{"id":82021,"date":"2025-03-01T12:34:23","date_gmt":"2025-03-01T11:34:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=82021"},"modified":"2025-03-10T09:28:10","modified_gmt":"2025-03-10T08:28:10","slug":"ben-becker-standing-ovations-und-freudentraenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/03\/01\/ben-becker-standing-ovations-und-freudentraenen\/","title":{"rendered":"Ben Becker: Standing Ovations und Freudentr\u00e4nen"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_82090\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2083px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-82090\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/BenBecker_JohnDonne_03681_64x36cmCredits_300dpi_16to9Cut_6_\u00a9FacelandCom-1-scaled-1-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2073\" height=\"1389\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ben Becker als Protagonist in dem 1631 von Schriftsteller John Donne geschriebenen Drama \u201eDas Todesduell\u201c \u2013 \u00a9 Faceland Com.<\/span><\/div>\n<p>Alle, die bei seiner Interpretation des Textes \u201eDas Todesduell\u201c von John Donne (1672 \u2013 1631) in der architektonisch imposanten Friedhofskirche live dabei ist, verstehen, dass solche Momente, als Schauspieler live vor Publikum aufzutreten, f\u00fcr Ben Becker Motivation, Genugtuung und Gl\u00fccksgef\u00fchl zugleich sind. Hier, wo jedes Wort auf den Punkt kommen muss, keine Szene so einfach wiederholt werden kann.<\/p>\n<p>Der begnadete Schauspieler traut sich an Texte heran, die viele seine Kolleginnen und Kollegen \u00fcberhaupt nicht kennen. Und diese bringt er dann mit einer unfassbaren B\u00fchnenpr\u00e4senz und Ausdruckskraft her\u00fcber. Man konnte in der restlos ausverkauften Friedhofskirche eine Stecknadel fallen h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Dabei ist das \u201eDas Todesduell\u201c alles andere als leichte Kost. Die Predigt hat der Dichter, Politiker und anglikanische Priester John Donne, von schwerer Krankheit gezeichnet, kurz vor seinem Tod im Jahre 1631 verfasst. Es ist seine Auseinandersetzung mit dem kurz bevorstehenden Tod.<\/p>\n<div id=\"attachment_82026\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 460px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82026 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/IMG_2012.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"600\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ben Becker auf der Kanzel der Friedhofskirche &#8211; \u00a9 Paul Coon<\/span><\/div>\n<p>Der Engl\u00e4nder John Donne war ein metaphysischer Dichter, der der Nachwelt fast ausschlie\u00dflich Predigten und religi\u00f6se Gedichte hinterlie\u00df. Doch zwei seiner Redewendungen wurden sogar \u00a0in der popul\u00e4ren, weltlichen Literatur verewigt: \u201eWem die Stunde schl\u00e4gt\u201c \u00fcbernahm kein Geringerer als Schriftsteller Ernest Hemingway als Titel eines seiner Romane und Johannes Mario Simmel g\u00f6nnte sich bei \u201eNiemand ist eine Insel\u201c eine Titel-Anleihe.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu Ben Beckers \u201eTodesduell\u201c. Er projizierte den schwerm\u00fctigen Text in die Gegenwart, interpretierte den Text als immer aktuellen Kampf gegen die Vorurteile \u00fcber den Tod. Zun\u00e4chst stand er im Alltags-Outfit, sp\u00e4ter in Motorradfahrer-Montur im Scheinwerferlicht. Als roter Faden tauchte immer wieder Ben Beckers Tochter \u00a0Lilith im wei\u00dfen Gewand als Art Engelsgestalt auf.<\/p>\n<p>Domorganist Andreas Sieling untermalte die Produktion kongenial und schaffte es eindrucksvoll, musikalisch den Bogen von 1631 bis in die heutige Zeit zu spannen. Ben Becker, der neben der Schauspielerei auch als Musiker erfolgreich ist, trat an zwei Stellen der au\u00dfergew\u00f6hnlichen, anspruchsvollen Produktion auch als S\u00e4nger hervor.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Kompliment an Csilla Letay vom \u201eSalon Knallenfalls\u201c, die diese imposante, hochkar\u00e4tige und bewegende Produktion nach Wuppertal geholt hat.<\/p>\n<div id=\"attachment_82028\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 908px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82028 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/cropped-BB_Pressefoto_copyrightDanielaPfeil-1.jpg\" alt=\"\" width=\"898\" height=\"473\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der begnadete Schauspieler Ben Becker gl\u00e4nzte in der Friedhofskirche als Charakterdarsteller &#8211; \u00a9 Daniela Pfeil<\/span><\/div>\n<p>Nach einem fast neunzig Minuten langen Monolog in atemberaubender Atmosph\u00e4re fiel all die Last von einem Charakter-Darsteller ab, der alles gegeben und das Publikum in seinen Bann gezogen hatte. Der minutenlagen Applaus prasselte wie warmer Regen auf Ben Becker und das Produktionsteam herab.<\/p>\n<p>Wie hei\u00dft es doch in Theaterkreisen: \u201eDer Lohn eines K\u00fcnstlers ist der Applaus\u201c. Wenn es danach geht, f\u00e4hrt Ben Becker als steinreicher Mann nach Berlin zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Text Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da steht er unter der m\u00e4chtigen Kanzel der Friedhofskirche, die Arme vor der Brust gekreuzt, mit Tr\u00e4nen in den Augen und genie\u00dft die minutenlangen Standing Ovations der 700 begeisterten Zuschauer. Ben Becker, ist angefasst, ber\u00fchrt und unendlich dankbar. Er, den die meisten Menschen nur als undurchsichtigen, oft\u00a0 unnahbaren Charakter aus Kino- und Fernsehfilmen kennen.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[29],"tags":[],"class_list":["post-82021","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kultur"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-15 07:11:10","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82021","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=82021"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82021\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":82091,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/82021\/revisions\/82091"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=82021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=82021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=82021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}