{"id":82867,"date":"2025-04-08T09:50:24","date_gmt":"2025-04-08T07:50:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=82867"},"modified":"2025-04-14T14:08:31","modified_gmt":"2025-04-14T12:08:31","slug":"matthias-dohmen-auf-grosser-fahrt-mit-heribert-istas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/04\/08\/matthias-dohmen-auf-grosser-fahrt-mit-heribert-istas\/","title":{"rendered":"Matthias Dohmen: Auf gro\u00dfer Fahrt mit Heribert Istas"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_82986\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82986 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/IMG_2795-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1975\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Heribert Istas vor seinem PKW, seinem ganzen Stolz &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Volksschule, wie sie fr\u00fcher hie\u00df. Sie lag mitten im Ort, genauer gesagt: auf der ehemaligen Dorfstra\u00dfe von R\u00f6lsdorf, das schon lange in die Stadt D\u00fcren eingemeindet ist. Eine gepflasterte Stra\u00dfe, am Ortsausgang entweder nach Gey, Kleinhau, Gro\u00dfhau, sp\u00e4ter Vossenack und H\u00fcrtgenwald und in die Eifel f\u00fchrt oder nach Lendersdorf.<\/p>\n<p>An der Chaussee Richtung Birgel lag (und liegt immer noch) das Haus, in dem mein Freund Heribert wohnte, dessen Vater Arzt war. \u201eDer Doktor\u201c hie\u00df das ja fr\u00fcher, als man, promoviert zu sein, und die Existenz als Allgemeinmediziner gleichsetzte. \u201eH\u00e4bb\u00e4t\u201c, wie er im Plattdeutschen genannt wurde, hatte einen Bruder und zwei Schwestern. Die Mutter, Alice, war stark gehbehindert. Die Praxisr\u00e4ume, aber auch K\u00fcche und Wohnzimmer der Familie lagen ebenerdig.<\/p>\n<div id=\"attachment_82869\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 410px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82869 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/P1000203.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>An meine Eltern kann sich Heribert noch gut erinnern: die Mutter immer mit Sch\u00fcrze, zugewandt und lebhaft, der Vater \u201eimmer arbeitend\u201c, mit und ohne Zollstock. Ein \u201ekluger Mann\u201c, wie H\u00e4bb\u00e4t heute konstatiert, der gern mit Worten spielte. Die Werkswohnung, in der wir lebten, und die ganze Papierfabrik sind lange abgerissen und existieren nicht mehr.<\/p>\n<p>Den lieben langen Tag verbrachten wir, wenn die schulischen Hausaufgaben erledigt waren, drau\u00dfen. Und waren st\u00e4ndig unterwegs. In Erinnerung sind mir besonders eine Radfahrt nach K\u00f6ln, die wir Sch\u00fcler zu viert immerhin an einem Tag bew\u00e4ltigten, und, viel sp\u00e4ter, als Heribert und ich schon studierten, mit seinem Renault \u00fcber die Romantische Stra\u00dfe. W\u00fcrzburg, Tauberbischofsheim, Rothenburg ob der Tauber.<\/p>\n<p>\u201eBruder Leichtfu\u00df\u201c nannte der praktizierende Mediziner seinen j\u00fcngeren Sohn leicht ironisch. Seinen beruflichen Weg hat Heribert auf Umwegen absolviert. In Pension ging er als Rektor einer F\u00f6rderschule. Seine beiden S\u00f6hne sind mittlerweile \u00fcber 40. Lange schon geschieden, ist er vor ein paar Jahren eine neue Beziehung eingegangen.<\/p>\n<div id=\"attachment_82989\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 410px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82989 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/031f6ed8-f40e-468b-bde7-6587d6120102-1.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"478\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das Familienwappen der Istas &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>D\u00fcren war immer gro\u00df im Fu\u00dfball, immerhin schoss ein Weltklassespieler wie Karl-Heinz Schnellinger seine ersten Tore f\u00fcr D\u00fcren 99, bevor er nach K\u00f6ln und sp\u00e4ter Italien verpflichtet wurde. Neben dem Stadion, in dem Schwarzwei\u00df D\u00fcren auflief, kampierten \u00fcber den Winter Sinti und Roma. Diese \u201eZigeuner\u201c versorgte der Dr. med. Wilhelm Istas und nahm dazu ab und an einen seiner S\u00f6hne mit.<\/p>\n<p>Krankenscheine hatte das fahrende Volk keine, aber f\u00fcr den gl\u00e4ubigen Katholiken war es so selbstverst\u00e4ndlich, seine Heilkunst einer verrufenen Minderheit zukommen zu lassen, wie es f\u00fcr ihn keine Frage war, rund um die Uhr zur Verf\u00fcgung zu stehen und als Geburtshelfer rund um die Uhr, wenn das Telefon klingelte, auszur\u00fccken. Er hat neben seinem Beruf gemalt und sich mit Geschichte befasst. Zu meiner gro\u00dfen Bibliothek geh\u00f6rt ein Buch von Werner Finck aus Wilhelm Istas\u2018 Best\u00e4nden, das mir seine Tochter Veronika verehrt hat.<\/p>\n<div id=\"attachment_82990\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82990 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/IMG_2790-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"2175\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Heribert Istas bei einem Camping-Urlaub &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>Es w\u00e4re noch viel zu erz\u00e4hlen vom Schulrektor Schr\u00f6der, der sich nicht zu schade war, einem Erstkl\u00e4ssler einen Schuh zuzubinden, oder dem Lehrer Ro\u00dfbach, der gerne zuschlug, wie es damals, in den 1950er-Jahren, nicht ungew\u00f6hnlich war.<\/p>\n<p>Oder von dem Wappen der Familie mit dem wallonischen Hahn, der auf die Herkunft hindeutet (Istace), dem Stechhelm, dem \u00c4skulapstab undd dem Hirschkopf mit Kreuz, Symbol des heiligen Eustachius, dem Namensgeber (Eustache \u2013 Istace \u2013 Istas). Ein anderes Mal.<\/p>\n<p><strong>Dr. Matthias Dohmen<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnerungen in kleinen H\u00e4ppchen\u201c nennt unser st\u00e4ndiger Autor Matthias Dohmen Blicke in die Vergangenheit, auf Verwandte und Bekannte, Freunde und Kollegen, M\u00e4nnlein und Weiblein. Texte, die auch sein Leben aus der Perspektive anderer Personen beleuchten. Bisher erschienen: Erinnerungen an Tante Lenchen (19.12.2024).<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[],"class_list":["post-82867","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wuppertal"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-14 14:48:39","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82867","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=82867"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82867\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":82991,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82867\/revisions\/82991"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=82867"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=82867"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=82867"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}