{"id":86301,"date":"2025-08-29T19:34:25","date_gmt":"2025-08-29T17:34:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=86301"},"modified":"2025-09-04T06:58:22","modified_gmt":"2025-09-04T04:58:22","slug":"kinderhaus-luise-winnacker-kinder-beduerfnisse-als-ansatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/08\/29\/kinderhaus-luise-winnacker-kinder-beduerfnisse-als-ansatz\/","title":{"rendered":"Kinderhaus Luise Winnacker: Kinder-Bed\u00fcrfnisse als Ansatz"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_86304\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1244px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86304 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Benedik-Presse.jpg\" alt=\"\" width=\"1234\" height=\"863\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Nicolas Benedik, Lehramtsstudent an der Bergischen Universit\u00e4t &#8211; \u00a9 UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<p><!--more-->F\u00fcr den Lehramtsstudent mit der F\u00e4cherkombination Germanistik und Sportwissenschaft war das eine ganz bewusste Entscheidung. Er machte im Kinderhaus Luise Winnacker e.V. \u201enachhaltige\u201c Erfahrungen, die er als angehender Lehrer mit in sein zuk\u00fcnftiges Arbeitsleben integrieren m\u00f6chte. Dar\u00fcber hat sich Autor Uwe Blass im Rahmen der lehrreichen Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit Nicolas Benedict unterhalten.<\/p>\n<p><strong>Das Kinderhaus Luise Winnacker e.V.<\/strong><\/p>\n<p>Das Kinderhaus Luise Winnacker e.V. ist ein mehrfach ausgezeichnetes, innovatives Bildungsprojekt. 1995 wurde das &#8218;Unternehmen-Z\u00fcndfunke&#8216; im F\u00f6rderverein &#8218;Kinderhaus Luise Winnacker&#8216; durch die Unterst\u00fctzung des Gesch\u00e4ftsmannes Ernst-Otto Winnacker und das ehrenamtliche Engagement der P\u00e4dagogin Lieselotte Winnacker-Spitzl ins Leben gerufen.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Es ist bis heute ein au\u00dferschulischer Lernort f\u00fcr Lebens- und Sozialkompetenz. Dem Konzept liegt als Grundhaltung die Wertsch\u00e4tzung aller Kinder und ihrer vielf\u00e4ltigen Potentiale zugrunde, f\u00fcr die der Verein diverse Angebote bereitstellt. Nicolas Benedik h\u00f6rte erstmalig vom Kinderhaus durch zwei Dozentinnen der Bergischen Universit\u00e4t, die ein Wochenendblockseminar vor Ort durchf\u00fchrten, welches sich mit dem Sportunterricht auf Klassenfahrten auseinandersetzte.<\/p>\n<h4><strong>Bewerbung f\u00fcr ein Praktikum<\/strong><\/h4>\n<p>\u201eAls ich f\u00fcr das Studium ein Praktikum machen musste, habe ich mich im Winnackerhaus beworben und dort einen Monat lang gearbeitet\u201c, erz\u00e4hlt Nicolas Benedik. Da die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin, Kerstin Spitzl, mit seiner Arbeit zufrieden war, bot sie ihm an, f\u00fcr den Verein weiter t\u00e4tig zu sein. \u201eIch bin dort geblieben, weil mir das Konzept gut gef\u00e4llt.\u201c Einer der zentralen Konzeptpunkte des Vereins lautet: Handeln statt Beklagen. Und das setzt der Verein auch im Kleinen um.<\/p>\n<p>Dazu Nicolai Benedik: \u201eWenn es Missst\u00e4nde in der Gesellschaft gibt, muss man nicht mit dem Finger darauf zeigen, sondern das Problem anpacken. Man merkt schnell, dass man nicht viel braucht, denn man kann auch klein anfangen. Man muss nicht immer das Bildungssystem verteufeln, sondern man kann einen Ort schaffen, an dem Lernen und Vertrauen gegeben sein k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<h4><strong>Die Natur erleben und entdecken<\/strong><\/h4>\n<p>Das Luise Winnackerhaus liegt in Sonnborn an der Wupper und grenzt direkt an einen Wald. Kinder, meist im Alter zwischen sechs und zehn Jahren, erhalten hier vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten, die Welt zu entdecken. \u201eWir erleben und entdecken vor allem die Natur\u201c, erkl\u00e4rt Nicola Benedik, \u201ees geht um motorische F\u00f6rderungen, um Spiel und Sport, Fahrrad fahren, balancieren, klettern.