{"id":9090,"date":"2016-11-06T11:05:11","date_gmt":"2016-11-06T10:05:11","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2016\/11\/06\/thomas-riedel-ich-traeume-von-einem-event-auf-dem-mond\/"},"modified":"2025-05-12T19:16:04","modified_gmt":"2025-05-12T17:16:04","slug":"thomas-riedel-ich-traeume-von-einem-event-auf-dem-mond","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2016\/11\/06\/thomas-riedel-ich-traeume-von-einem-event-auf-dem-mond\/","title":{"rendered":"Thomas Riedel: \u201eIch tr\u00e4ume von einem Event auf dem Mond&#8230;\u201c"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45904\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 913px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-45904\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Thomas-Riedel1-2.jpg\" alt=\"\" width=\"903\" height=\"623\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der weltweit erfolgreiche Unternehmern Thomas Riedel &#8211; \u00a9 Riedel Kommunikation<\/span><\/div>\n<p>Anzug und Krawatte sind f\u00fcr ihn eher eine Art Werkzeug f\u00fcr besondere Anl\u00e4sse, z.B. um begehrte Preise und Auszeichnungen, wie Emmy Awards, entgegen zu nehmen. Peter Pionke unterhielt sich mit dem au\u00dfergew\u00f6hnlichen, unkonventionellen Erfolgs-Unternehmer.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83834\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-88510200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p><strong>DS: Auch der TV-Sender RTL wurde in einer Garage gegr\u00fcndet. Sind Garagen eine gute Keimzelle f\u00fcr kreative Unternehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eDas hat sicher etwas mit dem Budget zu tun, das einem am Anfang zur Verf\u00fcgung steht. Nat\u00fcrlich w\u00fcnscht sich Jeder eine angemessene Umgebung f\u00fcr sein Vorhaben. Am Anfang kommt es aber nicht auf schicke B\u00fcros an, sondern auf Inhalte und Ideen. Und das haben RTL und wir eben gemeinsam. Wir haben auf unsere Kerninhalte Wert gelegt. Bei RTL war es ein TV-Programm, bei uns waren es Produkte, die man braucht, um im Bereich Fernsehen oder Theater Programme produzieren zu k\u00f6nnen. Unsere Kunden beurteilen uns ja nicht danach, ob unsere Produkte aus Garagen stammen oder aus gestylten B\u00fcros.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Existiert die Garage eigentlich heute noch, vielleicht so als eine Art Riedel-Museum?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eUm ganz ehrlich zu sein, war es keine Garage im eigentlichen Sinne. Das ist mehr symbolisch gemeint. Es war ein Raum im Haus meiner Eltern. Und klar spielte da auch die Garage eine Rolle, die als Art Lagerraum gedient hat. Hinter einem Vorhang des Zimmers gab es auch ein Bett, in dem ich geschlafen habe. Das Wohnzimmer war mein B\u00fcro, dort stand mein Schreibtisch, und dort habe ich auch meine ersten Funkger\u00e4te programmiert. Der zweite Firmensitz war ein alter Friseursalon in der gleichen Stra\u00dfe, der sp\u00e4ter dann wirklich als Garage genutzt wurde.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Was waren denn damals Ihre Minimalziele?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eNat\u00fcrlich hatte ich Zukunftsvisionen, aber gar nicht so im wirtschaftlichen Sinne. Ich hatte nicht das Ziel vor Augen, eine gro\u00dfe Firma zu entwickeln, sondern eigentlich hatte ich aus meinem Hobby einen Beruf gemacht. Es war f\u00fcr mich auch eine Art Experiment, ob man davon \u00fcberhaupt leben konnte. Ich habe immer mit einem halben Auge in Richtung Studium geschielt, falls es mit meiner Firma doch nicht geklappt h\u00e4tte. Auf jeden Fall wollte ich es einfach einmal versuchen. Ich bin dann durch den Spa\u00df an der Sache motiviert worden, weiter zu machen. In meinen ersten zehn Jahren als Unternehmer hat es nicht einmal einen Businessplan gegeben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Haben Sie schon 1987 daran geglaubt, dass Sie 20 Jahre sp\u00e4ter weltweit mit Ihrer Technik erfolgreich unterwegs sein w\u00fcrden?