{"id":86708,"date":"2025-09-10T12:23:16","date_gmt":"2025-09-10T10:23:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=86708"},"modified":"2025-09-21T23:05:40","modified_gmt":"2025-09-21T21:05:40","slug":"ufa-wochenschau-eine-geschickt-montierte-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/09\/10\/ufa-wochenschau-eine-geschickt-montierte-realitaet\/","title":{"rendered":"Ufa-Wochenschau: Eine geschickt montierte Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_86712\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 860px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86712 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Erstes-Wochenschau-Kino-in-Berlin-SEptember-1931-CC-BY-SA3.0-de.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"598\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das erste deutsche Wochenschau-Kino in Berlin (September 1931) &#8211; \u00a9 CC BA-SA 3.0<\/span><\/div>\n<p><strong>Was wurde denn in solchen Wochenschauen gezeigt?<\/strong><\/p>\n<p>Georg Eckert: \u201eDie Ufa-Wochenschau bot ein \u00e4hnliches Programm wie andere Wochenschauen. Entstanden war das Genre bereits vor dem Ersten Weltkrieg, in dem es einen raschen Ausbau erlebt hatte, als Teil der Kriegspropaganda. Nach dem Krieg wandelten sich die Inhalte. Teils lernten die Produzenten dabei von der nationalen wie internationalen Konkurrenz, teils tauschten sie Material aus, dessen Erstellung ja kostspielig war. Die meist etwa zehnmin\u00fctigen Ausgaben mit jeweils ca. einmin\u00fctigen Themen wurden \u00fcber mehrere Wochen oder sogar Monate gezeigt, so dass sie nicht der Tagesaktualit\u00e4t verpflichtet sein konnten. Ernste Themen wie die gro\u00dfe Politik oder technische Entwicklungen kamen darin vor, aber auch weniger ernste, wie Sport und Unterhaltung aller Art &#8211; beides konnte auf seine Weise allerdings sogar in h\u00f6chstem Grade politisch sein, wenn man etwa an die Olympiade des Jahres 1936 denkt \u2013. Bis 1929 lief das gesamte Programm \u00fcbrigens ohne Tonspur, deren Einf\u00fchrung mit einer Konsolidierung des Marktes einherging.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_53830\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-53830\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Logo-Jahr100Wissen.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p><strong>Eine Wochenschau konnte die Massen beeinflussen. Wodurch geschah das denn?<\/strong><\/p>\n<p>Georg Eckert: \u201eEine genaue Messung, inwiefern die jeweiligen Wochenschauen meinungspr\u00e4gend waren, ist nicht m\u00f6glich, ein Reichweitenvergleich mit Zeitungen und Zeitschriften l\u00e4sst sich kaum erstellen. Fl\u00e4chendeckend waren die Wochenschauen ohnehin nicht verf\u00fcgbar und deckten vor allem urbane Ballungsr\u00e4ume ab. Sie erreichten lediglich einen Bruchteil der Kinos. Die Ufa-Wochenschau kam im Jahre 1929 auf 100 Kopien. Dennoch darf man sagen, f\u00fcr die Zuschauer hatten Filmaufnahmen anfangs einen Sensationscharakter, den sie hier ausspielten. Vor der Fiktion des Filmes wurde mit einer Wochenschau im Kino eine geschickt montierte \u201eRealit\u00e4t\u201c gezeigt, und zwar in einer Eindringlichkeit, die \u00fcber die gewohnte Aufnahme von Neuigkeiten durch Lekt\u00fcre weit hinausging: zum Beispiel auch, indem ein Originalton immer mehr h\u00f6rbar machte, was anfangs nur nachtr\u00e4glich mit Musik oder einer Sprecherstimme unterlegt worden war.