{"id":91611,"date":"2026-04-28T12:02:53","date_gmt":"2026-04-28T10:02:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=91611"},"modified":"2026-05-01T12:03:19","modified_gmt":"2026-05-01T10:03:19","slug":"in-der-galerie-46-wut-trifft-freiraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/04\/28\/in-der-galerie-46-wut-trifft-freiraum\/","title":{"rendered":"In der Galerie 46: &#8222;Wut&#8220; trifft Freiraum"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_91171\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-91171 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Wuppertaler_Literatur_Biennale_Diskurs_1-1-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1811\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein R\u00fcckblick auf die letzte Literatur Biennale Wuppertal: Der israelische Schriftsteller Tomer Dotan-Dreyfus las aus seinem Roman &#8222;Birobidschan&#8220; &#8211; \u00a9 Archivfoto Literatur Biennale Wuppertal<\/span><\/div>\n<p>Ein spannendes Thema, das Autor Uwe Blass im Rahmen der lehrreichen Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; aufgreift.\u00a0Julie Osenberg, Victoria Witzel und Felix Wittmeier, Studierende der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft (AVL) in der Fakult\u00e4t f\u00fcr Geistes- und Kulturwissenschaften, konzipieren unter der Leitung der Festivalorganisatorin, Julia Wessel,<b> <\/b>Fachreferentin f\u00fcr Literatur, Theater, Film sowie Grundsatzfragen des Kulturb\u00fcros der Stadt Wuppertal, einen Begegnungsraum f\u00fcr Besucherinnen und Besucher in der Galerie 46 in Wuppertal Elberfeld.<\/p>\n<p>Der Kontakt zum Kulturb\u00fcro entstand im Rahmen eines Seminars zur Berufseinf\u00fchrung, berichten Felix Wittmeier und Victoria Witzel, welches von Julia Wessel veranstaltet wird. \u201eIm Rahmen dieses Seminars haben wir gefragt, ob wir ein Praktikum in ihrem Kulturb\u00fcro anfangen k\u00f6nnten, und es war dann aber Zufall, dass in dieser Zeit die Literaturbiennale stattfindet\u201c, sagt Felix Wittmeier.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Julie Osenberg, die im Kombi-Master studiert, wurde \u00fcber eine Ausschreibung im Moodle-Kurs der AVL (Moodle ist ein weit verbreitetes kostenloses Open-Source-Lernmanagementsystem, das prim\u00e4r f\u00fcr Online-Kurse, Blended Learning und die Verwaltung von Bildungsinhalten in Schulen, Universit\u00e4ten und Unternehmen genutzt wird, Anm. d. Red.) auf das Projekt aufmerksam und bewarb sich bei Julia Wessel.<\/p>\n<h4>Ein Raumkonzept entsteht<\/h4>\n<p>\u201eDer Raum, den wir gestalten d\u00fcrfen, wird Treffpunkt, Biennale-Caf\u00e9 und Festivalzentrum zugleich sein\u201c, erz\u00e4hlt Felix Wittmeier, \u201eda kommt es dann zu ganz unterschiedlichen Kontakten. Es wird ein Raum geschaffen, wo Stadtgesellschaft und die Literaturbiennale zusammenkommen, um sich auch abseits der gro\u00dfen Lesungen austauschen zu k\u00f6nnen. Wir wollen die Leute sowohl mit Literatur, als auch mit dem Thema der Biennale in Kontakt bringen.\u201c<\/p>\n<p>In der Galerie 46 in der Neumarktstra\u00dfe finden auf drei Etagen regelm\u00e4\u00dfig Ausstellungen, Lesungen, Musikvorf\u00fchrungen oder auch Empf\u00e4nge statt. Die Aufgabe der Studierenden besteht nun darin, das Erdgeschoss sowie die erste Etage mit Leben zu f\u00fcllen. \u201eHier entstehen im Rahmen geplanter Schreibwerkst\u00e4tten Texte, zugleich sind weitere Projekte geplant, die in den R\u00e4umen gezeigt werden\u201c, erkl\u00e4rt Victoria Witzel und f\u00e4hrt fort: \u201eF\u00fcr die Besucher ist da eigentlich alles m\u00f6glich. Im Rahmen eines Open Calls konnte sich im vergangenen Jahr die Wuppertaler Bev\u00f6lkerung f\u00fcr einen kreativen Beitrag zur Literaturbiennale bewerben. Die literarische K\u00fcnstlerin Yasemin Bertel bewarb sich erfolgreich mit dem Projekt \u201eWut-Archiv der Stimmen\u201c, bei dem Besucherinnen und Besucher Texte aus Lyrik, Musik und Zeitungen zerschneiden und zu einer poetischen Collage zusammensetzen k\u00f6nnen. Sie wird somit ein wichtiger Bestandteil des WTF sein.