{"id":89689,"date":"2026-02-01T15:28:17","date_gmt":"2026-02-01T14:28:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=89689"},"modified":"2026-02-01T15:28:17","modified_gmt":"2026-02-01T14:28:17","slug":"wsv-will-die-eiszeit-mit-der-fan-szene-beenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2026\/02\/01\/wsv-will-die-eiszeit-mit-der-fan-szene-beenden\/","title":{"rendered":"WSV will die Eiszeit mit der Fan-Szene beenden"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_89704\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89704 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_6486-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein Foto aus besseren Tagen &#8211; ein Fahnenmeer im Stadion am Zoo und lautstarke Unterst\u00fctzung f\u00fcr die eigene Mannschaft &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>Die Fan-Szene des Wuppertaler SV ist eine der traditionsreichsten und zugleich spannungsgeladensten in der Regionalliga West. Sie ist gepr\u00e4gt von einer tiefen Verbundenheit mit dem Verein, aber auch von regelm\u00e4\u00dfigen Konflikten mit dem Vorstand und der Polizei. Die organisierte Fan-Szene ist stolz auf die Geschichte des WSV, \u00a0die glorreiche Vergangenheit der Rot-Blauen, als das Stadion am Zoo bei Spielen bis auf den letzten Platz gef\u00fcllt war und auch die Fan-Gemeinde und die aktive Fan-Szene um ein Vielfaches gr\u00f6\u00dfer war. In Krisenzeiten (Insolvenzen in der Vergangenheit) haben die Fans oft durch Crowdfunding und \u201eRettungs-Aktionen\u201c ma\u00dfgeblich zum \u00dcberleben des Vereins beigetragen. So mancher erinnert sich bestimmt an die gro\u00dfe WSV-Kampagne \u201cJetzt erst Recht\u201c in fr\u00fcheren Jahren.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt die j\u00fcngsten Entwicklungen beim WSV l\u00e4\u00dft die Fan-Bewegung wieder in den Blickpunkt der Wahrnehmung r\u00fccken. Sie gilt als das Herz des Vereins, das f\u00fcr diesen auch eine existenzielle Bedeutung haben d\u00fcrfte. Der geplante Fanabend im Stadion am Zoo k\u00f6nnte hier indes neue Erkenntnisse vermitteln, die auch in Wuppertal\u00a0 bei n\u00e4herer Betrachtung gar nicht oder nur selten \u00f6ffentlich, schon gar nicht vorurteilsfrei, thematisiert wurden.<\/p>\n<h4>Fan-Szene versteht sich als \u201eW\u00e4chter\u201c von Traditionen<\/h4>\n<p>Die organisierten Fu\u00dfball-Fans, die sich selbst oft als Ultras (extrem) bezeichnen, k\u00e4mpfen generell aktiv f\u00fcr den Erhalt des \u201eSports f\u00fcr alle\u201c. Die Kernziele lassen sich unter dem Schlagwort \u201eNein zum modernen Fu\u00dfball\u201c zusammenfassen. Konkret richten sie sich gegen Kommerzialisierung, gegen \u00fcberh\u00f6hte Preise, sie protestierten gegen zerst\u00fcckelte Spieltage und \u201eRetortenclubs\u201c ohne Tradition. Ein Anliegen ist ihnen ganz grunds\u00e4tzlich, n\u00e4mlich Fan-Demokratie &amp; Freiheit, Widerstand gegen Kollektivstrafen, \u00fcberm\u00e4\u00dfige Polizeipr\u00e4senz und \u00dcberwachungsma\u00dfnahmen im Stadion. Vieles von dem halten sicher die meisten Fu\u00dfball-Fans, die heute in die Bundesliga-Stadien str\u00f6men, f\u00fcr nostalgische Tr\u00e4umereien. Immerhin f\u00fchrten sie &#8211; zumindest bislang &#8211; erfolgreich einen Kampf zum Erhalt der \u201e50+1-Regel\u201c und damit zur Sicherstellung, dass die Stammvereine die Mehrheit der Stimmanteile behalten und nicht von Investoren \u00fcbernommen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Man wei\u00df: Die deutsche Fu\u00dfball-Fan-Szene gilt weltweit als eine der lebendigsten, bestorganisierten und politisch einflussreichsten. In vielen anderen europ\u00e4ischen Top-Ligen (wie der Premier League) wurde dagegen infolge von Kommerzialisierung und hohen Ticketpreisen die traditionelle Fankultur inzwischen weitgehend verdr\u00e4ngt. Die Fan-Szene in Deutschland ist nicht einheitlich organisiert (das widerspr\u00e4che ihren Prinzipien auf Eigenst\u00e4ndigkeit der \u201eKurven\u201c), aber durchaus gut vernetzt und weit mehr als nur Stimmungsmacher. Sie versteht sich als W\u00e4chter der Traditionen und als demokratisches Korrektiv zu den Verb\u00e4nden (DFB\/DFL) und Vereinsf\u00fchrungen.