{"id":87620,"date":"2025-10-24T20:52:46","date_gmt":"2025-10-24T18:52:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=87620"},"modified":"2026-01-08T18:20:32","modified_gmt":"2026-01-08T17:20:32","slug":"nach-40-jahren-richard-wagner-kehrt-ins-tal-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/10\/24\/nach-40-jahren-richard-wagner-kehrt-ins-tal-zurueck\/","title":{"rendered":"Nach 40 Jahren: Richard Wagner kehrte ins Tal zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_87642\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87642 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Das_Rheingold_20251019__c__SOW_Yannick_Dietrich_12-1-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1529\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Patrick Hahn (30) pr\u00e4sentierte in der Historischen Stadthalle den ersten Teil von Wagners vierteiligem Monumentalwerk in einer konzertanten Auff\u00fchrung &#8211; \u00a9 Wuppertaler B\u00fchnen &#8211; Yannick Dietrich<\/span><\/div>\n<p>Mit Richard Wagners spektakul\u00e4rem Konzert-Zyklus kr\u00f6nt Patrick Hahn seine \u00fcberaus erfolgreichen f\u00fcnf Jahre dauernde Zeit als Generalmusikdirektor des Sinfonieorchesters Wuppertal.<\/p>\n<p>\u201eDas Rheingold\u201c (Urauff\u00fchrung 1869 in M\u00fcnchen) ist der Auftakt zu Wagners vierteiligem Zyklus \u201eDer Ring des Nibelungen\u201c. Das St\u00fcck handelt vom Raub des Rheingolds durch den Nibelungen Alberich und sein damit verbundenes Vergehen am Naturzustand. Der aus dem Rheingold geschmiedete Ring verspricht demjenigen unermessliche Macht, der ihn besitzt.<\/p>\n<p>Das St\u00fcck erz\u00e4hlt, wie Macht, Gier und Verrat die Welt der G\u00f6tter und Menschen mit einer Kette von Intrigen und Verrat ins Ungl\u00fcck st\u00fcrzen. Geleitet von Trieben, besiegelt dieser Weg ihren Untergang. Es ist der Beginn einer gro\u00dfen mythologischen Trag\u00f6die.<\/p>\n<div id=\"attachment_87651\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87651 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Das_Rheingold_20251019__c__SOW_Yannick_Dietrich_5-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1230\" \/><span class=\"wp-caption-text\">G\u00f6ttervater Wotan (Michael Kupfer-Radeck mit beweglichem Bariton) mit seiner Gattin Fricka (Jennifer Johnston) &#8211; \u00a9 Wuppertaler B\u00fchnen \/ Yannick Dietrich<\/span><\/div>\n<p>Die Inszenierung der Wuppertaler B\u00fchnen und der Sinfonieorchester GmbH ist keine rein konzertante Auff\u00fchrung. Daf\u00fcr sorgt u.a. der Z\u00fcricher Fabio Rickenmann als Dramaturg und Produktionsleiter, der mit einem prachtvollen Lichtdesign szenische Elemente einbaute.<\/p>\n<p>Eine ganze Riege hervorragender, namhafter G\u00e4ste, wie etwa Operns\u00e4nger Michael Kupfer-Radecky, der in der Hauptrolle als Wotan brillierte, bereicherten den Konzertabend genial.<\/p>\n<h4>Ein Genuss: Das ber\u00fchmte \u201eRheingold Vorspiel\u201c<\/h4>\n<p>Die nicht immer gut verst\u00e4ndlichen sehr schwierigen Texte, Ausdruck von Wagners k\u00fcnstlerischer Sprache, waren ein R\u00fcckgriff auf die germanisch-nordische Mythologie. Eingeblendete \u00dcbertitel zum Mitlesen machten sie leichter verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Zu Beginn erklang nat\u00fcrlich der ber\u00fchmte \u201eRheingold-Vorspiel\u201c-Akkord (Es-Dur), welcher den Rhein aus der Tiefe \u201eentstehen\u201c l\u00e4sst \u2013 eine der eindrucksvollsten, musikalischen Naturdarstellungen \u00fcberhaupt.<\/p>\n<div id=\"attachment_87643\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87643 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Das_Rheingold_20251019__c__SOW_Yannick_Dietrich_6-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1430\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Nach \u00fcber 40 Jahren kehrte der Konzert-Zyklus von Richard Wagner nach Wuppertal zur\u00fcck &#8211; eine triumpfahle Heimkehr &#8211; \u00a9 Wuppertaler B\u00fchnen \/ Yannick Dietrich<\/span><\/div>\n<p>Mit einem geheimnisvollen, endlos erscheinenden Es-Dur-Akkord, die Wellen des Rheins symbolisierend, entf\u00fchrt Richard Wagner das Publikum in die Tiefen des Rheins und schafft eine Welt voller G\u00f6tter, Riesen, Zwerge und deren Machtanspr\u00fcche.