{"id":89795,"date":"2026-02-13T12:43:03","date_gmt":"2026-02-13T11:43:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=89795"},"modified":"2026-02-28T14:01:10","modified_gmt":"2026-02-28T13:01:10","slug":"tom-gerhardt-hausmeister-krause-geht-nicht-in-rente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/02\/13\/tom-gerhardt-hausmeister-krause-geht-nicht-in-rente\/","title":{"rendered":"Tom Gerhardt: &#8222;Hausmeister Krause geht nicht in Rente&#8220;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_89820\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89820 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Bild-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"2261\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der erfolgreiche Comedy-Star Tom Gerhardt als &#8222;normaler Mensch&#8220; ohne Verkleidung. Auch mit 68 Jahren ist sein Tour-Kalender noch prall gef\u00fcllt &#8211; \u00a9 Steffi Henn<\/span><\/div>\n<p>80 Folgen der TV-Serie liefen mit gro\u00dfem Erfolg beim Privatsender Sat 1. Die Drehb\u00fccher schrieb Tom Gerhardt, ein ehemaliger Kulturredakteur, selbst. Seine Serien-Kinder Janine Kunze und Axel Stein sind inzwischen selbst gefragte Kino- &amp; TV-Stars. Hausmeister Krause hat ihnen sozusagen den Weg \u00a0in eine erfolgreiche Karriere &#8222;freigefegt&#8220;. Tom Gerhardt und seine Kunstfiguren eroberten in Filmen wie \u201eVoll normaaal\u201c, \u201eBallermann 6\u201c, \u201eSiegfried\u201c oder \u201eDie Superbullen\u201c sogar die Kino-Leinw\u00e4nde. Trotz des gro\u00dfen Erfolges, der ihm mittlerweile seit Jahrzehnten treu bleibt, ist Tom Gerhardt auch heute noch der bescheidene, sympathische und bodenst\u00e4ndige Mann von nebenan.<\/p>\n<p>Auch inzwischen 68 Jahren denkt er nicht im Traum daran, den grauen Hausmeister-Kittel an den Nagel zu h\u00e4ngen und in B\u00fchnen-Rente zu gehen. Daf\u00fcr macht ihm der Job, Menschen zum Lachen zu bringen, noch viel zuviel Spa\u00df. Wir haben uns mit Comedy-Star Tom Gerhardt im Rahmen unserer Interview-Reihe &#8222;Hand aufs Herz&#8220; ausf\u00fchrlich unterhalten:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-83819\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Hand-aufs-Herz-1205-Kopie-neu.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"66\" \/><\/p>\n<p><b>DS: Sie haben als freier Mitarbeiter der Leverkusener Rundschau und sp\u00e4ter als Kulturredakteur beim K\u00f6lner Express gearbeitet. Hatten Sie damals schon eine Vorahnung, dass Sie irgendwann einmal als erfolgreicher Comedian auf der B\u00fchne und im TV landen w\u00fcrden?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eNein!, auf keinen Fall Ich war damals ein verbummelter Student, hatte eine kleine Mansardenwohnung und musste zum Duschen ins Schwimmbad gehen. W\u00e4hrend meine Kommilitonen schon einen Mittelklassewagen besassen, fuhr ich immer noch mit meinem Mofa durch die Gegend. F\u00fcr die K\u00f6lnische Rundschau schrieb ich damals \u00fcber so spannende Themen wie die ber\u00fchmten Dackelzucht- und Kaninchenzuchtvereine.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Aber dann kreuzte Entertainer und TV-Moderator J\u00fcrgen von der Lippe Ihren Weg, wie kam es dazu?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eNach meiner Zeit beim Express bin ich beim WDR gelandet und schrieb dort zun\u00e4chst H\u00f6rspiele. Dort lernte ich auch J\u00fcrgen von der Lippe kennen, der dort regelm\u00e4ssig seine erfolgreiche Shows \u201eDonnerlippchen\u201c und \u201eSo isses\u201c produzierte. Er machte mich schliesslich zum Rechercheur f\u00fcr seine Sendung \u201eDonnerlippchen\u201c.