\u201c<\/p>\n<p><strong>Eine der ersten deutschen Wochenschauen war die Eiko-Woche, die von 1914 bis 1918 existierte. Die wurde im Ersten Weltkrieg auch zu Propagandazwecken genutzt, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Georg Eckert: \u201eNicht nur die ab M\u00e4rz 1914 erscheinende Eiko-Woche wandelte ihren Charakter nach Ausbruch des Weltkriegs. Von Unterhaltung (die ein besonders raffiniertes Medium politischer Botschaften sein kann) entwickelte sie sich zu aufwendig nachproduzierter Kriegsberichterstattung. Der Krieg war auch ein Medienkrieg. Lehrreich ist der Blick auf zeitgen\u00f6ssische Akteure wie Oskar Messter, der seine Erfahrungen im August 1916 in einem Artikel \u201eDer Film als politisches Werbemittel\u201c darlegte und f\u00fcr sich in Anspruch nahm, mit seiner seit Oktober 1914 produzierten, sp\u00e4ter von der Ufa als Ursprung ihrer eigenen Aktivit\u00e4ten gedeuteten \u201eMesster Wochenschau\u201c mehr als 34 Millionen Menschen im In- und Ausland zu erreichen. Er rief das Reich dazu auf, mehr Propaganda zu unterst\u00fctzen: \u201eJahrelang vorher hat das feindliche Ausland unter F\u00fchrung Englands uns eingekreist und die L\u00fcge in der Presse und im Film als Kriegsmittel benutzt. Wir haben dem nicht gen\u00fcgend Gleichwertiges, Abwehrendes gegen\u00fcberzustellen. Die Hauptsache ist, dass Deutschland endlich einmal etwas Durchgreifendes tut\u201c.<\/p>\n<div id=\"attachment_86711\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86711 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Portrait-Eckert-foto-Mathias-Kehren.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"490\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Georg Eckert, Historiker an der Bergischen Universit\u00e4t &#8211; \u00a9 Mathias Kehren<\/span><\/div>\n<p>Auch ganz praktische Beispiele nannte er, \u201ewie wir uns die Massensuggestion vorstellen. Der Feind behauptet, wir schlachten gewohnheitsgem\u00e4\u00df Frauen und Kinder ab, vernichten im Besonderen die S\u00e4uglinge. Wir zeigen unsere musterg\u00fcltigen Einrichtungen f\u00fcr S\u00e4uglings- und Kinderheime\u201c.\u201c<\/p>\n<p><strong>Seit 1925 gab es dann die Ufa-Wochenschau, die aber sehr schnell rechtsnational orientiert war. Wie kam das?<\/strong><\/p>\n<p>Georg Eckert: \u201eNicht von ungef\u00e4hr erinnert die Ufa ihrem Namen nach an die Bufa, das im Januar 1917 geschaffene \u201eBild- und Filmamt\u201c. Eine Beh\u00f6rde war die im Dezember 1917 gegr\u00fcndete Ufa zwar nicht, sondern vielmehr eine gemeinsame Initiative kommerzieller Filmfirmen, die aber ein patriotisches Anliegen teilte. Mit Propaganda lie\u00df sich Geld verdienen, nach Kriegsende allerdings kaum mehr. Das Film-Business stand nunmehr in einem rauhen Wettbewerb. Zumal wegen teurer Produktionen geriet die Ufa am Unterhaltungsmarkt in Schwierigkeiten, die ein fataler Vermarktungsvertrag mit amerikanischen Studios bald noch vermehrte.<\/p>\n<p>Das wirtschaftliche \u00dcberleben der Ufa sicherte schlie\u00dflich im Jahre 1927 ihr Aufkauf durch Alfred Hugenberg, einen verm\u00f6genden Montan- und Medienunternehmer, der schon im Ersten Weltkrieg weitreichende Kriegsziele gefordert und im Jahre 1918 zu den Gr\u00fcndern der DNVP (Deutschnationale Volkspartei) geh\u00f6rt hatte, zu deren Vorsitzender er wiederum im Jahre 1928 gew\u00e4hlt wurde. Gleichwohl dominierten nicht parteipolitische Interessen. Ihre gr\u00f6\u00dften Erfolge erzielte die Ufa mit unterhaltsamen Tonfilmen wie \u201eDie Drei von der Tankstelle\u201c. Das moderne Frauenbild dieses Films leuchtete auch in Wochenschauen, mochten sie in der Berichterstattung auch nach rechts