<\/p>\n<p><strong>Die Handlung in vier Bildern<\/strong><\/p>\n<p><strong>Szene 1: Beginn des Machtfluchs<\/strong><\/p>\n<p>Die Rheint\u00f6chter (Juliana Zara, Edith Grossman und Marta Herman) \u00fcberzeugen als Woglinde, Wellgunde und Flo\u00dfhilde mit sauberem Dreiklang und klarer Diktion, steigen von der Galerie und setzen auf der B\u00fchne und im Saal ihr neckisches, gemeines Spiel mit dem Nibelungen fort. Sie h\u00fcten den Rheingold-Schatz, Symbol reiner Naturkraft. Der Nibelung Alberich (Joachim Goltz) verliebt sich in sie, wird aber verspottet. Aus Wut verflucht er die Liebe, raubt das Gold und schmiedet daraus den Ring, der absolute Macht verleiht.<\/p>\n<div id=\"attachment_87644\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87644 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Das_Rheingold_20251019__c__SOW_Yannick_Dietrich_15-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1153\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Z\u00fcricher Fabio Rickenmann, Dramaturg und Produktionsleiter, baute mit einem prachtvollen Lichtdesign szenische Elemente ein &#8211; \u00a9 Wuppertaler B\u00fchnen \/ Yannick Dietrich<\/span><\/div>\n<p><strong>Szene 2: Die G\u00f6tter begeben sich ihn die Unterwelt<\/strong><\/p>\n<p>Der Wechsel zur zweiten Szene erfolgt auf wolkigen H\u00f6hen. Hier wird jetzt der ganze Saal erhellt, weil wohl der Glanz der Burg Walhall auf den G\u00f6ttervater Wotan (Michael Kupfer-Radeck mit beweglichem Bariton) abstrahlt, der mit seiner Gattin Fricka (Jennifer Johnston) zun\u00e4chst sitzend vor dem Orchester ruht. G\u00f6ttervater Wotan hat den Riesen Fasolt (Guido Jentjens) und Fafner (Kurt Rydl) seine Burg Walhall bauen lassen, ohne zu wissen, womit er den Bau finanzieren soll.<\/p>\n<p>Wotan hat daf\u00fcr als Gegenleistung G\u00f6ttin Freia (Juliana Zara) versprochen, will sie aber nicht hergeben. Der listige Gott Loge (Michael Laurenz) schl\u00e4gt vor, Alberichs Gold als Ersatz zu holen.<\/p>\n<div id=\"attachment_87645\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87645 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Das_Rheingold_20251019__c__SOW_Yannick_Dietrich_7-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1515\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Guido Jerntjens, der bei den Bayreuther Festspielen als &#8222;Bogner mitwirkte. In Wuppertal war er Fasolt, einer der beiden Riesen, in Richard Wagners Oper &#8222;Rheingold&#8220;. Hier mit \u201eWotan\u201c und Gattin \u201eFricka\u201c &#8211; \u00a9 Wuppertaler B\u00fchnen \/ Yannick Dietrich<\/span><\/div>\n<h4>Die Saat des Untergangs ist ges\u00e4t<\/h4>\n<p><strong>Szene 3: Der Fluch nimmt seinen Lauf<\/strong><\/p>\n<p>Alberich herrscht \u00fcber die Nibelungen mit Hilfe des Rings. Wotan und Loge \u00fcberlisten ihn: Alberich verwandelt sich (mit seiner Tarnkappe) in Tiere \u2013 erst in einen Drachen, dann in eine Kr\u00f6te. Sie fangen ihn, rauben ihm Gold, Helm und Ring. Alberich verflucht daraufhin den Ring: \u201eWer ihn besitze, den treffe der Neid, wer ihn nicht habe, der nag\u2019 an ihm!\u201c<\/p>\n<p><strong>Szene 4: Der Glanz des g\u00f6ttlichen Triumphs ist verdorben\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wotan gibt widerwillig das Gold an die Riesen, um Freia freizukaufen. Doch die Riesen streiten sich um den Ring \u2014 der Fluch wirkt sofort: Fafner (Bassist Kurt Rydl) erschl\u00e4gt Fasolt (Guido Jentjens) und nimmt den Ring an sich.