{"id":82719,"date":"2025-04-03T17:19:27","date_gmt":"2025-04-03T15:19:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=82719"},"modified":"2025-04-03T17:24:13","modified_gmt":"2025-04-03T15:24:13","slug":"steht-weltkonzern-brose-in-wuppertal-vor-dem-abschied","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/04\/03\/steht-weltkonzern-brose-in-wuppertal-vor-dem-abschied\/","title":{"rendered":"Steht Weltkonzern Brose in\u00a0Wuppertal vor dem Abschied?"},"content":{"rendered":"<div class=\"moz-text-html\" lang=\"x-unicode\">\n<div id=\"attachment_82723\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2026px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82723 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/IMG_6519.jpg\" alt=\"\" width=\"2016\" height=\"1512\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Brose-Standort in Wuppertal-Ronsdorf &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<p>Ob es dennoch auch k\u00fcnftig noch ein Wuppertaler Standbein geben wird, bleibt f\u00fcr ihre 200 Mitarbeiter derzeit aber noch ungekl\u00e4rt. Vieles spricht indessen dagegen. Dabei klang die offizielle Antwort der Firmenleitung Brose Fahrzeugteile SE &amp; Co. Kommanditgesellschaft, Coburg, im letzten Jahr noch beruhigend. \u201eJa, auch nach dem Ende der Fertigung h\u00e4lt Brose am Standort Wuppertal fest: Die Entwicklung unserer Schlie\u00dfsysteme treiben wir weiterhin in Ronsdorf voran\u201c.<\/p>\n<p>Neuere Signale aus der Coburger Firmenzentrale lassen indessen heute eine andere Deutung zu, nicht nur, weil eine neues Domizil am hiesigen Standort nicht in Sicht ist. Die Mitarbeiter sind verunsichert und schlie\u00dfen einen Poker zu ihren Lasten nicht mehr aus.<\/p>\n<h4>Brose und Knipex nicht mehr einig?<\/h4>\n<p>Der in Wuppertal Cronenberg ans\u00e4ssige Zangenhersteller \u201eKnipex\u201c, die C. Gustav Putsch KG, ist seit 2023 Eigent\u00fcmer der Werksanlage und hat hier\u00a0 bereits ein neues Logistikzentrum errichtet. Knipex-Chef Ralf Putsch antwortete auf unsere entsprechende Anfrage im letzten Jahr, dass man die Werksanlage nicht gekauft habe, um hier Mietertr\u00e4ge zu generieren.<\/p>\n<p>Brose k\u00f6nne f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre allein entscheiden, ob man den Standort weiter nutzen wird \u2013 der Vertrag sehe entsprechende Optionen vor. Inzwischen gibt es hier durchaus widerspr\u00fcchliche Informationen. So habe Brose in einer firmeninternen Sitzung auf entsprechende Nachfrage erkl\u00e4rt, man h\u00e4tte sich gerne l\u00e4nger als zwei Jahre binden und auch eine h\u00f6here Miete zahlen wollen. Hierauf habe sich Knipex nicht eingelassen.<\/p>\n<div id=\"attachment_82724\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82724 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/PHOTO-2025-04-03-13-52-02.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" \/><span class=\"wp-caption-text\">G\u00e4hnende Leere in den Produktions- &amp; Lager-Hallen &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<h4>Weltweite Autoproduktion stagniert seit 2017<\/h4>\n<p>Im Raum stehen nicht nur die j\u00fcngsten Handels-Z\u00f6lle der Amerikaner. Fakt ist auch, die weltweite Autoproduktion stagniert schon seit 2017. Allerorten wird von Milliardenverlusten berichtet. Brose wird wie viele andere Autozulieferer von der Dauerkrise der Branche ausgebremst, Riesen wie Bosch, Continental, Zahnrad Fabrik (ZF) Friedrichshafen streichen inzwischen Stellen.