{"id":90135,"date":"2026-02-23T19:32:35","date_gmt":"2026-02-23T18:32:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=90135"},"modified":"2026-02-23T19:32:35","modified_gmt":"2026-02-23T18:32:35","slug":"schauspiel-ein-sandmann-der-kinder-traeume-entstehen-laesst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/02\/23\/schauspiel-ein-sandmann-der-kinder-traeume-entstehen-laesst\/","title":{"rendered":"Schauspiel: Ein \u201eSandmann\u201c, der\u00a0Kinder-Tr\u00e4ume entstehen l\u00e4sst"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_90144\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90144 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bild-3-2-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Gl\u00e4nzte mit ihren schauspielerischen Leistungen im St\u00fcck &#8222;Der Sandmann&#8220;: (v.l.) Paula P\u00fcschel, Silvia Munz\u00f3n L\u00f3pez, Julia Meier und Konstantin Rickert &#8211; \u00a9 Bj\u00f6rn Hickmann<\/span><\/div>\n<p><span style=\"font-family: HelveticaNeue;\">Sehnsucht, Liebe, Angst und Wahn sind die Themen, die Anh\u00e4nger von Siegmund Freuds Theorien best\u00e4tigt sehen werden. Es geht um die Komplexit\u00e4t menschlicher Wahrnehmung und Psyche, mit den Unsch\u00e4rfen zwischen Liebe und Selbstliebe sowie zwischen Wahnsinn und Klarheit. Psychologische Aspekte fr\u00fcher Kindheitserfahrungen stehen in der Deutung f\u00fcr den preisgekr\u00f6nten Karsten Dahlem im Focus des Geschehens.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: HelveticaNeue;\">Es ist eine schaurig-sch\u00f6ne, entsch\u00e4rfte, aber dennoch\u00a0 spannende Neuinterpretation des bekanntesten Werks von dem Universialisten E. T. A. Hoffmann aus dem Jahre 1816, die der Kategorie \u201eSchwarze Romantik\u201c zugeordnet wird. Dahlem (Jahrgang 1975), brach einst eine Ausbildung bei der Polizei ab, um Jura zu studieren. Nebenher jobbte er als B\u00fchnentechniker und fand dadurch Interesse an der Arbeit am Theater. Eine Karriere als Schauspieler, Autor und Film-Regisseur folgte.\u00a0<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-family: HelveticaNeue;\">Leben in einer eigenen Welt<\/span><\/h4>\n<p>Wann immer die kleine Nathana m\u00fcde ist, erz\u00e4hlte ihr die Mutter (Silvia Munz\u00f3n L\u00f3pez) vom geheimnisvollen Sandmann \u2013 einem b\u00f6ser Mann. In der Wuppertaler Inszenierung geht es um diese Nathana (Julia Meier), die f\u00fcr ihr Studium in die Landeshauptstadt gezogen ist. Seitdem versucht ihre Familie verzweifelt, Kontakt zu ihr aufzunehmen: Ihre Mutter, die vor Sorge kaum noch schlafen kann, &#8222;Schwester&#8220; Lotte (Paula P\u00fcschel), die genervt vom Rest der Familie ist und Nathanas Verlobter Carl (Konstantin Rickert).<\/p>\n<div id=\"attachment_90140\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90140 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bild-2-3-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Violinistin Lydia Stettinius mit Kevin Wilke (Olimp) und Julia Meier (Nathana) &#8211; \u00a9 Bj\u00f6rn Hickmann<\/span><\/div>\n<p>Nathana hat sich unterdessen abgekapselt. Sie lebt in ihrer eigenen Welt und versucht ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Aber die Ereignisse ihrer Kindheit begleiten sie. Sie, die\u00a0 als Kind ihren Vater verloren hat. Ein Schuldiger f\u00fcr diesen Schicksalsschlag ist ausgemacht und dient als Projektionsfl\u00e4che. Seit ihrer Kindheit f\u00fcrchtet sie sich vor der Gestalt des &#8222;Sandmanns&#8220;, den sie im Advokaten Coppelius zu erkennen glaubt. Dieser vollzog damals mit ihrem Vater seltsame Experimente und sei nicht nur Schuld am Tod des Vaters, sondern habe Nathana auch misshandelt.<\/p>\n<p>Nun, Jahre sp\u00e4ter, begegnet Nathana Coppola, den sie f\u00fcr Coppelius h\u00e4lt. Diese Begegnung reaktiviert ihre alten \u00c4ngste vor dem &#8222;Sandmann&#8220;. Zur gleichen Zeit verliebt sich Nathana in Olimp (Kevin Wilke), den scheinbar perfekten Sohn ihres Professors Spalanzani. W\u00e4hrend Carl und der Rest der Familie versucht, zu Nathana vorzudringen und ihr zu helfen, scheint diese ihnen immer weiter zu entgleiten.<\/p>\n<p>Die Frage ist, ob Nathana jemals dem geheimnisvollen Sandmann wird entrinnen k\u00f6nnen? Die Dramaturgin Marie-Philine Pippert war an der Darstellung der Antwort beteiligt. Die Darsteller selbst konnten einmal mehr ihr ganzes k\u00fcnstlerisches Repertoire aufbieten. In den Hauptrollen gl\u00e4nzen Julia Meier, die Nathana spielt sowie Konstantin Rickert als Carl. Ein Paar, dass alle H\u00f6hen und Tiefen einer Beziehung durchlebt.