{"id":90051,"date":"2026-02-14T19:40:25","date_gmt":"2026-02-14T18:40:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=90051"},"modified":"2026-02-25T16:25:05","modified_gmt":"2026-02-25T15:25:05","slug":"forschungsprojekt-schadenscanner-aus-der-hosentasche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/02\/14\/forschungsprojekt-schadenscanner-aus-der-hosentasche\/","title":{"rendered":"Forschungsprojekt: Schadenscanner aus der Hosentasche"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_90052\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 910px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-90052 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bild-1-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"518\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Kratzer im Lack sind einer von mehreren Anwendungsf\u00e4llen, denen sich das Projekt PocketViZ widmet. Forschende entwickeln darin eine App zur Bewertung von Oberfl\u00e4chensch\u00e4den &#8211; \u00a9 Foto Colourbox<\/span><\/div>\n<p>Im Projekt kooperieren Forscher vom Institut f\u00fcr Technologien und Management der Digitalen Transformation der Bergischen Universit\u00e4t mit den drei Anwendungspartnern ControlExpert GmbH, Dermanostic GmbH und Schorn GmbH &amp; Co. KG an L\u00f6sungen zur Erkennung und Vermessung von Dellen und Kratzern auf Autokarosserien, zur Charakterisierung und Bewertung von Muttermalen und sonstigen Wucherungen auf der menschlichen Haut und zur Bewertung der Bausubstanz von Fassaden denkmalgesch\u00fctzter Bauwerke.<\/p>\n<p>Langfristiges Ziel des Projekts ist es, mit handels\u00fcblichen Smartphone-Kameras qualitativ hochwertige Aufnahmen zu erstellen, in Echtzeit zu analysieren und damit Bereiche wie die medizinische Diagnostik oder die Industrieinspektion zu unterst\u00fctzen. Am Ende soll eine Anwendung stehen, die Defekte auf Oberfl\u00e4chen erkennt und objektiv bewertet \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um Fahrzeugsch\u00e4den, Hautver\u00e4nderungen oder Geb\u00e4udesch\u00e4den handelt.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Gar nicht so einfach, schlie\u00dflich weisen unterschiedliche Oberfl\u00e4chen, wie etwa Haut, Lack oder Stein, sehr unterschiedliche Strukturen, Schadensbilder und Materialeigenschaften auf.<\/p>\n<p>Das Anwendungspotenzial geht damit weit \u00fcber die drei Projektpartner hinaus. \u201e\u00dcberall dort, wo Oberfl\u00e4chen visuell bewertet werden m\u00fcssen und Fachpersonal knapp oder \u00fcberlastet ist, kann eine KI-gest\u00fctzte, mobile L\u00f6sung einen erheblichen Mehrwert bieten\u201c, res\u00fcmiert Projektleiter Dr. Richard Meyes von der Bergischen Universit\u00e4t.<\/p>\n<h4>Beispiel Haut<\/h4>\n<p>Apps, wie zum Beispiel zur Begutachtung der Haut, gibt es bereits. Doch es geht besser. Um die Diagnosen zuk\u00fcnftig pr\u00e4ziser zu machen, braucht es gute Daten, moderne Technik, die diese Daten liefert und pr\u00e4zise Verfahren, die bei der Auswertung der Daten helfen.<\/p>\n<p>Im Projekt PocketViz gehen die Forschenden genau diesen Dreiklang an. \u201eBleiben wir beim Fall der Hautkrebsvorsorge: Viele bestehende Anwendungen basieren h\u00e4ufig auf 2D-Bildern. Wir arbeiten nun an neuen KI-gest\u00fctzten Verfahren, die f\u00fcr die Bewertung auf sogenannte multimodale Daten zur\u00fcckgreifen, also verschiedene Datenquellen wie Bilddaten, Tiefeninformationen und Texte auswerten\u201c, erkl\u00e4rt Richard Meyes.<\/p>\n<p>Dadurch k\u00f6nnen nicht nur Farbver\u00e4nderungen, sondern auch strukturelle Merkmale wie Erhebungen oder Vertiefungen sowie der bisherige Krankheitsverlauf ber\u00fccksichtigt werden. \u201eZiel ist es nicht, \u00e4rztliche Diagnosen zu ersetzen, sondern die diagnostische Sicherheit, insbesondere bei Akutf\u00e4llen, weiter zu erh\u00f6hen\u201c, so Richard Meyes.<\/p>\n<h4>F\u00fcr mehr Objektivit\u00e4t<\/h4>\n<p>Mit dem heutigen Stand der Technik ist gerade die Objektivit\u00e4t noch immer eine zentrale Herausforderung. \u201eAktuelle Methoden handhaben variierende Bedingungen nicht gut und die Bewertung erfolgt manuell\u201c, sagt Richard Meyes. Mehr Daten und bessere KI-Verfahren sollen die Ergebnisse zuk\u00fcnftig pr\u00e4ziser und nachvollziehbarer machen.<\/p>\n<p><strong>Praktisch auch im Alltag<\/strong><\/p>\n<p>Der Anspruch und zugleich eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen im Projekt ist es, dass das Smartphone zuk\u00fcnftig reicht, um die n\u00f6tigen Daten zu sammeln und in Echtzeit zu analysieren. Daf\u00fcr entwickeln die Forschenden nun die n\u00f6tigen Methoden, die zum Beispiel in der Lage sind, relevante Bildbereiche zu erkennen, Eigenschaften wie Lage, Form und Beschaffenheit zu analysieren und Sch\u00e4den zu kategorisieren.<\/p>\n<p>Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist die systematische Pr\u00fcfung der Machbarkeit der vorhandenen Smartphone-Sensorik: Das Projektteam untersucht, ob die bestehenden Kamera- und Sensordaten f\u00fcr eine zuverl\u00e4ssige Bewertung ausreichen oder ob eine Erweiterung durch zus\u00e4tzliche Sensoren oder neue Sensorentwicklungen notwendig sind.<\/p>\n<p>Gelingt die Entwicklung, sind viele weitere Eins\u00e4tze denkbar, etwa in der medizinischen Diagnostik weiterer Fachrichtungen, in der Industrieinspektion, im Versicherungswesen, in der Instandhaltung von Infrastruktur oder im Denkmalschutz.<\/p>\n<p>Gef\u00f6rdert wird das Vorhaben \u201ePocketViz\u201c vom Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europ\u00e4ischen Union aus dem Europ\u00e4ischen Fonds f\u00fcr Regionale Entwicklung (EFRE). Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich insgesamt auf rund 2.416.900 Euro. Die Zuwendung der Bergischen Universit\u00e4t betr\u00e4gt rund 828.000 Euro.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine App und ein Ziel &#8211; und zwar, um damit Defekte auf Oberfl\u00e4chen erkennen. Wissenschaftler der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal entwickeln diese spezielle App aktuell im Forschungsprojekt PocketViz. Sie haben dabei von Beginn an ganz praktische Anwendungsf\u00e4lle im Visier: Lackierte Fahrzeugkarosserien, die menschliche Haut und Geb\u00e4udefassaden von denkmalgesch\u00fctzten Bauwerken.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-90051","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-20 10:22:31","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90051","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=90051"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90051\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90053,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/90051\/revisions\/90053"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=90051"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=90051"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=90051"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}