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_89822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89822 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/PHOTO-2026-01-25-22-46-06.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"695\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Tom Gerhardt als legend\u00e4rer Hausmeister Dieter Krause auf der B\u00fchne der Kunst- &amp; Kultur-Galerie S-ART in Essen &#8211; \u00a9 Marc Waterwiese<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Und er hat ja auch daf\u00fcr gesorgt, dass Sie Ihren ersten gro\u00dfen Fernsehauftritt hatten. Eine gl\u00fcckliche F\u00fcgung?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eNa ja, im Nachhinein schon. Ich hatte in der Strassenbahn zwei total schrille Typen beobachtet. Sie sassen minutenlang teilnahmslos nebeneinander, redeten kein Wort miteinander. Pl\u00f6tzlich drehte einer von ihnen den Kopf zur Seite und fragte seinen Nachbarn im Proll-Jargon: \u201aEye, haste den neuesten \u201aRambo\u2018-Film gesehen?\u2018 &#8211; \u201aNee\u2018, antwortete der andere. \u201aMusste aber. Boa ey, watt hat der mit seinem Maschinengewehr rumgeballert: bum, bum, bum, ratter, ratter, ratter &#8211; \u00a0alles kapott! Ey voll geil, der Typ!\u2019 In meinem Kopf war die Kunstfigur \u201aTommie\u2018 geboren. Ich entwickelte den Charakter weiter, letztendlich zum \u201aVollproll auf den Brettern, die die Welt bedeuten\u2018. Eine Kostprobe spielte ich J\u00fcrgen von der Lippe vor und der sagte sofort: \u201aDie Nummer musst Du in meiner Show pr\u00e4sentieren\u2018. Und so stand ich als Tommie mit Pudelm\u00fctze, \u00e4rmelloser Jeansweste und Cowboy-Stiefeln vor der TV-Kamera. Vor mir ein \u00e4lteres, gediegenes Publikum. Am Ende meines Auftritt herrschte fast Totenstille, keiner verzog eine Miene, nur zwei M\u00e4dchen lachten sich schlapp. Ich dachte: \u201aDas war es mit Deiner Karriere, bevor sie \u00fcberhaupt richtig begonnen hat.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Keine Lacher, kein Applaus, das ist die H\u00f6chststrafe f\u00fcr einen Comedian. Wir haben Sie diese Entt\u00e4uschung verarbeitet?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eDas viel mir nicht leicht, ich war geknickt! Aber kurze Zeit sp\u00e4ter wurde ich f\u00fcr eine Veranstaltung im Rheinland gebucht. Als ich dort ankam, war der Saal ausverkauft. Superstimmung. Die beiden M\u00e4dels, die einzigen, die bei \u201eSo isses\u201c \u00fcber meine Nummer gelacht hatten, waren auch da. Ganz offensichtlich war mein Auftritt zuhause vor den Fernsehern viel besser angekommen als live im TV-Studio.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Gibt es eigentlich so etwas wie ein reales Vorbild f\u00fcr \u201eHausmeister Krause\u201c?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhard: \u201eDieter Krause hat eigentlich fr\u00fcher als der Tommie sozusagen das Licht der Welt erblickt. Ich hatte schon in meiner Jugendzeit einen solchen Ordnung liebenden Zeitgenossen kennen gelernt. Schl\u00fcsselerlebnis war aber meine Begegnung mit einem Ordner bei einem Event, dass ich im Auftrag der K\u00f6lnischen Rundschau besuchte. Er spielte sich unheimlich auf und lie\u00df total heraush\u00e4ngen, dass er total wichtig war oder sich zumindest daf\u00fcr hielt: \u201aMoment &#8211; so einfach kommst Du hier nicht rein!\u2018 Der Typ war meine Vorlage f\u00fcr Dieter Krause, der Mann im grauen Kittel, f\u00fcr den das kleinste Problem eine Katastrophe darstellte und dessen Glas immer halbleer war.