{"id":90600,"date":"2026-04-05T13:38:29","date_gmt":"2026-04-05T11:38:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=90600"},"modified":"2026-04-08T18:51:04","modified_gmt":"2026-04-08T16:51:04","slug":"kabarettist-alfons-ein-kuenstler-der-farbe-bekennt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/04\/05\/kabarettist-alfons-ein-kuenstler-der-farbe-bekennt\/","title":{"rendered":"Kabarettist Alfons: Ein K\u00fcnstler, der Farbe bekennt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_90617\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1694px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90617 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/alfons_-_le_best_of__300dpi_Foto_Guido-Werner-2.jpg\" alt=\"\" width=\"1684\" height=\"1386\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Viele kennen den erfolgreichen Kabarettisten Emmanuel Peterfalvi nur unter seinem K\u00fcnstlernamen Alfons &#8211; \u00a9 Guido Werner<\/span><\/div>\n<p>Emmanuel Peterfalvi alias Alfons geht es nicht nur darum, sein Publikum zu unterhalten und mit Geschichten zum Lachen zu bringen. Er ist auch ein politischer Mensch, der auch auf der B\u00fchne Farbe bekennt und klar seine Meinung sagt. Nicht zuletzt deswegen wurde ihm 2021 f\u00fcr \u201eHerausragende Verdienste f\u00fcr Kultur, Toleranz und Humanit\u00e4t\u201c das Bundesverdienstkreuz verliehen. Auch mit seiner vor kurzem gegr\u00fcndeten &#8222;Grand M\u00e9re-Stiftung&#8220; setzt sich Emmanuel Peterfalvi f\u00fcr Menschlichkeit und Demokratie ein.<\/p>\n<p>Seine Wuppertaler Fans d\u00fcrfen sich auf den 18. April 2026 (20:00 Uhr) freuen. Da tritt Alfons im Kulturzentrum Immanuel mit seinem Programm &#8222;Le Best of&#8220; auf, pr\u00e4sentiert vom &#8222;Salon Knallenfalls.<\/p>\n<p>Im Rahmen unserer Interview-Reihe &#8222;Hand aufs Herz&#8220; haben wir uns mit dem beeindruckenden, sympathischen K\u00fcnstler Emmanuel Peterfalvi (58) alias Alfons unterhalten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83834\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-88510200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p><b>DS: Sie haben schon als Kind mit einem Kassettenrekorder Erwachsene interviewt. Worum ging es in diesen Gespr\u00e4chen?<\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eIch bekam im Alter von sechs Jahren einen kleinen Kassettenrecorder mit Mikrofon geschenkt. Damals mussten wir in Frankreich in der Schule viele Referate halten. Da hatte ich die Idee, diese nicht mehr in schriftlicher Form vorzubereiten, sondern die Leute zu den gew\u00fcnschten Themen mit dem Mikrofon zu interviewen. Ich habe beispielsweise einen Pariser Metrofahrer gefragt, ob ich ihn w\u00e4hrend der U-Bahn-Fahrt interviewen d\u00fcrfe. Der Typ gesagt: \u201akein Problem, steige einfach ein\u2018. Ich bin zweimal mit ihm die gleiche Linie gefahren, durfte eine Station sogar selbst fahren. Heute aus Sicherheitsgr\u00fcnden undenkbar! Unterwegs habe ich meine Fragen, seine Antworten und auch die Fahrger\u00e4usche mit meinem<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Kassettenrekorder aufgezeichnet. Und das fertige Ergebnis musste sich meine Klasse dann hinterher anh\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Sie waren dann auch mit zwei Schulfreunden Betreiber eines Piratensenders. Welche Programm-Schwerpunkte hatten Sie denn da?