{"id":90830,"date":"2026-03-25T14:20:08","date_gmt":"2026-03-25T13:20:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=90830"},"modified":"2026-03-26T15:02:18","modified_gmt":"2026-03-26T14:02:18","slug":"das-grosse-abschiedsgeschenk-von-patrick-hahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/03\/25\/das-grosse-abschiedsgeschenk-von-patrick-hahn\/","title":{"rendered":"Das gro\u00dfe Abschiedsgeschenk von Patrick Hahn"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_90833\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90833 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Bild-6-1-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dirigent Patrick Hahn mit der Koloratursopranistin Juliane Zara, die den Part der Woglinde sang &#8211; \u00a9 Yannick Dietrich<\/span><\/div>\n<p>Der Beifall f\u00fcr das hervorragende Ensemble, das brillante st\u00e4dtische Sinfonieorchester Wuppertal, den charismatischen \u00d6sterreicher Patrick Hahn, die phantastische Lichtregie von Pascal Sch\u00fcller und die geschickte Personenf\u00fchrung durch Fabio Rickenmann im beeindruckenden Saal der Historischen Stadthalle Wuppertal wollte nicht enden. Es war in der Tat ein einmaliges Konzertprojekt, das Text, Musik und Regie zu einem Gesamtkunstwerk verband. Die vielger\u00fchmte Akustik der Halle, das spektakul\u00e4re Raumgef\u00fchl unter seiner 17 Meter hohen Decke, mit seinen\u00a0 Ausschm\u00fcckungen und Galerien begeisterte einmal mehr.<\/p>\n<h4>Das kulturelle Ged\u00e4chtnis Deutschlands<\/h4>\n<p>Doch wie l\u00e4sst sich der gro\u00dfe Zuspruch auch im 21. Jahrhundert noch erkl\u00e4ren?\u00a0 Es ist das kulturelle Ged\u00e4chtnis Deutschlands, einer Achterbahn durch die dunklen und hellen Kapitel. Richard Wagners &#8222;Ring des Nibelungen\u201c (Urauff\u00fchrung des kompletten Zyklus 1876) ist ein kulturelles Monument, ein psychologisches Mammutprojekt, in dem historisch betrachtet die deutsche Identit\u00e4t von einer heroischen Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung bis hin zum totalen Untergang alles darin steckt. Gesehen wird darin auch die Sehnsucht nach Helden, aber auch die historischen Abgr\u00fcnde. Der \u201eRing\u201c ist letztlich das Portr\u00e4t einer Gesellschaft, die an ihren eigenen Regeln und ihrer Gier zerbricht.<\/p>\n<p>Dabei wollte Wagner mit dem \u201eRing\u201c wohl zun\u00e4chst nichts Geringeres als eine neue Form der Kunst erschaffen. Und zwar in einer Zeit, in der Deutschland als Nationalstaat noch in den Kinderschuhen steckte. Wagner aber hat auch die Musikgeschichte revolutioniert. Ohne seine Innovation g\u00e4be es heute keinen Soundtrack von &#8222;Star Wars&#8220; oder &#8222;Der Herr der Ringe&#8220;.<\/p>\n<div id=\"attachment_90834\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90834 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Bild-5-1-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Beeindruckende Atmosph\u00e4re in der Historischen Stadthalle bei Richards Wagner &#8222;G\u00f6tterd\u00e4mmerung&#8220; &#8211; \u00a9 Yannick Dietrich<\/span><\/div>\n<h4>Wagner hat die Musikgeschichte revolutioniert<\/h4>\n<p>Die Handlung in K\u00fcrze: Zu Beginn raubt der Nibelung Alberich (Johann Goltz) dem Rhein das Rheingold, das die Macht hat, alles zu beherrschen und schmiedet daraus einen Ring. Daf\u00fcr zahlt er einen hohen Preis: Er muss fortan der Liebe entsagen. G\u00f6ttervater Wotan hat sich von den Riesen Fafner und Fasolt eine Burg bauen lassen und ihnen als Bezahlung die G\u00f6ttin Freia versprochen. Doch Wotan \u00fcberlegt es sich dann anders und will die Riesen mit Alberichs Ring entlohnen. Wotan raubt Alberich den Ring, worauf dieser den Ring verflucht. Der Fluch zeigt Wirkung: Fafner erschl\u00e4gt seinen Bruder und zieht mit dem Ring davon.