{"id":83360,"date":"2025-04-28T10:58:00","date_gmt":"2025-04-28T08:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=83360"},"modified":"2025-04-28T10:58:00","modified_gmt":"2025-04-28T08:58:00","slug":"kardinal-richelieu-die-feder-ist-maechtiger-als-das-schwert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/04\/28\/kardinal-richelieu-die-feder-ist-maechtiger-als-das-schwert\/","title":{"rendered":"Kardinal Richelieu: Die Feder ist m\u00e4chtiger als das Schwert"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_83364\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 859px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-83364 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Kardinal-Richelieu-gemalt-von-Philippe-de-Champaigne-um-1633-National-Gallery-London-gemeinfrei.jpg\" alt=\"\" width=\"849\" height=\"664\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Kardinal Richelieu (gemalt von Philippe de Champaigne um 1633, National Gallery London) &#8211; \u00a9 gemeinfrei<\/span><\/div>\n<p>Der Wuppertaler Historiker Dr. Georg Eckert hat sich mit diesem \u00e4u\u00dferst einflussreichen Machtpolitiker des 17. Jahrhunderts auseinandergesetzt und dar\u00fcber mit Autor Uwe Blass im Rahmen der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; gesprochen.<\/p>\n<p>Dr. Georg Eckert: \u201eKleriker dieses Ranges mussten damals unweigerlich Politiker sein, das bekommen auch Dumas\u2018 &#8218;Drei Musketiere&#8216;\u00a0zu sp\u00fcren. Ein solcher war Kardinal Richelieu (1585-1642), und zwar ein \u00e4u\u00dferst erfolgreicher.\u201c Zum Duc de Richelieu und Pair von Frankreich wurde er im Jahre 1629 von K\u00f6nig Ludwig XIII. ernannt.<\/p>\n<p>Geboren als Armand-Jean du Plessis, entstammte er alteingesessenem Adel. Schon sein Vater hatte sich in k\u00f6niglichen Diensten als Milit\u00e4r verl\u00e4sslich gezeigt. \u201eDie Karriere Richelieus, seines drittgeborenen Sohnes, hingegen begann als kirchliche. Schon mit Anfang 20 war er Bischof von Lu\u00e7on (ein Titel, den K\u00f6nig Heinrich III. der Familie \u00fcbertragen hatte).<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Gerade in dieser Rolle bew\u00e4hrte sich Richelieu als Vork\u00e4mpfer der Gegenreformation \u2013 zum gro\u00dfen Wohlgefallen K\u00f6nig Ludwigs XIII., der sich seinerzeit der protestantischen Hugenotten zu erwehren hatte\u201c. Rasch erhielt Richelieu bedeutsame Aufgaben und \u00c4mter. Seit 1624 war er der wichtigste Berater und Minister des Monarchen und blieb es bis zu seinem Tode im Jahre 1642.<\/p>\n<h4><strong>Richelieus Staatskunst<\/strong><\/h4>\n<p>Zwar stellen Filme des 20. Jahrhunderts den gro\u00dfen franz\u00f6sischen Staatsmann gerne als dumpfen und intriganten Machtpolitiker dar, doch das verkenne eindeutig Richelieus Ambitionen, betont Eckert. \u201eDer Kardinal betrieb Staatskunst in einem umfassenden Sinn, er pflegte einen enormen Ehrgeiz als Autor, der mit seinem \u00b4Politischen Testament` sogar einen bis heute lesenswerten Klassiker des Staatsdenkens verfasst hat\u201c, erkl\u00e4rt der Historiker und f\u00e4hrt fort: \u201eRichelieu bet\u00e4tigte sich als geradezu manischer Sammler von B\u00fcchern und Kunstwerken, zudem als gro\u00dfz\u00fcgiger Patron verschiedenster K\u00fcnste und K\u00fcnstler. Politische Macht und kultureller, auch religi\u00f6ser Glanz bedeuteten f\u00fcr ihn keine Widerspr\u00fcche, sondern waren miteinander verschr\u00e4nkt: Barocke Pracht war eine Erscheinungsform von Macht. Anschaulich wird das etwa an der marmornen Richelieu-B\u00fcste im Louvre, geschaffen bezeichnenderweise von Gian Lorenzo Bernini, dem gro\u00dfen K\u00fcnster der P\u00e4pste.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_83365\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 460px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-83365 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Portrait-Eckert-foto-Mathias-Kehren.