<\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eDas Mikrofon hat mich nie mehr losgelassen. Es ist meine Passion. Ich wollte unbedingt Radio machen. Das wurde m\u00f6glich, als der sp\u00e4tere franz\u00f6sische Staatspr\u00e4sident Francois Mitterrand versprach: \u201aWenn ich gew\u00e4hlt werde, darf jeder einen Radiosender gr\u00fcnden\u2018. Er wurde dann gew\u00e4hlt und \u00fcber Nacht gab es in Paris 150 neue Radiosender. Meine zwei Kumpel und ich hatten einen Bekannten, der sich in Elektronik auskannte. Und der bastelte uns die Sende-Technik zusammen. Wir haben dann gesendet. Doch dann wurde uns aber schnell klar, dass wir eigentlich keine Ahnung hatten, was wir eigentlich senden wollten. Wir haben also im Prinzip Radio ohne Inhalte gemacht &#8211; so wie das heute fast alle Sender tun (lacht). Wir waren aber die ersten und m\u00e4chtig stolz darauf.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_90612\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90612 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/02_Alfons_Le-Best-Of_quer_Foto_Guido-Werner_kl-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1709\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Alfons verbreitete gerne gute Laune, er schl\u00e4gt aber immer wieder ernstere, nachdenkliche T\u00f6ne an &#8211; \u00a9 Guido Werner<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Nach Deutschland sind Sie 1991 gekommen, weil Sie keinen Bock auf den Milit\u00e4rdienst in Ihrem Heimatland Frankreich hatten. Gab es damals schon Pl\u00e4ne, einmal ein erfolgreicher Kabarettist zu werden?<\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eAbsolut nicht. Ich kam tats\u00e4chlich nach Deutschland, um meinen Milit\u00e4rdienst, der 16 Monate gedauert h\u00e4tte, nicht antreten zu m\u00fcssen. Damals war f\u00fcr mich eigentlich klar, dass ich nach dieser Zeit direkt wieder nach Frankreich zur\u00fcckkehren w\u00fcrde. Ich wusste nur, dass ich beruflich irgendetwas mit Radio oder Fernsehen machen wollte. Vielleicht Journalist. Ich bin dann letztlich geblieben, weil mir dieses Land sehr gut gefallen hat.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Was sch\u00e4tzen Sie denn an den Deutschen, die ja eher den Ruf genie\u00dfen, pessimistisch zu sein und \u00fcber vieles zu meckern?<\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eIch habe wirklich f\u00fcr mich sehr viele wertvolle Dinge in Deutschland entdeckt, die selbst die meisten Deutschen gar nicht erkennen oder richtig sch\u00e4tzen. Deshalb ist es auch Teil meines Berufs geworden, den Deutschen zu sagen: \u201aSchaut einmal, wie toll Ihr das macht, auch wenn Ihr das selbst gar nicht glaubt\u2018.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Aber von dieser Erkenntnis bis hin zum erfolgreichen Kabarettisten war es doch wohl noch ein weiter Weg? <\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eDas stimmt nat\u00fcrlich. Ich sp\u00fcrte einerseits, dass mir das Fernsehmachen richtig viel Spa\u00df bereitete. Ich habe es zugegebenerma\u00dfen auch genossen, dass mich Menschen auf der Stra\u00dfe ansprachen und mir erkl\u00e4rten, ich sei toll. Das war sch\u00f6n f\u00fcr mein Ego, aber nicht das, was mich wirklich gl\u00fccklich machte. Das habe ich erst sp\u00e4ter entdeckt: Mein Ding ist es, den Leuten Geschichten zu erz\u00e4hlen. Geschichten, die lustig sind, aber auch Geschichten, die das Herz ergreifen. Ich liebe es, wenn die Menschen lachen, aber auch, wenn sie still und nachdenklich sind und manchmal sogar feuchte Augen haben. Es ist die Mischung aus beiden Gef\u00fchlen. Das hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Es gab 1991 und auch sp\u00e4ter keinen richtigen Karriereplan. Ich wei\u00df auch nicht, was ich in f\u00fcnf Jahren machen werde.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Wie ist der K\u00fcnstlername \u201eAlfons\u201c eigentlich entstanden?