{"id":85944,"date":"2025-08-06T15:22:34","date_gmt":"2025-08-06T13:22:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=85944"},"modified":"2025-08-11T08:08:40","modified_gmt":"2025-08-11T06:08:40","slug":"mit-ulli-potofski-starb-mehr-als-ein-toller-mensch-und-reporter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/08\/06\/mit-ulli-potofski-starb-mehr-als-ein-toller-mensch-und-reporter\/","title":{"rendered":"Mit Ulli Potofski starb mehr als ein toller Mensch und Reporter"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_86078\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 997px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-86078 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/cropped-5f9d178a-be3a-4183-977e-9d152c5541e8-2-1.jpg\" alt=\"\" width=\"987\" height=\"650\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ulli Potofski (l.), wie ihn die Fussball-Fans liebten: Hier als Fieldreporter mit Freiburgs Ex-Trainer Christian Streich &#8211; \u00a9 SKY<\/span><\/div>\n<p>Er war Sportchef des Privat-Senders RTL und hat als Moderator der Fu\u00dfball-Show \u201eAnpfiff\u201c die Sportberichterstattung im Fernsehen auf ein ganz neues Level gehoben. Legend\u00e4r waren seine launigen Kommentare von den Tennis-Grand Slam-Turnieren in Wimbledon, von den Skisprung-Schanzen in Garmisch und Innsbruck oder aus den deutschen Fu\u00dfball-Arenen. Der geb\u00fcrtige Gelsenkirchener war Schalke-Fan aus Leidenschaft. Hatte aber immer einen kritischen Blick auf das Geschehen in seinem Lieblingsverein.<\/p>\n<h4>Puppenspieler und Schlagers\u00e4nger<\/h4>\n<p>Ulli Potofski hatte ein bewegtes, abwechslungsreiches Leben. Nach der Mittleren Reife verdiente er seine Br\u00f6tchen als Puppenspieler und auch als DJ. Als Schlagers\u00e4nger trat er unter dem K\u00fcnstlernamen Ulli Mario mit dem Lied \u201eIch kann an keinem Girl vor\u00fcbergeh\u2019n\u201c sogar in der ZDF-Hitparade von Dieter Thomas Heck auf.<\/p>\n<p>Auch als Kinderbuch-Autor (\u201eLocke\u201c) machte er sich einen Namen. Die Biografie \u201e1952 \u2013 Ein Jahrgang \u2013 Zwei Leben\u201c, die er gemeinsam mit dem beliebten CDU-Politiker Wolfgang Bosbach schrieb, war ein gro\u00dfer Erfolg. Beide gingen mit gro\u00dfem Spa\u00df auf Lese-Reise, spielten sich dabei genial die B\u00e4lle zu.<\/p>\n<p>Mit viel Humor nahm es Ulli Potofski hin, dass er in der RTL-Tanz-Show \u201eLet\u2019s Dance\u201c bereits in der ersten Runde ausschied. \u201eDie TV-Show \u201aLet\u2019s Dance\u2018 gibt es in \u00fcber 20 L\u00e4ndern. Nirgendwo hat ein Teilnehmer jemals weniger Punkte geholt als ich \u2013 n\u00e4mlich ganze drei&#8220;, scherzte er \u00fcber seinen Minus-Rekord. Ulli Potofski war eben ein Mensch, der sich selbst nicht so ernst nahm und herzhaft \u00fcber sich lachen konnte.<\/p>\n<div id=\"attachment_85952\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-85952 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/DSC09901-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1579\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ulli Potofski (M.) hier bei einer Autorenlesung mit dem CDU-Politiker Wolfgang Bosbach (l.) und dem K\u00fcnstler und Gastgeber Sharyar Azhdari in der Kunst- &amp; Kultur-Galerie S-ART in Essen &#8211; \u00a9 Ha Lin<\/span><\/div>\n<p>Bis vor einigen Monaten war der Vollblut-Reporter als Fu\u00dfball-Field-Reporter f\u00fcr SKY unterwegs, hatte seinen Vertrag sogar noch einmal verl\u00e4ngert, weil es sich f\u00fcrs Rentnerdasein noch zu jung, zu neugierig und zu motiviert f\u00fchlte. Jetzt hat ihn eine ganz pl\u00f6tzlich auftauchende unheilbare Krankheit mitten aus dem Leben gerissen.<\/p>\n<h4>Tiefe Trauer bei seinen Wegbegleitern<\/h4>\n<p>Leute, die ihn kannten und die ihn verehrten, sind ersch\u00fcttert. Ulrich Klose, sein langj\u00e4hriger RTL-Kollege, nimmt in bewegten Worten Abschied von Ulli Potofski: \u201eWas f\u00fcr ein Verlust! Ein toller Reporter, ein Vorbild, aber im Hauptberuf war er Mensch \u2013 ein \u00fcberragender Mensch. \u201aPoto\u2018, wir haben viel gelacht, viel gestritten. Und fast immer ging es dann um unsere Herzensvereine \u00a0Arminia Bielefeld und Schalke 04. Ich werde dich vermissen, so wie viele andere auch. RIP-Ruhe in Frieden lieber Ulli.