{"id":84128,"date":"2025-05-18T18:20:30","date_gmt":"2025-05-18T16:20:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=84128"},"modified":"2025-05-24T11:13:44","modified_gmt":"2025-05-24T09:13:44","slug":"matthias-dohmen-mein-freund-udo-gothsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/05\/18\/matthias-dohmen-mein-freund-udo-gothsch\/","title":{"rendered":"Matthias Dohmen: Mein Freund Udo Gothsch"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_84131\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1550px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-84131 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PHOTO-2025-05-20-16-33-25.jpg\" alt=\"\" width=\"1540\" height=\"1181\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ein Foto aus vergangenen Tagen: Die Freunde: Udo Gothsch (l.) und Matthias Dohmen &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Ein Sachse in Elberfeld. Udo Gothsch, stellvertretender Bezirksb\u00fcrgermeister in Elberfeld West, wurde am 27. November 1944 in Plauen geboren. Die kurz danach ausgebombte Familie zog ins ebenfalls s\u00e4chsische Oschatz. Im vorletzten Kriegsjahr fiel der Vater, 1945 verstarb die Mutter an Typhus. Udo ging ab 1951 in der DDR und \u2013 nach der Flucht \u2013 ab 1953 im sauerl\u00e4ndischen Attendorn, wo er bei einem Onkel Aufnahme fand, zur Grundschule.<\/p>\n<p>In M\u00fcnster nahm er nach Gymnasium und Abitur das Studium auf (Deutsch, katholische Theologie, Erziehungswissenschaften). Das Referendariat absolvierte er in M\u00fcnster, Hamm und Soest, unterbrochen von einer einj\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit als Sprachassistent an einem franz\u00f6sischen Gymnasium in Le Mans.<\/p>\n<p>Als Studienrat respektive Oberstudienrat arbeitete er in L\u00fcdinghausen (M\u00fcnsterland) und Wuppertal, und zwar 23 Jahre lang am Gymnasium Vohwinkel und von 2003 an bis zum Beginn der Altersteilzeit 2008 am Carl-Fuhlrott-Gymnasium.<\/p>\n<div id=\"attachment_84132\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 410px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-84132 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/P1000203.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Matthias Dohmen<\/span><\/div>\n<p>Engagiert in den Freundeskreisen Wuppertal-St. Etienne und Wuppertal-Jekaterinburg, organisierten seine Frau und er gemeinsam zahlreiche Sch\u00fcleraustauschfahrten in Wuppertals Partnerstadt und in die drittgr\u00f6\u00dfte russische Metropole. Mitglied war er ferner im N\u00fctzenberger Turnverein (zehn Jahre stellvertretender Vorsitzender), im Kunst- und Museumsverein (Beirat), der Arbeiterwohlfahrt. Seit 1969 geh\u00f6rte er der IG Druck und Papier, seit 1971 der GEW an.<\/p>\n<p>Dem Sozialdemokratischen Hochschulbund trat er 1967, der SPD 1971 bei. Acht Jahre insgesamt war er Vorsitzender des Ortsvereins Elberfeld West. In dieser Zeit war er im Kirchenvorstand und zwei Jahre Vorsitzender des Pfarrgemeinderates von St. Joseph (N\u00fctzenberg). 1988 kam er als Nachr\u00fccker in die Bezirksvertretung Elberfeld West und wurde 1989 in den Rat der Stadt gew\u00e4hlt, dem er zehn Jahre angeh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Sitz und Stimme besa\u00df er unter anderem in den Aussch\u00fcssen f\u00fcr Schule, f\u00fcr Kultur und f\u00fcr Sport, im Zoo- und im Bauausschuss. 1994 w\u00e4hlte ihn die SPD-Fraktion in ihren Vorstand. 2003 erhielt er ein Mandat in der Bezirksvertretung Elberfeld West \u2013 und war bis zu seinem Tod am 2. M\u00e4rz 2010 stellvertretender Bezirksb\u00fcrgermeister.<\/p>\n<div id=\"attachment_84133\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1507px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-84133 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PHOTO-2025-05-20-16-47-01.jpg\" alt=\"\" width=\"1497\" height=\"1128\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Die Geschwister Gothsch im Dezember 1953: (v.l.) Udo, Angela, Dorothee und Helmut &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Den ambitionierten Hobbykoch, Reimeschmied und Citro\u00ebnfahrer erlebte die Stadt als Karnevalsprinzen der Session 1999\/2000, als 140.000 Zuschauer dem Umzug folgten. Udo Gothsch und seine Frau Eva hatten drei erwachsene Kinder und ein Haus im M\u00e9doc, in das sie sich w\u00e4hrend der Ferien gerne zur\u00fcckzogen.<\/p>\n<p>Gemeinsam haben wir rund zehn Jahre dort die Herbstferien verbracht. Wir, das sind Eva und Udo Gothsch als Gastgeber zum einen und Brigitte und Matthias Dohmen als G\u00e4ste zum anderen. Beide fuhren wir Citro\u00ebn-Karossen. Wir haben die Gegend befahren, in guten und sehr guten Restaurants geschmaust, geredet \u00fcber Gott und die Welt.<\/p>\n<p>Am Ende, als er schon verstorben war, habe ich das \u201eBuch Udo\u201c \u00fcber ihn verfasst, das es nur in Privatexemplaren gibt, wovon eines seinen Platz im Stadtarchiv gefunden hat. Essen und Kochen geh\u00f6rten zu seinen Leidenschaften. Im Ferienhaus schuf er mit einem Zweiplattenkocher und der Zuarbeit zweier Zuarbeiterinnen wundervolle Men\u00fcs.<\/p>\n<div id=\"attachment_84134\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 364px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-84134\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PHOTO-2025-05-20-16-31-33.jpg\" alt=\"\" width=\"354\" height=\"501\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Udo Gothsch &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Gemeinsam haben wir im Rat der Stadt gesessen, gemeinsam die Politik des Ortsvereins der SPD mitgestaltet, gemeinsam am \u201eEnTeVau\u201c-Heft des Sportvereins gebastelt, also geschrieben und umbrochen. Ja, als Obersch\u00fcler waren wir gemeinsam, wenn auch geographisch weit auseinander und ohne Kenntnis der Existenz des anderen, im Bund Neudeutschland, eine Art Pfadfindergemeinschaft f\u00fcr Gymnasiasten.<\/p>\n<p>Von Wuppertal aus haben wir St\u00e4dte und Regionen in Deutschland bereist, unternahmen aber auch Fahrten beispielsweise ins nahe Ausland, etwa nach Br\u00fcssel, wo wir auf den Spuren von George Simenon wandelten. In meiner Bibliothek befinden sich eine dreib\u00e4ndige Loseblattsammlung \u201ePassion Citro\u00ebn\u201c, die er gepflegt hatte, und weitere Erinnerungsst\u00fccke in einer gro\u00dfen Box.<\/p>\n<p><strong>Text: Dr. Matthias Dohmen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnerungen in kleinen H\u00e4ppchen\u201c nennt unser st\u00e4ndiger Autor Matthias Dohmen Blicke in die Vergangenheit, auf Verwandte und Bekannte, Freunde und Kollegen, M\u00e4nnlein und Weiblein. Texte, die auch sein Leben aus der Perspektive anderer Personen beleuchten. Bisher erschienen: \u201eErinnerungen an Tante Lenchen\u201c (19.12.2024) und \u201eAuf gro\u00dfer Fahrt mit Heribert Istas\u201c (8.4.2025).<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-84128","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wuppertal"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-25 11:53:53","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=84128"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84128\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":84135,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84128\/revisions\/84135"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=84128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=84128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=84128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}