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"364\" \/><span class=\"wp-caption-text\">PD Dr. Georg Eckert, Historiker an der Bergischen Universit\u00e4t &#8211; \u00a9 Mathias Kehren<\/span><\/div>\n<h4><strong>Erfolgreicher G\u00fcnstling erm\u00f6glicht Absolutismus<\/strong><\/h4>\n<p>Schon zu Lebzeiten gab es viele Zeitgenossen, die Richelieu nicht gewogen waren und ihn regelrecht hassten. Dazu Eckert: \u201eG\u00fcnstlinge, wie auch Richelieu einer war, haben unweigerlich Feinde, denn irgendjemand neidet ihnen immer ihre herausgehobene Stellung am Herrscherhof. Seine entschlossene Reformpolitik in Kirche und Staat provozierte erheblichen Widerstand bei Hugenotten und hohen Adeligen \u2013 die teils miteinander verbunden waren. Es kam sogar zu mehreren bedrohlichen Aufst\u00e4nden, mit deren konsequenter Niederschlagung Richelieu letztlich den Absolutismus Ludwigs XIV. erm\u00f6glichte.\u201c<\/p>\n<p>Sein schlechter Ruf hierzulande basiere gerade auf seinen machtpolitischen Erfolgen, denn die von ihm betriebene Intervention Frankreichs im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg f\u00fchrte am Ende zu Gebietsgewinnen im Elsass auf Kosten des Heiligen R\u00f6mischen Reiches deutscher Nation. Das beklagten schon Zeitgenossen.<\/p>\n<h4><strong>Der K\u00f6nig und der Kardinal<\/strong><\/h4>\n<p>Als gewiefter Stratege sicherte Richelieu die Monarchie in Frankreich, reformierte das Land und schien dabei m\u00e4chtiger zu sein als der K\u00f6nig. \u201eMacht l\u00e4sst sich schwer messen\u201c, sagt Eckert, \u201eaber f\u00fcr Ludwig XIII. war Richelieu bald unverzichtbar, denn er hatte sogar eine Vers\u00f6hnung mit der zwischenzeitlich verbannten Mutter des noch jugendlichen K\u00f6nigs bewirkt. Andererseits galt dies umgekehrt mindestens in gleichem Ma\u00dfe: Richelieu verdankte sein Prestige dem Monarchen. Beide waren n\u00fcchterne Politiker genug, um im jeweils anderen einen Garanten der eigenen Vorherrschaft zu w\u00fcrdigen. Richelieus besondere Autorit\u00e4t setzte geradezu voraus, die Hegemonie des K\u00f6nigs herzustellen und zu bewahren; ein Putsch eines Kardinals w\u00e4re schwerlich vorstellbar gewesen, das wussten sowohl der K\u00f6nig als auch sein leitender Minister \u2013 und genau deshalb konnte Richelieu so lange leitender Minister bleiben.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_83373\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-83373 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Bueste-Richelieus-von-Bernini-CC-BY-3.0-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"809\" \/><span class=\"wp-caption-text\">B\u00fcste: Kardinal Richelieu geschaffen von Gian Lorenzo Bernini 1640\/41 &#8211; \u00a9 CC BY 3.0<\/span><\/div>\n<h4><strong>Das erste Spionagenetzwerk Europas?<\/strong><\/h4>\n<p>Richelieu \u00fcberwachte mit dem sogenannten <em>&#8218;Cabinet Noir&#8216;,<\/em> das durch Erbrechen und geschickte Wiederverschlie\u00dfung von Briefen der Regierung Einblicke in die Geheimnisse der Privatkorrespondenz er\u00f6ffnete, den Briefwechsel von Diplomaten und politisch verd\u00e4chtigen Personen. Manche Forscher sprechen in diesem Zusammenhang von einem Geheimdienstnetz in der fr\u00fchesten Form der Spionage.<\/p>\n<p>\u201e\u00dcber Richelieus Politik haben sich l\u00e4ngst allerlei Erz\u00e4hlungen gelegt, keine wirkungsm\u00e4chtiger als des besagten Alexandre Dumas &#8218;Die drei Musketiere&#8216; und viele davon inspirierte Filme, in denen es vor Spionen nur so wimmelt\u201c, lacht Eckert und betont: \u201eAssoziationen eines Geheimdienstes geh\u00f6ren eher in die Zeit des Kalten Krieges als ins 17. Jahrhundert. Aber ein Netzwerk kultivierte Richelieu tats\u00e4chlich. Zu seiner entschlossenen Reform- und Au\u00dfenpolitik geh\u00f6rte ein gewitzter, systematisch betriebener Umgang mit Informationen und auch mit Desinformationen. Ganz gut erfasst hat das im 19. Jahrhundert der britische Autor Edward Bulwer-Lytton, der Richelieu in einem Schauspiel das ber\u00fchmte Zitat in den Mund legte: \u00b4The pen is mightier than the sword` (Die Feder ist m\u00e4chtiger als das Schwert).