<\/p>\n<h4>\u201eZeit, dass die Vereinsf\u00fchrung Verantwortung \u00fcbernimmt&#8220;<\/h4>\n<p>Kritik an Vereinsf\u00fchrungen, wie jetzt in Wuppertal, ist nicht neu und hat aktuelle Parallelen. In Bremen fordert man jetzt nach elf sieglosen Partien und akuter Abstiegsgefahr: \u201eEs ist Zeit, dass die Vereinsf\u00fchrung mal wirklich Verantwortung \u00fcbernimmt und nicht nur davon redet\u201c, so die Fans gerichtet an Werder-Boss Clemens Fritz. Aber es geht bei den \u201eSchlachtenbummlern\u201c auch manchmal um scheinbar Simpleres: Beim VfL Bochum stritt man jetzt vor dem Spiel gegen den FC Schalke 04 aktuell um die Trikotfarbe. Die Fans bestehen auf das traditionelle Blau, w\u00e4hrend die Vereinsf\u00fchrung ein neues, schwarzes Dress kreiert hat, das Bochum als &#8222;Stadt des Stahls&#8220; symbolisieren soll.<\/p>\n<div id=\"attachment_84252\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2567px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-84252 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/cropped-cropped-Richter-Manno-classen-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2557\" height=\"1341\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sie standen und stehen im Mittelpunkt der harten Ultra-Kritik: Ex-Sportstand Thomas Richter (l.), der sein Amt bereits zur Verf\u00fcgung gestellt hat und Sportdirektor Gaetano Manno &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p>Erst k\u00fcrzlich wurde bei fast alle Spielen in den Profiligen direkt nach Anpfiff f\u00fcr 12 Minuten der Fan-Support eingestellt, als bundesweiter Schweige-Protest gegen geplante Versch\u00e4rfungen von Sicherheitsmassnahmen in den Fu\u00dfballstadien, namentlich die Gesichtserkennung oder personalisierter Tickets, in die auch die die Fan-Szene in Wuppertal mit der Forderung zum Schutz von B\u00fcrgerrechten und der Freiheit der Fankultur durch Einstellung ihres Supports einstimmte. Fans nutzten die Stille im Stadion am Zoo als politisches Druckmittel, nicht zuletzt dann aber hier, um gegen die sportliche Stagnation zu protestieren.<\/p>\n<h4>Ein Machtkampf ohne Geburtsstunde<\/h4>\n<p>Der aktuelle Machtkampf beim Wuppertaler SV hat keine einzelne Geburtsstunde, sondern baute sich \u00fcber Monate hinweg auf. Der Konflikt begann zu Beginn der Saison 2024\/2025. Trotz eines gro\u00dfen Kaders blieb der sportliche Erfolg ebenso aus, wie in der jetzt laufenden Spielzeit. Die aktive Fanszene warf dem\u00a0 Sportvorstand Thomas Richter eine schlechte Kader-Zusammenstellung und dem Trainerteam eine falsche Taktik vor.<\/p>\n<p>Die Fan-Szene hatte das Gef\u00fchl, dass der Verein &#8222;\u00fcber die K\u00f6pfe der Fans hinweg&#8220; agiere und die Identit\u00e4t des Arbeitervereins verliere. Die Fans f\u00fchlen sich, nach Verlautbarungen, von der sportlichen Leitung nicht mehr ernst genommen und m\u00f6chten, dass der WSV sich wieder als Mitgliederverein begreift, in dem die Basis Geh\u00f6r findet. Sie habe das Gef\u00fchl, dass gravierende Fehler ohne Konsequenzen blieben und empfanden die Vereinspolitik zunehmend als Ergebnis einer kleinen Elite, die in Hinterzimmern agiere und w\u00fcnscht sich f\u00fcr den Verein ganz grunds\u00e4tzlich eine neue Vision. Wie diese nach Vorstellungen der &#8222;Ultras&#8220; aussehen soll, bleibt unklar. Denn auch in der Regionalliga regiert das Geld. Dem WSV steht einer der kleinsten Saison-Etats zur Verf\u00fcgung. Die Fan-Szene des WSV wird die Frage beantworten m\u00fcssen, ob es ihr egal ist, in welcher Klasse ihr Herzens-Verein kickt. Hauptsache Tradition?