tendieren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Mit Einf\u00fchrung des Tonfilms gab es dann wieder neue M\u00f6glichkeiten, aber auch M\u00f6glichkeiten der Manipulation. Ab 1935 unterstanden alle Wochenschauen dem Propagandaministerium. Das bedeutete eine versch\u00e4rfte Zensur, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Georg Eckert: \u201eDas NS-Regime betrieb von Anfang an eine \u201egeistige Mobilmachung\u201c, wie sie Goebbels als Leiter des neueingerichteten \u201eReichsministeriums f\u00fcr Volksaufkl\u00e4rung und Propaganda\u201c betrieb. Das bedeutete teils eine direkte Zensur. Nicht minder wichtig waren aber zwei andere Mechanismen. Verhindert wurden ja nicht nur unliebsame Inhalte, sondern auch missf\u00e4llige K\u00fcnstler, sei es wegen ihrer (j\u00fcdischen) Herkunft oder wegen ihrer \u00dcberzeugungen; umgekehrt schuf dieser Ausschluss auch Aufstiegsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr \u00dcberzeugungst\u00e4ter wie f\u00fcr Karrieristen, die sich mit erw\u00fcnschten Themen zu profilieren wussten, sowie Nischen f\u00fcr solche, die sich irgendwie mit dem System zu arrangieren suchten.<\/p>\n<p>Festzustellen sind dabei sowohl ein Ideologisierungs- als auch ein Professionalisierungsschub. Solche Mechanismen belegen die Propagandakompanien der Wehrmacht, die im Zweiten Weltkrieg viel Material f\u00fcr die Wochenschau zulieferten. Darin dienten viele Medienmacher der Nachkriegszeit, zum Beispiel Henri Nannen (\u201eStern\u201c), Manfred Schmidt (Zeichner von \u201eNick Knatterton\u201c) oder Erich Welter (FAZ): manche eher freiwillig, manche eher unfreiwillig, manche mit mehr, manche mit weniger Begeisterung.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_86714\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86714 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/61WaaMLmAlL._SL1500_.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"494\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die UFA &#8211; Geschichte einer Marke &#8211; Rolf Aurich &#8211; Karin Herbst-Me\u00dflinger &#8211; Annika Schaefer &#8211; KERBER verlag &#8211; 200 Seiten &#8211; ISBN-10: 3735604218 &#8211; ISBN-13: 978-3735604017<\/span><\/div>\n<p><strong>Ab 1940 gab es in Berlin sogar das erste spezielle Wochenschaukino, in dem nur Wochenschauen pr\u00e4sentiert wurden. Die Ufa-Wochenschau war dann die einzige unter NS-Kontrolle gestellte Produktion.\u00a0 Gegen Ende des Krieges wurden darin auch Niederlagen als Siege verkauft. Das merkte das Publikum aber auch, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Georg Eckert: \u201eNicht jedes Publikum vertraute ihr gleicherma\u00dfen. \u00dcberhaupt ist es quer durch alle Medien und Genres eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr die Forschung, die Wirksamkeit der NS-Propaganda zu erfassen. H\u00e4tte man Meinungsumfragen der NS-Zeit, k\u00f6nnte man ihnen aus naheliegenden Gr\u00fcnden kaum trauen. Auch die oft angef\u00fchrten Berichte des Sicherheitsdienstes des Reichsf\u00fchrers SS m\u00fcssen quellenkritisch gelesen werden. Ohnehin l\u00e4sst sich kaum isoliert beurteilen, ob die mit Kriegsbeginn gleichgeschaltete Wochenschau oder Durchhaltefilme wie \u201eKolberg\u201c oder der Rundfunk oder die Tagespresse oder Magazine oder anderes die \u201eKriegsmoral\u201c besonders st\u00e4rkte oder mit Absehbarkeit der Niederlage und der gr\u00f6\u00dferen Reichweite alliierter Medien eher schw\u00e4chte. Allerdings stellten sich bei der Wochenschau gewisse Abnutzungseffekte ein.