\u201c<\/p>\n<p>Auch Wolfgang Bosbach, der mit Ulli Potofski eng befreundet war, ist tief ersch\u00fcttert.\u00a0 Er, der Christdemokrat und Ulli, der Sozialdemokrat, haben sich nach dem Kennenlernen sofort bestens verstanden. Das Ergebnis war die gemeinsame Biografie &#8222;1952 &#8211; Ein Jahrgang &#8211; zwei Leben&#8220;, mit der sie erfolgreich auf Lesereise waren und das Publikum auf humorvolle Art begeisterten.<\/p>\n<div id=\"attachment_84847\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-84847 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Uli-Klose-1-jpg-582-KB-2-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1862\" \/><span class=\"wp-caption-text\">RTL-Reporter Ulrich Klose, vor wenigen Monaten in den Ruhestand getreten, war ein langj\u00e4hriger Weggef\u00e4hrte von Ulli Potofski &#8211; \u00a9 RTL<\/span><\/div>\n<p>Wolfgang Bosbach, der Polit-Profi, findet ganz pers\u00f6nliche, emotionale Worte: &#8222;<span class=\"break-words tvm-parent-container\"><span dir=\"ltr\">Ruhe in Frieden, mein Freund! Es war mir Ehre und Freude zugleich, Dich kennengelernt- und mit Dir viele Jahre befreundet gewesen zu sein. Wir haben zusammen nicht nur viel gelacht und gefeiert, wir haben gemeinsam dutzende Veranstaltungen absolviert &#8211; und in jeder habe ich Neues und Interessantes erfahren d\u00fcrfen. Du warst nicht nur ein hochkompetenter und sehr erfahrener Sportreporter, sondern f\u00fcr mich vor allem ein wunderbarer, kluger Freund. Ich w\u00fcnsche Dir einen Himmel in k\u00f6nigsblau, denn S 04 war immer in Deinem Herzen.&#8220;<\/span><\/span><\/p>\n<p>Wie \u201eBILD\u201c berichtet, wird Ulli Potofski auf eigenem Wunsch auf dem &#8222;Schalker Fan-Feld&#8220; des Friedhofs Beckhausen-Sutum beerdigt. Er liegt rund zwei Kilometer von der Schalker Veltins Arena entfernt. Auf dem &#8222;Schalker Fan-Feld&#8220; fanden bereits Schalke-Gr\u00f6\u00dfen wie Adolf Urban, Willi Koslowski, Reinhard &#8222;Stan&#8220; Libuda und Klaus T\u00e4uber ihre letzte Ruhest\u00e4tte.<\/p>\n<h4>Ein sympathischer Mann mit lockeren Spr\u00fcchen<\/h4>\n<p>Ich selbst habe Ulli Potofski 1990 als super-sympathischen, verl\u00e4sslichen Kollegen kennen gelernt. Wir waren seither befreundet und haben uns nie aus den Augen verloren. Zuletzt pers\u00f6nlich getroffen haben wir uns im Fr\u00fchjahr 2025 bei seiner Autoren-Lesung gemeinsam mit Wolfgang Bosbach in der \u00a0Kunst- &amp; Kultur-Galerie S-ART in Essen. Da war er bestens gelaunt, spr\u00fchte vor Energie und schmiedete Pl\u00e4ne f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p>Noch zwei Tage vor seinem Tod verspr\u00fchte er in seinem Podcast &#8222;Herz &#8211; Seele &#8211; Ball&#8220; Folge 2174 Zuversicht und Lebenswillen, dr\u00fcckte seinem Herzensverein FC Schalke 04 f\u00fcr das Spiel gegen Hertha\u00a0 BSC beide Daumen. Keine Spur von Verzweiflung, kein Klagen, kein Selbstmitleid &#8211; welch eine menschliche Gr\u00f6\u00dfe!<\/p>\n<p>Leider schrieb das Schicksal ein anderes Drehbuch. Seine sonore Stimme ist f\u00fcr immer verstummt. Ich werde den Menschen, den Kollegen und Freund Ulli Potofski sehr vermissen.<\/p>\n<p><strong>Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er war eine Legende, eine toller Mensch, ein Kollege, der als Sportreporter mit seiner Kompetenz, seinem Humor und seinem Wortwitz Fernsehgeschichte geschrieben hat. Jetzt ist Ulli Potofski nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren gestorben ist. Nicht nur die Sportwelt trauert.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-85944","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-20 18:04:14","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85944","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=85944"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85944\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":86079,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85944\/revisions\/86079"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=85944"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=85944"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=85944"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}