<\/p>\n<h4>Ein Ausl\u00f6ser ist die \u201eSchmach von B\u00fcderich\u201c<\/h4>\n<p>Der Konflikt eskalierte im Sp\u00e4therbst 2025 mit der Pokal-Schmach von B\u00fcderich (15.11.2025). Dies war der entscheidende Funke, der den Machtkampf in eine neue Dimension hob. Das ausl\u00f6sende Ereignis: Das Ausscheiden gegen den Klasse tieferen Oberligisten FC B\u00fcderich und der anschlie\u00dfende Platzsturm. Der Hergang: In einer sportlich ohnehin angespannten Phase traf der WSV auf den Oberligisten FC B\u00fcderich. In der 94. Minute fiel das entscheidende 1:0 f\u00fcr den Au\u00dfenseiter. Unmittelbar nach dem Abpfiff \u00fcberwanden etwa 40 bis 50 Personen aus dem Wuppertaler Block die Z\u00e4une des Stadions Am Eisenbrand.<\/p>\n<div id=\"attachment_89708\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89708 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/WSV.Maskottchen-Proeppi.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Schaut ganz sch\u00f6n bedr\u00f6ppelt drein: Maskottchen &#8222;Pr\u00f6ppi&#8220; hat in dieser Saison nicht viel zu lachen &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<p>Es kam es zu Gewalt, Sachbesch\u00e4digungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei, die die Situation nur mit Schlagst\u00f6cken und Pfefferspray unter Kontrolle bringen konnte. Die Polizei hatte die gewaltbereiten Fans zur Identit\u00e4tsfeststellung vorl\u00e4ufig festgenommen und Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet. Vorg\u00e4nge, die gro\u00dfe \u00fcberregionale Beachtung fanden.<\/p>\n<h4>\u201eIhr seid es nicht wert, dieses Trikot zu tragen\u201c<\/h4>\n<p>Nach Darstellungen aus der Fan-Bewegung sei das Ziel nicht prim\u00e4r die k\u00f6rperliche Gewalt oder Sachbesch\u00e4digung gewesen, sondern &#8211; man h\u00f6re und staune &#8211; in erster Linie die lautstarke und aggressive Konfrontation mit den Spielern. Trikots wurden gefordert (\u201eIhr seid es nicht wert, dieses Trikot zu tragen\u201c) und es kam zu verbalen Entgleisungen. Die Polizei musste einschreiten, um die Kabineng\u00e4nge zu sichern. Die Folgen: Der Westdeutsche Fu\u00dfballverband (WDFV) wird eine empfindliche Geldstrafe gegen den WSV verh\u00e4ngen, welcher sich nunmehr mit Konsequenzen auf mehreren Ebenen konfrontiert sieht. Zu dem materiellen Schaden kommt damit \u00a0f\u00fcr den ohnehin um Sponsoren und Vertrauen in der Stadt k\u00e4mpfenden WSV noch ein enormer immaterieller Schaden hinzu.<\/p>\n<p>Der WSV reagierte unter Sport-Vorstand Thomas Richter mit maximaler Distanzierung und der Ank\u00fcndigung harter Sanktionen (Stadionverbote). \u201eWir waren und sind schockiert \u00fcber diese Form der Aggressivit\u00e4t von Teilen unserer Fans, wir entschuldigen uns bei allen Betroffenen\u2026,\u201c so das offizielle Statement des Vereins. Die Fan-Szene empfand dies dem Vernehmen nach als \u201eVerrat\u201c, da der Vorstand aus ihrer Sicht die Schuld allein bei den Fans suchte, statt auch eigene sportliche Verantwortung f\u00fcr das sportliche Desaster zu \u00fcbernehmen. Aber rechtfertigt das den Gewalt-Exzess?<\/p>\n<p>Der Vorfall im Viertelfinale des Niederrheinpokals markierte jedenfalls in der laufenden Saison einen absoluten Tiefpunkt in der Beziehung zwischen Verein, Mannschaft und Fans.<\/p>\n<h4>Motto: \u201eOhne uns seid ihr nichts.\u201c<\/h4>\n<p>Im Dezember verh\u00e4rteten sich dann die Fronten v\u00f6llig. Der Verein begann, angek\u00fcndigte Stadionverbote umzusetzen. Die \u201eUltras Wuppertal\u201c, die als organisierte und wichtigste WSV- Fan-Gruppierung im November 2025 ihr 24j\u00e4hriges Bestehen feierten und ihren Stammplatz auf der Horst-Szymaniak-Trib\u00fcne im Stadion am Zoo haben, antworteten mit der v\u00f6lligen Einstellung des Supports. Das bedeutete, keine Fahnen, keine Trommeln, keine Ges\u00e4nge. Die Ultras sind zwar teilweise bei den Spielen im Stadion pr\u00e4sent, verhalten sich aber passiv, um so zu demonstrieren, wie \u201etot\u201c und \u201eleer\u201c das Stadion am Zoo ohne die Ultras ist \u2013 getreu dem Motto: \u201eOhne uns seid ihr nichts.