{"id":86744,"date":"2025-09-17T07:17:11","date_gmt":"2025-09-17T05:17:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=86744"},"modified":"2025-09-18T07:17:25","modified_gmt":"2025-09-18T05:17:25","slug":"maik-der-unermuedliche-ratgeber-in-der-iphone-gruppe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/09\/17\/maik-der-unermuedliche-ratgeber-in-der-iphone-gruppe\/","title":{"rendered":"Maik, der unerm\u00fcdliche Ratgeber in der iPhone-Gruppe"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_86746\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 518px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86746 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Profilbild.jpg\" alt=\"\" width=\"508\" height=\"389\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Erinnerungen an Maik Hagenbach, der nach vielen Tiefs sein Lebwen meisterte &#8211; \u00a9 Klein &amp; Sohn<\/span><\/div>\n<p>Dieser wird \u00fcber die evangelische Kirchengemeinde weit verbreitet und stellt regelm\u00e4\u00dfig \u201eKaternberger K\u00f6pfe\u201c vor: Demn\u00e4chst Maik Hagenbach (8.2.1975 \u2013 20.4.2024), der Nordic-Walk-Gruppen organisierte und \u201eder\u201c Fachmann in der Katernberger iPhone-Gruppe war.<\/p>\n<p>Einige Katernberger denken dar\u00fcber nach, Personen ihres Stadtteils ein eigenes kleines Buch zu widmen. Die folgende Studie entstand im Sommer 2025. \u2013 Unser Autor, Prof. Dr. Helmut Baisch, lehrte an der Bergischen Universit\u00e4t und lebt heute im Ruhestand.<\/p>\n<p>Maik bittet eines Tages seine Schwester Melanie, ihm Tabletten gegen seine Kopfschmerzen zu besorgen. Er mag nicht zum Arzt gehen. Schlie\u00dflich ist er mit seinen 29 Jahren noch jung, ist gewohnt, alles, was er sich vornimmt, auch umzusetzen.\u00a0 Schon als Sch\u00fcler hat er sich das erste eigene Geld verdient, indem er das bei einem Schreiner Gelernte umsetzte, sich Regale baute und auch f\u00fcr andere Holzarbeiten \u00fcbernahm.<\/p>\n<h2>&#8222;Katernberger Geschichten&#8220;<\/h2>\n<p>Maik Hagenbach ist fr\u00fch von zu Hause ausgezogen und hat sich bereits mit 18 Jahren als Versicherungskaufmann selbst\u00e4ndig gemacht, und in der Zwischenzeit auch schon einiges zur\u00fccklegen k\u00f6nnen. Mit seiner Freundin tr\u00e4umt er vom eigenen Haus, welches er mit 35 Jahren erwerben m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Erste Finanzplanungen hat er schon angestellt. Er lebt gesund. Ein Kollege, mit dem er einige Zeit im gleichen Zimmer arbeitete, war ein starker Raucher und bekam in jungen Jahren Lungenkrebs, an dem er verstarb. Daraufhin hat Maik direkt das Rauchen eingestellt.<\/p>\n<h4>Ein schwerer Schicksalschlag<\/h4>\n<p>Zum Arzt geht er erst, als er seiner Schwester eingestehen muss, dass er den linken Arm und den rechten Fu\u00df nicht mehr richtig bewegen kann. Der Arzt schickt ihn direkt ins Krankenhaus und dort wird ein Tumor in seinem Gehirn entdeckt, der droht weiter zu wachsen. Da l\u00e4sst sich die Operation nicht l\u00e4nger aufschieben.<\/p>\n<p>Nach der Operation besucht ihn seine besorgte Mutter. Und als sie ihm erz\u00e4hlt, dass an dem Tag der 10. Januar ist, antwortet er: \u201eDa hast du ja heute Geburtstag\u201c. Sie ist beruhigt, dass er sich an ihren Geburtstag erinnert. Allerdings hat er den zuvor erfolgten Besuch seiner Schwester vollst\u00e4ndig vergessen.<\/p>\n<p>Offensichtlich funktioniert sein Kurzzeitged\u00e4chtnis nicht mehr so richtig. Die \u00c4rzte hatten das lange gar nicht bemerkt, weil sie immer nur nach seinem Namen und Adresse fragten, was er richtig beantworten konnte.<\/p>\n<div id=\"attachment_86750\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86750 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/IMG_3025-1.