<\/p>\n<p>Die Zuschauer wurden des l\u00e4ngst auf politische Propaganda reduzierten Programms eher \u00fcberdr\u00fcssig, sei es, weil die Ausgaben f\u00fcr eigene Wochenschau-Kinos auf bis zu 45 Minuten ausgedehnt wurden und die verordneten Wochenschauen den Beginn des ersehnten Unterhaltungsfilms immer weiter hinausz\u00f6gerten, sei es, weil die Glaubw\u00fcrdigkeit desto rapider schwand, je mehr offenkundige Niederlagen als Siege verkauft wurden. Goebbels hatte deshalb f\u00fcr eine realit\u00e4tsn\u00e4here Darstellung pl\u00e4diert, darin allerdings bei Hitler kein Geh\u00f6r gefunden. Daran, dass sich beide pers\u00f6nlich mit Details einzelner Ausgaben befassten, ist die Bedeutung des Mediums abzulesen. Die hochprofessionelle Produktion, in der wirkungsvolle Effekte sp\u00e4ter eher \u00fcber den suggestiven Zusammenschnitt als \u00fcber die zur\u00fcckgenommenen Sprecher entstanden, hat zugleich f\u00fcr eine enorme Wirksamkeit bis heute gesorgt. Selbst Dokumentationen \u00fcber die NS-Zeit oder \u00fcber den Zweiten Weltkrieg greifen vielfach unkommentiert auf Wochenschau-Material zur\u00fcck.\u201c<\/p>\n<p><strong>Die Wochenschau befand sich auch nach dem Krieg in Staatsbesitz und diente der Regierung Adenauer zur Steuerung der \u00f6ffentlichen Meinung. Sie war sozusagen das Schaufenster des Wirtschaftswunders. Wollte man damit dem Ausland das neue Deutschland verkaufen?<\/strong><\/p>\n<p>Georg Eckert: \u201eDass die \u00d6ffentlichkeit informiert respektive die \u00d6ffentliche Meinung irgendwie gelenkt werden m\u00fcsse, war eine Grundannahme, die bereits die Besatzungsm\u00e4chte teilten. Unter ihrer Hoheit wurden neue Wochenschauen produziert: in Ostdeutschland (DEFA), aber mit Umerziehungsabsicht ebenso in den westlichen Besatzungszonen, unter anderem in M\u00fcnchen (USA) und Baden-Baden (Frankreich). Die Neue Deutsche Wochenschau GmbH in Hamburg (im heutigen Warburg-Haus) produzierte ab 1949 Sendungen, in denen ebenfalls viel Kontinuit\u00e4t festzustellen ist. Leitend war allerdings nicht mehr die NS-Ideologie, vielmehr dominierte auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs die Logik des Kalten Kriegs die Berichte. Weiterhin gab es Potpourris mit Politik, Sensationen aller Art und Unterhaltung, die allesamt im Sinne des Systemkonflikts erz\u00e4hlt wurden.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung f\u00f6rderte die \u201eNeue Deutsche Wochenschau\u201c, \u201eDer Augenzeuge\u201c hingegen belieferte ostdeutsche Kinos; schon der Sprache halber war die Wirkung eher nach innen als nach au\u00dfen beabsichtigt. Die Programme wandten sich an ein deutsches Publikum, das sie von den Vorz\u00fcgen der parlamentarischen Demokratie respektive des Kommunismus \u00fcberzeugen sollten, ein Bericht von der Pariser Modenschau illustrierte dann die kapitalistische Konsumkultur. Nur kam im Westen eben rasch ein Pluralismus auf: Die \u201eFox T\u00f6nende Wochenschau\u201c beispielweise war kommerziell, \u00fcberhaupt wurden Unterhaltungsthemen f\u00fcr junge Kinobesucher wichtiger.\u201c<\/p>\n<p><strong>Die \u00c4ra der Wochenschau endete mit dem Beginn des Fernsehens. Warum?