{"id":81959,"date":"2025-02-28T11:58:33","date_gmt":"2025-02-28T10:58:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=81959"},"modified":"2025-03-05T09:41:18","modified_gmt":"2025-03-05T08:41:18","slug":"mount-rushmore-bildhauerei-auf-grenzenloser-freiheitsbuehne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/02\/28\/mount-rushmore-bildhauerei-auf-grenzenloser-freiheitsbuehne\/","title":{"rendered":"Mount Rushmore: Bildhauerei auf grenzenloser Freiheitsb\u00fchne"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_81964\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 650px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-81964 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Forsen-Presse.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"455\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der Wildhauer und Dozent Christian Forsen &#8211; \u00a9 UniServce Third Mission<\/span><\/div>\n<p><strong>Um was handelt es sich beim &#8222;Mount Rushmore National Memorial&#8220;?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Forsen: &#8222;Zun\u00e4chst einmal musste ich recherchieren, weil Mount Rushmore keine wahnsinnige Betrachtungsgrundlage f\u00fcr einen bildhauerischen K\u00fcnstler ist. Das ist ein Spezialgebiet. Es wird gerne als nationales Monument bezeichnet, sprich eine St\u00e4tte, die f\u00fcr das Staatsgebilde USA eine tragende Funktion erf\u00fcllt. Man hat bis heute vier K\u00f6pfe von vier Pr\u00e4sidenten in einer \u00dcbergr\u00f6\u00dfe in einen Granitfelsen gehauen. Modern gesprochen k\u00f6nnten man es als &#8218;Land Art&#8216; (Land Art ist eine Ende der 1960er Jahre in den USA entstandene Kunststr\u00f6mung der bildenden Kunst, Anm. d. Red.) bezeichnen, weil es die Landschaft ver\u00e4ndert hat. Es ist monumental, \u00fcbergro\u00df, die K\u00f6pfe sind 18 Meter hoch, eine ganz verr\u00fcckte Sache.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Urspr\u00fcnglich waren aber gar keine Pr\u00e4sidentenk\u00f6pfe vorgesehen, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Forsen: &#8222;Die Idee ist ja von einem Historiker ausgel\u00f6st worden, Doane Robinson. Es ging immer noch damals um die Stimmung, den Westen zu erschlie\u00dfen. In dieser Fragestellung hat Robinson sich vorgestellt, ortsbezogene Landschaft mit Besonderheit zu belegen. Heute w\u00fcrde man sagen, um touristische Attraktion aufzubauen. Er schlug vor, Personen dort abzubilden, also prominente Personen, die im Gef\u00fchl der Bev\u00f6lkerung waren. Dazu geh\u00f6rten zwei Leute, Louis und Clark, zwei Expeditionsleiter, die die Landeserschlie\u00dfung nach Westen mitgemacht haben, die mir, wie den meisten wohl heute, nicht mehr bekannt sind, aber dann auch Buffalo Bill, eine schillernde Person, die sowohl als J\u00e4ger, als auch als Showman bekannt war.<\/p>\n<div id=\"attachment_53830\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-53830\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Logo-Jahr100Wissen.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Was mich gewundert hat, ist, dass auch eine Person der Native People, Red Cloud h\u00e4tte genommen werden k\u00f6nnen, also vorgeschlagen war, der damals in seiner letzten Lebensphase als Friedensaktivist galt. Interessant, da es die Grundlage f\u00fcr Diskussionen schon in den Anfang legte. Aber man nahm dann doch davon Abstand, wahrscheinlich vor allen Dingen, weil Robinson sich jemanden suchen musste, der sein Vorhaben handwerklich und in der Umsetzung unterst\u00fctzen konnte. Sp\u00e4testens da wurde dann an den Personen herumdiskutiert. Der Bildhauer John Gutzon de la Mothe Borglum wiederum war an heroischen Darstellungen, wie den Pr\u00e4sidentenkandidaten, mehr interessiert. Das waren f\u00fcr ihn Kernpunkte der amerikanischen Geschichte.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Jeder Kopf ist bis zu 18 Meter hoch. Sind das Auftr\u00e4ge, die einen Bildhauer besonders interessieren?