<\/p>\n<p>Jahre sp\u00e4ter kommt Siegfried (Benjamin Bruns) ins Spiel, der nicht wei\u00df\u00a0 dass er zu Wotans Plan geh\u00f6rt, die Welt vom Fluch des Ringes zu erl\u00f6sen. Er nimmt den Ring nach einem Kampf an sich, verliebt sich in Br\u00fcnnhilde\u00a0 (Catherine Foster) und \u00fcberl\u00e4sst ihr den Ring als Liebespfand. Siegfried wird ein Zaubertrank eingefl\u00f6\u00dft, worauf dieser Br\u00fcnnhilde vergisst und sich in Gutrune (Sofia Fomina) verliebt. Siegfried nimmt Br\u00fcnnhilde den Ring wieder ab, worauf diese Hagen (Ain Anger) aus Rache Siegfrieds verwundbare Stelle verr\u00e4t.<\/p>\n<p>Br\u00fcnnhilde l\u00e4sst einen Scheiterhaufen f\u00fcr Siegfried errichten, ehe sie ihren gr\u00e4sslichsten Verrat erkennt, dass Siegfried schuldlos war und t\u00f6tet Hagen. Siegfried, sieht in seiner letzten Stunde wieder klar und weiss um seine Liebe zu Br\u00fcnnhilde. Br\u00fcnnhilde st\u00fcrzt sich zu ihrem Geliebten in das Feuer. Walhall (\u201eDie Halle des Erschlagenen&#8220;) geht in Flammen auf, die Rheint\u00f6chter ziehen Hagen in die Tiefe und erlangen den Ring zur\u00fcck. Darauf tritt der Rhein \u00fcber seine Ufer und die Rheint\u00f6chter holen sich zur\u00fcck, was ihnen geh\u00f6rt: Den Ring.<\/p>\n<div id=\"attachment_90835\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90835 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Bild-8-1-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ain Anger als &#8222;Hagen&#8220; (M.), Bariton Joachim Goltz (r.) als &#8222;Alberich&#8220;. Links Dirigent und Generalmusikdirektor Patrick Hahn &#8211; \u00a9 Yannick Dietrich<\/span><\/div>\n<h4>Text, Musik und Regie als Gesamtkunstwerk<\/h4>\n<p>Die Wuppertaler \u201eG\u00f6tterd\u00e4mmerung\u201c zeigte den \u00e4ltesten Kern des ganzen \u201eRinges\u201c nach dem Stoff der Nibelungensage, die urspr\u00fcnglich als \u201eSiegfrieds Tod\u201c konzipiert war. Gro\u00dfe Chorszenen, Terzette der Verschw\u00f6rungen, feierliche Schw\u00fcre, einen Trauermarsch sowie ein monumentales Schlussbild begeisterten.<\/p>\n<p>Mit Patrick Hahn nimmt der wohl interessanteste Dirigent und Komponist seiner Generation Abschied von Wuppertal. Er wurde am 17. Juli 1995 in Graz geboren und begann seine musikalische Karriere als Knabensolist bei den Grazer Kapellknaben. Mit 26 wurde er j\u00fcngster Generalmusikdirektor Deutschlands bei den Wuppertaler B\u00fchnen und dem Wuppertaler Sinfonieorchester, das er seitdem geformt hat. Man darf sicher sein, dass von ihm auch in Zukunft noch einiges zu h\u00f6ren sein wird.<\/p>\n<p><b>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wuppertal erlebte in der viermal ausverkauften Historischen Stadthalle mit Richard Wagners \u201eRing des Nibelungen\u201c einen ungetr\u00fcbten Wagner-Genuss in vier konzertanten Teilen, wie man ihn sonst auch in Bayreuth trifft. Ein gro\u00dfartiges musikalisches Abschiedsgeschenk von Generalmusikdirektor Patrick Hahn und dem Sinfonieorchester Wuppertal mit international renommierten S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern. Es fand vor beeindruckender Kulisse mit der \u201eG\u00f6tterd\u00e4mmerung\u201c am Sontag nach etwa sechs Stunden (incl. zwei Pausen a\u2019 40 Minuten) seinen frenetisch gefeierten Abschluss.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-90830","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-19 08:57:30","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90830","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=90830"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90830\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90850,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90830\/revisions\/90850"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90830"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=90830"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90830"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}