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_91613\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1613px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-91613 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Biennale-Pressefoto.jpg\" alt=\"\" width=\"1603\" height=\"1062\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Julie Osenberg, Felix Wittmeier und Victoria Witzel (v.l.) studieren Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft im Master an der Bergischen Universit\u00e4t &#8211; \u00a9 UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<p>Im Entwurf der Raumgestaltung soll auch Platz f\u00fcr eine kleine Bibliothek sein, die die Werke der auf der Literaturbiennale vertretenden Autoren und Autorinnen pr\u00e4sentiert. \u201eDie Galerie hat gro\u00dfe Fensterb\u00e4nke, auf die man sich ein wenig zur\u00fcckziehen kann. Wir m\u00f6chten auch Getr\u00e4nke anbieten, damit der Caf\u00e9aspekt zur Geltung kommt. Tische und St\u00fchle bieten die M\u00f6glichkeit, sich kreativ in der Schreibwerkstatt auszuprobieren.\u201c<\/p>\n<h4>Wut \u2013 ein Thema, dass auch emotional bewegen kann<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/h4>\n<p>Beim diesj\u00e4hrigen Thema &#8218;Wut&#8216; kann es in so einem Communityraum auch emotional werden. \u201eDas ber\u00fccksichtigen wir bei der Planung unseres Projekts\u201c, sagt Julie Osenberg. Gemeinsam haben sich die drei Praktikanten dem Thema gen\u00e4hert. \u201eZu Beginn haben wir ein offenes Brainstorming gemacht und uns gefragt, welche Aktivit\u00e4ten zum Thema Wut denkbar sind. Dabei haben wir zun\u00e4chst alles gesammelt und schnell festgestellt, dass aufgrund der gesellschaftlichen Brisanz des Themas nicht alles umsetzbar sein wird.\u201c<\/p>\n<p>Daher haben sie auch Ideen zur\u00fcckgestellt, die sich als zu heikel erwiesen h\u00e4tten, denn das Laufpublikum soll sich wohlf\u00fchlen. Es sollten keine Spannungen k\u00fcnstlich erzeugt werden. \u201eEs gibt die beiden gro\u00dfen Elemente Literatur und Wut bei unseren \u00dcberlegungen\u201c, erg\u00e4nzt Felix Wittmeier. \u201eBei der Planung haben wir uns gefragt: Welche Formate und Interaktionsm\u00f6glichkeiten bietet die Kategorie Literatur und welche Arten von Wut gibt es \u00fcberhaupt? Und dann haben wir \u00fcberlegt, wie man beides verbinden kann. In dem Sinne ist Literatur in Form von Schreibwerkst\u00e4tten der Ort, um dieses subjektive Empfinden dort mit einzubringen. Wir halten alles nat\u00fcrlich ergebnisoffen, weil wir den Besuchern nichts vorschreiben wollen. Daher k\u00f6nnen sie auch Pers\u00f6nliches mit einbringen.\u201c<\/p>\n<h4>Professionelle Unterst\u00fctzung durch die Festivalleitung<\/h4>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich sind die drei Studierenden dabei nicht auf sich allein gestellt. \u201eUnsere direkte Ansprechpartnerin ist Julia Wessel, die die Literaturbiennale leitet. Mit ihr sind wir im regen Austausch, sowohl \u00fcber Signal als auch in w\u00f6chentlichen Besprechungen\u201c, berichtet Victoria Witzel. Zus\u00e4tzlich nehmen alle drei an den Planungsmeetings des Biennalekomitees teil, bei denen sie sich auch mit Dozentinnen und Dozenten der Uni sowie mit K\u00fcnstlern besprechen k\u00f6nnen. \u201eWir waren auch schon in den Sitzungen des Kulturb\u00fcros dabei, wo es gar nicht vordergr\u00fcndig um die Literaturbiennale ging\u201c, erg\u00e4nzt Felix Wittmeier.<\/p>\n<div id=\"attachment_91614\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1522px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-91614 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Buecher-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1512\" height=\"1035\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Interessante B\u00fccher auf der Wuppertaler Literaturbiennale &#8211; \u00a9 \u00a0UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<p>Und weiter: \u201eWichtig f\u00fcr uns war dabei, einen Eindruck von den Menschen zu bekommen, mit denen wir zusammenarbeiten und wie Entscheidungsprozesse in so einem st\u00e4dtischen Amt ablaufen. Das ist auch Teil des Praktikums, unabh\u00e4ngig von der konkreten Planung. Ein Einblick in die Arbeitsweise von kommunaler Kulturpolitik.