{"id":84673,"date":"2025-06-12T15:16:11","date_gmt":"2025-06-12T13:16:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=84673"},"modified":"2025-06-12T15:16:11","modified_gmt":"2025-06-12T13:16:11","slug":"ueber-solidaritaet-mit-den-toten-die-lebenden-nicht-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/06\/12\/ueber-solidaritaet-mit-den-toten-die-lebenden-nicht-vergessen\/","title":{"rendered":"\u00dcber Solidarit\u00e4t mit den Toten die Lebenden nicht vergessen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_84676\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2404px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-84676 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Hajo2.jpg\" alt=\"\" width=\"2394\" height=\"1798\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Hajo Jahn, Vorstizender der Else-Lasker-Sch\u00fcler-Gesellschaft, am Rednerpult der OBA &#8211; \u00a9 ELSG \/ Doris Rother<\/span><\/div>\n<p>\u201e80 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus ist es wichtiger denn je, Stellung zu beziehen. Der zunehmende Antisemitismus l\u00e4sst sich nicht vom Sofa aus bek\u00e4mpfen. Er eskaliert angesichts der Terroranschl\u00e4ge vom 7. Oktober 2023 in Israel und dem Leid der Bev\u00f6lkerung im kriegszerst\u00f6rten Gazastreifen.\u201c<\/p>\n<p>Das erkl\u00e4rte Dr. Katharina von Schnurbein, Antisemitismus-Beauftragte der EU beim XXV. Else Lasker-Sch\u00fcler-Forum \u201ePrinz Jussuf hatte einen K\u00f6nig in Holland\u201c in der Stadtbibliothek von Amsterdam.<\/p>\n<p>Ein Zeichen gegen den Judenhass sei auch dieses Jubil\u00e4umsforum, sagte Hajo Jahn in der niederl\u00e4ndischen Hauptstadt: Zur Erinnerung an die deutsche Besetzung der Niederlande vor 85 Jahren, aber auch als Mahnung gegen den rechten Zeitgeist von heute im 80. Jahr nach der Befreiung vom Faschismus und im 80. Todesjahr von Anne Frank und Else Lasker-Sch\u00fcler.<\/p>\n<div id=\"attachment_84677\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2050px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-84677 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/EUBeauftragte.jpg\" alt=\"\" width=\"2040\" height=\"1263\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der holl\u00e4ndische Jazzpianist Jasper van\u2019t Hof, die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein und Moderatorin Birte Fritsch &#8211; \u00a9 ELSG \/ Doris Rother<\/span><\/div>\n<p>Uraufgef\u00fchrt wurde aus diesen Anl\u00e4ssen das B\u00fchnenst\u00fcck des Wuppertaler Autors Heiner Bontrup \u201eSchreiben um zu leben\u201c \u00fcber Else Lasker-Sch\u00fcler und Anne Frank, darin Erstauff\u00fchrungen von Herbert Mitschkes Vertonungen der ELS-Gedichte \u201eMein Tanzlied\u201c, \u201eMein Volk\u201c, \u201eKomm mit mir in das Cinema\u201c und \u201eMein blaues Klavier\u201c.<\/p>\n<p>Uraufgef\u00fchrt wurde ebenfalls die 1934 in Amsterdam entstandene Vertonung des Lasker-Sch\u00fcler-Gedichts \u201eWeltende\u201c von James Simon. Der deutsche Komponist war im niederl\u00e4ndischen Exil von der Gestapo inhaftiert und in Auschwitz umgebracht worden. Seine \u201eWeltende\u201c Partitur hatte ELS-Musikexperte Dr. Karl Bellenberg im August 2013 in einem entlegenen Archiv in den USA entdeckt.<\/p>\n<p>Es d\u00fcrfte anderen Exilanten mit ihren Werken \u00e4hnlich ergangen sein wie James Simon. Exil war eben kein Paradies, wie manche Daheimgebliebenen im Bombenhagel glaubten.<\/p>\n<div id=\"attachment_84678\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-84678 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Cherry1-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"2330\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ulrike M\u00fcller, Cherry Duyns \u2013 in Wuppertal geborener Sohn eines holl\u00e4ndischen Zwangsarbeiters und einer Elberfelderin &#8211; und Hajo Jahn &#8211; \u00a9 ELSG \/ Doris Rother<\/span><\/div>\n<p>Das Publikum in Amsterdam nahm die Geschichte von James Simon mit gro\u00dfer Anteilnahme entgegen und feierte die Urauff\u00fchrung durch Stefanie W\u00fcst (Sopran) Christopher Arpin (Piano). Zu dem Konzert geh\u00f6rten auch weitere ELS-Gedichtvertonungen von Wilhelm Rettich, der im Exil in Amsterdam \u00fcberlebt hatte.<\/p>\n<p>Zum Auftakt des Forums pr\u00e4sentierte der niederl\u00e4ndische Comedian Patrick Nederkoorn sein ebenso heiteres wie kritisches Programm \u201eDie orangene Gefahr\u201c \u00fcber die Folgen der ansteigenden Meeresspiegel durch die Klimaver\u00e4nderung. Denn es gehe es nicht nur um Erinnerungskultur, sondern auch um den Blick auf Gegenwart und Zukunft, so Hajo Jahn, der als renommierter WDR-Rundfunk- und TV-Journalist Geschichte im Bergischen Land \u00a0schrieb.<\/p>\n<p>80 Mitglieder der ELS-Gesellschaft waren zum Forum gekommen, das \u00fcber vier Wochen hinweg auch 22 Faksimiles von Else Lasker-Sch\u00fcler-Zeichnungen ausstellte sowie zahlreiche Erstausgaben von ELS-B\u00fcchern. Partner des \u201esilbernen\u201c Forums waren das Goethe-Institut Amsterdam und die Stadtbibliothek Wuppertal, deren Direktorin Karin R\u00f6hrich ebenfalls nach Amsterdam gereist war.