{"id":90787,"date":"2026-03-20T17:36:24","date_gmt":"2026-03-20T16:36:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=90787"},"modified":"2026-03-20T17:36:24","modified_gmt":"2026-03-20T16:36:24","slug":"kz-ueberlebender-altmann-mit-103-jahren-gestorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/03\/20\/kz-ueberlebender-altmann-mit-103-jahren-gestorben\/","title":{"rendered":"KZ-\u00dcberlebender Altmann mit 103 Jahren gestorben"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_90794\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90794 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Altmann-Juni-2009-BAS-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"454\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Auschwitz-\u00dcberlebende Jacques Altmann ist jetzt im Alter von 103 Jahren in Paris gestorben- \u00a9 Begegnungsst\u00e4tte Alte Synagoge<\/span><\/div>\n<p>Jacques Altmann, der eigentlich Adolf mit Vornamen hie\u00df, nahm nach dem Krieg den Namen seines von den Nazis ermordeten j\u00fcngeren Bruders Jakob (Jacques) an.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span>Er wurde am 3. M\u00e4rz 1923 als zweiter Sohn des Schneiders Sucher Altmann und seiner Frau Dina Schwarz in Elberfeld geboren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>In der Paradestra\u00dfe 29 betrieben die Eltern eine Schneiderei. 1932 zog die Familie nach Dortmund um, aber weil der Vater im Verdacht stand, Kommunist zu sein, verlie\u00df<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>die mittlerweile f\u00fcnfk\u00f6pfige Familie schon kurz nach der nationalsozialistischen Macht\u00fcbernahme Deutschland und fl\u00fcchtete nach Frankreich. Dort lie\u00df sie sich in Nancy, sp\u00e4ter dauerhaft in Romainville bei Paris nieder. Auch hier verdienten die Altmanns ihren Lebensunterhalt mit einer Schneiderei. In Romainville wurden nach den drei S\u00f6hnen nun noch zwei weitere geboren.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Jacques, der Sportler und leidenschaftlicher Boxer war, wurde 1941 zum ersten Mal verhaftet, weil er sich in eine Schl\u00e4gerei mit Nazis verwickeln lie\u00df, die das Gesch\u00e4ft seines Vaters mit NS-Propaganda beklebt hatten. Er landete in einem Pariser Gef\u00e4ngnis, konnte durch ein Fenster entkommen und fl\u00fcchtete auf einem Polizeifahrrad nach Sabl\u00e9 in der Sarthe, sp\u00e4ter nach Nantes.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_90792\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 616px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90792\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Bild-20.03.26-um-16.55.jpeg\" alt=\"\" width=\"606\" height=\"734\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein Familienfoto der Altmanns aus gl\u00fccklichen Zeiten &#8211; \u00a9 Begegnungsst\u00e4tte Alte Synagoge<\/span><\/div>\n<p>Dort schloss er sich unter falschem Namen einer Widerstandsgruppe an, die in ihrer Autoreparaturwerkstatt vor allem Wehrmacht-LKW durch Sabotage untauglich machte. Aber im Rahmen einer Razzia flog Jacques Altmanns wahre Identit\u00e4t auf. Er wurde sofort verhaftet und in das Durchgangslager nach Drancy bei Paris verbracht, um am 10. Februar 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz (Polen) deportiert zu werden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Dort waren seine Eltern und seine vier Br\u00fcder bereits im Jahr zuvor, am 3. November 1942, von den Nazis ermordet worden. In Auschwitz wurde Jacques Altmann dem Kommando &#8222;Kanada&#8220; zugeteilt, das an der so genannten \u201eRampe\u201c, der Ort, an dem die Deportationsz\u00fcge ankamen und an dem die sogenannte Selektion der H\u00e4ftlinge stattfand, \u00a0arbeiten musste. Sp\u00e4ter wurde er in die Effektenabteilung zwangsversetzt, der zentralen Verwaltungsstelle, die f\u00fcr die Registrierung, Lagerung und den Weiterversand der pers\u00f6nlichen Habe der deportierten und ermordeten H\u00e4ftlinge zust\u00e4ndig war. Im Oktober 1944 wurde Altmann nach Ohrdruf, einem Au\u00dfenlager von Buchenwald, \u00fcberstellt, wo er im April 1945 von amerikanischen Truppen befreit wurde. Jacques Altmann war der einzige \u00dcberlebende seiner Familie.<\/p>\n<p>In der Dauerausstellung der Begegnungsst\u00e4tte Alte Synagoge, die Jacques Altmann mit seiner Frau Lucie mehrfach besucht hat, ist ein lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Video zu sehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_90795\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90795 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/IMG_4346.jpeg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Nummer, die Jacques Altmann in Auschwitz von den Nazis auf den Arm t\u00e4towiert wurde &#8211; \u00a9 Begegnungsst\u00e4tte Alte Synagoge<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trauer um Jacques Altmann! Der in Elberfeld geborene Holocaust-\u00dcberlebende ist am 13. M\u00e4rz in Paris im Alter von 103 Jahren gestorben. Das teilt die Leitung der Begegnungsst\u00e4tte Alte Synagoge mit und spricht der Familie ihr Beileid aus.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-90787","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wuppertal"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-12 18:26:06","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90787","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=90787"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90787\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90796,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90787\/revisions\/90796"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90787"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=90787"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90787"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}