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eGanz und gar nicht! Ich mache das ja jetzt fast 30 Jahre. Und ganz ehrlich: Ich habe auch in den sp\u00e4teren Jahren nicht mit einem solch gro\u00dfen Unternehmenserfolg gerechnet. Und auch vor f\u00fcnf Jahren h\u00e4tte ich mich nicht zu wagen getraut, mir vorzustellen, wo wir heute stehen. Unsere Erwartungen wurden jedes Jahr \u00fcbertroffen. Inzwischen kann ich aus der Erfahrung heraus besser einsch\u00e4tzen, wo wir in f\u00fcnf Jahren stehen werden. Und heute habe ich auch einen Plan. Und ich gehe davon aus, dass wir uns in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren weiter vergr\u00f6\u00dfern werden. Die Frage: Haben wir das Potential und habe ich die Lust dazu? Meine Antwort lautet: Ja!\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Olympische Spiele, Fu\u00dfball-WM, Red Bull Air Race, Skirennen, Eurovision Song Contest. Was war bislang die gr\u00f6\u00dfte technische und logistische Herausforderung f\u00fcr Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eDie Herausforderungen sind schon sehr unterschiedlich. Bei Olympischen Spielen stellt Logistik die gr\u00f6\u00dfere Anforderung an uns, als die Technologie. Bei Formel-1-Rennen oder beim ESC geht es um technische Herausforderungen. Unser bislang technisch schwierigstes Projekt war der Sprung von Felix Baumgartner aus der Stratosph\u00e4re. Da haben wir etwas realisiert, was es vorher noch nie gegeben hat. Keiner wusste, ob das \u00fcberhaupt funktioniert. Wir hatten gerade einmal zwei Stunden lang die M\u00f6glichkeit, das Projekt mit einem unbemannten Testballon zu simulieren, der mit einer Flugkurve einmal kurz die Stratosph\u00e4re gekratzt hatte. Da hat unsere Technik funktioniert. Das kann man aber nicht als echten Test bezeichnen. Das war eher eine theoretische Berechnung. F\u00fcr uns war es schon eine tolle, v\u00f6llig neue Erfahrung, unsere Ger\u00e4te in einer Druckkammer der NASA testen zu d\u00fcrfen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Hatten Sie eigentlich nie die Sorge, dass Ihr Unternehmen einen Imageschaden h\u00e4tte erleiden k\u00f6nnen, falls der Sprung von Felix Baumgartner schief gegangen w\u00e4re?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eEs gibt in unserer Firma ein klares Bewusstsein daf\u00fcr, welche Bedeutung das Funktionieren unserer Leistungen hat. Ich hatte keine Sorge und schon gar keine Angst. Angst vor dem Versagen w\u00e4re in unserer Branche sehr gef\u00e4hrlich. Aber ich hatte Respekt. Denn mir war v\u00f6llig klar, dass es R\u00fcckschl\u00fcsse auf unsere Marke und unseren Erfolg gegeben h\u00e4tte, wenn unsere Technik in irgendeiner Phase versagt h\u00e4tte. Da w\u00e4re sicher bei dem einen oder anderen unserer Kunden die Frage aufgekommen: \u201aK\u00f6nnen wir uns Riedel \u00fcberhaupt noch anvertrauen?\u2018 Dieser Gefahr war ich mir durchaus bewusst.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Haben sie diesen Jahrtausend-Sprung eigentlich live verfolgt?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eIch war eine Woche vor dem eigentlichen Sprung bei einem Test vor Ort, bin dann aber wieder abgereist, weil ich gedacht habe, dass der Sprung in dem besagten Jahr nicht mehr stattfinden k\u00f6nne. Und dann ist Baumgartner ein paar Tage sp\u00e4ter doch gesprungen. Ich habe das spektakul\u00e4re Ereignis zuhause auf dem Sofa verfolgt, immer wieder mit zus\u00e4tzlichen Infos unseres Teams per SMS versorgt. Von den kleinen Problemen erfuhr ich so immer ein paar Minuten fr\u00fcher als der normale TV-Zuschauer.