspielzeit fiel (90.+3 Minute ) oder die dramatische Partie in Oberhausen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Hier hatte der WSV nach einem 0:1-R\u00fcckstand das Spiel gedreht. Doch die so wichtige 2:1-F\u00fchrung hatte nur bis zur 7. Minute der Nachspielzeit Bestand. Dann traf Ngyombo noch in letzter Sekunde zum 2:2-Ausgleich. Zwei wertvolle Punkte f\u00fcr den WSV waren futsch!<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Ganz \u00e4hnlich das wichtige Viertelfinale des Niederrheinpokals, wo die eher harmlosen Br\u00fcderlicher Oberligisten ihr Tor zum 1:0 in der 95. Minute erzielten, als alle schon auf eine Verl\u00e4ngerung eingestellt waren. Ein Tor, welches dem Verein nicht nur Einnahmen aus den zuschauertr\u00e4chtigen Finals kostete, sondern &#8211; wie schon beschrieben &#8211; zu b\u00f6sen Fan-Ausschreitungen f\u00fchrte.<\/p>\n<h4>Der letzte Akt mit theatralischen Z\u00fcgen<\/h4>\n<p>Der Vorhang \u201eProfi-Fu\u00dfball\u201c ist gefallen. Der letzte Akt fand am 16. Mai im Stadion am Zoo mit dem 0:1 verlorenem Spiel gegen den Bonner SC statt und war begleitet von gro\u00dfer Entt\u00e4uschung sowie einer so nie gekannten Sprachlosigkeit. Auf Spielzeit in der oberste Amateurklasse, der Oberliga, war man nicht vorbereitet, einen \u201ePlan B\u201c gab es nicht!<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Jetzt, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, melden sich viele zu Wort, die vorher meist geschwiegen hatten. Exemplarisch steht hier der Name Stephan K\u00fcsters, der nach dem Ende der Manno-\u00c4ra, die durch den Rauswurf besiegelt wurde, offiziell als sportlicher Berater des WSV t\u00e4tig war. Er trat nach seinem Ausscheiden beim WSV &#8211; wie immer auch es zustande kam &#8211; in einem in Essen erscheinenden Sport-Medium nach: \u201eF\u00fcr mich fehlen im Verein auch F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten. Der Wuppertaler SV wirkt f\u00fchrungslos.\u201c<\/p>\n<p>Und das Wichtigste: \u201eIch habe auf viele Dinge und meine Fragen keine Antworten erhalten, keine Zahlen, keine Planung &#8211; nichts! Aber ohne Fakten und Zahlen kann ich nicht arbeiten.\u201c Dann noch ein verbaler Angriff auf die Vereins-Struktur, weil Themen wie Personalentscheidungen \u00fcber den Verwaltungsrat gekommen seien: \u201eEigentlich macht das ein Vorstand. Aber das seien interne Themen, die der WSV jetzt kl\u00e4ren m\u00fcsse\u201c. Wohl wahr!<\/p>\n<h4>Nach Abstieg: Ohne Spieler und ohne Trainer<\/h4>\n<p>Die, die sich jetzt beim WSV an die Arbeit machen, verdienen Respekt und sind um ihre Aufgabe nicht zu beneiden. F\u00fcr viele wurde wohl das ganz Ausmass der \u201eKatastrophe\u201c erst sehr sp\u00e4t wirklich sichtbar. Man hat eine Saison hinter sich, in der bei sinkenden Einnahmen nicht weniger als f\u00fcnf Trainer finanziert werden mussten, dazu ein sportlicher Leiter und noch dessen Nachfolger. Und dann gibt es ja auch noch das Personal in der Gesch\u00e4ftsstelle. All das produzierte Kosten.