<\/p>\n<p>Auch der 77 Jahre alte Brose-Firmenchef Michael Stoschek k\u00fcndigte Ende 2024 f\u00fcr sein Unternehmen rote Zahlen an. Danach habe das Unternehmen f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2024 bei einem Umsatz von 7,7 Mrd. EUR\u00a0 einen Verlust von 53 Mio. EUR eingefahren. Fehlende Auslastung der Produktion und steigende Kosten belasteten das Ergebnis.<\/p>\n<p>Aktuell haben die Ereignisse rund um die Firma Brose die Aufmerksamkeit der Fachpresse \u201eManagermagazin\u201c und \u201eINDUSTRIEMAGAZIN\u201c auf sich gezogen. Hier titelt man: \u201eAutozulieferer Brose in der Krise\u201c. Brose wachse nicht mehr wie gewohnt \u2013 im Gegenteil. Brose brauche aber konstantes Wachstum, um Gewinne zu erzielen, die nur bei maximaler Auslastung m\u00f6glich seien.<\/p>\n<p>Bis 2027 rechnet Brose \u201emit einem nur sehr geringen Umsatzwachstum\u201c, wie ein Insider im Manager-Magazin zitiert. Hintergrund: Wettbewerber haben aufgeholt, asiatische Anbieter sind g\u00fcnstiger, nicht nur ihre Autobauer sind erstarkt, sie haben auch ihre eigenen Lieferanten gro\u00dfgezogen. \u201eStatt zu investieren, hat Brose das Angebot\u00a0 immer weiter ausged\u00fcnnt\u201c, schimpft ein Insider.<\/p>\n<div id=\"attachment_82725\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 612px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82725\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/IMG_6507-2-rotated-1.jpg\" alt=\"\" width=\"602\" height=\"803\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Wie lange wehen die Brose-Fahnen noch in Wuppertal? &#8211; \u00a9 Siegfried J\u00e4hne<\/span><\/div>\n<h4>Firmenchef Michael Stoschek arg in Bedr\u00e4ngnis.<\/h4>\n<p>Dem Brose-Werk in W\u00fcrzburg mit 1.400 Mitarbeitern droht jetzt die Schlie\u00dfung. Die Aufregung ist nicht gerade gering. \u201cBayern 3-Nachrichten\u201c zitiert Raymond Mutz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Brose-Bereichs Antriebe, der neben hohen Personalkosten und der schwierigen Marktentwicklung auch Managementfehler als Gr\u00fcnde f\u00fcr die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt.<\/p>\n<p>Bei einer brisanten Betriebsversammlung im Coburger Kongresshaus Rosengarten geriet Firmenchef Michael Stoschek arg in Bedr\u00e4ngnis. Insiderkreise berichteten von einem Aufschrei und davon, dass Stoschek demn\u00e4chst wohl auch noch Urlaubstage und Home-Office streichen wolle. Das mache Tesla-Chef Elon Musk schlie\u00dflich auch so, habe er bemerkt..<\/p>\n<p>Ein G&#8217;schm\u00e4ckle am Rande: W\u00e4hrend die Schlie\u00dfung des W\u00fcrzburger Brose-Betriebs diskutiert wird, er\u00f6ffnet die Firma am Berliner Ring in Bamberg seine Kindertagesst\u00e4tte f\u00fcr Mitarbeiters Teil einer 60 Millionen Euro teuren Erweiterung. Dabei r\u00e4umte die Firma hier laut dem \u201eFr\u00e4nkischer Tag\u201c (Ausgabe vom 22.02.25) \u00fcberraschend Fehler ein.<\/p>\n<p>Der Firmenchef sei in den Jahren zum Alleingesellschafter des Weltkonzerns aufgestiegen. Das Verm\u00f6gen von Stoschek und seiner Schwester Christine Volkmann (77) wird in den Medien mit 2,8 Milliarden Euro beziffert. Stoschek lie\u00df mit seiner Firmenpolitik schon einige Male aufhorchen.<\/p>\n<div id=\"attachment_82726\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82726 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/PHOTO-2025-04-03-12-43-39.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"800\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Viel freier, ungenutzter Platz in den Produktions- &amp; Lagerhallen &#8211; \u00a9 privat<\/span><\/div>\n<p>So steckte er nach eigenen Angaben allein in den letzten Jahren 85 Millionen Euro in den am Stammsitz in Bamberg angesiedelten Basketballverein \u201eBrose Baskets\u201c. Nach neun deutschen Meisterschaften zwischen 2005 und 2017 st\u00fcrzte der Club ab und ist heute als \u201eBamberg Baskets\u201c nur noch\u00a0 in der Abstiegszone der Basketball-Bundesligatabelle zu finden.