\u201c<\/p>\n<h4><strong>Richelieu und der mathematische Codeknacker<\/strong><\/h4>\n<p>Nachrichten zu verschl\u00fcsseln, geh\u00f6rte schon damals zur Strategie am Hofe, sei aber kein Alleinstellungsmerkmal Richelieus, betont Eckert, denn schon in der Antike wurde verschl\u00fcsselt, die Alt\u00e4gyptische Kryptographie sei sogar noch \u00e4lter. \u201eUnter fr\u00fchneuzeitlichen Kommunikationsbedingungen war zumal in milit\u00e4risch unruhigen Zeiten nicht damit zu rechnen, dass heikle Post vom Gegner unber\u00fchrt bliebe.\u201c Der Mathematiker Antoine Rossignol (1600 \u2013 1682), der auf statistische Methoden zur Entschl\u00fcsselung von codierten Botschaften spezialisiert war, erwies dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig durch die Entschl\u00fcsselung eines Hilferufes der Hugenotten, in einem besonders spektakul\u00e4ren Fall w\u00e4hrend einer Belagerung im Jahr 1626, einen \u00fcberaus wichtigen Dienst. Er schuf zudem mit dem <em>&#8218;Grand Chiffre&#8216;\u00a0<\/em>eine Codierung, die bis ins 19. Jahrhundert als unknackbar galt.<\/p>\n<p>\u201eRossignol ist in dieser Hinsicht weniger eine franz\u00f6sische denn eine sp\u00e4thumanistische oder fr\u00fchbarocke Erscheinung. Seine Ratschl\u00e4ge zur Entschl\u00fcsselung und Verschl\u00fcsselung beruhten auf einer elaborierten Methode, die Richelieu mit politischem wie gelehrtem Instinkt zu sch\u00e4tzen wusste. Tats\u00e4chlich kapitulierte im Jahre 1626 das hugenottische R\u00e9almont, als man seinem Kommandanten einen erfolgreich dechiffrierten Brief pr\u00e4sentierte \u2013 in dem die Belagerten das Ende ihrer Vorr\u00e4te thematisiert hatten.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_83374\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-83374 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Antoine-Rossignol-gemeinfrei-2.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"814\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Mathematiker Antoine Rossignol (1600 \u2013 1682) &#8211; \u00a9 gemeinfrei<\/span><\/div>\n<p><strong>Beichtvater und Informationsbeschaffer<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiterer Helfer Richelieus war P\u00e8re Joseph (1577 \u2013 1638), der Beichtvater des Kardinals, dessen Spezialit\u00e4t das Ausspionieren von Geheimnissen im In- und Ausland, vor allem durch Ordensbr\u00fcder und Missionare war. Auch er baute Richelieus Netzwerk mit auf. \u201eMan wird das System eher als ein Fr\u00fchwarnsystem begreifen k\u00f6nnen denn als einen sinistren Geheimdienst\u201c, schr\u00e4nkt der Historiker ein, \u201eeinmal mehr sollten wir uns vor modernen Assoziationen eines Spionagenetzwerks mit vielen technischen Raffinessen h\u00fcten. Quantifizieren l\u00e4sst es sich gerade nicht, wohl aber in seiner besonderen Qualit\u00e4t w\u00fcrdigen. P\u00e8re Joseph war dabei ein Makler von Informationen. Einerseits sammelte er sie, gerade \u00fcber seine Kontakte im Kapuzinerorden, von dessen Kutte die &#8218;graue&#8216; Eminenz sich herleitet. Andererseits streute er Informationen, indem er sie zum Beispiel \u00fcber den <em>&#8218;Mercure fran\u00e7ais&#8216;\u00a0<\/em>(eine franz\u00f6sischsprachige Zeitschrift des ausgehenden 17. und fr\u00fchen 18. Jahrhunderts, Anm. d. Red.) verteilte. H\u00fcten sollten wir uns \u00fcbrigens ebenfalls vor der Annahme, der Beichtvater habe Richelieu allerlei eingefl\u00fcstert \u2013 sie wurde gleichwohl gerne gepflegt, weil auf diese Weise viele Anliegen und Interessen diskret an Richelieus Umfeld herangetragen werden konnten.