{"id":82042,"date":"2025-03-02T09:58:01","date_gmt":"2025-03-02T08:58:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=82042"},"modified":"2025-03-06T09:04:12","modified_gmt":"2025-03-06T08:04:12","slug":"dr-hans-guenter-wachtmann-denkt-europaeisch-fernoestlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/03\/02\/dr-hans-guenter-wachtmann-denkt-europaeisch-fernoestlich\/","title":{"rendered":"Dr. Hans G\u00fcnter Wachtmann denkt europ\u00e4isch-fern\u00f6stlich"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_82043\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82043 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_2717-Kopie-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1684\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Hans G\u00fcnter Wachtmann hat auch noch mit 93 Jahren viele Pl\u00e4ne &#8211; \u00a9 Dr. Matthias Dohmen<\/span><\/div>\n<p>Manche Protagonisten kennt man gut, andere weniger. Ob bekannt oder weniger bekannt: Wer ihre Portraits liest, m\u00f6chte vermutlich die eine oder den anderen pers\u00f6nlich kennenlernen oder kennengelernt haben. Bisher hat der Journalist und Autor Dr. Matthias Dohmen an gleicher Stelle Uwe Blass, Dorothea Brandt, Karin Brehm, Herbert Bungard, Klaus Burandt, Christine Flunkert, Uwe Flunkert, Peter Klassen, Heidemarie Koch, Werner Kleine, Johannes Nattland, Josa Oehme, Hans Werner Otto, Willfried Penner, Reiner Rhefus, Klaus Saalmann, Erika Schneider, Ingrid Schuh, Hermann Schulz, Klaus Schumann, Wolfgang Suchner, Klaus Waller, Michael Walter und Wolf von Wedel Parlow vorgestellt.<\/p>\n<p>Am Donnerstag (06.03.) wird er 93 und gibt nicht auf. Sitzt am Schreibtisch oder im Sessel, schaut in ein Buch oder auf das Foto, das seine verstorbene Frau zeigt, denkt nach, zieht Bilanz und blickt \u2026 nach vorn. Auch wenn sich sein Leben stark ver\u00e4ndert hat, seit er das eigene Haus verlassen, in zwei Zimmer der Seniorenwohnanlage Am Springer Bach gezogen und sein Auto verschenkt hat.<\/p>\n<p>\u00dcber seinen Lebenslauf hat er ein Wort von Augustinus gesetzt: \u201eDie Zeiten sind nicht leer und rollen ohne Wirkung nicht durch unser Leben; seltsame Dinge schaffen sie in der Seele. Siehe, so kamen sie und gingen sie, Tag um Tag, und kommend und gehend streuten sie in meine Seele neue Bilder und neues Erinnern \u2026\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_82044\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82044 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_2718-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Blick ins Wohnzimmer: Auf dem Sofa Fotos seiner verstorbenen Frau\u00a0 &#8211; \u00a9 Dr. Matthias Dohmen<\/span><\/div>\n<p>Geboren wurde Dr. Hans G\u00fcnter Wachtmann am 6. M\u00e4rz 1932 in Iserlohn als zweites Kind des Diakons Friedrich Wilhelm Wachtmann und seiner Ehefrau Magdalene Wachtmann geb. Strohm, die als Krankenschwester t\u00e4tig war. Die ersten Jahre verbrachte er in M\u00f6nchengladbach-Rheydt. Wegen zunehmender Fliegerangriffe der Alliierten 1943 Umzug in den Teutoburger Wald, dort 1952 Abitur in Bielefeld. Studium der Kunstgeschichte, Arch\u00e4ologie und Philosophie in M\u00fcnster, Freiburg, London, M\u00fcnchen und wieder M\u00fcnster, wo er 1960 promoviert wird. Nach einem zweij\u00e4hrigen Volontariat an der Kunsthalle Bremen der f\u00fcr ihn und die Stadt gl\u00fcckliche Sprung nach Wuppertal, ans Von-der-Heydt-Museum mit den Stationen Werkvertrag, Assistent, Kustos und Oberkustos.<\/p>\n<h4>Lehrauftrag an der Gesamthochschule Wuppertal<\/h4>\n<p>Gegen Ende dieser Dienstzeit erscheint im Westermann-Verlag ein kleines und sehr instruktives Werk von ihm, \u201eVon der Heydt-Museum Wuppertal\u201c, 130 Seiten und zahlreiche Reproduktionen, das man getrost als Einf\u00fchrung in die Kunstgeschichte anhand der Gem\u00e4lde, Zeichnungen und Objekte lesen kann, die am Turmhof ausgestellt sind oder im Depot ruhen. Bis 1984 \u2013 um an dieser Stelle die Vita abzurunden \u2013 Lehrauftrag an der P\u00e4dagogischen Hochschule und sp\u00e4teren Gesamthochschule Wuppertal, der heutigen BU, 1981 Mitglied im Instrumental-Verein, ein Jahr sp\u00e4ter die erste Japan-Reise, 1994 Ausscheiden aus dem Museumsdienst, aber noch \u00dcbernahme des Ausstellungsauftrages \u201eElse Lasker-Sch\u00fcler\u201c sowie zwei B\u00fccher, auf die wir noch erw\u00e4hnen werden.