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Auch der gr\u00f6\u00dfte Perfektionist macht Fehler. Was war denn Ihre bisher schlimmste Panne?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eDie gab es beim Halbfinale des Eurovision Song Contests. Da ist die H\u00e4lfte der Kommentatoren-Audio-Leitungen f\u00fcr 20 Minuten ausgefallen. Das lag in unserer Verantwortung, weil wir ein Ger\u00e4t geliefert hatten, bei dem pl\u00f6tzlich ein Defekt auftrat. Das war unsere gr\u00f6\u00dfte von zum Gl\u00fcck nur ganz seltenen Pannen. Dass diese so viele TV-Zuschauer live mitbekommen haben, war nat\u00fcrlich nicht sehr elegant.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie viel sind Ihnen Ihre vielen Auszeichnungen wert \u2013 z.B. die drei Emmy Awards?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eIch gebe gerne zu, dass ich auf diese Auszeichnungen stolz bin. Egal ob es sich um internationale Preise wie die Emmy Awards oder um den Wuppertaler Wirtschaftspreis handelt. Es ist sch\u00f6n, wenn man ein solches Feedback f\u00fcr seine Arbeit bekommt. Wir Menschen werden ja alle gerne gelobt. Da bin ich sehr emotional, freue mich vor allem f\u00fcr unser Team, aber auch f\u00fcr mich pers\u00f6nlich.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Rechnen Sie eigentlich in Ihrer Branchen in den n\u00e4chsten Jahren mit irgendeiner bahnbrechenden technischen Revolution?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eDie findet gerade statt. Unsere Technologie ver\u00e4ndert sich gerade auf IP, also auf Internet-Protokoll. Das, was wir ja in unserem Alltag bereits \u00fcberall wahrnehmen, dass alle elektronischen Ger\u00e4te miteinander kommunizieren, dass beispielsweise unser K\u00fchlschrank mit unserem Smartphone spricht, \u00fcber W-Lan oder \u00fcber Bluetooth, das h\u00e4lt gerade auch in unserer Fernseh- und Event-Branche Einzug. Hier wandeln sich bislang geschlossene Technologien zu offenen Technologien, die IP-basiert sind. Das ist eine echte Revolution f\u00fcr die Branche. Es wird erwartet, dass vieles jetzt billiger wird, weil vieles, was fr\u00fcher von Hardware geleistet wurde, jetzt von Software \u00fcbernommen wird. Eine echte Herausforderung auch f\u00fcr uns. Wir brauchen jetzt viel mehr Leute, die sich mit Software auskennen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: F\u00fchlen Sie sich in dem Punkt gut aufgestellt?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eWir sind da sehr gut aufgestellt. Wir haben in den letzten Jahren sehr viele Software-Spezialisten eingestellt. Das bedeutet aber auch f\u00fcr das bestehende Team, und auch f\u00fcr mich, dass wir alle noch einmal neu dazulernen m\u00fcssen. Das ist ein wenig so, als m\u00fcsste man noch einmal zur Schule gehen. Diese Herausforderung nehmen wir gerne an. Das macht mir Spa\u00df, sonst w\u00fcrde es ja auch langweilig.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Woran t\u00fcfteln denn Ihre Entwickler derzeit?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eWir arbeiten derzeit an neuen Kommunikationsger\u00e4ten f\u00fcr die drahtlose Kommunikation im Bereich Theater, Fernsehen und Events. Da werden wir Mitte 2017 eine komplett neue Technologie vorstellen. Mehr kann ich da noch nicht verraten. Von der neuen Technologie versprechen wir uns sehr viel. Wir besch\u00e4ftigen 85 Entwicklungs-Ingenieure bei 450 Mitarbeitern insgesamt. Allein daran wird klar, dass der Anteil, den wir in neue Technologie investieren, erheblich ist. Das bringt Zukunftssicherheit. Wir verschaffen uns damit einen Vorsprung gegen\u00fcber dem Wettbewerb. Denn der muss dann erst einmal diesen Vorsprung aufholen. Wir diskutieren intern auch \u00fcber ein neues Intercom-System. F\u00fcr die n\u00e4chste Generation unserer Kern-Technologie planen wir mit einer Entwicklung von 50-Mann-Jahren. 