\u201c Ein umgest\u00fcrzter Baum dient dann auch mal als Balancierbarren, mit Pflanzen und Tieren machen Kinder immense Naturerfahrungen im heimischen Wald.<\/p>\n<div id=\"attachment_86306\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86306 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Kinderhaus-Luise-Winnacker-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"2303\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Kinderhaus Luise Winnacker \u2013 \u00a9 Kerstin Spitzl<\/span><\/div>\n<p>Meist wird gemeinsam gefr\u00fchst\u00fcckt oder auch gekocht, denn der Verein f\u00f6rdert gesunde Ern\u00e4hrung. F\u00fcr ein Kochprojekt gehen die Projektleiter mit den Kindern einkaufen und erkl\u00e4ren vor Ort, was g\u00fcnstig, regional und gesund ist. \u201eDie Kinder sollen bei uns auch Verantwortung \u00fcbernehmen\u201c, erkl\u00e4rt Nicolai Benedik, \u201ed.h., wenn sie spielen, wissen sie, dass danach aufger\u00e4umt oder auf unserem Spielfeld f\u00fcr B\u00e4lle, gefegt werden muss. In unserem H\u00fchnerstall helfen sie regelm\u00e4\u00dfig beim Saubermachen. Wir haben einen kleinen Garten mit eigenem Gem\u00fcse, bauen vieles selber an. Auch da sind die Kinder zum Gelingen mitverantwortlich und \u00fcbernehmen Aufgaben.\u201c<\/p>\n<p>Sogar mit einem Pferd kommen sie in Kontakt, reiten und striegeln es und erleben seine N\u00e4he. Zus\u00e4tzlich bietet der Verein in den Ferien Projekte an. Dazu Nicolai Benedik: \u201eIch bin z.B. mit einem Kollegen f\u00fcr ein Fu\u00dfballProjekt verantwortlich. Da arbeiten wir mit der Grundschule Distelbeck zusammen.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Erleben, mitmachen, ausprobieren<\/strong><\/h4>\n<p>In der Regel werden die Kinder erst einmal abgeholt und man trifft sich zum gemeinsamen Fr\u00fchst\u00fcck, bevor die Aktionen starten. Meist gibt es eine gemeinsame Aktion f\u00fcr alle, das kann ein Waldgang sein oder ein gemeinsames Spiel, bevor man sich wieder aufteilt. Der Betreuungsschl\u00fcssel ist im Luise Winnacker Haus im Vergleich zur Schule au\u00dferordentlich hoch. \u201eWir haben zwei Mitarbeiter des Kinderhauses, eine Lehrkraft der Schule und noch sogenannte Integrationshelfer und betreuen eine Gruppe von sieben Kindern. Daher k\u00f6nnen wir uns auch aufteilen und verschiedene Angebote machen\u201c, erkl\u00e4rt Nicolai Benedik.<\/p>\n<p>Der Lehramtsstudent f\u00e4hrt fort: \u201eDas Winnackerhaus ist ja ein au\u00dferschulischer Lernort, bei dem kein Lern- und Notendruck da ist. Das Erleben, Mitmachen und Ausprobieren steht im Vordergrund. Es ist ein ganzheitliches, f\u00e4cher\u00fcbergreifendes und sinnstiftendes Lernen. Es ist mit der Praxis enger verzahnt, man lernt nicht nur theoretische Dinge.\u201c<\/p>\n<p>Wenn die Kinder in der Werkstatt etwas bauen, wenden Sie automatisch Mathematik mit an und im hauseigenen Garten lernen sie \u00fcber Pflanzen und Insekten vieles aus der Biologie. \u201eIn der Schule ist oft das Scheitern schlecht\u201c, sagt der angehende Lehrer, \u201ewir dagegen sehen Fehler als Chance an! Man darf Fehler machen und soll sie auch machen, denn dadurch lernt man. Das Ausprobieren ist besonders wichtig, wir haben nicht diese Enge in Bezug auf die F\u00e4cher und das Lernpensum der Schule. Wenn Fehler passieren, ist das nicht schlimm.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_86309\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 810px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86309 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/kinderhaus1-1.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"443\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Luise Winnacker Kinderhaus in Sonnborn &#8211; \u00a9 Kinderhaus Luise Winnacker e.V.