\u201c F\u00fcr ihre Ideen erhalten die Praktikanten in den gemeinsamen Treffen auch wichtiges Feedback. Dazu Julie Osenberg: \u201eUns ist dieser Resonanzraum sehr wichtig, da wir beispielsweise den Titel und eine Funktionsbezeichnung f\u00fcr diesen Raum finden mussten. Das war unsere eigenst\u00e4ndige Aufgabe, wobei mit der Zeit eine gewisse Betriebsblindheit entstand. Daher war es auch toll in diesem Biennalekommitee und auch im Kulturb\u00fcro Feedback zu bekommen und mal zu h\u00f6ren, was m\u00f6glich ist und was nicht geht. Der Name lautet schlie\u00dflich &#8218;WTF&#8216;, also Wut trifft Freiraum.\u201c<\/p>\n<h4>K\u00fcnstlerkontakte und pers\u00f6nlicher Ansporn<\/h4>\n<p>Zu Gast auf der Literaturbiennale 2026 sind unter anderem Navid Kermani, Anja Kampmann, Helga Schubert, Jehona Kicaj und Susanne Kaiser. \u201eWir sind zurzeit mit vier Autorinnen und Autoren in Kontakt und hoffen, je nach Verf\u00fcgbarkeit, dass sie sich auch bei uns im WTF aufhalten, den Raum mitbeleben oder kleine Lesungen halten\u201c, erz\u00e4hlt Julie Osenberg, denn die Galerie 46 soll in der Zeit im besten Fall auch Schreibende und Lesende in Kontakt bringen. Vom Format dieses eigentlichen Pflichtpraktikums sind alle drei begeistert.<\/p>\n<p>\u201eInsgesamt fand ich das Konzept des Praktikums sehr \u00fcberzeugend. Zwar handelt es sich formal um ein Pflichtpraktikum, doch tats\u00e4chlich erm\u00f6glicht es ganz pers\u00f6nliche Erfahrungen und er\u00f6ffnet neue Perspektiven. Man kn\u00fcpft Kontakte zu Verlagen sowie Autorinnen und Autoren, arbeitet praxisnah und ist unmittelbar am Geschehen. Zudem kann man aktiv mitgestalten und am Ende ein konkretes Ergebnis sehen\u201c, res\u00fcmiert Victoria Witzel.<\/p>\n<p>Julie Osenberg erg\u00e4nzt: \u201eIch fand es toll, in der Ausschreibung zu lesen, dass zum ersten Mal ein Communityraum begleitend zur Biennale geplant wird und dass man sich als Studierender aktiv einbringen kann. Man erh\u00e4lt erste Einblicke in ein potentielles Berufsleben und die Bandbreite der Menschen, die man kennenlernt, ist \u00e4u\u00dferst vielf\u00e4ltig und bereichernd.\u201c<\/p>\n<p>Felix Wittmeier hat auch das konkrete Thema begeistert. \u201eIch pers\u00f6nlich finde die gesamte Aufgabe auch deshalb interessant, weil Wut etwas ist, dass jeden auf ganz unterschiedlichen Ebenen betrifft. Und es wird oft verschwiegen. Wut wird meist als sehr negativ betrachtet, und das ist vielleicht der gro\u00dfe Hauptwunsch der ganzen Aktion, zu zeigen, dass es auch ein produktives Verh\u00e4ltnis und eine produktive Auseinandersetzung damit gibt.\u201c<\/p>\n<p>Das gesamte Programm der achten Wuppertaler Literaturbiennale unter: <a href=\"https:\/\/www.wuppertal.de\/microsite\/kulturbuero\/projekte\/literaturbiennale\/literaturbiennale-neu.php\">https:\/\/www.wuppertal.de\/microsite\/kulturbuero\/projekte\/literaturbiennale\/literaturbiennale-neu.php<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wlbiennale.de\/\">https:\/\/wlbiennale.de\/<\/a><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Studierende der Bergischen Universit\u00e4t absolvieren ein spannendes Praktikum im Zuge der Literaturbiennale 2026. Bereits zum achten Mal findet die Wuppertaler Literatur Biennale auf der Talachse statt. In der Zeit vom 7. bis zum 16. Mai widmet sich das Festival f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Literatur in diesem Jahr dem Thema &#8218;Wut&#8216;. Drei Studierenden der Bergischen Universit\u00e4t kommt dabei im Zuge eines Pflichtpraktikums eine ganz besondere, verantwortungsvolle Aufgabe zu.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-91611","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-08 14:29:39","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91611","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=91611"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91611\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":91618,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91611\/revisions\/91618"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91611"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=91611"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91611"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}