<\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eDer Name ist irgendwie vom Himmel gefallen. Ich habe zun\u00e4chst die orangefarbene Trainingsjacke entdeckt. Und da dachte ich, jetzt brauchst Du auch noch einen passenden K\u00fcnstlernamen und so kam ich ganz zuf\u00e4llig auf Alfons.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Wo haben Sie denn \u00fcberhaupt die ber\u00fchmte orangefarbene Trainingsjacke aufgetrieben?<\/b><\/p>\n<p>\u201eDas ist eine lustige Geschichte: Die schrille Jacke habe ich in einem Kost\u00fcmfundus in Hamburg entdeckt. Die Jacke stammt aus der DDR und ist aus dem Kunststoff Dederon, dem Nylon des Ostens. Ich habe dann mit dem auff\u00e4lligen Kleidungsst\u00fcck meine ersten Umfragen gedreht und wollte die Jacke dann dem Kost\u00fcmfundus abkaufen. Das wurde aber mit der Begr\u00fcndung abgelehnt: \u201aBei uns kann man nichts kaufen, sondern nur mieten\u2018. Dann habe ich das Teil gemietet und gemietet, bis ich irgendwann ein Verm\u00f6gen daf\u00fcr ausgegeben hatte. Als man mir die Jacke dann immer noch nicht verkaufen wollte, habe ich den Kost\u00fcmverleiher gefragt, was es denn kosten w\u00fcrde, wenn ich die Jacke verliere. Kurz danach geh\u00f6rte sie dann mir.\u201c (lacht)<\/p>\n<div id=\"attachment_90613\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90613 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Alfons_Schule_Hardtberg-Bonn_02.12.23_01-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1560\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Alfons als Demokratie-Lehrer bei einem Auftritt in einer Bonner Schule f\u00fcr sein Projekt &#8222;Alfons spielt f\u00fcr Schulen&#8220; &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Stimmt es wirklich, dass die ber\u00fchmte orangefarbene \u201eKutte\u201c, mit der Sie sich bei Ihren Auftritten schm\u00fccken, immer noch das Original ist. Waschen Sie diese gar nicht oder nur im Schongang?<\/b><\/p>\n<p>Alfons \u201eJa, das stimmt! Ich suche seit Jahren wie ein Verr\u00fcckter nach einer zweiten Jacke. Es muss ja genau die gleiche sein. Ich habe in Ostdeutschland alles versucht, Anzeigen in Zeitungen geschaltet und sogar Aufrufe im Fernsehen. Gestartet. Die Menschen im Osten sind wirklich sehr nett und schicken mir auch heute noch Trainingsjacken aus DDR-Zeiten zu. Ich habe inzwischen eine echte Sammlung von komischen Jacken aus der Deutschen Demokratischen Republik, aber halt nicht die, die ich wirklich suche. Deshalb wasche ich das Original auch nur vorsichtig per Hand und m\u00f6glichst selten.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Als EU-B\u00fcrger h\u00e4tten Sie auch ohne deutschen Pass in Deutschland leben und arbeiten k\u00f6nnen. Warum haben Sie sich dennoch um die Deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft bem\u00fcht, die Sie 2017 auch erhielten? <\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eIch lebe seit 1991 in Hamburg und f\u00fchle mich dort sehr wohl, aber ich hatte mir nie die Frage gestellt, ob ich Deutscher werden will. Als sich die Frage dann pl\u00f6tzlich stellte, hat sie mich sehr besch\u00e4ftigt &#8211; und irgendwann habe ich sie f\u00fcr mich klar mit Ja beantwortet. Das ist eine superlange Geschichte, daraus habe ich sogar ein Theaterst\u00fcck entwickelt. Irgendwann spiele ich das St\u00fcck in Wuppertal und dann verstehen Sie, warum ich mich ganz bewusst dazu entschieden habe, die Deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit anzunehmen.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: F\u00fcr \u201eHerausragende Verdienste f\u00fcr Kultur, Toleranz und Humanit\u00e4t\u201c haben Sie 2021 das Bundesverdienstkreuz erhalten. Was bedeutet Ihnen diese hohe Auszeichnung?