<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Christian Forsen: &#8222;Das habe ich mich dann auch gefragt. Ich will es aus einer modernen Sichtweise mal so sagen: Man findet es immer wieder, dass K\u00fcnstler durchaus danach trachten, eine Fragestellung der maximalen Auseinandersetzung, Intensit\u00e4t oder Ergriffenheit zu benutzen. Vielleicht ist es in der Bildhauerei auch so, dass man \u00fcber Proportionen\/Dimensionen nachdenken kann. Und Borglum ist so ein Kandidat daf\u00fcr. Er hat sich damals f\u00fcr die Bildhauerei in den USA stark gemacht, hatte dann schon Auftr\u00e4ge. Er hat die normale Karrierelaufbahn gemacht, war in Paris und hat sich dann dort mit den aktuellen Themen der bildhauerischen Kunst auseinandergesetzt, denn auch in Frankreich gab es damals das Thema Monumentalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wir kennen es zwar weniger deutlich im Werk von Rodin, den er auch getroffen hat, allerdings gibt es zum Beispiel einen Rodinsch\u00fcler, Antoine Bourdelle: Wenn man heute noch in sein Atelier in Paris hineinschaut, dann sieht man dort u.a. bis zu sechs Meter hohe Reiterstandbilder als Gipsmodelle. Da merkt man schon die damalige Neigung. Man muss auch sagen:\u00a0 die Fragestellung des Denkmals im 19. Jahrhundert \u2013 auch in Deutschland- hat nat\u00fcrlich die Frage: wie vergegenw\u00e4rtige ich das? stark beeinflusst. Die Monarchie war \u00fcberwiegend noch sehr ausgepr\u00e4gt und auch in den USA schien man Personengruppen zu brauchen, zu denen man aufschauen kann.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_81965\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 442px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-81965 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Mount-Rushmore-National-Memorial-CC-BY-SA-3.0.jpg\" alt=\"\" width=\"432\" height=\"294\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Mount Rushmore : Die vier Pr\u00e4sidenten (v.l.): George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln -\u00a9 CC BY-SA 3.0<\/span><\/div>\n<p><strong>Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Bildhauer und einem Steinmetz?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Forsen: &#8222;Wahrscheinlich k\u00f6nnte man da auch verschiedene Antworten suchen. Tats\u00e4chlich k\u00f6nnte ich eine anformulieren: Steinmetz und Steinbildhauer sind eigentlich Ausbildungsberufe, die als Handwerksausbildung in Deutschland gelten, und da unterschiedet sich die Ausbildung im letzten Lehrjahr sinngem\u00e4\u00df mit der Pr\u00fcfung, also das ist nat\u00fcrlich aus Traditionsgr\u00fcnden gedacht, da man versteht, dass der Steinmetz sich \u00fcberwiegend um die Verwendung des Steins im Sinne der architektonisch-technischen Aufgaben k\u00fcmmern muss, also S\u00e4ulen, W\u00e4nde, vieles bei Grabm\u00e4lern.<\/p>\n<p>Und der Bildhauer, wenn wir ihn speziell als Steinbildhauer nehmen wollen, muss sich dann doch ab einem gewissen Punkt mehr daf\u00fcr interessieren und auseinandersetzen, das Bildhafte von einer r\u00e4umlichen Situation wiederzugeben: traditionell oft fig\u00fcrlich gemeint, in der heutigen Kunst dann umfassender und vielf\u00e4ltiger. Man benutzt den Begriff also mehr oder weniger als sch\u00f6nes Gef\u00e4\u00df, wo man heute unglaublich viel (Auffassung) reinpacken kann. Man hat allerdings, genau wie der Maler, die Aufgabe, uns allen, quasi als wahrnehmende Zeitgenossen, ein Bild mitzugeben, was sich nicht anders ausdr\u00fccken l\u00e4sst. Das wird damals f\u00fcr Borglum genauso gegolten haben, aber es zeigt, wenn man sich seine anderen Denkm\u00e4ler anschaut, nat\u00fcrlich auch, dass es eine sehr pers\u00f6nlich gef\u00e4rbte Sache war, die in den USA sehr beliebt war.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Die Arbeiten am Mount Rushmore dauerten insgesamt 14 Jahre, es wurde gesprengt, gemauert und gemei\u00dfelt. Das war doch bestimmt eine Tour de Force f\u00fcr die Ausf\u00fchrenden?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Forsen: &#8222;Das denke ich auf jeden Fall auch. Wenn man sich die Bilder ansieht, wie da regelrecht &#8218;gebergsteigert&#8216; wurde, aus heutiger Sicht entspricht das keiner Sicherheitsauflage. Interessanterweise ist aber damals niemand zu Tode gekommen. Borglum hat die Arbeiten selber auch untersch\u00e4tzt, denn man hat mehrfach die Technik gewandelt, weil man merkte, mit dem normalen Bearbeiten von Stein, so wie es die Bildhauer machen, also Hammer und Mei\u00dfel, kommt man gar nicht weit. So hat man dann sehr gut durchgeplante Sprengungen durchgef\u00fchrt. \u00dcber den Tag wurden diese Sprengungen geplant und vorbereitet, und am Abend, wenn die Arbeiter die Baustelle verlie\u00dfen, wurde gesprengt, und zwar von unten nach oben, damit das Gestein frei nach unten abfallen konnte.