{"id":88784,"date":"2025-12-24T19:21:06","date_gmt":"2025-12-24T18:21:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=88784"},"modified":"2026-01-03T00:41:08","modified_gmt":"2026-01-02T23:41:08","slug":"gianlorenzo-bernini-ein-genie-von-sprudelnder-kreativitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/12\/24\/gianlorenzo-bernini-ein-genie-von-sprudelnder-kreativitaet\/","title":{"rendered":"Gianlorenzo Bernini: Ein Genie von sprudelnder Kreativit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_88786\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88786 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Arne-Karsten-Foto-Sebastian-Jarych-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1707\" \/><span class=\"wp-caption-text\">PD Dr. Arne Karsten, Historiker an der Bergischen Universit\u00e4t &#8211; \u00a9 Sebastian Jarych<\/span><\/div>\n<p>\u201eH\u00e4tte Gianlorenzo Bernini in seinem Leben nichts anderes entworfen als den Petersplatz, es k\u00f6nnte dennoch kein Zweifel \u00fcber seinen Rang als einer der bedeutendsten Architekten der Kunstgeschichte bestehen\u201c, schreibt Arne Karsten in seinem Buch &#8222;Bernini \u2013 Der Sch\u00f6pfer des barocken Rom&#8220; <strong>\u2013<\/strong> und verdeutlicht damit, dass die Arbeiten dieses Ausnahmetalents an nahezu jedem Ort in der Ewigen Stadt bis heute bedeutungsvoll und pr\u00e4gend sind.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>\u201eBernini war eben mehr als nur ein Bildhauer\u201c, unterstreicht er seine Aussage, \u201eer war ein Universalgenie und als solches hat er sich auch immer stilisiert.\u201c Der Sohn eines Bildhauers sei zwar von seiner Ausbildung her Bildhauer, doch er arbeitete in vielen k\u00fcnstlerischen Berufen. \u201eEr war Architekt, hat als Maler gewirkt, er hat Theaterst\u00fccke geschrieben, er hat Alltagskunstgegenst\u00e4nde designt, w\u00fcrden wir heute sagen, und er war ein Mann von einer sprudelnden Kreativit\u00e4t, die ihn sein ganzes langes Leben, er ist fast auf den Tag genau 82 Jahre alt geworden, begleitet hat.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_88794\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88794 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Apollo-und-Daphne-von-Gian-Lorenzo-Bernini-1622-in-der-Galeria-Borghese-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"900\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Apollo und Daphne von Gian Lorenzo Bernini 1622 in der Galeria Borghese &#8211; \u00a9 CC BY-SA 4.<\/span><\/div>\n<h4><strong>Apollo und Daphne in der Villa Borghese<\/strong><\/h4>\n<p>Um Berninis Werke alle aufzuf\u00fchren, m\u00fcsste man halb Rom benennen, denn neben den ber\u00fchmten Skulpturen\u00a0 habe er eine ungeheure Vielfalt an Kirchenfassaden, Pal\u00e4sten, an Brunnenanlagen und Platzeinfassungen, an Portraitskulpturen und Gem\u00e4lden sowie diverse Grabm\u00e4ler f\u00fcr P\u00e4pste und Kardin\u00e4le geschaffen, erl\u00e4utert Karsten. \u201eZu seinen bedeutendsten Bauten, w\u00fcrde ich am Ende sagen, geh\u00f6rt am sichtbarsten bis heute der Petersplatz\u201c.<\/p>\n<p>Doch auch seine Jugendwerke faszinieren Kunstinteressierte weltweit. \u201eDie ber\u00fchmte Gruppe der sogenannten vier Borghese-Skulpturen ist bis heute das Glanzst\u00fcck der Villa Borghese. Man muss in diesem Museum inzwischen monatelang vorbestellen, wenn man da rein will.\u00a0 Das ist die Hauptattraktion.\u201c Zu den Meisterwerken Berninis z\u00e4hlt dort u.a. die zwischen 1622 und 1625 entstandene Skulptur &#8218;Apollo und Daphne&#8216;.<\/p>\n<div id=\"attachment_88804\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88804 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/vatican-1759140_12801.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"402\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Petersplatz mit den 284 dorischen S\u00e4ulen in vier Reihen &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>Das Werk zeigt das Motiv der Verfolgung von Daphne durch den in sie verliebten Gott Apoll aus dem Gedicht &#8218;Metamorphosen&#8216; des antiken r\u00f6mischen Schriftstellers Ovid. Dargestellt ist der Moment, indem sich die fliehende Nymphe Daphne dem Begehren des Sonnengottes Apoll entzieht und sich in einen Baum verwandelt. Kunsthistoriker sehen in der Gestaltung eine dynamische Parallelit\u00e4t und einen \u00fcberraschenden Bewegungsreichtum, dem sich der Betrachter kaum entziehen kann.