\u201c<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_89814\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89814 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/PHOTO-2026-02-06-04-40-34.jpeg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"862\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Hausmeister Klause (Tom Gerhardt) eingerahmt von Redakteurin Andrea Becker (l) und einer Freundin &#8211; \u00a9 Andrea Becker<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Es hat doch sicher im Laufe der Jahre auch Reaktionen von echten Hausmeistern gegeben, f\u00fchlten die sich nicht ver\u00e4ppelt? <\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eGanz im Gegenteil! Das Erstaunliche ist, dass sogar viele echte Hausmeister in ihrem echten Outfit in meine Shows kommen. Die k\u00f6nnen \u00fcber meinen Dieter Krause herzliche lachen &#8211; die meisten zumindest.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Sie haben Germanistik und Philosophie studiert und Ihre Magisterarbeit \u00fcber den Humanisten Nicolaus Cusanus geschrieben, der im 15. Jahrhundert lebte. F\u00e4llt es Ihnen als kluger, intelligenter Kopf eigentlich schwer solche schlichten Gem\u00fcter wie Tommie oder Hausmeister Krause zuspielen, deren Intelligenz stark limitiert ist?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eIch habe damit keine Probleme. Ich stelle ja Typen, die ich pers\u00f6nlicher erlebt habe, \u00fcberzeichnet dar und schm\u00fccke diese Charaktere mit erfundenen Geschichten aus. So haben sie zwar einen realen Kern, sind aber in Wirklichkeit Kunstfiguren.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Cindy aus Marzahn, Atze Schr\u00f6der, Olaf Schubert und Paul Panzer sind Kunstfiguren, genau wie Ihre Gesch\u00f6pfe Tommie, der verklemmte Heinz, T\u00fcrsteher Hansi oder eben Hausmeister Krause. Verdeckt man sich bewusst hinter solchen erfundenen, schrillen Gestalten, um nicht soviel von sich selbst Preis geben zu m\u00fcssen?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eNat\u00fcrlich bin ich nicht Tommy oder Hausmeister Krause und schon gar nicht Hansi, der aus Arbeitsmangel mit total schrillem Outfit zum proletenhaften Weihnachtsmann und Geschenkeboten mutiert ist. Besonders er hat harte Spr\u00fcche drauf. Da ist es schon hilfreich, dass ich diese krassen Spr\u00fcche meinen Kunstfiguren in den Munde legen kann. Ich war ja lange der Bad Boy der Comedy-Szene und sehr froh, als Ingo Appelt auf der Bildfl\u00e4che, sprich auf der Comedy-B\u00fchne auftauchte. Er hat mich mit seinen derben, teilweise sehr schl\u00fcpfrigen Spr\u00fcchen sogar noch \u00fcberholt.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Sie haben Janine Kunze und Axel Stein, Ihren \u201eKindern\u201c aus der TV-Serie<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>\u201eHausmeister Krause\u201c, massgeblich den Weg in eine erfolgreiche Karriere geebnet, wie ist Ihr Verh\u00e4ltnis heute zu den beiden?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eIch stehe mit beiden in engem Kontakt. Janine und Axel haben eine tolle Karriere hingelegt. Und ich bin stolz durchaus darauf, dass ich ihnen ein wenig dabei helfen konnte.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_89815\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1209px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89815\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/PHOTO-2026-02-06-04-40-35.jpeg\" alt=\"\" width=\"1199\" height=\"1075\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Tom Gerhardt alias Hausmeister Dieter Krause mit dem bekannten Essener Pop-ART-K\u00fcnstler Sharyar Azhdari &#8211; \u00a9 Andrea Becker<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Sie haben Hauptrollen in Kinofilmen wie \u201eVoll normaaal\u201c, \u201eBallermann 6\u201c, \u201eSiegfried\u201c oder \u201eDie Superbullen\u201c gespielt. Einen Oscar haben Sie daf\u00fcr nicht bekommen, aber jede Menge Bekanntheit. War das ein Turbo f\u00fcr den Erfolg Ihrer B\u00fchnenprogramme?