{"id":87237,"date":"2025-10-02T09:29:03","date_gmt":"2025-10-02T07:29:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=87237"},"modified":"2025-10-13T08:46:31","modified_gmt":"2025-10-13T06:46:31","slug":"welthundetag-liebevolle-erziehung-mit-klaren-ansagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/10\/02\/welthundetag-liebevolle-erziehung-mit-klaren-ansagen\/","title":{"rendered":"Welthundetag: Liebevolle Erziehung mit klaren Ansagen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_87240\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1183px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87240 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Alaskan-Malamute-und-Spinone-italiano.jpg\" alt=\"\" width=\"1173\" height=\"812\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Sie sind schon lange domestiziert: Alaska Malamute Java (l.) und Spinone Italiano Pino &#8211; \u00a9 UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<p>Am 10. Oktober ist es wieder soweit. Freunde der Fellnasen feiern den internationalen Welthundetag. Laut dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) leben in Deutschland 10,5 Millionen Hunde in Privathaushalten. Grund genug, einmal bei Gela Preisfeld, Professorin f\u00fcr Zoologie und Biologiedidaktik an der Bergischen Universit\u00e4t nachzufragen, wie sich das Mensch-Tierverh\u00e4ltnis denn so im Laufe der Zeit entwickelt hat.<\/p>\n<h4><strong>15.000 Jahre Partnerschaft<\/strong><\/h4>\n<p>Vor ca. 15000 Jahren, in der Steinzeit, habe sich diese Partnerschaft, ausgehend vom Grauwolf (<em>Canis lupus<\/em>) entwickelt, erz\u00e4hlt Preisfeld. \u201eUnser Hund wird ja wissenschaftlich &#8218;<em>Canis lupus familiaris&#8216;<\/em> genannt und ist damit eine Unterart. Man geht davon aus, dass sich die Beziehung zwischen Mensch und Wolf ganz selektiv f\u00fcr bestimmte F\u00e4higkeiten, wie Jagen, H\u00fcten und Schutz weiterentwickelt hat, wobei man aber nicht nur das Domestizieren betrachten darf, also die Anpassung des Wolfes an den Menschen, woraus dann irgendwann der Hund wurde, sondern, man muss sich auch \u00fcberlegen, wie es \u00fcberhaupt dazu gekommen sein kann, denn Mensch und Wolf haben ja nicht gerade friedfertig zusammengelebt, sondern auf jeden Fall auch in Konkurrenz.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Es musste also irgendwelche evolution\u00e4ren Vorteile f\u00fcr beide Spezies gegeben haben. \u201eEs gibt eine ganze Reihe von Vermutungen\u201c, erkl\u00e4rt die Biologin. \u201eGanz wichtig dabei ist, dass Mensch und Wolf ein ganz \u00e4hnliches Nahrungsspektrum haben. Beide sind Allesfresser. Die Menschen damals haben viel gejagt und ein Wolf jagt eben auch. Man k\u00f6nnte sich das so vorstellen, dass die W\u00f6lfe den Menschen gefolgt sind, die Reste der menschlichen Jagd vielleicht aufgenommen haben, und die Menschen haben ihrerseits irgendwann bemerkt, dass, wenn die W\u00f6lfe ihnen folgen, andere Feinde abgehalten werden.\u201c<\/p>\n<p>Irgendwann h\u00e4tten dann die Menschen die Wolfswelpen bei sich aufgezogen, und das k\u00f6nne man dann als Beginn der Hundewerdung deuten. \u201eEin weiterer Grund, warum es den W\u00f6lfen m\u00f6glich war, sich den Menschen anzuschlie\u00dfen, k\u00f6nnte darin liegen, dass W\u00f6lfe Rudeltiere sind &#8211; sie brauchen Anf\u00fchrer!\u00a0 Hunde ja letztendlich auch, und der Hund (fr\u00fcher der Wolf) akzeptiert den Menschen als Anf\u00fchrer.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Alle Hunde stammen vom Wolf ab<\/strong><\/h4>\n<p>Laut dem gr\u00f6\u00dften kynologischen Dachverband F\u00e9d\u00e9ration Cynologique Internationale (FCI) gibt es \u00fcber 340 anerkannte Hunderassen, die wirklich alle vom Wolf abstammen. \u201eJa, das stimmt und dazu gibt es auch spannende Untersuchungen\u201c, erz\u00e4hlt die Fachfrau. Man hat die mitochondriale DNA, die ausschlie\u00dflich \u00fcber die Mutter weitergegeben wird, von verschiedenen Haushunden, Kojoten, W\u00f6lfen und Schakalen untersucht. Heraus kam, dass Kojoten und Schakale au\u00dferhalb des Stammbaums der ganzen untersuchten Haushunde liegen und wesentlich fr\u00fcher entstanden sind.