<\/p>\n<h4><strong>Der Petersplatz<\/strong><\/h4>\n<p>Bernini pr\u00e4gte die Gestaltung des Petersplatzes im Vatikan, welcher zuvor nur ein trapezf\u00f6rmiger Bereich war, der zum Petersdom f\u00fchrte. \u201eDas erreichte er\u201c, erkl\u00e4rt der Historiker, \u201eindem er, wie ja noch heute jeder Rombesucher sehen kann und wie man j\u00fcngst wieder bei Papsttod, Konklave und Papstwahl sehen konnte, die Hauptkirche der katholischen Christenheit durch seine Platzgestaltung mit dem st\u00e4dtebaulichen Kontext in Beziehung setzte. Die ber\u00fchmten Kolonnaden, die den Platz einfassen und gleichzeitig den Zugang zum Petersdom regulieren, sind weltber\u00fchmt und omnipr\u00e4sent.\u201c Bernini schuf dort zwischen 1656 und 1667 ein imposantes elliptisches Bauwerk mit 284 dorischen S\u00e4ulen in vier Reihen, das den Petersplatz umrahmt.<\/p>\n<div id=\"attachment_88797\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88797 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Bernini-Baldachin-ueber-dem-Petrusgrab-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Bernini-Baldachin \u00fcber dem Petrusgrab &#8211; \u00a9 UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<h4><strong>Enfant terrible seiner Zeit<\/strong><\/h4>\n<p>Gianlorenzo Bernini war ein Enfant terrible seiner Zeit. Viele Zeitgenossen mochten ihn nicht. Dazu Arne Karsten: \u201eEr war einfach, wie viele K\u00fcnstler, ein unglaublicher Egozentriker, der Konkurrenten massiv wegdr\u00fcckte, der es verstand, die Aufmerksamkeit seiner Umwelt, auch die Anerkennung f\u00fcr seine Werke, die oft in Werkstattarbeit, in Zusammenarbeit mit Kollegen entstanden sind, ganz allein auf sich zu konzentrieren.\u201c<\/p>\n<p>Sein Temperament stand ihm mitunter im Weg und er schreckte auch nicht vor Gewalt zur\u00fcck. Dazu berichtet Karsten von der skandalumwitterten Geschichte um die junge R\u00f6merin Constanza Bonarelli im Jahre 1638.<\/p>\n<p>\u201eBernini hatte ein Verh\u00e4ltnis mit der Frau einer seiner Mitarbeiter. Diese lebenslustige junge Dame hatte allerdings gleichzeitig auch noch ein Verh\u00e4ltnis mit Berninis Bruder. Und als er beide in Flagranti erwischte, heute w\u00fcrden wir sagen, &#8218;rastete&#8216; er aus. Er verfolgte seinen Bruder, wollte ihn mit einer Eisenstange totpr\u00fcgeln, was aber Passanten verhinderten, und schickte einen Diener zu Constanza Bonarelli mit dem Auftrag, ihr das Gesicht mit einem Rasiermesser zu zerschneiden, was dieser Diener, aus Furcht vor seinem Herrn, der vor Wut fast besinnungslos war, dann auch tats\u00e4chlich machte.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_88787\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88787 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Kopf-der-Medusa-von-Bernini.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"734\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Kopf der Medusa von Bernini &#8211; \u00a9 CC BY-SA 4.0<\/span><\/div>\n<p>Heute kaum noch vorstellbar, erhielt Bernini lediglich eine Geldstrafe. Am Ende der amour\u00f6sen Verwicklungen blieb Costanza bis zu ihrem Tode 1662 bei ihrem Mann. Bernini heiratete 1640 Caterina Tezio, mit der er 11 Kinder hatte. Interessant in diesem Zusammenhang ist die zwischen 1644\/48 entstandene B\u00fcste der Medusa, die man heute im Kapitolinischen Museum in Rom bewundern kann, deren Gesichtsz\u00fcge unter all dem Schlangenhaar starke \u00c4hnlichkeit mit seiner einstigen Geliebten Costanza Bonarelli aufweist.<\/p>\n<p>\u201eEs waren damals andere Zeiten und man tut gut daran, eine Zeit aus ihrer eigenen Wertewelt zu verstehen oder verstehen zu lernen\u201c, sagt Arne Karsten, denn das sei die Hauptaufgabe von Historikern. In fr\u00fcherer Zeit habe man Affekte ganz selbstverst\u00e4ndlich ausgelebt, die uns heute unheimlich vork\u00e4men. \u201eDas gilt f\u00fcr Wutausbr\u00fcche, das gilt aber auch f\u00fcr Begeisterungsst\u00fcrme. Das sind Dinge, die wir heute brav und diszipliniert, wie wir sind, &#8217;strange&#8216; finden, die man in der Zeit selber aber immer wieder beobachten kann und die zur Normalit\u00e4t geh\u00f6rten.