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eDas kann man so sagen. Durch die Filme bin ich \u00fcber Nacht bundesweit bekannt worden. Erst danach kam ja das Fernsehen auf mich zu. Meine so gewonnene Popularit\u00e4t mir auf jeden Fall dabei geholfen, die Hallen auch mit meinen B\u00fchnen-Tourneen zu f\u00fcllen.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Political Correctness spielt heute eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle, nehmen Sie in Ihrer Programmen R\u00fccksicht darauf und verwenden verbotene Begriffe wie das <\/b><b>ber\u00fchmte N-Wort nicht mehr &#8211; oder sagen sie einfach &#8211; krass ausgedr\u00fcckt: \u201eSchei\u00df drauf!\u201c?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eIch sage ganz klar: Schei\u00df drauf! Ich sage auf der B\u00fchne das, was ich sagen will und nehme keinerlei R\u00fccksicht auf Political Correctness. Ich spiele da ganz bewusst nicht mit. In meinem Programm Hausmeister Krause gendere ich meinen Dackel Bodo als \u201aDackel*in\u2018, aber nur um drastische aufzuzeigen, was f\u00fcr einen Schwachsinn diese ganze Genderei ist. Ich habe auch das Gef\u00fchl, dass diese ganze Wokeness-Welle langsam wieder abebbt.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Wie schwer ist es, in dem Genre, in dem fast t\u00e4glich neue Talente ins Rampenlicht dr\u00e4ngen, \u00fcber so viele Jahre erfolgreich zu sein?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eIn der Comedy-Szene ist f\u00fcr alle Platz. F\u00fcr alte Hasen wie mich, aber auch f\u00fcr den Nachwuchs. Es gibt gen\u00fcgend Auftrittsm\u00f6glichkeiten: TV-Comedy-Shows, Streamingdienste und auch Locations, um seine B\u00fchnenprogramm zu pr\u00e4sentieren. Ich bin mit zwei Programmen unterwegs, mit \u201eHausmeister Krause &#8211; man lebt nur zweimal\u201c und dem Solo-Programm \u201eVolle Packung\u201c. Seit Corona habe ich schon \u00fcber 600 Shows gespielt. Ich kann mich also nicht beklagen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_89824\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89824 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/PHOTO-2026-02-06-04-40-34.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"820\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Tom Gerhardt im &#8222;Tommie-Outfit&#8220; freut sich \u00fcber das Pop-Art-Portrait, das der Essener K\u00fcnstler Sharyar Azhdari von ihm geschaffen hat &#8211; \u00a9 Andrea Becker<\/span><\/div>\n<p><b>DS: Der Komiker Fips von Asmussen hat einmal gesagt: \u201aMich nervt total, wenn mich die Leute auf der Stra\u00dfe anquatschen: \u201aKomm Fips, erz\u00e4hle uns mal einen Witz!\u2018 Die sagen doch auch nicht zu Wladimir Klitschkow: Komm, hau mir eine rein!\u201c &#8211; Wie gehst Du mit solchen Situationen um?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eNat\u00fcrlich kann das schon manchmal nervend sein. Er recht, wenn man Witze-Erz\u00e4hler ist, wie Fips es war. Nach dem Motto: \u201aKomm, erz\u00e4hle mal einen\u2019. Das ist bei mir ganz anders, meine Programme sind da komplexer. Es kommt schon mal vor, das jemand sagt:\u2019 Mach mal den Tommie\u2019! Aber die Leute respektieren in der Regel schon, dass ich, wenn ich nicht auf der B\u00fchne stehe, Privatmensch bin. Sie sind sehr freundlich und respektvoll zu mir. Genauso handhabe ich das umgekehrt.