<\/span><\/div>\n<h4><strong>Das eigene Verhalten reflektieren \u2013 Bed\u00fcrfnisse der Kinder beachten<\/strong><\/h4>\n<p>Studierende, die im Verein arbeiten, lernen, das eigene Verhalten zu reflektieren. Dazu verfassen sie in jedem Quartal einen Bericht, den die Leitung zu Reflexionsgespr\u00e4chen nutzt. Wenn es irgendwo klemmt, k\u00f6nnen die Studierenden sich jederzeit an die Leitung wenden. \u201eAufgrund unseres Betreuungsschl\u00fcssels ist es nat\u00fcrlich einfacher, auf die Kinder einzugehen, als das in der Schule m\u00f6glich ist\u201c, wei\u00df der angehende P\u00e4dagoge und sagt, \u201ewir setzen an den Bed\u00fcrfnissen der Kinder an und stellen Fragen: Was interessiert Dich? Was willst Du lernen? An welcher Stelle bist du neugierig? Wir gestalten dann eine individuelle F\u00f6rderung.\u201c<\/p>\n<p>Auf eine starke Beziehungsarbeit wird im Kinderhaus sehr gro\u00dfer Wert gelegt. Es gehe um Vertrauen und Wertsch\u00e4tzung. Viele Kinder kommen direkt aus Brennpunktschulen und\/oder aus schwierigen Familiensituationen. \u201eWir zeigen ihnen, dass sie geh\u00f6rt werden und sind f\u00fcr sie da.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Beziehungsarbeit und Praxisbezug<\/strong><\/h4>\n<p>Das Winnackerhaus bef\u00fcrwortet eine Reform des Bildungssystems und fordert u.a. die \u00dcberarbeitung von Lehrpl\u00e4nen und deren Anpassung an neue gesellschaftliche Erfordernisse, also weg vom F\u00e4cherdenken. Es m\u00f6chte die Schule st\u00e4rker in gesellschaftliche Aufgaben einbetten und Lernorte erweitern. F\u00fcr Nicolas Benedik ist nach seiner T\u00e4tigkeit im Kinderhaus Luise Winnacker jedenfalls klar, Beziehungsarbeit und Praxisbezug sind das A und O f\u00fcr gutes Lernen.<\/p>\n<p>\u201eWenn ich die Kinder erreiche und sie mich auch respektieren, wenn sie wissen, dass ich f\u00fcr sie da bin und sie ernst nehme, dann kann Bildung sehr viel erreichen. Das kann ich auch auf die Schule \u00fcbertragen. Dann gelingt Bildung. Zudem braucht Lernen einen Praxisbezug, das kann ich hier ganz klar erfahren und das fehlt mir manchmal auch im theoretischen Uni-Alltag. Durch den Praxisbezug kann ich hier f\u00e4cherverbindend lernen&#8220;, zieht Nicolas Benedik ein pers\u00f6nliches Fazit seiner Erfahrungen im Luise Winnackerhaus.<\/p>\n<p>Studierende, die sich f\u00fcr einen Job im Winnackerhaus interessieren, k\u00f6nnen sich unter dieser EMAIL <a href=\"mailto:info@unternehmen-z\u00fcndfunke.de\"><strong>info@unternehmen-z\u00fcndfunke.de<\/strong><\/a><strong>\u00a0 <\/strong>bewerben.<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_86310\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86310 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Benedik-Presse-Kopie-1.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"310\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Nicolas Benedik &#8211; \u00a9 UniService Third Mission<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Nicolas Benedik<\/h4>\n<p>Nicolas Benedik studiert Germanistik und Sportwissenschaft auf Lehramt an der Bergischen Universit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Lehramtsstudium in Deutschland besteht in der Regel aus zwei Phasen: einem universit\u00e4ren Studium und einem anschlie\u00dfenden Vorbereitungsdienst, dem sogenannten Referendariat. Durch studienbegleitende Praktika k\u00f6nnen Studierende ihr gelerntes Wissen bereits in der Praxis anwenden. Nicolas Benedik bewarb sich f\u00fcr ein Praktikum im Kinderhaus Luise Winnacker.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-86301","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-21 03:25:51","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86301","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=86301"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86301\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":86312,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86301\/revisions\/86312"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=86301"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=86301"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=86301"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}