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Der Diener mehrerer P\u00e4pste<\/strong><\/h4>\n<p>Bernini hat vielen P\u00e4psten gedient. Da sich nach jeder Papstwahl die Herrschaftseliten \u00e4nderten, musste auch Bernini sich immer wieder neu erfinden, und das gelang ihm vor allem durch seine enorme Kreativit\u00e4t. \u201eWas er schuf, war so gut, so interessant, so innovativ, dass auch da, wo er aus politischen Gr\u00fcnden in Krisen geriet, am Ende diese Kreativit\u00e4t triumphierte.\u201c Ein sch\u00f6nes Beispiel dazu ist Papst Innozenz X. (1644 \u2013 1655), der am Anfang seiner Regierungszeit auf Berninis Dienste verzichten wollte, weil der so eng mit seinem verfeindeten Vorg\u00e4nger liiert gewesen war und in dessen Diensten stand.<\/p>\n<div id=\"attachment_88800\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88800 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Grabmal-Alexander-VIII-im-Petersdom-von-Bernini-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Grabmal Alexander VIII im Petersdom von Bernini &#8211; \u00a9 UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<p>Als er dann irgendwann einmal einen Entwurf von Bernini sah, sagte er lakonisch: &#8218;Wenn man nicht will, dass Bernini etwas baut, darf man sich seine Entw\u00fcrfe nicht anschauen.&#8216; Wenn man sie einmal gesehen hatte, dann waren sie \u00fcberw\u00e4ltigend.\u201c Eine ganz besondere Beziehung verband ihn allerdings mit dem sp\u00e4teren Papst Urban VIII. (1623 \u2013 1644). \u201eUrban VIII., als Kardinal hie\u00df er noch Maffeo Barbarini, war schon zu Zeiten seiner Kardinalst\u00e4tigkeit mit Bernini befreundet, soweit das \u00fcber gesellschaftliche Standesgrenzen m\u00f6glich war. Er war ihm sehr wohl gesonnen.\u201c<\/p>\n<p>Dieser Papst sei ein au\u00dferordentlich engagierter Kunstm\u00e4zen gewesen, verstand sehr viel von Kunst und verstand vor allem, was er in Bernini hatte. \u201eEr soll ihn nach seiner Wahl begr\u00fc\u00dft haben mit dem Satz: &#8218;Gro\u00df ist euer Gl\u00fcck Cavaliere Bernini, Urban VIII. als Papst zu sehen, aber gr\u00f6\u00dfer noch ist unser Gl\u00fcck, w\u00e4hrend des Pontifikats den Cavaliere Bernini in Diensten zu haben.&#8216; Ein gener\u00f6ses und auch wahres Wort.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Auch gro\u00dfe K\u00fcnstler erleben Desaster<\/strong><\/h4>\n<p>Die Fassadengestaltung des Petersdoms wurde f\u00fcr Bernini zur Niederlage seines Lebens. Da der Petersdom \u00fcber einen langen Zeitraum entstand und es immer wieder \u00c4nderungen in den Entw\u00fcrfen gab, waren am Ende die Proportionen nicht ganz gl\u00fccklich gelungen. \u201eBernini versuchte das Problem zu beheben, indem er zwei Glockent\u00fcrme an den Seiten der Fassade auff\u00fchren lie\u00df. Dabei traten allerdings Risse im Fundament und auch im Mauerwerk auf, so dass die Statik nicht funktionierte und die T\u00fcrme wieder abgetragen werden mussten. Das war nat\u00fcrlich f\u00fcr die Reputation des Architekten Bernini eine Katastrophe\u201c, sagt Karsten.<\/p>\n<div id=\"attachment_88791\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88791 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Detail-Vierstroemebrunnen-von-Bernini-rotated.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Detail des Vierstr\u00f6mebrunnens von Bernini &#8211; \u00a9 UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<p>Und auch im Ausland war der ewige R\u00f6mer nicht recht erfolgreich. Im Alter von 67 Jahren lieh ihn der Papst erstmalig an Frankreich aus. Von dort kehrte er sehr deprimiert wieder nach Rom zur\u00fcck, denn keiner seiner Entw\u00fcrfe f\u00fcr den Louvre, die er dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig liefern sollte, wurde verwirklicht.<\/p>\n<p>\u201e\u00dcberhaupt erweist sich w\u00e4hrend des Parisaufenthaltes die Mentalit\u00e4t des erfolgsverw\u00f6hnten R\u00f6mers mit der franz\u00f6sischen Hofaristokratie als wenig kompatibel\u201c, sagt der Fachmann, \u201eBernini eckte an. Er war seinerseits br\u00fcskiert von der Unh\u00f6flichkeit vieler franz\u00f6sischer Aristokraten. Am Ende schied man nicht gerade im Eklat, aber doch so, dass Bernini seine Reise als Fehlschlag empfand.