\u201c Um ganz sicher zu gehen, habe man nat\u00fcrlich auch die, nur durch die M\u00e4nnchen weitergegebenen, Y-Chromosomen untersucht. Beide Untersuchungen kamen zum gleichen Ergebnis: \u201eDer Hund stammt eindeutig vom Wolf ab.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_87242\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87242 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Preisfeld-Presse-Privat.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"337\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Gela Preisfeld, Biologin an der Bergischen Universit\u00e4t &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<h4><strong>Wenn das domestizierte Haustier zum internationalen Problem wird<\/strong><\/h4>\n<p>Weltweit gibt es ca. 500 Millionen Hunde, davon leben 75 Prozent frei. Indien hat mit 30 Millionen freilebenden Hunden die Spitzenposition. Da wird das domestizierte Haustier zum Problem. \u201eDieses vielschichtige Problem erfordert Ma\u00dfnahmen an verschiedenen Stellen\u201c, sagt die Wissenschaftlerin, \u201esowohl an den Tieren selbst, aber auch am menschlichen Umgang mit ihnen in Bezug auf die Erziehung, Aufkl\u00e4rung und nat\u00fcrlich die Pr\u00e4vention. Eine sehr gute Ma\u00dfnahme ist das CNVR-Programm (Ein CNVR-Programm steht f\u00fcr \u201eCatch-Neuter-Vaccinate-Return\u201c, also Einfangen-Kastrieren-Impfen-Freilassen) und ist eine humane Methode, um Populationen streunender Hunde und Katzen zu kontrollieren, ihre Gesundheit zu verbessern und Tollwut vorzubeugen, Anm. d. Red.). Dadurch l\u00e4sst sich die Anzahl der Streuner langfristig reduzieren. Das Impfen geh\u00f6rt auch dazu, um Krankheiten einzud\u00e4mmen. Diese Programme dienen dazu, dass die Tiere ges\u00fcnder sind, ihr Wohlbefinden besser ist. Die dazugeh\u00f6rige Aufkl\u00e4rung der Besitzer soll dazu f\u00fchren, dass die Menschen verantwortlich mit ihren Tieren umgehen und sie nicht einfach irgendwo aussetzen.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Der Hund, ein nie wertendes Wesen<\/strong><\/h4>\n<p>Jagen, H\u00fcten und Sch\u00fctzen sind die einen Eigenschaften, die sich der Mensch zu Nutze gemacht hat. Dar\u00fcber hinaus sch\u00e4tzen wir aber noch eine andere, ganz einfache F\u00e4higkeit. \u201eWir sch\u00e4tzen den Begleiter und Freund im Alltag\u201c, sagt Preisfeld und betont die wesentliche Eigenschaft des Tieres. \u201eHunde werten nicht. Man sagt, sie seien bedingungslos treu und sie verst\u00fcnden manche unserer Gem\u00fctszust\u00e4nde. Sie sind empathisch und man vermutet, dass diese Eigenschaften mittlerweile angeboren sind, dass sie durch Z\u00fcchtung mittlerweile so manifestiert sind, also ein Produkt der Koevolution, des langen Zusammenlebens zwischen Mensch und Hund. Und diese Eigenschaften machen es auch m\u00f6glich, dass man die Tiere zu Therapiezwecken oder der tiergest\u00fctzten P\u00e4dagogik in Schulen einsetzt, weil man wei\u00df, dass durch sie mehr Ruhe und Ausgeglichenheit in Klassen kommt.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_87243\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87243 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Canis_lupus.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Vom Wolf (Canis lupus) stammen alle Hunderassen ab &#8211; \u00a9 CC BY-SA 3.0<\/span><\/div>\n<h4><strong>Hunde nehmen Schmerz bei ihren Besitzern wahr<\/strong><\/h4>\n<p>Preisfeld zitiert eine Studie aus Ungarn, die festgestellt habe, dass Hunde offensichtlich Schmerzen bei ihren Besitzern sp\u00fcren k\u00f6nnen. Diese n\u00e4hmen sie \u00fcber die menschliche Sprache auf. \u201eMan hat die Hunde durch ein MRT geschickt und gefunden, dass sie ganz \u00e4hnliche Areale an \u00e4hnlicher Stelle f\u00fcr Sprachverarbeitung im Hirn haben wie wir. Man hat dann herausgefunden, dass sie aktiv werden, wenn die Sprache der Besitzer mit einem emotionalen Gehalt assoziiert ist. Und genau wie wir reagieren sie auf den emotionalen Ton der Sprache. Im Gegensatz zu uns brauchen Hunde nur mehrere Inputs. Sie brauchen den Inhalt, die Betonung und die Melodie in der Sprache und dann k\u00f6nnen sie sehr gut verstehen, was wir wollen, nur etwas langsamer. Wir Menschen verstehen ungef\u00e4hr 4 bis 6 Silben pro Sekunde, ein Hund eher nur 3 Silben. Also hilft es schon, wenn man ein wenig langsamer spricht.