50 Jahre sind ja mehr als ein Arbeitsleben. Deshalb lassen wir f\u00fcr das Zukunftsprojekt auch nicht nur eine Person forschen. Stattdessen werden 25 Experten gleichzeitig zwei Jahre lang an der Entwicklung des neuen Intercom-Systems arbeiten. So kommt man dann auf 50-Mann-Jahre.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wird denn aus Ihrem Hause in naher Zukunft innovative Technik auf den Markt kommen, die f\u00fcr jedermann sichtbar ist?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eDamit ist nicht zu rechnen, denn wir entwickeln und produzieren nicht f\u00fcr den Consumer-Markt.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_45906\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45906\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Thomas-PR-2017-lowres_10-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"682\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Thomas Riedel &#8211; \u00a9 Riedel Communkation<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: K\u00f6nnten Sie sich vorstellen, dass irgendwann die Bundesliga-Schiedsrichter mit Kameras ausgestattet werden, damit der Zuschauer den gleichen Blickwinkel erh\u00e4lt und so erkennen kann, wie schwierig es oft f\u00fcr die Schiedsrichter ist, die richtige Entscheidung zu treffen?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eDas w\u00e4re technisch sogar schon heute m\u00f6glich. Ob das wirklich Sinn macht, ist eine ganz andere Frage. Wir haben f\u00fcr die Formel-1 viele Dinge entwickelt, die es vorher nicht gab. Die komplette Kommunikation zwischen Fahrer und Team l\u00e4uft ja \u00fcber unsere Technologie. Ohne diese Technologie w\u00e4re ein solches Rennen heute gar nicht mehr m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie gro\u00df ist eigentlich in Ihrer Branche der Konkurrenzdruck?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eEs gibt nicht eine Firma, die in Bezug auf das Gesamtangebot eine Konkurrenz f\u00fcr uns w\u00e4re. Wir stehen sehr stabil im Markt. Es gibt lediglich in einigen Teilbereichen, die wir abdecken, eine Hand voll Wettbewerber. Unser Bestreben ist immer, m\u00f6glichst viele Teilbereiche in einem Projekt aus einer Hand anzubieten, dann f\u00e4llt es den Wettbewerbern schwer, darauf eine Antwort zu finden. Dann m\u00fcssen sich mehrere von ihnen zusammentun, um ein Gegenangebot abgeben zu k\u00f6nnen. Nur wenn der Kunde aus kaufm\u00e4nnischer Strategie filetiert, sich also ganz bewusst f\u00fcnf Lieferanten f\u00fcr f\u00fcnf Teilbereiche sucht, kann es sein, dass wir auch einmal ein Projekt verlieren.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Gib es irgendein Event oder ein Projekt, dass sie gern einmal mit Ihrer Technik ausstatten w\u00fcrden?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eWir machen ja auch heute schon tolle, spannende Projekte. Aber ich tr\u00e4ume davon, einmal ein tats\u00e4chliches Weltraum-Projekt zu realisieren. Irgendwann wird es ein Event auf dem Mond geben. Und dieses werde ich hoffentlich noch erleben und dann dabei sein. Ich habe aber auch eine Affinit\u00e4t zu Events der Vergangenheit, bei denen ich gern mit unserer Technologie dabei gewesen w\u00e4re, z.B. bei den Beatles-Konzerten.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie ist es in Ihrem Unternehmen um den Nachwuchs bestellt?