<\/p>\n<h4>\u201eVon Mechatronik versteht der Ronsdorfer Betrieb etwas\u201c<\/h4>\n<p>In Ronsdorf setzt man indessen auf das Mitarbeiterpotential und den eigenen Erfahrungsschatz aus der Jahrzehnte w\u00e4hrende Tradition in der Schl\u00f6sser-, Schmiede, und Feinmechanik-Industrie. Seit 1904 wurden hier \u201eSchl\u00f6sser und Beschl\u00e4ge\u201c f\u00fcr den Weltmarkt gefertigt. Damals noch in der \u00c4gide von Bocklenberg &amp; Motte, sp\u00e4ter auch von der\u00a0 Stuttgarter Bosch-Gruppe, dem internationale f\u00fchrenden Technologieunternehmen.<\/p>\n<p>In der kurzen Bosch-\u00c4ra war der Wuppertaler Markus von Blomberg Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer in Ronsdorf. Der Dipl.-Wirtsch.-Ing. Markus von Blomberg urteilt mit seiner internationalen Industrieerfahrung: \u201eWuppertal und das Bergische Land eignen sich nach wie vor hervorragend, nicht nur wegen der N\u00e4he zu Schl\u00fcsselkunden. Egal unter welchem Namen die Mitarbeiter heute t\u00e4tig sind\u201c.<\/p>\n<div id=\"attachment_82727\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 260px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82727 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/1-mello-team.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"298\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der renommierte Wuppertaler Manager und Unternehmer Markus von Blomberg &#8211; \u00a9 Mello GmbH<\/span><\/div>\n<p>Tats\u00e4chlich bietet der Wuppertaler Standort mit seiner technischen Kompetenz Vorteile f\u00fcr das Unternehmen, die nicht so ohne weiteres verlagert werden k\u00f6nnen. Die Rede ist von Testanlagen, wie z.B. einer Klimakammer. Noch k\u00fcrzlich warb das Unternehmen \u00f6ffentlich um Auszubildende f\u00fcr seine deutschen Standorte, Coburg, Bamberg\/Hallstadt, W\u00fcrzburg, Berlin und auch Wuppertal und begr\u00fc\u00dfte 50 junge Talente zum Start des Ausbildungsjahres 2024.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re sicher ein gro\u00dfer Verlust f\u00fcr alle Beteiligten, wenn dieses riesige Potential am Wuppertaler Standort keine Zukunft mehr h\u00e4tte.<\/p>\n<p><b>Text: SIEGFRIED J\u00c4HNE<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Link zur Webseite von Brose:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.brose.de\">http:\/\/www.brose.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bleibt der Weltkonzern Brose in Wuppertal oder bleibt er nicht? Diese Frage besch\u00e4ftigt die 200 Brose-Mitarbeiter am Ronsdorfer Standort aktueller denn je. Der Mietvertrag mit dem Cronenberger Unternehmen Knipex l\u00e4uft Ende 2026 aus. Die Brose-Hallen an der Otto-Hahn-Stra\u00dfe 34 sind bereits weitgehend leerger\u00e4umt.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[],"class_list":["post-82719","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-25 13:59:09","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82719","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=82719"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82719\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":82734,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82719\/revisions\/82734"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=82719"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=82719"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=82719"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}