<\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eDas war mega und ist es immer noch. Ich habe gar nicht damit gerechnet und als ich den Brief bekam, dachte ich zun\u00e4chst: \u201ada macht irgendjemand einen Scherz mit Dir\u2018. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass es wirklich real war. Vor allem die Begr\u00fcndung, \u201aAlfons ist ein wichtiger Botschafter f\u00fcr Toleranz und Humanit\u00e4t\u2018, hat mich emotional sehr ber\u00fchrt und das finde ich heute immer noch toll.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Sie sind bekannt durch TV-Sendungen wie \u201eAlfons &amp; G\u00e4ste\u201c, \u201eDie Anstalt\u201c, Radiosendungen wie \u201eBonjour Alfons\u201c und durch ihre B\u00fchnenprogramme. Was macht Ihnen am meisten Spa\u00df?<\/b><\/p>\n<p>\u201eFernsehen macht mir nach wie vor sehr viel Freude. Aber mittlerweile liebe ich die B\u00fchne noch mehr. Schon allein wegen des direkten Kontakts zum Publikum und somit zu den Menschen. Es gibt f\u00fcr mich nichts Sch\u00f6neres, als auf der B\u00fchne zu stehen. Ich habe ein tolles, Generationen \u00fcbergreifendes Publikum &#8211; von Jugendlichen bis zu ihren Gro\u00dfeltern. Einfach zusammen zu sein, auch leise Momente gemeinsam zu erleben, das funktioniert nur, wenn man in einem Raum ist. Dieser enge Kontakt zu den Menschen und ihnen das hautnah mitteilen zu k\u00f6nnen, was dir pers\u00f6nlich extrem wichtig ist, das inspiriert mich, das treibt mich an.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_90614\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90614 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Alfons_Schule_Hardtberg-Bonn_01.12.23_01-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1448\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Im Rahmen seines Projekte &#8222;Alfons spielt f\u00fcr Schulen&#8220; diskutierte Emmanuel Peterfalvi mit Bonner Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler \u00fcber Menschlichkeit und Demokratie &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Aber Sie sind auch ein politischer K\u00fcnstler und vertreten auch auf der B\u00fchne ihre ganz pers\u00f6nliche Meinung, wie kommt das bei den Leuten an?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eMir ist nat\u00fcrlich klar, dass m\u00f6glicherweise die H\u00e4lfte des Publikums ganz anders denkt und tickt als ich. Aber das ist okay. Wir sind nicht alle einer Meinung, aber wir respektieren uns gegenseitig. Das ist gelebte Demokratie. Die Leute kommen in meine Show und ich sage dort immer unmissverst\u00e4ndlich, was ich denke und wie ich die Dinge sehe. Manchmal entwickeln sich daraus richtig konstruktive Diskussionen, die wir nach der Show per E-Mail weiterf\u00fchren. Dieser enge Kontakt zu meinem Publikum ist f\u00fcr mich der Grund, warum ich wie ein Verr\u00fcckter auf Tour bin. Ich mache mehr als 100 Auftritte pro Jahr. Ich reise immer mit der Bahn. Das w\u00fcrde ich nicht tun, wenn ich nicht das Bed\u00fcrfnis h\u00e4tte, die Leute zu treffen. Denn das macht mich gl\u00fccklich.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Sie wollen die Leute unterhalten, Sie zum Lachen bringen, doch da steckt noch viel mehr dahinter. Was ist Ihre Message?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eWas meine Message ist, das muss jeder f\u00fcr sich entscheiden. Ich habe eigentlich keine richtige Botschaft, stehe nicht mit erhobenen Zeigefinger auf der B\u00fchne. Ich erz\u00e4hle einfach das, was ich denke, was ich f\u00fchle und was mich ber\u00fchrt. Ich arbeite mittlerweile auch viel mit Jugendlichen und habe vor kurzem die \u201eGrand-M\u00e9re Stiftung\u201c gegr\u00fcndet, die sich f\u00fcr Menschlichkeit und Demokratie einsetzt.