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Und dann ist da noch die Nase \u2026<\/strong><\/h4>\n<p>Hunde haben besondere Eigenschaften, die sich der Mensch auch zu Nutze macht, denn z. B. riechen sie um ein Vielfaches besser. \u201eHunde sind Nasentiere\u201c, sagt Preisfeld, \u201edas ist das wichtigste Organ f\u00fcr sie. Damit erfassen sie ihre Umwelt, finden Nahrung, sp\u00fcren ihren Partner auf und erkennen Gefahren. Das liegt darin begr\u00fcndet, dass sie sehr viel mehr Riechzellen haben. Sch\u00e4ferhunde haben \u00fcber 220 Millionen Riechzellen und wir Menschen haben ca. 10 Millionen. Dazu kommt, dass Hunde einen anderen Atemrhythmus haben. Beim Erschn\u00fcffeln k\u00f6nnen sie 300 Mal pro Minute schn\u00fcffeln, die Nasenfl\u00fcgel beben dann und sie nehmen verschiedene Duftstoffe auf. Diese leiten sie dann weiter ans Riechzentrum und dort werden sie verarbeitet.\u201c<\/p>\n<p>Hinzu komme noch ein viel interessanteres Organ, das sogenannte Jacobsen-Organ, eine kleine \u00d6ffnung am Gaumen. \u201eHinter den Schneidez\u00e4hnen ist der Gaumen mit der Nase verbunden. Dieses Jacobsen-Organ nimmt vornehmlich Pheromone, aber auch andere Substanzen wahr. Das Besondere ist, dass der Hund das gar nicht wirklich riecht, sondern er nimmt mit der Zunge irgendwelche Spuren auf &#8211; das kennt man von jedem Spaziergang, wenn der Hund an was auch immer leckt &#8211; und diese gehen dann direkt \u00fcber die Kan\u00e4lchen hinter den Schneidez\u00e4hnen an das Jacobsen-Organ und werden von dort ans Gehirn weitergeleitet, ohne \u00fcber die Nase zu gehen. Dadurch k\u00f6nnen die Hunde Informationen \u00fcber Sexualpartner oder Feinde direkt wahrnehmen. Auch Duftstoffe, die wir Menschen absondern, gelangen \u00fcber dieses Organ ins Gehirn.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_87244\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 650px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87244 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Drei-Hunde.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"411\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zum Welthundetag: Diese drei Vierbeiner feiern offensichtlich in aller Ruhe &#8211; \u00a9 Preisfeld<\/span><\/div>\n<h4><strong>Hundek\u00f6rpersprache oder wie man den Hund lesen kann<\/strong><\/h4>\n<p>Hunde haben eine eigene K\u00f6rpersprache, die der Mensch bereit sein muss, zu lesen. Und nicht nur der Schwanz spielt dabei eine wichtige Rolle. \u201eDas gesamte Verhaltensrepertoire des Hundes ist ein Produkt aus der Koevolution von Hund und Mensch\u201c, sagt Gela Preisfeld. Neben dem Schwanzwedeln komme noch Mimik dazu, die Ohrenstellung und die K\u00f6rperhaltung allgemein. Schwanzwedeln sei ja auch nicht nur positiv zu bewerten.<\/p>\n<p>\u201eIst der Hund angespannt und der Schwanz ist mehr horizontal gestreckt, dann bedeutet das ja eher Unsicherheit und Angst oder gar Aggression, das muss man lernen zu lesen. Der Hund kann sehr gut Emotionen und Absichten ausdr\u00fccken. Wir alle kennen den sogenannten Hundeblick, diese Augenbrauenbewegungen, die bei uns den Besch\u00fctzerinstinkt wecken. Der Kontext ist entscheidend, in dem der Hund gerade ist. Die Ohren sind ein wichtiger Teil der Hundekommunikation. Wenn der Hund etwas erschn\u00fcffelt, dann sind die Ohren nach vorne gerichtet, also ganz aufmerksam. Wenn sie zur Seite oder nach hinten gerichtet sind, dann ist er oftmals nerv\u00f6s oder unsicher und kann eine Situation nicht so gut einsch\u00e4tzen.