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eDas ist eine der Herausforderungen unserer Zeit. Unser Erfolg in Deutschland basiert darauf, dass wir hier gut ausgebildete Menschen haben. Was die Nachwuchsf\u00f6rderung angeht, stehen wir alle in der Verantwortung, auch wir als Unternehmen. Deswegen bilden wir massiv aus. Und wir holen auch Leute aus allen Ebenen zu uns. Ob das Fl\u00fcchtlinge sind, die bei uns ein Praktikum oder eine Ausbildung machen, ob das Auszubildende sind, die aus verschiedensten Schultypen kommen oder ob das Studenten sind. Wir nutzen da die ganze Bandbreite. Zu uns sto\u00dfen auch Leute, die ihre Doktorarbeit geschrieben haben. Und wir achten auch darauf, dass der Alters-Mix stimmt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie erkl\u00e4ren Sie eigentlich den ausl\u00e4ndischen Mitarbeitern in Ihren weltweit angesiedelten Niederlassungen, wo Wuppertal liegt?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eIch sage ganz einfach: Wuppertal ist da, wo wir sind! Wenn ich weiter gefragt werde, nenne ich ein paar St\u00e4dte, die um Wuppertal herumliegen. International gesehen gibt es doch ohnehin nur wenige deutsche St\u00e4dte, die wirklich bekannt sind, abgesehen von M\u00fcnchen, Berlin oder Hamburg. Ich stelle dann mehr die Region um D\u00fcsseldorf oder K\u00f6ln heraus.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Haben Sie eigentlich nie mit dem Gedanken gespielt, als Globalplayer den Firmen-Hauptsitz nach Berlin, Hamburg, M\u00fcnchen oder K\u00f6ln zu verlegen?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eDar\u00fcber habe ich in der Tat nachgedacht. 2003 was das ganz akut. Da hatten wir Standorte in Berlin, im Frankfurter Raum und in Wuppertal. Und da habe ich mich gefragt, wo macht es Sinn, zu wachsen? Am Ende hat sicher auch der emotionale Aspekt, dass ich als geb\u00fcrtiger Wuppertaler mit der Stadt verwurzelt bin, eine Rolle gespielt. Aber es gab auch viele sachliche Argumente. Wuppertal hat eine Menge Standortvorteile. Die Gr\u00f6\u00dfenordnung an Fl\u00e4che, die wir hier belegen, w\u00e4re in anderen St\u00e4dten gar nicht finanzierbar. Trotzdem muss ich zugeben, wenn ich heute bei null starten w\u00fcrde und \u00fcberlegen m\u00fcsste, wo ich leben und mein Unternehmen aufbauen wollte, w\u00e4re Berlin eine spannende Option. Ich bin hier aber nicht ungl\u00fccklich. Ich halte Wuppertal heute f\u00fcr eine ebenso spannende Stadt. Was die Entwicklungsm\u00f6glichkeiten in den n\u00e4chsten zehn Jahren angeht, ist Wuppertal f\u00fcr Macher der Ort schlechthin.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind Wuppertal-Botschafter, was haben Sie mit Ihren Mitstreitern in dieser Funktion bisher f\u00fcr Wuppertal bewirken k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eDas m\u00fcssen am Ende Andere beurteilen. Ich kann nur sagen, dass ich ernsthaft f\u00fcr Wuppertal einstehe, weil ich wei\u00df, was f\u00fcr die Stadt gut ist, das ist auch f\u00fcr uns als Unternehmen gut. Ich betone als Wuppertal-Botschafter auf meinen Auslands-Reisen immer wieder, dass Wuppertal und Umgebung eine sehr spannende Region sind. So habe ich innerhalb der Fernseh- &amp; Event-Szene erreicht, dass eine menge Leute, die vorher noch nie von Wuppertal geh\u00f6rt hatten, jetzt zumindest wissen, dass es die Stadt gibt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Was erhoffen Sie sich von solchen Leuchtturm-Projekten wie dem neuen D\u00f6ppersberg oder dem Pina Bausch-Zentrum?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eIch w\u00fcrde auch noch die Nordbahntrasse und Utopia-Stadt in diesem Zusammenhang hervorheben. Pina Bausch war f\u00fcr Wuppertal ein gro\u00dfes Geschenk. All diese Projekte sind wichtig f\u00fcr die Stadt, es ist aus meiner Sicht auch nicht so entscheidend, darauf zu schauen, ob man jetzt exakt das Budget und den Zeitplan einh\u00e4lt. Budget und Zeitplan sind immer wichtig. Aber wenn man sich beispielsweise die Oper in Sydney anschaut &#8211; dort wurde auch mit einem Faktor zehn oder mehr das Budget \u00fcberzogen und der Zeitplan nicht eingehalten. Und heute ist die Oper das Wahrzeichen Australiens. Und Jeder sagt, es ist jeden einzelnen Dollar wert.