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: In jedem normalen Leben und auch im Berufsleben gibt es H\u00f6hen und Tiefen &#8211; was <\/b><b>w\u00fcrdest Du als Deinen absoluten Tiefpunkt bezeichnen?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eBeruflich hatte ich zum Gl\u00fcck keinen richtigen Tiefpunkt, privat kann ich mich nur an einen erinnern, wenn man den \u00fcberhaupt Tiefpunkt nennen kann: In jungen Jahren war ich einmal unsterblich in ein M\u00e4dchen verliebt, habe aber leider kein Geh\u00f6r bei ihr gefunden.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Gibt es f\u00fcr Sie eine Deadline, an der Sie sagen: Jetzt reicht es, jetzt ist Feierabend?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eDie gibt es nicht. An Rente denke ich gar nicht. Wie schon erw\u00e4hnt ,habe ich seit Corona \u00fcber 600 Mal auf der B\u00fchne gestanden. Mein Tour-Kalender ist voll. Meine Mutter ist 98 Jahre alt geworden. Ich habe offensichtlich gute Gene. Deshalb kann ich ganz klar sagen: Solange mich die Leute sehen wollen, mache ich auch weiter!\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Kann es sein, das Dieter Krause auch im Fernsehen ein Comeback gibt und noch einmal seinen Besen schwingt?<\/b><\/p>\n<p>Tom Gerhardt: \u201eWenn ein Sender ernsthaftes Interesse daf\u00fcr zeigt, warum nicht. Gute Ideen f\u00fcr eine spannende, lustige neue Staffel habe ich genug. Klar ist allerdings, dass man die Serie von damals nicht einfach fortsetzen kann. Die Kinder sind l\u00e4ngst aus dem Haus und auch Dieter Krause hat sich weiter entwickelt. Das w\u00e4re sicher eine reizvolle Aufgabe.\u201c<\/p>\n<p><b>DS: Vielen Dank f\u00fcr das spannende, offene Gespr\u00e4ch.<\/b><\/p>\n<p><b>Das Interview f\u00fchrte PETER PIONKE<\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_89825\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89825 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/PHOTO-2026-02-06-11-35-42.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"762\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Tom Gerhardt bei der Veranstaltung &#8222;S-ART-Talk &amp; Comedy&#8220; in der Kunst- &amp; Kultur-Galerie S-ART in Essen &#8211; \u00a9 Marc Waterwiese<\/span><\/div>\n<h4>Vita von Tom Gerhardt<\/h4>\n<p>Tom Gerhardt erblickte am 12. Dezember 1956 als Thomas Justin Fritz Gerhardt in K\u00f6ln das Licht der Welt. Seine Mutter war Apothekerin, sein Vater Pianist. Nach seinem Abitur leistete er seinen Bundeswehr-Grunddienst bei den Panzerj\u00e4gern an. Anschlie\u00dfend studierte er Germanistik und Philosophie. Seine Magisterarbeit schrieb er \u00fcber das \u00a0Thema &#8222;Die Sprachphilosophie des Nicolaus Casanus&#8220;. Nikolaus von Kues (1401 &#8211; 1464) war ein deutscher Philosoph, Theologe, Kardinal, Mathematiker und Physiker.<\/p>\n<p>Tom Gerhardt \u00a0arbeitete als freier Mitarbeiter bei der Zeitung Leverkusener Rundschau, danach als Kultur-Redakteur beim K\u00f6lner EXPRESS. Anschlie\u00dfend wechselte er zum WDR, schrieb dort H\u00f6rspiele und arbeitete als Rechercheur f\u00fcr die TV-Show &#8222;Donnerlippchen&#8220; von Entertainer, Kabarettist und Moderator J\u00fcrgen von der Lippe. Dieser ebnete ihm den Weg ins Fernsehen, indem er Tom Gerhardt in seiner Show &#8222;So isses&#8220; auftreten liess&#8220;. Gerhardt hatte mehr aus dem Zufall heraus seine Kunstfigur &#8222;Tommie&#8220; entwickelt. Vorbild waren zwei Typen, die er in der Strassenbahn beobachtet hatte. Sein erster Auftritt war beim Studio-Publikum ein Flop, bei den Zuschauern vor den TV-Ger\u00e4ten kam der &#8222;prollige Voll-Idiot Tommie&#8220; aber bestens an.