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_81966\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 609px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-81966\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/usa-4575329_1280.jpg\" alt=\"\" width=\"599\" height=\"399\" \/><span class=\"wp-caption-text\">In Fels gehauen: Das weltber\u00fchmte &#8222;Mount Rashmore Memorial&#8220; &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p><strong>Stein oder Fels sind aber nicht das beliebteste Material eines Bildhauers, oder?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Forsen: &#8222;Wirklich nicht. Ich kenne zwar die Diskussion auch, aber wir haben hier im Studiengang ein Keramikatelier, da muss man sagen, der Umgang mit Naturton, als plastisches Material, unterst\u00fctzt die Fragestellung bestens: Wie kann eine dreidimensionale Form ausgestaltet werden? Wie formuliert man das? Da kommt man um den Ton nicht herum. Viele Menschen k\u00f6nnen nicht unbedingt dreidimensional denken oder die Vorstellungskraft ist dort nicht stark, so dass das in Klarheit aufgeht und dann muss man sich das vergegenw\u00e4rtigen, also in Realit\u00e4t bringen.<\/p>\n<p>Da bietet Ton viel weniger Widerstand, man kommt schneller zu Ergebnissen. Der Stein ist vielleicht fast aus dem Studium bei Kunsthochschulen herausgenommen worden. Wir haben eine schnelllebige Zeit und das Langsame, was der Stein macht, &#8211; das m\u00fcsste jeder selber am Ende mit Attit\u00fcde belegen &#8211; es wird heute aber weniger benutzt. Und die anderen Materialien: das hat Borglum auch in seiner Weise gemacht und dann z.B. bei Bronzeg\u00fcssen andere Fachleute wie Metallgiesser und Formenbauer hinzugezogen. Aber auch dass geht immer \u00fcber den Beginn mit Ton.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Welche Pr\u00e4sidenten sind denn dargestellt?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Forsen: &#8222;Von links nach rechts finden Sie die Gesichter von George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln in die Granitwand des Berges gearbeitet.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Eigentlich sollten die Figuren noch bis zur Taille erweitert werden. Warum hat man das nicht gemacht?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Forsen<strong>: &#8222;<\/strong>Es gibt noch ein sch\u00f6nes vielleicht drei Meter hohes Modell, von ihm selbst angefertigt, wo man sieht, wie Borglum das bis unten her aufgebaut hat, damit er mehr r\u00e4umliche Staffelung und K\u00f6rpergeste gestalten konnte. Der Hauptgrund, warum man das dann nicht umgesetzt hat, war vermutlich, die permanent schwierige Finanzierung. Er musste immer wieder bei den Politikern sammeln und das Projekt stand oft vor dem Abbruch. Auch war das Material des Berges nicht immer \u00fcberall perfekt, was man bei einem Stein auch nicht immer von au\u00dfen sehen kann. Der Kopf von Jefferson wurde einmal komplett getauscht, denn er sollte auf der linken Seite von Washington sein.<\/p>\n<p>Das hat man mit Sprengungen angefangen und dann festgestellt, dass da Quarzadern drin laufen und dann hat Borglum das Modell ge\u00e4ndert und der Kopf wurde auf die andere Seite gesetzt. Das kennt man auch von anderen ber\u00fchmten Bildhauern, da man beim Stein immer nur die Oberfl\u00e4che betrachten kann, ihn aber in der Tiefe bearbeitet. Dann kann sich Naturmaterial in der Bearbeitung ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Ein ber\u00fchmtes Beispiel von Michelangelo ist die Piet\u00e0 Rondanini. Da hat die Jesusfigur eigentlich drei Arme. Michelangelo hat die erste K\u00f6rperstellung angelegt und wahrscheinlich irgendwann gemerkt, an dieser Stelle wird das aufgrund des Materials kein sch\u00f6ner Arm mehr werden. So hat er irgendwann den ganzen Arm und die Schulter weiter nach hinten gedreht und eine neue Stellung der Figur angelegt. Und er hat das Projekt eben auch nicht beendet, hat die alten Angelegenheiten nicht weggenommen, und wenn man da genau hinschaut, kann man pl\u00f6tzlich\u00a0 sehen, dass der Jesus drei Arme hat.