<\/p>\n<div id=\"attachment_92246\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 660px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92246 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20150826-OB-DUELL-Mucke.jpeg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Seit Kindesbeinen an WSV-Fan und jetzt stellv. Verwaltungsratsvorsitzender: Ex-Oberb\u00fcrgermeister Andreas Mucke &#8211; \u00a9 Monika Asmus<\/span><\/div>\n<p>Der Verein steht<b> <\/b>nach dem Abstieg ohne Spieler und ohne Trainer vor einer Oberliga-Saison, die bereits in wenigen Wochen (Mitte August) beginnet. Wer da vom schnellem Wiederaufstieg redet, mu\u00df schon ein Super-Optimist oder ihm fehlen extrem wichtige Informationen. Wenn, wie zu vernehmen ist, der erst vor gar nicht langer Zeit mit viel Zuversicht gegr\u00fcndete F\u00f6rderkreis bereits wieder \u201eeingeschlafen\u201c ist, wirft das kein gutes Licht auf die Zukunftsaussichten des Vereins.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Selbst der F\u00f6rder-Betrag der Firma EMKA, die vom fr\u00fcheren Pr\u00e4sidenten und M\u00e4zen Friedhelm Runge gegr\u00fcndet zum Erfolg gef\u00fchrt wurde, soll im Verh\u00e4ltnis zu fr\u00fcheren Jahren nur noch vier Nullen haben. Trotzdem gibt es hier ein kleines positives Signal: Insider wollen wissen, dass Runges Firma EMKA, die einst Millionen f\u00fcr den WSV locker machte,<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>jetzt (angebliche) Forderungen an einen Oberligisten WSV in einer anderen Gr\u00f6\u00dfenordnung abschreiben kann, als das etwa bei einer ambitionierten Regionalliga-Mannschaft m\u00f6glich gewesen w\u00e4re!<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die deutliche Verschlechterung der Finanzperspektive sorgt im Steuerrecht f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, eine Forderung gewinnbringend abzuschreiben (\u00a7 6 Abs. 1 Nr 2 EStG), sollte die Forderung zweifelhaft, uneinbringlich sein und der Ausfall glaubhaft gemacht werden. Das sollte im Fall Wuppertaler SV nicht schwer fallen.<\/p>\n<p>\u201eDer WSV wird niemals untergehen\u201c, hie\u00df es trotz der dramatischen Entwicklung zuletzt immer wieder von vielen Seiten. Die Identifikation mit seinem Lieblingsverein im Fu\u00dfball ist ein tiefgreifendes psychologisches und soziales Ph\u00e4nomen. Tats\u00e4chlich darf man auch in der Oberliga noch auf die echten, wahren Fans hoffen. Wenn ein Fu\u00dfballfan zu seinem Verein steht, identifiziert er sich meist weit mehr als nur mit den elf Spielern, die zuf\u00e4llig dasselbe Trikot tragen. Spieler und Trainer gehen, aber der Verein und die echten Fans bleiben.<\/p>\n<h4>Hoffnungstr\u00e4ger: Andreas Mucke &#8211; Ex-OB und \u201eCircular Valley-Mann\u201c<\/h4>\n<p>Zu den Hoffnungstr\u00e4gern f\u00fcr eine bessere WSV-Zukunft geh\u00f6rt insbesondere auch der ehemalige Wuppertaler Oberb\u00fcrgermeister Andreas Mucke (59). Der studierte Umwelt-Ingenieur ist dem Verein schon seit Kindesbeinen an sehr eng verbunden. Er geh\u00f6rt seit kurzem dem neunk\u00f6pfigen Verwaltungsrat an, der sich aufgemacht hat, beim WSV alles<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>auf den Knopf zu stellen, um ein nachhaltiges Erfolgs-Konzept auf den Weg zu bringen.<\/p>\n<div id=\"attachment_92244\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 410px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92244 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/DSC_5456-AA-1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"511\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Siegfried J\u00e4hne, Sport- &amp; Kultur-Journalist der STADTZEITUNG, verfolgt den Weg des WSV seit Jahrzehnten \u2013 \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Andreas Mucke ist seit 2021 als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer (Managing Director) des Circular