<\/p>\n<div id=\"attachment_87654\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-87654\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Das_Rheingold_20251019__c__SOW_Yannick_Dietrich_2-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1259\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Rheint\u00f6chter (Juliana Zara, Edith Grossman und Marta Herman) \u00fcberzeugen als Woglinde, Wellgunde und Flo\u00dfhilde mit sauberem Dreiklang und klarer Diktion. Ihr Einstieg auf der Galerie &#8211; \u00a9 Wuppertaler B\u00fchnen \/ Yannick Dietrich<\/span><\/div>\n<p>Die G\u00f6tter ziehen in ihre neue Burg Walhall ein, w\u00e4hrend aus der Ferne die Rheint\u00f6chter klagend ihr Gold zur\u00fcckfordern. Ihr Weinen erreicht sie G\u00f6tter indessen nicht.<\/p>\n<h4>Schluss-Szene musikalisch grandios ausgekostet<\/h4>\n<p>Nicht nur die Schluss-Szene wird von dem 1995 in Graz geborenen Dirigenten Patrick Hahn und seinem Sinfonieorchester Wuppertal musikalisch grandios ausgekostet. Im Saal bricht beim letzten Takt ein riesiger Jubel aus. Die Wuppertaler hatten nach 40 Jahren endlich einmal wieder Wagners Monumentalwerk erlebt. Die Solistinnen und Solisten und das Orchester werden frenetisch gefeiert. Die Fortsetzungen dieser brillanten Inszenierung sind am 18. Januar, 22. Februar und 22. M\u00e4rz 2026 geplant.<\/p>\n<p><b>Text: SIEGFRIED J\u00c4HNE<\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_87657\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87657 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Das_Rheingold_20251019__c__SOW_Yannick_Dietrich_16-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1484\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Ensemble von &#8222;Das Rheingold&#8220; wurde vom Publikum in der Historischen Stadthalle frenetisch gefeiert &#8211; \u00a9 Wuppertal B\u00fchnen \/ Yannick Dietrich<\/span><\/div>\n<h4>&#8222;DAS RHEINGOLD&#8220;<\/h4>\n<p><strong>Erste Oper des Konzertzyklus &#8222;Der Ring des Nibelungen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Von RICHARD WAGNER<\/strong><\/p>\n<p><strong>Besetzung:<\/strong><\/p>\n<p>Michael Kupfer-Radecky: Wotan<\/p>\n<p>Michael Laurenz: Loge<\/p>\n<p>Joachim Goltz: Alberich<\/p>\n<p>Jennifer Johnston: Fricka<\/p>\n<p>Juliana Zara: Freia &#8211; Woglinde<\/p>\n<p>Marta Herman: Erda &#8211; Flo\u00dfhilde<\/p>\n<p>Thomas Laske: Donner<\/p>\n<p>Patrick Reiter: Froh<\/p>\n<p>Guido Jentjens: Fasolt<\/p>\n<p>Kurt Rydl: Fafner<\/p>\n<p>Cornel Frey: Mime<\/p>\n<p>Edith Grossmann: Wellgunde<\/p>\n<p><strong>Produktion:<\/strong><\/p>\n<p>Fabio Rickenmann: Dramaturgie und Produktionsleitung<\/p>\n<p>Patrick Hahn -Fabio Rickenmann &#8211; Pascal Sch\u00fcller: Lichtdesign<\/p>\n<p>Sinfonieorchester Wuppertal<\/p>\n<p>Patrick Hahn: Dirigent<\/p>\n<p>Dauer: ca. 2 Stunden 30 Minuten, keine Pause<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas Rheingold\u201c, Richard Wagners Werk \u00fcber \u201eUrsprung von Macht, Kapital und moralischem Verfall\u201c, wurde in Wuppertal geradezu frenetisch gefeiert. Patrick Hahn (30) pr\u00e4sentierte am Sonntag (19.10.25) in der Historischen Stadthalle den ersten Teil von Wagners vierteiliges Monumentalwerken in einer konzertanten Auff\u00fchrung.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-87620","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-04 11:29:29","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87620","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=87620"}],"version-history":[{"count":29,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87620\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":89225,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87620\/revisions\/89225"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=87620"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=87620"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=87620"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}