<\/p>\n<div id=\"attachment_84680\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2116px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-84680 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/5-Interview.jpg\" alt=\"\" width=\"2106\" height=\"1905\" \/><span class=\"wp-caption-text\">EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein und Moderatorin Birte Fritsch &#8211; \u00a9 ELSG \/ Doris Rother<\/span><\/div>\n<p>Gef\u00f6rdert wurde das Forum u.a. von der Bezirksregierung D\u00fcsseldorf, der AG Literarischer Gesellschaften und Gedenkst\u00e4tten sowie von der Wuppertaler \u201eB\u00fcrger f\u00fcr Kultur gGmbH\u201c und von der Bethe-Stiftung.<\/p>\n<p>Zum Jubil\u00e4umsforum wurde ein literarisches rund 70seitiges Programm-Magazin herausgegeben. Geplant ist zudem f\u00fcr 2026 wieder ein Forums-Almanach mit allen Vortr\u00e4gen, darunter auch der Beitrag von Dr. Antonius Weixler. Der Dozent von der Bergischen Universit\u00e4t Wuppertal hatte dort ein Seminar \u00fcber die \u201ePop\/Musik als Pop\/Literatur\u201c zu Vertonungen von Else Lasker-Sch\u00fclers Lyrik\u201c abgehalten und dar\u00fcber in Amsterdam referiert.<\/p>\n<p>Dazu gab es f\u00fcr seine mitgereisten Wuppertaler Studierenden und alle Besucher Musikbeispiele von \u201eWeltende\u201c, u.a. von \u201eA Winter Lost\u201c, einer Black Metal Band aus Alberta in Kanada, der IndieRock-Gruppe \u201eUncle Ho\u201c aus Wuppertal und \u201eLeichenwetter\u201c aus Iserlohn.<\/p>\n<div id=\"attachment_84679\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1691px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-84679 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Bether-Stiftung.jpg\" alt=\"\" width=\"1681\" height=\"1129\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Martin Hamburger , Vorstandsmitglied der Bethe-Stiftung, \u00fcberreichte einen symbolischen Scheck an Hajo Jahn, dem Vorsitzenden der Else Lasker-Sch\u00fcler-Gesellschaft. Die Bethe-Stiftung hatte mit einer Spendenverdoppelungsaktion zur Finanzierung des &#8222;Else- Lasker-Sch\u00fcler-Forums&#8220; in Amsterdam beigetragen &#8211; \u00a9 ELSG \/ Doris Rother<\/span><\/div>\n<p>Er\u00f6ffnet wurde das Forum mit einem Vortrag des deutsch-niederl\u00e4ndischen Autors Dr. Christof Driessen \u00fcber das seit Jahrhunderten \u201ebedrohte Exil\u201c, in dem er u.a. ausf\u00fchrte: \u201eDemokratie und Rechtsstaat sind in vielen Staaten auf dem R\u00fcckzug, rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien sind auf dem Vormarsch. W\u00e4hrend wir uns hier mit der Vergangenheit besch\u00e4ftigen, baut sich direkt vor unseren Augen eine neue Bedrohung auf.\u201c<\/p>\n<p>Das d\u00fcrfe man nicht aus den Augen verlieren, denn sonst gelte das Zitat \u201eDie zunehmende Solidarit\u00e4t mit den Toten spiegelt die fehlende Solidarit\u00e4t mit den Lebenden.\u201c<\/p>\n<p>Das 25. war \u00fcbrigens das letzte Forum, das Hajo Jahn organisiert hat. K\u00fcnftige Foren ab 2027 wird sein designierter Nachfolger Heiner Bontrup realisieren.<\/p>\n<div id=\"attachment_84681\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 460px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-84681 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/IMG_8103.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"633\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Cover des Programm-Magazins &#8211; \u00a9 ELSG<\/span><\/div>\n<p><strong>Link zur Webseite der &#8222;Else-Lasker-Sch\u00fcler-Gesellschaft&#8220;:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.else-lasker-schueler-gesellschaft.de\">http:\/\/www.else-lasker-schueler-gesellschaft.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 25 ist eine besondere Zahl f\u00fcr die Else Lasker-Sch\u00fcler-Gesellschaft und Hajo Jahn. Denn das 25. Else Lasker-Sch\u00fcler-Forum, das jetzt mit gro\u00dfem Erfolg in Amsterdam stattfand. Ein denkw\u00fcrdiges Forum, gerade auch f\u00fcr Hajo Jahn, langj\u00e4hriger Vorsitzender der &#8222;Else-Lasker-Sch\u00fcler-Gesellschaft&#8220;.  <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-84673","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-31 16:03:30","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84673","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=84673"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84673\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":84688,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84673\/revisions\/84688"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=84673"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=84673"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=84673"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}