<\/strong><\/p>\n<p>Georg Eckert: \u201eIn der Geschichte der Wochenschauen ist zu beobachten, dass Aktualit\u00e4t zu einem immer wichtigeren Anliegen wurde: Einst \u00fcber mehrere Monate hinweg ausgestrahlt, erschienen sie l\u00e4ngst w\u00f6chentlich oder sogar in noch dichterer Folge. Doch der Erfolg trug den Niedergang schon in sich \u2013 aktueller als die in immer mehr Wohnzimmer ausgestrahlten t\u00e4glichen Fernsehnachrichten konnten die Wochenschauen unm\u00f6glich sein. Die \u201eTagesschau\u201c verdr\u00e4ngte die \u201eWochenschau\u201c, so wie Nachrichtensendungen mittlerweile digitalen Tickern hinterherlaufen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem war in Deutschland mit der Gr\u00fcndung des ZDF im Jahre 1961, ein zweiter Sender neben der ARD verf\u00fcgbar, bald bauten auch die Dritten Programme ein breites Angebot von Information bis Unterhaltung auf. L\u00e4ngst zogen die Wochenschauen zudem Kulturkritik auf sich. Hans Magnus Enzensberger attackierte das zunehmend in Entertainment \u00fcbergehende Format, das \u201epublizistisch ohne Wert\u201c und \u201eein Instrument zur L\u00e4hmung, nicht zur Entfaltung des Bewusstseins\u201c sei.\u201c<\/p>\n<p><strong>Heute werden alte Wochenschauen nat\u00fcrlich auch in der Forschung genutzt. Wo lagern die denn heute, und wie kommt man denn da ran?<\/strong><\/p>\n<p>Georg Eckert: \u201eEin zentrales Archiv s\u00e4mtlicher Wochenschauen gibt es nicht, weder analog noch digital. Letzteres ist allerdings in Arbeit. Die \u00dcberlieferungslage ist komplex. So sind die Wochenschau-Ausgaben aus dem Zweiten Weltkrieg im Bundesarchiv einzusehen, das auch \u00fcber viel Material aus der Zeit vor 1939 verf\u00fcgt und teilweise im \u201eDigitalen Lesesaal\u201c angesehen werden kann. Ausgaben nach 1945 sind aus Copyright-Gr\u00fcnden meist nicht online verf\u00fcgbar. Die \u201eNeue Deutsche Wochenschau\u201c wiederum ist vollst\u00e4ndig bei einem kommerziellen Anbieter verf\u00fcgbar, und zwar beim ehemaligen Produzenten, der als GmbH fortbesteht. \u201eDer Augenzeuge\u201c wiederum ist beim Filmverleih angesiedelt, der die Produktion der DEFA auswertet.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_86710\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86710 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Portrait-Eckert-foto-Mathias-Kehren-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"303\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Georg Eckert &#8211; \u00a9 Mathias Kehren<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Dr. Georg Eckert<\/h4>\n<p>Dr. Georg Eckert studierte Geschichte und Philosophie in T\u00fcbingen, wo er mit einer Studie \u00fcber die Fr\u00fchaufkl\u00e4rung um 1700 mit britischem Schwerpunkt promoviert wurde, und habilitierte sich in Wuppertal. 2009 begann er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Geschichte und lehrt heute als Privatdozent in der Neueren Geschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 17. September 1925 lief die erste Ufa-Wochenschau im Kino, als Vorprogramm zu Spielfilmen. Grund genug f\u00fcr Autor Uwe Blass das neuartige Leinwand-Ereignis im Rahmen der interessanten Uni-Reihe \u201eJahr100Wissen\u201c im Gespr\u00e4ch mit dem Historiker Dr. Georg Eckert zu thematisieren<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-86708","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-13 04:47:36","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86708","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=86708"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86708\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":86715,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86708\/revisions\/86715"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=86708"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=86708"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=86708"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}