Economy Accelerators GmbH t\u00e4tig, eine Einrichtung, die ihre Wurzeln in der von Dr. Carsten Gerhardt gegr\u00fcndeten Wuppertalbewegung e.V. hat, die mit dem Projekten Nordbahntrasse sowie \u201eCircular Valley\u201c bundesweite Beachtung findet. \u201eCircular Valley\u201c verfolgt u.a. das Ziel, die Kreislaufwirtschaft als Motor f\u00fcr eine nachhaltige Zukunft voranzutreiben. In bessere H\u00e4nde h\u00e4tte man sich beim WSV gerade in der jetzigen, schwierigen Situation eigentlich kaum begeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>\u201eFehltritte sind Abk\u00fcrzungen zu neuen Entdeckungen\u201c<\/h4>\n<p>Alle Protagonisten k\u00f6nnen bei der Suche nach nachhaltigen L\u00f6sungen und potentiellen Sponsoren f\u00fcr den Traditionsverein insbesondere mit dem Stadion am Zoo, eines der traditionsreichsten und markantesten Stadien Deutschlands punkten. Der WSV ist aber auch eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr die Stadt Wuppertal selbst, die ohne einen tragenden Fu\u00dfballverein im gesellschaftlichen, kulturellem aber auch im wirtschaftlichen Bereich viel zu verlieren hat. Es bleibt zu hoffen, dass dies auch im Interesse einer nachwachsenden Generation noch &#8211; oder wieder &#8211; begriffen wird. Diese sportbegeisterte Jugend, in gro\u00dfer Zahl vorhanden, braucht sportliche Vorbilder zum Anfassen. Fahrten nach Leverkusen, Schalke oder Dortmund k\u00f6nnen sich nicht alle leisten.<\/p>\n<p>Ein junger Trainer ist angek\u00fcndigt, auch ein neuer sportlicher Leiter. Bleibt zu w\u00fcnschen, dass am Ende mit einem neuen, motivierten und schlagkr\u00e4ftigen Team gestartet werden kann. Die Zeit der WSV-Nostalgiker geht vorbei. Es gilt, verlorenes Vertrauen und Glaubw\u00fcrdigkeit zur\u00fcck zu gewinnen sowie die heutige, neue Generation f\u00fcr den WSV zu begeistern.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Um wieder in der Regionalliga anklopfen zu k\u00f6nnen, wird wohl noch viel Wupper-Wasser an der denkmalgesch\u00fctzten Stadionwand am Zoo vorbeiflie\u00dfen. Der amerikanische Auto-Pabst Henry Ford hat den radikalen Schnitt, den es jetzt beim WSV braucht, einmal so auf den Punkt gebracht: \u201eFehltritte sind Abk\u00fcrzungen zu neuen Entdeckungen\u201c. Dann gehe doch den ersten Schritt in diese Richtung, lieber Wuppertaler SV!<\/p>\n<p><b>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Abstieg und damit der Absturz des Wuppertaler SV (fast) in die Bedeutungslosigkeit hat \u00fcberregionale Reaktionen ausgel\u00f6st. F\u00fcr die Fangemeinde war er der sportliche Super-GAU.\u00a0\u201eNach dem Spiel ist vor dem Spiel\u201c, so eine ber\u00fchmte Fu\u00dfball-Weisheit des Trainers Sepp Herberger (*28.03.1897 &#8211; \u202028.04.1977), der 1954 sensationell mit der Nationalmannschaft Weltmeister wurde. Gilt dieser markante Satz in abgewandelter Form vielleicht auch f\u00fcr den Wuppertaler SV: \u201eNach dem Abstieg ist vor dem Aufstieg\u201c?\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-92234","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-04 14:21:57","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92234","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92234"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92234\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":92257,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92234\/revisions\/92257"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}