{"id":91992,"date":"2026-05-19T20:54:50","date_gmt":"2026-05-19T18:54:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=91992"},"modified":"2026-05-19T21:05:11","modified_gmt":"2026-05-19T19:05:11","slug":"bar-anita-fast-so-beruehmt-ibiza-wahrzeichen-es-vedra","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/05\/19\/bar-anita-fast-so-beruehmt-ibiza-wahrzeichen-es-vedra\/","title":{"rendered":"Ibizas Kultlokal Bar Anita \u00fcberlebt Besitzerin Ana Torres"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_91999\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1220px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-91999 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Bild-1-4.jpeg\" alt=\"\" width=\"1210\" height=\"806\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Au\u00dfenansicht des Kult-Lokals &#8222;Bar Anita&#8220; in Sant Carles auf der Balearen-Insel Ibiza &#8211; eines der \u00e4ltesten Lokale auf dem Eiland &#8211; \u00a9 IH<\/span><\/div>\n<p>Die traditionsreiche \u201eBar\u201c und der Name Ana Mari Torres sind untrennbar verbunden. Doch jetzt ist die Gastronomie-Legende &#8211; wie das renommierte Hochglanz-Insel-Magazin \u201eIbizaHEUTE\u201c berichtet &#8211; im Alter von 100 Jahren verstorben. Eine ganze Insel trauert!.<\/p>\n<p>Damit verliert San Carles, der kleine Ort im Nordosten der Insel, eine seiner pr\u00e4gendsten Pers\u00f6nlichkeiten. Es gibt keinen gedruckten Reisef\u00fchrer, keine Film-Doku \u00fcber Ibiza, ohne einen speziellen Hinweis auf die \u201eBar Anita\u201c als absoluten Geheimtipp.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Urspr\u00fcnge reichen nach Angaben der Familie rund 150 Jahre zur\u00fcck. Damals soll Jos\u00e9 Noguera, ein Vorfahr der Familie, ein Grundst\u00fcck neben der Kirche von Sant Carles gekauft und dort ein Haus mit Lebensmittelgesch\u00e4ft, Bar und Tabakladen errichtet haben. Das Gesch\u00e4ft trug zun\u00e4chst den Namen Sa Botiga de Can Pep Benet.<\/p>\n<h4>Alleinerziehende Mutter und Unternehmerin<\/h4>\n<p>1942 \u00fcbernahmen dann Ana Mar\u00ed Torres und ihr Ehemann Bartolom\u00e9 Noguera den Gastronomie-Betrieb. \u201eDie Bar haben mein Mann und ich er\u00f6ffnet, als wir geheiratet haben\u201c, erinnerte sich Ana Mari Torres sp\u00e4ter in einem Interview. Das Lokal war damals bereits Treffpunkt des Dorfes \u2013 und das sollte sich \u00fcber Jahrzehnte nicht \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die Geschichte der Familie wurde durch die Franco-Diktatur und deren politischen Folgen nachhaltig beeinflusst. Anfang der 1950er-Jahre &#8211; wie \u201eIbizaHEUTE-Chefredakteur Dieter Abholte wei\u00df &#8211; musste Bartolom\u00e9 Noguera, der Ehemann von Ana Mar\u00ed Torres, wegen seiner politischen \u00dcberzeugung fl\u00fcchten und in Frankreich ins Exil gehen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Die Gastronomin blieb furchtlos mit ihren drei kleinen Kindern auf der Insel und f\u00fchrte die \u201eBar Anita\u201c mit Hilfe ihrer Mutter alleine weiter.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_92000\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92000 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Bild-4-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die ber\u00fchmten Postf\u00e4cher oder Briefk\u00e4sten, in denen die Post der Inselbewohner fr\u00fcher zentral gelagert wurde, bis sie diese schlie\u00dflich abholten &#8211; \u00a9 Bar Anita<\/span><\/div>\n<p>Ihre Urenkelin Paula beschrieb ihre Urgro\u00dfmutter Ana Mar\u00ed Torres als \u201esehr mutig\u201c. Sie sei eine sehr starke Frau gewesen, die nicht nur als Wirtin und Ladenbesitzerin hart arbeitete, sondern auch als eine Art Gemeindeschwester dort aushalf, wo Hilfe dringend notwendig war.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Denn in Sant Carles gab es damals so gut wie keine medizinische Versorgung. Ana Mari Torres verabreichte Injektionen und machte sogar mit dem Fahrrad Hausbesuche. \u201eEs gibt kein Haus im Dorf, in dem ich nicht schon einmal eine Spritze gesetzt habe\u201c, erz\u00e4hlte Ana Mari Torres sp\u00e4ter schmunzelnd.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<h4>Die \u201eHippies\u201c wuchsen ihr ans Herz<\/h4>\n<p>International bekannt wurde das Lokal in den 1960er- und 1970er-Jahren, als Ibiza zum Hotspot f\u00fcr K\u00fcnstler, Aussteiger und Hippies wurde. Besonders junge Amerikaner, die nicht f\u00fcr den Kriegseinsatz in Vietnam vom Milit\u00e4r eingezogen werden wollten, fl\u00fcchteten auf die Mittelmeer-Insel. Die \u201eBar Anita\u201c wurde mehr und mehr zu einem sozialen Zentrum der K\u00fcnstler- und Aussteiger-Szene.