\u201c Mangelndes Selbstbewusstsein kann man der Fan-Szene auf jeden Fall nicht unterstellen.<\/p>\n<div id=\"attachment_89710\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89710 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Fan-Proteste-JC-1-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1517\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Massive Fan-Proteste im Stadion, wo es eigentlich um Unterst\u00fctzung, Tore, Punkte und Siege gehen sollte &#8211; \u00a9 Archivfoto Jochen Classen<\/span><\/div>\n<h4>Machtkampf in einer Art \u201eLauerstellung\u201c<\/h4>\n<p>Der Ausl\u00f6ser war aus Sicht der WSV-Fan-Szene die Kombination aus sportlichem Versagen und der ihrer Meinung nach vorherrschenden Arroganz des Vorstands, die zu einer Entfremdung f\u00fchrte. Der Machtkampf dreht sich im Kern auch um die Frage: Wem geh\u00f6rt der Verein, dem Vorstand, der f\u00fcr Ordnung, Finanzen und Erfolg zust\u00e4ndig ist oder den Fans, die sich als Seele und Bewahrer der Tradition sehen?<\/p>\n<p>Sie \u00e4u\u00dferten zudem Unzufriedenheit mit der Kommunikation des Vorstands, warfen ihm Intransparenz vor, den Dialog mit ihnen verweigert zu haben und Repression als einziges Mittel zu nutzen. Dass Thomas Richter zum 31. Dezember 2025 als Sportvorstand zur\u00fccktrat, d\u00fcrfte auch eine direkte Folge dieses Machtkampfs gewesen sein, wird in den Augen der Ultras aber nur als Teilerfolg gewertet.<\/p>\n<p>Thomas Richter stand im Zentrum der Kritik und sah wohl keine Basis mehr f\u00fcr eine Zusammenarbeit mit der aktiven Fan-Szene. Nach Richters R\u00fccktritt und der Verpflichtung von Mike Wunderlich als Trainer befindet sich der Machtkampf jetzt in einer Art \u201eLauerstellung\u201c. Wie zu h\u00f6ren war, wollen die Fans jetzt sehen, ob der verbliebene Vorstand (Dr. Leonhardt\/Kineke) bereit ist, die \u201e\u00c4ra Richter\u201c hinter sich zu lassen und bei den Stadionverboten Kompromisse einzugehen.<\/p>\n<h4>Gaetano Manno: Vom Liebling zum S\u00fcndenbock<\/h4>\n<p>Stellt sich die Frage, warum sich die Wut dieser Fan-Szene sich letztlich am st\u00e4rksten gegen den sportlichen Leiter Gaetano Manno richtet, hat der doch nach \u00f6ffentlicher Wahrnehmung seine Aufgabe mit Leidenschaft und im Rahmen der finanziellen M\u00f6glichkeiten immer \u00e4u\u00dfert engagiert ausge\u00fcbt. W\u00e4hrend Thomas Richter als Vorstand die formale Verantwortung trug, ist Gaetano Manno aber tats\u00e4chlich die Figur, an der sich die Wut der aktiven Fanszene seit Monaten am st\u00e4rksten entz\u00fcndet. Dies l\u00e4\u00dft sich nach Insider-Informationen nur mit der internen Dynamik beim WSV und drei Hauptgr\u00fcnden erkl\u00e4ren:<\/p>\n<p>1.) Gaetano Manno ist als Sportdirektor direkt f\u00fcr die Zusammenstellung der Mannschaft verantwortlich. Die aktive Fanszene wirft ihm vor, einen Kader zusammengestellt zu haben, der es an \u201eMentalit\u00e4t\u201c fehle. Dass die Mannschaft in dieser Saison oft blutleer wirkte und im Pokal gegen einen Oberligisten ausschied, wird Manno als fachliches Versagen bei der Spielerauswahl angelastet. Die emotionale Fallh\u00f6he: Vom Liebling zum S\u00fcndenbock.<\/p>\n<div id=\"attachment_89380\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2569px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-89380 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/cropped-IMG_7700-scaled-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"2559\" height=\"1345\" \/><span class=\"wp-caption-text\">WSV-Vorstand Ludger Kineke hat es zur Chefsache gemacht, die verschiedenen Lager im Traditionsverein f\u00fcr den gemeinsamen Erfolg wieder zu vereinen &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<h4>Das \u201eGesicht\u201c des sportlichen Misserfolgs?