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: In diese Aufbruchstimmung passt ja auch der WSV. Wie sehen Sie denn die Entwicklung beim Wuppertaler Traditionsverein?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eIch kenne mich mit Fu\u00dfball nicht aus. Fu\u00dfball ist aber auf jeden Fall ein Thema, das ganz viele Menschen interessiert, deshalb kann man es nicht ignorieren. Es ist toll, dass der WSV aufgestiegen ist. Und zu einer Gro\u00dfstadt wie Wuppertal geh\u00f6rt ein Fu\u00dfballverein, der ein gewisses Standing hat. Und wenn man an die erfolgreiche Vergangenheit ankn\u00fcpfen kann, dann ist das gro\u00dfartig. Und ich habe da so ein paar Vorstellungen, wie man die Fu\u00dfball- mit der Kultur-Szene zusammenf\u00fchren k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie verbringen Sie eigentlich Ihre Freizeit?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eIch unterscheide nicht zwischen Arbeitszeit und Freizeit. F\u00fcr mich gibt es nur Lebenszeit. Aber ich bin durchaus in der Lage, einmal nichts zu tun oder mich als Nicht-Fu\u00dfball-Fan mit dem WSV auseinander zu setzen. Hobbies im eigentlichen Sinne habe ich nicht. Ein solch facettenreiches Unternehmern zu f\u00fchren und sich gleichzeitig in vielen unterschiedlichen Gremien kreativ einzubringen, das ist schon Hobby genug.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welcher Musikanlage vertrauen Sie denn privat?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eIch habe zuhause gar keine Musikanlage. Ich besitze nur einen gro\u00dfen Fernseher.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie definieren Sie f\u00fcr sich pers\u00f6nlich Gl\u00fcck?<\/strong><\/p>\n<p>Thomas Riedel: \u201eIch kann das nicht genau definieren. Ich kann aber f\u00fcr mich sagen, dass ich ein gl\u00fccklicher Mensch bin. Ich hatte eine sehr gute Basis, ich habe tolle Eltern, ich bin in einem sicheren, wohlhabenden Land aufgewachsen und ich hatte die Chance und den Ehrgeiz, bei null anzufangen und ein spannendes, facettenreiches Unternehmen aufzubauen. Das macht mich zufrieden und gl\u00fccklich.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das sehr offene, spannende Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er ist einer der erfolgreichsten Unternehmer Wuppertals. Jahr f\u00fcr Jahr \u00fcbertrifft er seine eigenen Ziele. Seine Firma Riedel Communications besch\u00e4ftigt 450 Mitarbeiter an 19 Standorten weltweit. Ein echter Globalplayer also. Doch Thomas Riedel selbst ist im Herzen eigentlich ein T\u00fcftler geblieben, der gr\u00f6\u00dften Wert auf Teamwork legt und legere Kleidung liebt.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":9089,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[],"class_list":["post-9090","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-20 17:13:35","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9090","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9090"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9090\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":83899,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9090\/revisions\/83899"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9089"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9090"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9090"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9090"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}