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"494\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Maik Hagenbach: Mit 17 hat man nur Tr\u00e4ume &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>F\u00fcr Maik war es ein Schock, dass er sich nicht mehr auf sein Ged\u00e4chtnis verlassen konnte. Er wollte nicht von anderen abh\u00e4ngig sein. Und wenn er etwas nicht mehr erinnerte, wagte er nicht nachzufragen, weil er nicht sicher sein konnte, ob er diese Frage nicht schon einmal gestellt hatte. Er muss alles aufschreiben. Als er in eine Rehabilitationseinrichtung kommt, wird ihm kurz erkl\u00e4rt, wo er etwas zu essen bekommt usw.<\/p>\n<p>Er kann sich an diese Einweisung nicht mehr erinnern, wagt aber nicht nachzufragen und schreibt mehrere Tage in sein Notizbuch, dass er kein Essen bekommen habe. \u00a0Erst nach und nach lernt er, mit diesen Einschr\u00e4nkungen zu leben. Er muss alles notieren. Da er schon immer viel mit dem Computer gearbeitet hat, erschlie\u00dft er sich Wege, um mit diesem Manko umgehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sein iPhone wird f\u00fcr ihn besonders wichtig. Er bevorzugt Chats, weil er dann immer nachsehen kann, was an Kommunikation bereits gelaufen ist. Seiner Umwelt sch\u00e4rft er ein, ihm keine Bilder per Email zu schicken, weil diese gro\u00dfen Speicherraum beanspruchen und er immer f\u00fcrchtet, dass der Speicher zu voll wird. Wer ihm dennoch Bilder schickt, wird sofort gesperrt.<\/p>\n<h4>Sein m\u00fchsamer Weg zur\u00fcck ins Leben<\/h4>\n<p>Die Tage verlieren f\u00fcr ihn ihre Struktur. Er muss zur\u00fcck ins elterliche Haus ziehen. An eine Wiederaufnahme seiner beruflichen T\u00e4tigkeit ist nicht zu denken. Besonders schmerzt ihn, dass er seine Freundin verliert. Zun\u00e4chst versucht er noch, von seinem gesparten Geld zu leben, muss aber schlie\u00dflich doch zum Amt. Die Tage verloren ihre Struktur.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihn war es undenkbar gewesen, ohne morgendliche Dusche aus dem Haus zu gehen. Jetzt wartet nichts und niemand auf ihn. Er nimmt an Gewicht zu, sitzt nur noch vor dem Computer. Er, der vorher eine penible Ordnung wahrte und stolz darauf war, als Selbst\u00e4ndiger zu arbeiten, verlor seine Strukturen, die vorher sein Leben bestimmten. Er wurde immer dicker und unbeweglicher. \u2026<\/p>\n<p>Was in ihm die Umkehr einleitete, wissen wir nicht genau. Aber was wir sehen konnten, war, dass er anfing, mit den Hunden seiner Schwester zu laufen, sie zu versorgen, wenn sie weg war. Drei Runden zu je 10 km lief er am Morgen, Mittag und Abend und verringerte sein K\u00f6rpergewicht um 40 kg.<\/p>\n<p>Er schloss sich einer Walking-Gruppe an, kam regelm\u00e4\u00dfig zu einer Gruppe, die Hilfestellung zum Gebrauch des iPhones gab. Dabei erwies er sich als ein geduldiger, immer freundlicher Helfer. Dabei war er inzwischen im Gebrauch des Handys so geschickt, dass die anderen gar nicht bemerkten, welches Handicap sein Leben so einschr\u00e4nkte.<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Helmut Baisch<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Kater(nberg) liest\u201c ist eines von vielen Langzeitprojekten, die im Wuppertaler Westen erfolgreich aufgesetzt wurden. Vieles l\u00e4uft \u00fcber den B\u00fcrgerverein Eckbusch beziehungsweise die fr\u00fchere \u201eIdeenschmiede\u201c. Es gibt einen eigenen Newsletter (www.wir-im-quartier.com), und viermal im Jahr erscheint der \u201eGemeindebrief\u201c.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-86744","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wuppertal"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-11 02:19:22","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86744","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=86744"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86744\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":86753,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86744\/revisions\/86753"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=86744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=86744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=86744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}