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Im Dorf Sant Carles gab es die einzige \u00f6ffentliche Telefonzelle, au\u00dferdem wurden Briefe und Pakete im Lokal ausgegeben. Darin erinnern heute noch die vielen kleinen Briefk\u00e4sten an den W\u00e4nden. Hier holten die Inselbewohner regelm\u00e4ssig ihre Post ab &#8211; nat\u00fcrlich nicht, ohne bei der Gelegenheit auch einen Drink zu nehmen, eine Trasse Kaffee zu trinken oder ein Brot mit Iberico-Schinken zu geniessen. Eine Win:Win-Situation wie aus dem Bilderbuch.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>\u201eEs waren \u00fcbrigens die Hippies, die das Lokal auf den Namen \u201aBar Anita\u2018 tauften\u201c, verr\u00e4t die Urenkelin. Der Spitzname setzte sich schnell durch und machte die Bar weit \u00fcber Ibiza hinaus ber\u00fchmt. Ana Mar\u00ed Torres erinnerte sich sp\u00e4ter mit viel Melancholie an diese Zeit. \u201eViele hielten sie f\u00fcr schlechte Menschen, aber ich wei\u00df, dass das nicht stimmte. Sie waren freundlich, h\u00f6flich und viele hatten studiert\u201c, sagte Ana Mari Torres \u00fcber die \u201eHippies\u201c, die damals von vielen abf\u00e4llig \u201ePeluts\u201c genannt wurden, das ist katalanisch und bedeutet soviel wie \u201ebehaart\u201c.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_92001\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-92001 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Bild-2-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1600\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Au\u00dfenbereich der ber\u00fchmten Kult-Kneipe auf der Sonneninsel Ibiza. Heute noch genauso beliebt wie damals &#8211; \u00a9 IH<\/span><\/div>\n<p>In den folgenden Jahrzehnten f\u00fchrten zun\u00e4chst ihr Sohn N\u00e9stor und sp\u00e4ter weitere Familienmitglieder den Betrieb weiter. Zugleich blieb das Lokal seinem traditionellen Charakter treu. Bekannt wurde es unter anderem f\u00fcr die hausgemachten Kr\u00e4uterlik\u00f6re, die Hierbas de Ca n\u2019Anneta, sowie f\u00fcr typische ibizenkische Spezialit\u00e4ten wie \u201eFla\u00f3\u201c (K\u00e4sekuchen).<\/p>\n<h4>Die Familie macht weiter<\/h4>\n<p>Das Restaurant erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Ramon-Llull-Preis der Balearenregierung sowie Ehrungen der Gastronomie-Akademie von Ibiza und Formentera. 2021 w\u00fcrdigte schlie\u00dflich auch die Gemeinde Santa Eul\u00e0ria die Familie f\u00fcr ihre jahrzehntelange unternehmerische Tradition.<\/p>\n<p>Trotz des internationalen Ruhms blieb Ana Mar\u00ed Torres f\u00fcr viele vor allem Anita oder Mam\u00e1 Anneta \u2013 eine Frau, die aus dem Dorfleben von Sant Carles \u00fcber Jahrzehnte nicht wegzudenken war. Ihre Enkelin Ana Maria Noguera hatte erst vor wenigen Jahren klargestellt, die Familie wolle das Lokal auch in Zukunft weiterf\u00fchren: \u201eUnsere Absicht ist es, weiterzumachen.\u201c Und das ist ganz sicher auch im Sinne von Ana Mari Torres. Sie wird in der Erinnerung vieler Ibizenker oder Urlauber, die sie in ihrer freundlichen Art als G\u00e4ste bedient hat, weiterleben. Davon ist auch Dieter Abholte, Chefredakteur des Insel-Magazin \u201eIbizaHEUTE\u201c, felsenfest \u00fcberzeugt. <strong>(IH\/PP)<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_91996\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 328px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-91996 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Bild-3-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"318\" height=\"424\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die neueste Printausgabe des Hochglanz-Insel-Magazins &#8222;IbizaHEUTE&#8220; &#8211; \u00a9 IbizaHEUTE<\/span><\/div>\n<p><strong>Link zur Webseite von \u201eIbizaHEUTE\u201c:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ibiza-heute.de\/\">https:\/\/www.ibiza-heute.de\/<\/a><\/p>\n<p><strong>\u201eIbizaHEUTE\u201c-Abo buchen:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ibiza-heute.de\/join-us\/\">https:\/\/www.ibiza-heute.de\/join-us\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie ist fast so ber\u00fchmt wie der magische Felsen \u201eEs Vedra\u201c, das Wahrzeichen von Ibiza. Die Rede ist von der \u201eBar Anita\u201c (offiziell \u201eCa n\u2019Anneta\u201c) in Sant Carles. Sie gilt als eines der \u00e4ltesten Lokale auf der sch\u00f6nen Sonneninsel, wenn nicht sogar das \u00e4lteste \u00fcberhaupt.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-91992","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-weitblick"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-27 00:18:04","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91992","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=91992"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91992\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":92010,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91992\/revisions\/92010"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91992"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=91992"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91992"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}