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>DS: Ihr viel beachtetes, multimediales Projekt \u201eAlfons spielt f\u00fcr Schulen\u201c hat auch einen p\u00e4dagogischen Hintergrund. Da geht es um Werte wie Toleranz, V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und Demokratie. H\u00e4tten Sie vor 20 Jahren damit gerechnet, dass die Vermittlung dieser Themen einmal so elementar wichtig werden k\u00f6nnten wie im Hier und Jetzt?<\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eIch habe vor 20 Jahren wirklich nicht daran gedacht, dass wir irgendwann einmal die Demokratie sch\u00fctzen m\u00fcssten, sondern fest daran geglaubt, dass die Demokratie unser Modell ist. Es ist sogar noch viel perverser, was momentan passiert. Antidemokraten behaupten, die wahren Demokraten zu sein. Und sie beherrschen die Manipulation in den Sozialen Medien so talentiert, dass viele das auch noch glauben.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Hat es f\u00fcr Sie ein Schl\u00fcsselerlebnis gegeben, das Sie f\u00fcr diese Themen sensibilisiert hat?<\/b><\/p>\n<p>\u201eEin echtes Schl\u00fcsselerlebnis hatte ich eigentlich nicht. Nur so ein Gef\u00fchl, dass sich die Zeiten \u00e4ndern. Und die \u00dcberzeugung, dass ich als Kabarettist auch eine gewisse Verantwortung trage, wenn mir so viele Menschen zuh\u00f6ren.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_90611\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90611 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Alfons_Le-Best-Of__quer_Foto_Guido-Werner_kl-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1774\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die orangefarbene Trainingsjacke und das Mikrofon mit dem riesigen Puschel-Windschutz sind zu Alfons unverkennbaren Markenzeichen geworden &#8211; \u00a9 Guido Werner<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Um die gleichen Themen geht es auch in Ihrer \u201eGrand M\u00e9re Stiftung\u201c, die Sie Ihrer Gro\u00dfmutter gewidmet haben, die sich, obwohl sie das Konzentrationslager Auschwitz nur knapp \u00fcberlebte, zeitlebens gegen Hass und f\u00fcr Toleranz, V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>und Demokratie einsetzte. Eine beeindruckende Frau. Wie oft haben Sie sich mit ihr \u00fcber ihre f\u00fcrchterlichen Erlebnisse unterhalten?<\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eSehr, sehr oft, sogar schon, als ich noch ein Kind war. Ich habe meine Gro\u00dfmutter als gro\u00dfartige, beeindruckende Frau erlebt. Sie hat es geschafft, die Deutschen nicht zu hassen, was ich &#8211; ehrlich gesagt &#8211; als Kind nicht verstanden habe. Sie ging sehr oft in Schulen und hat mit Sch\u00fclern \u00fcber die NS-Zeit gesprochen, angetrieben von der Hoffnung, dass so etwas nie wieder passieren w\u00fcrde. Sie hielt Unmenschlichkeit f\u00fcr ein Gift, das sich schnell verbreiten kann, wenn man kein Gegengift findet. Und deshalb bin auch ich st\u00e4ndig auf der Suche nach einem Gegengift. Nicht allein, sondern mit meiner Stiftung und oft auch gemeinsam mit Jugendlichen, die ich auffordere: \u201aLasst uns gemeinsam dieses Gegengift suchen\u2018. Das Gegengift hei\u00dft Menschlichkeit. Und diese Menschlichkeit, die eigentlich in jedem von uns steckt, darf man nicht einschlafen lassen. Davon bin ich fest \u00fcberzeugt.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Das Ziel der \u201eGrand M\u00e9re Stiftung\u201c ist, jedes Jahr an 5.000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler Demokratie-Stipendien zu vergeben, die Workshops, Theaterbesuche, Arbeitsmaterial und eine Diskussionsrunde mit Ihnen zum Inhalt haben. Eine tolle Idee. Aber wie wollen Sie die vielen Diskussionsrunden auf die Reihe kriegen?