\u201c<\/p>\n<p>Und dann spiele die K\u00f6rperhaltung insgesamt eine Rolle. Ein angespannter K\u00f6rper, ein angehobener Kopf und nach vorn gestellte Ohren, zeugen von Aufmerksamkeit und Neugierde. \u201eDas ist auch immer ein guter Moment, ihm etwas beizubringen. Und dann hat er auch immer noch Signale, um Konflikte zu vermeiden, dann g\u00e4hnt er oder schaut weg oder wirft sich auf den R\u00fccken.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Ein perfekter Hundetag<\/strong><\/h4>\n<p>Am 10. Oktober ist der Internationale Welthundetag. Wie sieht denn ein perfekter Tag f\u00fcr einen Hund aus? \u201eIch denke, der sollte mit einem sch\u00f6nen Morgenspaziergang beginnen\u201c sagt Gela Preisfeld, \u201egefolgt von einem gesunden Essen, dann Spielen oder andere Herausforderungen, denn Hunde wollen besch\u00e4ftigt sein. Ein zweiter Spaziergang, kurz mittags und abends wieder etwas l\u00e4nger, immer mit Spiel- und Bewegungsm\u00f6glichkeiten, die f\u00fcr den Hund unbedingt notwendig sind. Und damit sich ein Hund auch frei bewegen kann, dort, wo er es darf, ist es wichtig, dass er sehr gut erzogen ist, damit er auch h\u00f6rt. Das ist eine Grundvoraussetzung f\u00fcr den Freilauf und dazu ist eine liebevolle konsequente Erziehung n\u00f6tig sowie ganz klare Ansagen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_87245\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87245 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Dackel-im-Auto-Pixabay.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"417\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Dackel, eine beliebte Hunderasse in Deutschland &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<h4><strong>Gourmetk\u00fcche aus dem Tierhandel<\/strong><\/h4>\n<p>Fr\u00fcher erhielten Hunde auch bei uns oft Abf\u00e4lle, heute boomt die Hundefuttermittelindustrie mit den verschiedensten Produkten. Dazu die Wissenschaftlerin: \u201eAus der Forschung wissen wir, dass Hunde Allesfresser sind, sowohl pflanzliche als auch fleischbasierte Ern\u00e4hrungsweisen sind f\u00fcr eine gesunde Ern\u00e4hrung geeignet, solange eben alle notwendigen N\u00e4hrstoffe, Proteine, Fette, Kohlenhydrate usw. enthalten sind. Es gibt viele Studien, die zeigen, dass sogar eine rein pflanzenbasierte Ern\u00e4hrung gut ist und die Hunde dann auch oftmals ges\u00fcnder sind und nicht so stark und schnell an Arthrose und Gelenkbeschwerden leiden. Das Wichtige dabei ist die Ausgewogenheit der N\u00e4hrstoffe, unabh\u00e4ngig von der Proteinquelle, ob die jetzt tierisch oder pflanzlich ist.\u201c<\/p>\n<p>Man m\u00fcsse sicher auch auf die jeweiligen individuellen Vertr\u00e4glichkeiten des Hundes achten, manche Tiere vertr\u00fcgen z. B. keinen Weizen. Wichtig sei ein F\u00fctterungsplan, der \u00e4hnliches Futter mit leichten Variablen nutze. Auch Obst werde von vielen Hunden gern angenommen. \u201eDann gibt es auch das Barfen, also die Rohf\u00fctterung, das kann man auch machen, man sollte dann aber auch immer qualit\u00e4tvolles Fleisch verwenden und auf die Hygienevorschriften achten, sonst besteht die Gefahr von Parasiten.\u00a0 Ich glaube, die ganze Palette, die man im Supermarkt oder im Tierhandel kaufen kann, w\u00e4re sicher nicht n\u00f6tig.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Ein Freund aus dem Ausland?<\/strong><\/h4>\n<p>Neben Rassehunden von Z\u00fcchtern nehmen viele Hundehalter Tiere aus ausl\u00e4ndischen Tierschutzorganisationen auf. Die bringen aber auch Krankheiten mit, die wir hier gar nicht haben. \u201eDas ist ein schwieriges Thema\u201c, gibt Gela Preisfeld unumwunden zu. \u201eIm Ausland leben die Hunde unter unsagbar schlechten Bedingungen und werden auch oftmals recht brutal get\u00f6tet. Das m\u00f6chten wir hier nicht und sind daher geneigt, Tiere aus solchen Tierschutzorganisationen zu holen. Das ist auch in Ordnung, solange einige Dinge beachtet werden. Die Organisationen m\u00fcssen seri\u00f6s sein, m\u00fcssen den Impfschutz gew\u00e4hren, die Hunde m\u00fcssen auf jeden Fall auf Tollwut und z.B. \u201eMittelmeerkrankheiten\u201c wie Leishmaniose untersucht, und gechipt worden sein und erst nach einer Quarant\u00e4ne nach Deutschland kommen, wo sie nach einer weiteren Quarant\u00e4ne in ein stabiles neues Zuhause vermittelt werden. Sollte sich doch eine Erkrankung entwickeln, muss der neue Besitzer alles Weitere in enger Absprache mit dem Tierarzt regeln.