<\/p>\n<div id=\"attachment_90141\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2190px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90141 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bild-4-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"2180\" height=\"1398\" \/><span class=\"wp-caption-text\">In trauter Wohnzimmer-Atmosph\u00e4re: (v.l.) Paula P\u00fcschel, Konstantin Rickert und Silvia Munz\u00f3n L\u00f3pez) &#8211; \u00a9 Bj\u00f6rn Hickmann<\/span><\/div>\n<h4>Nicht beherrschbare M\u00e4chte<\/h4>\n<p>Parallelen des St\u00fcckes lassen sich, wenn man so will, auch zu heutigen nicht beherrschbaren M\u00e4chten ziehen, die verzerrte Wahrnehmungen f\u00f6rdern, etwa durch Social Media oder Fakes. Das Geschehen im Wuppertaler Opernhaus wird von einer sehr einf\u00fchlsamen Musik (Geige Lydia Stettinius) wohltuend begleitet, die von Hajo Wiesemann stammt.<\/p>\n<p>Der studierte u.a. Jazz-Klavier an der Folkwang Universit\u00e4t der K\u00fcnste in Essen und am Conservatorium Amsterdam.\u00a0Wiesemann komponierte schon die Filmmusik f\u00fcr den vielfach ausgezeichneten Film \u201eDie Geschichte einer Familie\u201c von Regisseur Karsten Dahlem, mit Anna Maria M\u00fche in der Hauptrolle. Die Produktion \u201eDer Sommernachtstraum\u201c von William Shakespeare, f\u00fcr die er die Musik komponierte, wurde 2017 f\u00fcr den Theaterpreis \u201eDer Faust\u201c nominiert.<\/p>\n<p><b>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_90142\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2372px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90142 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bild-1-3.jpeg\" alt=\"\" width=\"2362\" height=\"2484\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Julia Meier begeisterte das Publikum im Opernhaus in der Rolle der &#8222;Nathana&#8220; &#8211; \u00a9 Bj\u00f6rn Hickmann<\/span><\/div>\n<p><strong>Besetzung &amp; Produktions-Team:<\/strong><\/p>\n<p>Karsten Dahlem &#8211; Inszenierung<\/p>\n<p>Claudia Kalinski &#8211; B\u00fchne &amp; Kost\u00fcme<\/p>\n<p>Hajo Wiesemann &#8211; Musik<\/p>\n<p>Lydia Stettinius &#8211; Violine<\/p>\n<p>Marie-Philine Lippert &#8211; Dramaturgie<\/p>\n<p>Tom Dockal &#8211; Regieassistent<\/p>\n<p>Ilja Betser &#8211; Inspizienz<\/p>\n<p>Anna Jurczak &#8211; Kost\u00fcmassistenz<\/p>\n<div id=\"attachment_90139\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90139 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bild-7-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"654\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Ensemble: (v.l.) Violinistin (Lydia Stettinius), Olimp (Kevin Wilke) Mutter (Silvia Munz\u00f3n L\u00f3pez), Nathana (Julia Meier), Carl (Konstantin Rickert) und Lotte (Paula P\u00fcschel) &#8211; \u00a9 Bj\u00f6rn Hickmann<\/span><\/div>\n<p>Julia Meier &#8211; Nathana<\/p>\n<p>Silvia Munz\u00f3n L\u00f3pez &#8211; Mutter<\/p>\n<p>Konstantin Rickert &#8211; Carl<\/p>\n<p>Kevin Wilke &#8211; Olimp<\/p>\n<p>Dauer der Wuppertaler Auff\u00fchrung im Opernhaus: Ca. 1 Stunde 35 Minuten, ohne Pause.<\/p>\n<p>Weitere Vorstellungen sind bis zum 17. Juli geplant, die n\u00e4chste am Samstag, 28. Februar.<\/p>\n<p>Zu dieser Produktion gibt es ein theaterp\u00e4dagogisches Begleitangebot mit der P\u00e4dagogin Charlotte Arndt.<\/p>\n<p>Schulvorstellungen sind buchbar: <a href=\"mailto:kontakt@kulturkarte-wuppertal.de\">kontakt@kulturkarte-wuppertal.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer kennt ihn nicht, den Sandmann? Es ist der, der Kindern abends Sand in die Augen streut und Tr\u00e4ume entstehen lassen soll. Dieser\u00a0 \u201eSandmann\u201c aus der europ\u00e4ischen Mythologie, einem Klassiker der Weltliteratur, bringt das &#8222;Schauspiel\u00a0 Wuppertal\u201c in einer eindrucksvollen Inszenierung von Karsten Dahlem jetzt auf die B\u00fchne. An diesem Wochenende hatte das St\u00fcck mit seinen vielen Deutungsm\u00f6glichkeiten im Opernhaus Premiere.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-90135","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-20 10:27:35","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90135","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=90135"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90135\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90149,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90135\/revisions\/90149"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90135"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=90135"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}