<\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eWann immer ich mein Programm \u201eJetzt noch deutscherer\u201c spiele, gibt es f\u00fcr Schulklassen die M\u00f6glichkeit, Freikarten zu bekommen und sich mein Programm anzuschauen. Am n\u00e4chsten Tag bin ich dann bei ihnen in der Schule und ich veranstalte dort ehrenamtlich Demokratie-Workshops. Das allein reicht nicht mehr aus, wenn man sich nur die gro\u00dfen Problemfelder Social Media und Spaltung der Gesellschaft anschaut. Deshalb habe ich die Stiftung gegr\u00fcndet. Sie finanziert sich vor allem durch Spenden, mit denen wir ein umfangreiches Workshopprogramm organisieren.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Sie kommen jetzt mit Ihrem Programm \u201eLe Best of\u201c nach Wuppertal. Mit so einem Titel l\u00e4utet so mancher K\u00fcnstler seine letzte Tour ein. Spielen Sie etwa auch mit dem Gedanken, Abschied von der B\u00fchne zu nehmen?<\/b><\/p>\n<p>Alfons: \u201eGanz und gar nicht &#8211; vielleicht in 30 Jahren. \u201aLe Best of\u2019 spiele ich deshalb, weil viele Menschen, die mich nur aus dem Fernsehen kennen, den Wunsch ge\u00e4u\u00dfert haben, die besten Filme und Geschichten einmal live auf der B\u00fchne pr\u00e4sentiert zu bekommen. So etwas gibt es von mir nicht im Internet und das ist gut so. Ich m\u00f6chte das alles gemeinsam mit meinem tollen Publikum erleben. Das allein ist der Grund f\u00fcr mein Programm \u201eLe Best of\u201c. Das macht mir gro\u00dfen Spa\u00df und ich freue mich sehr darauf.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Worauf k\u00f6nnen sich denn Ihre Fans in Wuppertal freuen? <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p>\u201eAuf sehr lustige Geschichten und auch auf nachdenkliche Momente. Und ich verspreche, keiner muss sich Sorgen machen, dass ich ihn live in der Show interviewe, auch nicht, wenn er in der ersten Reihe sitzt.\u201c (lacht)<\/p>\n<p><b>DS: Vielen Dank f\u00fcr das offene, ehrliche und informative Gespr\u00e4ch.<\/b><\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_90615\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 650px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90615 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/ALFONS-jetzt-noch-deutscherer-quadratisches-Foto-fuer-Ticketsysteme-Foto-Guido-Werner-honorarfrei-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"492\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der deutsch-franz\u00f6sische Kabarettist Alfons alias Emmanuel Peterfalvi \u2013 \u00a9 Guido Werner<\/span><\/div>\n<h4>VITA Emmanuel Peterfalvi<\/h4>\n<p>Emmanuel Peterfalvi wurde am 17. M\u00e4rz 1967 in Paris geboren. Bereits als kleiner Junge interviewte er mit seinem Kassettenrekorder Erwachsene. Mit zwei Freunden betrieb er zeitweise einen Piratensender. Nach dem &#8222;Baccalaur\u00e9at&#8220;, dem franz\u00f6sischen Abitur, studierte er in Paris Kommunikationstechnologie. 1991 kam er nach Hamburg, um dem Wehrdienst in Frankreich, der 16 Monate dauert, zu umgehen. Er arbeitete als Redakteur beim Bezahlsender &#8222;Premiere&#8220; (heute SKY).<\/p>\n<p>1994 hatte Emmanuel Peterfalvi als Kunstfigur &#8222;Alfons&#8220; seinen ersten Fernsehauftritt in der Sendung &#8222;Kalkhofes Mattscheibe&#8220;. Seither ist er in der Rolle des &#8222;rasenden Reporters&#8220; in der orangefarbenen Trainingsjacke aus DDR-Produktion erfolgreich. Aus dem &#8222;Baguette-Mikrofon&#8220; wurde im Laufe der Zeit das Mikrofon mit dem riesigen Puschel-Windschutz. Sein markantes Erkennungszeichen. Neben verschiedenen TV-Sendungen wie &#8222;Alfons &amp; G\u00e4ste&#8220; (TV Sender Saarl\u00e4ndischer Rundfunk) ist er seither mit B\u00fchnenprogrammen &#8222;Alfons &#8211; seine sch\u00f6nsten Umfragen&#8220;, &#8222;Die R\u00fcckkehr der Kampfgiraffen&#8220;, &#8222;Wiedersehen macht Freunde&#8220;, &#8222;Alfons &#8211; Das Geheimnis meiner Sch\u00f6nheit&#8220;, &#8222;Alfons &#8211; jetzt noch deutscherer&#8220;, &#8222;Alfons &#8211; Klasse!