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Bernini und Michelangelo \u2013 zwei Workaholics im Kirchendienst<\/strong><\/h4>\n<p>Bernini wird oft mit Michelangelo verglichen. \u201eWas sie verband, war diese ungeheure Intensit\u00e4t, Schaffenskraft und der Wille, diese Schaffenskraft in Projekte umzusetzen\u201c, erkl\u00e4rt Karsten. \u201eBeide waren Workaholics, Bernini hat mal von sich gesagt: &#8218;Ruhe f\u00e4llt mir schwerer als alles andere, da k\u00e4mpft man gegen sich selbst und sein innerstes Naturell.&#8216; Das h\u00e4tte Michelangelo auch gut so sagen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_88792\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88792 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Berniniengel-auf-der-Engelsbruecke-in-Rom-rotated.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Berniniengel auf der Engelsbr\u00fccke in Rom &#8211; \u00a9 UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<p>Einen Unterschied sieht der Historiker in der eher etwas gez\u00e4hmteren, h\u00f6flicheren und h\u00f6fischeren Art des K\u00fcnstlers Bernini und sagt: \u201eEr wusste sich auf dem glatten Parkett der Aristokratie im Umfeld des Papstes mit einiger Sicherheit, wenn auch immer wieder mit gelegentlichen Wutausbr\u00fcchen, aber im Gro\u00dfen und Ganzen gesellschaftlich akzeptiert, ja sogar bejubelt, zu bewegen. Michelangelo war viel eigenbr\u00f6tlerischer, noch viel mehr eben nur auf seine Kunst fixiert.\u201c<\/p>\n<p>Die Hofgesellschaft, in der Bernini sich mit gro\u00dfer Virtuosit\u00e4t bewegte, blieb Michelangelo zeit seines Lebens fremd. \u201eBernini ist ein typischer Vertreter seiner Zeit und eine Figur, die als K\u00fcnstler, aber eben auch als H\u00f6fling im Umfeld der P\u00e4pste bis heute von ungebrochener Faszination ist. Es gibt keinen K\u00fcnstler, der Rom so sehr gestaltet hat, wie Bernini.\u201c<\/p>\n<p><strong>UWE BLASS<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_88802\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88802 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Arne-Karsten-Foto-Sebastian-Jarych-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"299\" \/><span class=\"wp-caption-text\">PD Dr. Arne Karsten &#8211; \u00a9 Sebastian Jarych<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber PD Dr. Arne Karsten<\/h4>\n<p>PD Dr. Arne Karsten (*1969) studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in G\u00f6ttingen, Rom und Berlin. Von 2001 bis 2009 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f\u00fcr Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin. Seit dem Wintersemester 2009 lehrt er als Junior-Professor, seit der Habilitation 2016 als Privatdozent f\u00fcr Geschichte der Neuzeit an der Bergischen Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Buchtipp:<\/h4>\n<div id=\"attachment_88808\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 285px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-88808 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/51kZUHe-vAL._SY425_.jpg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"425\" \/><span class=\"wp-caption-text\">&#8222;BERNINI &#8211; Der Sch\u00f6pfer des barocken Rom&#8220; &#8211; Dr. Arne Karsten &#8211; Verlag C.H. Beck &#8211; 272 Seiten &#8211; ISBN-10: 3406820731 &#8211; ISBN-13: 978-3406820731<\/span><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gianlorenzo Bernini, ein Universalgenie von sprudelnder Kreativit\u00e4t. Er ist der Sch\u00f6pfer des barocken Rom. Seine Bauten und Skulpturen pr\u00e4gen bis heute das Bild der ewigen Stadt. Autor Uwe Blass hat sich im Rahmen der beliebten,lehrreichen Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit dem Historiker PD Dr. Arne Karsten \u00fcber diesen beeindruckenden K\u00fcnstler (*07.12.1598 in Neapel &#8211; +28.11.1680 in Rom) und sein Schaffen unterhalten. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-88784","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-11 05:51:46","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88784","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88784"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88784\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":88810,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88784\/revisions\/88810"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88784"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88784"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88784"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}