<\/p>\n<p>Kino-Filme wie &#8222;Voll normaal&#8220; (1994), &#8222;Ballermann 6&#8220; \u00a0(1997), &#8222;Siegfried&#8220; (2005), &#8222;Die Superbullen&#8220; (2011) oder &#8222;Der Blender&#8220; (2012) machten Tom Gerhardt weit \u00fcber Deutschland hinaus bekannt. Mit seiner Paraderolle Dieter Krause war er von 1999 &#8211; 2010 in 80 Folgen der Sat1-Serie &#8222;Hausmeister Krause &#8211; Ordnung muss sein&#8220; auf der Mattscheibe. Die Drehb\u00fccher stammen aus seiner Feder. Auch mit seinen B\u00fchnenprogrammen wie u.a. &#8222;Dackel mit Sekt&#8220; war er erfolgreich unterwegs. Zur Zeit tourt er mit seinen Lach-Erfolgen \u00a0&#8222;Hausmeister Krause &#8211; Du lebst nur zweimal&#8220; und &#8222;Volle Packung&#8220; durch Deutschland.<\/p>\n<p>Tom Gerhardt ist Vater einer Tochter und eines Sohnes. Seit 2019 ist er mit der Brasilianerin Nadja da Silva verheiratet.<\/p>\n<div id=\"attachment_89809\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 410px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89809 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2024-02-01-Gerhardt-Tom-Volle-Packung-Querformat-Eventim-1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"190\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Plakat zur Tour &#8211; \u00a9 Handwerker Promotion<\/span><\/div>\n<p><strong>Termine Solo-Tour &#8222;Volle Packung&#8220;:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>18.02.2026 &#8211; Rostock &#8211; Moya<\/p>\n<p>20.02.2026 &#8211; Neuruppin &#8211; Kulturhaus Stadtgarten<\/p>\n<p>21.02.2026 &#8211; Leipzig &#8211; Kupfersaal<\/p>\n<p>22.02.2026 &#8211; Magdeburg &#8211; Theater gr\u00fcne Zitadelle<\/p>\n<p>24.02.2026 &#8211; Saarbr\u00fccken &#8211; Garage<\/p>\n<p>25.02.2026 &#8211; Euskirchen &#8211; Stadttheater<\/p>\n<p>03.03.2026 &#8211; Wuppertal &#8211; Die B\u00f6rse<\/p>\n<p>04.03.2026 &#8211; Bielefeld &#8211; Lokschuppen<\/p>\n<p><strong>Tickets<\/strong> unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.eventim.de\">http:\/\/www.eventim.de<\/a><\/p>\n<p>und\u00a0<a href=\"http:\/\/www.wuppertal-live.de\">http:\/\/www.wuppertal-live.de<\/a><\/p>\n<p><span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er stammt eigentlich aus gutem Hause &#8211; wie es so sch\u00f6n hei\u00dft. Vater Pianist, Mutter Apothekerin. Er selbst hat Germanistik und Philosophie studiert und einen Abschluss als Magister in der Tasche. Doch wenn er auf der B\u00fchne  steht, ist von guter Bildung nichts zu mehr sp\u00fcren, da mimt Tom Gerhardt die gr\u00f6\u00dften Prolls und Kleingeister schlechthin: &#8222;Schwachmat&#8220; Tommie mit der Pudelm\u00fctze, Hansi, den schlagfertigen T\u00fcrsteher ohne Gehirn oder die ordnungsfanatische Nervens\u00e4ge und Dackel-Fan &#8222;Hausmeister Dieter Krause&#8220;. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32],"tags":[],"class_list":["post-89795","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-23 10:25:21","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/89795","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=89795"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/89795\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":90251,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/89795\/revisions\/90251"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=89795"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=89795"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=89795"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}