&#8220; und eben &#8222;Le Best Of&#8220; erfolgreich unterwegs.<\/p>\n<p>Seit 2017 besitzt Emmanuel Peterfalvi die deutsch Staatsangeh\u00f6rigkeit. 2021 wurde ihm f\u00fcr seinen Einsatz f\u00fc Menschlichkeit, Toleranz und Demokratie das Bundesverdienstkreuz verliehen. Weitere Auszeichnungen: Bayerischer Kabarettpreis (2019), Deutscher Kleinkunstpreis (2020) Deutsch-Franz\u00f6sischer Freundschaftspreis (2021).<\/p>\n<p>2023 stellte Emmanuel Peterfalvi sein p\u00e4dagogisches Projekt &#8222;Alfons spielt f\u00fcr Schulen&#8220; vor, in dem er sich f\u00fcr Menschlichkeit und Demokratie stark macht. Er lebt in Hamburg, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Link zur Webseite der &#8222;Grand M\u00e9re Stiftung&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/gm-stiftung.org\">http:\/\/gm-stiftung.org<\/a><\/p>\n<p><strong>HIER k\u00f6nnen SIE spenden:<\/strong><\/p>\n<p>Grand M\u00e8re Stiftung gGmbH<\/p>\n<p>HASPA Hamburger Sparkasse<\/p>\n<p>IBAN: DE50 2005 0550 1506 5626 83<\/p>\n<p>BIC: HASPDEHHXXX<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_90622\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 460px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90622 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/ALFONS-LBO_Facebookbanner_V1-1.png\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"236\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Plakat zu seinem Programm &#8222;Alfons &#8211; Le Best Of&#8220; &#8211; \u00a9 Guido Werner<\/span><\/div>\n<p><strong>Link zur Webseite des &#8222;Salon Knallenfalls&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.salonknallenfalls.de\">http:\/\/www.salonknallenfalls.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Lesen Sie auch: &#8222;Lieblings-Franzose pr\u00e4sentiert &#8222;Le Best of&#8220;:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/03\/03\/lieblings-franzose-alfons-praesentiert-le-best-of\/\">https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/03\/03\/lieblings-franzose-alfons-praesentiert-le-best-of\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Emmanuel Peterfalvi kennen ihn nur seine Familie und seine Freunde. Mit seinem K\u00fcnstlernamen Alfons kennt ihn ganz Deutschland. Ber\u00fchmt machten den geb\u00fcrtigen Franzosen seine orangefarbene Trainingsjacke aus DDR-Zeiten und seine humorvollen Interviews in Funk und Fernsehen mit seinem Mikrofon mit Riesenpuschel. Seit 1991 lebt der erfolgreiche Kabarettist Emmanuel Peterfalvi alias Alfons in Hamburg und besitzt inzwischen auch die deutsche Staatsangeh\u00f6rigkeit &#8211; aus voller \u00dcberzeugung.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[],"class_list":["post-90600","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-08 19:05:12","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90600","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=90600"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90600\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90631,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90600\/revisions\/90631"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90600"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=90600"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90600"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}