<\/h4>\n<p>2.) Gaetano Manno hat eine lange Geschichte beim WSV, war fr\u00fcher selbst Kapit\u00e4n und Identifikationsfigur der Mannschaft. Das Problem: Genau diese N\u00e4he wird ihm jetzt zum Verh\u00e4ngnis. Die Fans werfen ihm vor, die Seite gewechselt zu haben und nun Teil eines \u201eKl\u00fcngels\u201c im Vorstand zu sein, statt die Interessen des Sports und der Fans zu vertreten. Der Vorwurf der \u201eEntfremdung\u201c wiegt bei einem ehemaligen Insider wie Manno f\u00fcr die Ultras schwerer als bei einem reinen Funktion\u00e4r.<\/p>\n<p>3.) Gaetano Manno gilt in der Fanszene als jemand, der Kritik oft sehr d\u00fcnnh\u00e4utig aufnimmt. In Fan-Foren und auf der Trib\u00fcne wird ihm vorgeworfen, Ausreden f\u00fcr die sportliche Misere zu suchen, anstatt Fehler in der eigenen Planung einzugestehen. W\u00e4hrend Richter eher im Hintergrund die administrativen F\u00e4den zog, sei Manno das Gesicht des sportlichen Misserfolgs. Die Ultras fordern seit langem einen echten sportlichen Neuanfang, den sie mit Manno an der Spitze f\u00fcr unm\u00f6glich halten. Letztendlich gilt auch hier die alte Weisheit, die auf den r\u00f6mischen Historiker Tacitus zur\u00fcckgeht: &#8222;Der Erfolg hat viele V\u00e4ter &#8211; der Misserfolg ist ein Waisenkind.&#8220; Trotz der Spannungen bleibt die Szene im Austausch mit dem Verein.<\/p>\n<h4>Ist der Vorstand bereit, die \u201e\u00c4ra Richter\u201c hinter sich zu lassen?<\/h4>\n<p>Beim Fan-Abend am 3. Februar kann direkt mit dem Vorstand Ludger Kineke, dem Verwaltungsrat Dr. Hoss und Trainer Mike Wunderlich \u00fcber die sportliche Krise und die Zukunft des Vereins diskutiert werden. Nach unseren Informationen wird der sportliche Leiter an der Veranstaltung nicht teilnehmen. Es soll der Versuch unternommen werden, diesen Machtkampf friedlich beizulegen, um die R\u00fcckrunde am Ende doch noch in Gemeinsamkeit erfolgreich gestalten zum k\u00f6nnen. Die Fans wollen insbesondere sehen, ob der verbliebene Vorstand (Dr. Leonhardt\/Kineke) bereit ist, die \u201e\u00c4ra Richter\u201c hinter sich zu lassen.&#8220;<\/p>\n<p>Ludger Kineke: \u201eUns ist im Vorstand ein guter Kontakt zur Fanszene wichtig, da ein gegenseitiges Verst\u00e4ndnis das Miteinander f\u00f6rdert und gut f\u00fcr den Verein ist. Zu diesem Zweck f\u00fchren wir unterschiedliche Gespr\u00e4che bzw. tauschen uns in Gespr\u00e4chsrunden aus. Sicher werden in solchen Treffen auch kritische Fragestellungen er\u00f6rtert, was aber zu einer offenen und transparenten Kommunikation dazu geh\u00f6rt\u201c.<\/p>\n<p><b>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wuppertaler SV geht mit einem \u201eFan-Abend\u201c in die Offensive. Am Dienstag Abend (03.02.) sucht der Verein den direkten Dialog mit seiner Fan-Szene. Angesprochen sind insbesondere ihre \u201ekritischen Geister\u201c, um die aktuelle Eiszeit nach den Vorf\u00e4llen von B\u00fcderich und dem spektakul\u00e4ren Pokal-Aus zu beenden. Zuletzt hatten Teile des Anhangs den Machtkampf mit einer \u00f6ffentlichen Skandierung, \u201eder Fisch stinke vom Kopf\u201c sowie mit der Forderung nach dem Rausschmiss von Sportdirektor Gaetano Manno eskaliert und ihre Unterst\u00fctzung (Support) erkennbar eingestellt.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[],"class_list":["post-89689","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-09 22:28:18","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/89689","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=89689"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/89689\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":89713,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/89689\/revisions\/89713"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=89689"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=89689"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=89689"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}