<\/p>\n<p>Verheiratet war er mit Haidje, die von 1994 bis 2004 Rektorin der evangelischen Grundschule Dieckerhoffstra\u00dfe und von 1998 bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Schuldienst Moderatorin f\u00fcr die Fachgebiete Entwicklung von Schulprogrammen und Evaluation von Schule und Unterricht war.<\/p>\n<div id=\"attachment_82045\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 560px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82045 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_2717-rotated.jpg\" alt=\"\" width=\"550\" height=\"733\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Hans G\u00fcnter Wachtmann mit einem Foto aus vergangenen Zeiten &#8211; \u00a9 Dr. Matthias Dohmen<\/span><\/div>\n<p>Und er h\u00e4lt noch regelm\u00e4\u00dfig Vortr\u00e4ge in der Freimaurerloge, deren Mitglied er ist. \u201eWie wir Deutsche wurden\u201c hei\u00dft einer von ihnen, \u201eFern\u00f6stliches Denken heute \u2013 Weiterleben des Konfuzianismus\u201c ein anderer. In dem Beitrag \u00fcber \u201edes Deutschen Vaterland\u201c zitiert Wachtmann Heinrich von Kleist und Ernst Moritz Arndt, befasst sich mit der Entwicklung der deutschen Sprache, besch\u00e4ftigt sich intensiv mit den Wenden, einer in Deutschland lebenden slawischst\u00e4mmigen Gruppierung, die Theodor Fontane sehr wertsch\u00e4tzte, rekapituliert das Aufkommen der Renaissance und des Humanismus sowie das Aufkommen der Begriffe von Volk und Nation, die gewichtigen Beitr\u00e4ge von Karl Marx und Friedrich Engels zur politischen Theorie bis zur \u201eEpoche gro\u00dfer Katastrophen\u201c von 1866 bis 1945.<\/p>\n<h4>&#8222;Skulptur im alten Japan&#8220;<\/h4>\n<p>Die Deutsche Nationalbibliothek listet elf selbst\u00e4ndige Ver\u00f6ffentlichungen Wachtmanns auf, darunter \u201eDaisen-in\u201c aus dem Jahr 2000. Leider fehlt in der \u00dcbersicht sein leicht zu googelndes Buch \u201eSkulptur im alten Japan\u201c, das 2006 im M\u00fcnchner Iudicium-Verlag erschien. Eine Art \u201eopus magnum\u201c ist das von ihm und Ingrid von Kruse verfasste und im renommierten Hirmer-Verlag erschienene reich bebilderte Buch \u201eDaisen-in. Ein Zen-Tempel des 16. Jahrhunderts in Ky\u00f4to\u201c, das heute leider nur noch antiquarisch zu erwerben ist.<\/p>\n<p>Wenn er eine Quersumme seines Lebens ziehen sollte, dann w\u00e4re es ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Achtung \u201efremder\u201c Kulturen und Religionen. Zu den Sch\u00e4tzen, die Wachtmann auf beengtem Raum noch verwahrt, geh\u00f6rt ein unver\u00f6ffentlichter und von ihm verfasster 15-seitiger Bericht \u00fcber eine gut vierzehnt\u00e4gige Reise von Museumsfachleuten aus der UdSSR 1961 durch die alte Bundesrepublik, die offenbar f\u00fcr beide Seiten sehr ergiebig und vielfach \u00fcberraschend war. \u201eDona nobis pacem\u201c lautete Hans G\u00fcnter Wachtmanns Weihnachtswunsch 2024 an Freunde, Verwandte und Weggef\u00e4hrten.<\/p>\n<p><strong>Text: Dr. Matthias Dohmen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eUpdate\u201c hei\u00dft unsere Serie, in der Matthias Dohmen, Journalist, Dozent und Historiker, Pers\u00f6nlichkeiten aus dem Bergischen Land vorstellt. Menschen, die ihm etwas bedeuten. Diesmal steht Hans G\u00fcnter Wachtmann im Fokus.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-82042","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-28 10:44:22","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82042","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=82042"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82042\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":82111,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82042\/revisions\/82111"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=82042"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=82042"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=82042"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}