\u201c<\/p>\n<p><strong>Richelieus Friedensprojekt<\/strong><\/p>\n<p>Viele Menschen wissen nicht, dass Richelieu ein Friedensprojekt konzipiert hat, das manche heute ein System kollektiver Sicherheit nennen w\u00fcrde. D. h. Verzicht auf Angriffskrieg, stattdessen ein B\u00fcndnissystem, in dem sich alle Partner auf den Frieden verpflichten und gegen alle Friedensbrecher vorgehen. Das Wichtigste aber dabei:\u00a0 Vor einem Krieg wird verhandelt, wird versucht, eine friedliche L\u00f6sung herbeizuf\u00fchren. Erst wenn man den Aggressor nicht zur R\u00e4son bringt, hat das B\u00fcndnis das Recht, gegen ihn vorzugehen.<\/p>\n<p>Dazu Eckert: \u201eRichelieus &#8218;Friedensprojekt&#8216; hatte den kleinen Makel, dass es auf einem m\u00f6glichst starken Frankreich beruhte. Was heute f\u00fcr manche nach einem System kollektiver Sicherheit aussehen mag, bedeutete im damaligen Kontext schlichtweg, die Einklammerung Frankreichs zwischen den \u00f6sterreichischen und den spanischen Habsburgern im Idealfall ins Gegenteil zu verkehren. Anders gesagt: Unter franz\u00f6sischer Hegemonie durften kleinere Staaten in Europa gerne gleichberechtigt sein, solange sie eben diese nicht gef\u00e4hrdeten. Zum Vorbild eines Friedenspolitikers taugt Richelieu gewiss nicht. Den Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg verl\u00e4ngerte er erheblich und intensivierte ihn, zuerst durch Zahlungen an Schweden als Kriegspartei und dann durch direkten Kriegseintritt. Au\u00dferdem war Frankreich in den Mantuanischen Erbfolgekrieg (1628-1631) involviert und griff Spanien an.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_83369\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-83369\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Francois-Joseph-Le-Clerc-du-Tremblay-de-Maffliere-genannt-Pere-Joseph-gemeinfrei.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"811\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Francois-Joseph Le Clerc du Tremblay, genannt P\u00e8re Joseph &#8211; \u00a9 gemeinfrei<\/span><\/div>\n<h4><strong>Ein Machtpolitiker par excellence<\/strong><\/h4>\n<p>\u201eDer beste Geheimdienst ist jener, den keiner kennt\u201c, sagte Richelieu einmal. In einem Nachruf auf ihn hei\u00dft es: &#8222;Er tat mir zu viel Gutes, um schlecht \u00fcber ihn zu reden. Zu viel B\u00f6ses, um ihn loben zu k\u00f6nnen<em>&#8222;. <\/em>In Frankreich jedenfalls, ist er immer noch pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>\u201eEin Standort der franz\u00f6sischen Nationalbibliothek tr\u00e4gt den Namen des Kardinals und verweist so auf den Zusammenhang von Macht und Kunst\u201c, erz\u00e4hlt Eckert, \u201ees gibt in Paris au\u00dferdem eine nach Richelieu benannte Stra\u00dfe sowie U-Bahn-Station. Das deutet eine noch immer gel\u00e4ufige Assoziation des Staatsmannes mit franz\u00f6sischer Gr\u00f6\u00dfe an, politischer wie kultureller. Genau deshalb eignet sich Richelieu zugleich trefflich als Schurke in nicht wenigen Filmen \u2013 und erst recht in der Erinnerung der von ihm bekriegten Hugenotten. Zu einem Schutzheiligen der EU hat Richelieu es aus naheliegenden Gr\u00fcnden nicht gebracht. Er war ein \u00fcberaus findiger und geistreicher Machtpolitiker, aber eben ein Machtpolitiker. Das kommt heute meist nicht sonderlich gut an.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_83375\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-83375 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Portrait-Eckert-foto-Mathias-Kehren-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"290\" \/><span class=\"wp-caption-text\">PD Dr. Georg Eckert &#8211; \u00a9 Mathias Kehren<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Dr. Georg Eckert<\/h4>\n<p>Dr. Georg Eckert studierte Geschichte und Philosophie in T\u00fcbingen, wo er mit einer Studie \u00fcber die Fr\u00fchaufkl\u00e4rung um 1700 mit britischem Schwerpunkt promoviert wurde, und habilitierte sich in Wuppertal. 2009 begann er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Geschichte und lehrt heute als Privatdozent in der Neueren Geschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er gilt als findiger und geistreicher franz\u00f6sischen Machtpolitiker des 17. 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