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Bindungshormon vereint Mensch und Tier<\/strong><\/h4>\n<p>\u201eDer Hund, des Menschen bester Freund\u201c ist ein Satz, der erstmals im 18. Jahrhundert von Kaiser Friedrich dem Gro\u00dfen verwendet wurde. Woher kommt diese Treue dem Menschen gegen\u00fcber? \u201eDie Treue des Hundes resultiert aus dieser beidseitigen emotionalen Verbindung\u201c, erkl\u00e4rt die Biologin abschlie\u00dfend. \u201eEs geht nicht nur vom Hund in Richtung Mensch, sondern auch von Mensch in Richtung Hund. Da gibt es Forschungen zu, die sowohl die biologischen als auch die verhaltensbezogenen Grundlagen dieser besonderen Beziehung untersuchen. Die Hunde haben sich im Laufe der Domestikation an den Menschen angepasst und zeigen auch eine besondere Orientierung an die menschliche Bezugsperson, mit der sie zusammenleben. Es scheint aber so zu sein, dass die Hunde eine echte emotionale Beziehung zu den Menschen entwickeln, die auf so etwas wie einer gegenseitigen Wertsch\u00e4tzung beruht und nicht ganz einseitig die Erf\u00fcllung menschlicher Bed\u00fcrfnisse ist.\u201c<\/p>\n<p>Psychologische Studien, die man mit Menschen und Hunden durchgef\u00fchrt habe, belegten die Aussch\u00fcttung des Hormons Oxytocin. \u201eDas ist das sogenannte Bindungshormon. Das wird beispielsweise bei der Geburt ausgegeben, beeinflusst soziale Interaktionen und auch die emotionale Entwicklung. Es wirkt stressregulierend, senkt den Cortisolspiegel und reduziert den Blutdruck. Die Aussch\u00fcttung passiert bei Mensch und Hund durch Blicke und Ber\u00fchrungen, und das f\u00f6rdert die gegenseitige Zuneigung.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_87246\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-87246 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Preisfeld-Presse-Privat-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"235\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Gela Preisfeld &#8211; \u00a9 Privat<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Prof. Dr. Gela Preisfeld<\/h4>\n<p>Professorin Dr. Gela Preisfeld studierte, promovierte und habilitierte an der Universit\u00e4t in Bielefeld. Nach kurzen Forschungsaufenthalten in Australien und einer Vertretung an der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt\/Main nahm sie 2006 den Ruf auf den Lehrstuhl Biologie und ihre Didaktik, Zoologie an der Bergischen Universit\u00e4t an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Anlass des &#8222;Welthundetags&#8220; hat sich Autor Uwe Blass im Rahmen der lehrreichen, beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit der Biologin Prof. Dr. Gela Preisfeld von der Bergischen Universit\u00e4t \u00fcber &#8222;des Menschen besten Freund&#8220; unterhalten.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-87237","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-20 16:08:22","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87237","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=87237"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87237\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":87250,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/87237\/revisions\/87250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=87237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=87237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=87237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}