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_81967\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 612px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-81967\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Crazy-Horse-Memorial-Foto-Jonathunder.jpg\" alt=\"\" width=\"602\" height=\"422\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Das &#8222;Crazy Horse Memorial&#8220; &#8211; \u00a9 Jonathunder<\/span><\/div>\n<p><strong>Urspr\u00fcnglich war der Bildhauer ein Handwerker. Das hat sich aber ver\u00e4ndert. Wie w\u00fcrden Sie einen Bildhauer heute beschreiben?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Forsen: &#8222;Da gab es schon fr\u00fcher so sch\u00f6ne Beschreibungen: Die Maler durften direkt am K\u00f6nigshof malen, die Bildhauer mussten vor den Stadttoren arbeiten, weil sie oft zu dreckig waren und zu viel L\u00e4rm gemacht haben. Der heutige Bildhauer muss sich nicht zwingend mehr bei Widerst\u00e4nden des Materials durchsetzen, er arbeitet mehr denn je auf einer grenzenlosen Freiheitsb\u00fchne. Auch im Studium wird heute der Blickpunkt daraufhin ausgelegt, dass das eigentliche Kerngebiet: die Ausformulierung von Dingen, die im Raum durch Formungen sich vergegenw\u00e4rtigen, das Wichtigste sind. Ob mit Materialien die man selber formt oder mit Gegenst\u00e4nden, die man findet, man hat heute alle M\u00f6glichkeiten. Denn die Befragung der Welt im Sinne dessen, dass sie uns gegen\u00fcbersteht, das wird sich am Menschsein nicht \u00e4ndern. Die Subjekt-Objekt-Beziehung manifestiert sich durch Material und Material hat Form. Und diese Form kann gestaltet werden.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Der Berg gilt bei den Sioux-Indianern als heilig und sie haben die damals von der Regierung angebotenen 105 Millionen Dollar Schadensersatz nie angenommen. Stattdessen wird seit 1948 einige Kilometer entfernt das noch monumentalere &#8222;Crazy Horse Memorial&#8220; geschaffen. Warum?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Forsen: &#8222;Diese Monumentalbauten haben sicherlich einen gewissen Reiz, das kann ich schon verstehen, die Vergegenw\u00e4rtigung in Landschaft, aber ob das heute in so einer verstehbaren Fig\u00fcrlichkeit enden muss? Auch das &#8218;Crazy Horse Memorial&#8216;, was man heute so sieht, ist ja auch wieder aus Geldgr\u00fcnden ins Stocken geraten. Es gibt das Gesicht und man kann mit gutem Willen erahnen, was geplant ist. Diese Vorstellung allerdings ist fast interessanter als sich darauf zu freuen, wenn es fertig ist. Unfertigkeit ist ja sowieso eine Beweggrundfrage der heutigen Kunstrezeption: Was soll ausgel\u00f6st werden in der Wahrnehmung? Ist es nicht vielleicht eben doch diese Reflexion in den K\u00f6pfen des Wahrnehmenden selbst? Es geh\u00f6rt eben Vorstellungskraft dazu. Und das k\u00f6nnte menschlich viel interessanter sein als Realisierungskraft.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Mit welchem Material arbeiten Sie pers\u00f6nlich denn am liebsten?<\/strong><\/p>\n<p>Christian Forsen: &#8222;Ich komme ja bildhauerisch gesehen aus einem an manchen Stellen klassischen Studium. Ich habe bei Toni Cragg in D\u00fcsseldorf studiert und der sagte immer: &#8218;Uns stehen die Materialien offen&#8216;. Es gibt noch so viele Materialien, die man noch nicht f\u00fcr die Bildhauerei kennt, die es aber gibt, also Kunststoffe usw. Ich habe davon viel ausprobiert, teilweise auch in Konterkarierung mit traditionellen Techniken:\u00a0 Hartsch\u00e4ume wie Styropor zu formen und mit einer klassischen alten Technik des Papierkaschierens zu belegen, so dass sich dann das Material in seiner Erscheinung wandelt, und reizvoll ist nat\u00fcrlich, dass es so leicht ist. Ansonsten liebe ich Holz aufgrund seiner Vielf\u00e4ltigkeit, da komme ich auch im Sinne einer Tradition der Holzbildhauereilehre an der Werkkunstschule Flensburg her. Man merkt, dass der Holzwerkstoff f\u00fcr unsere zivilisatorische Entwicklung wahnsinnig wichtig war.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_81969\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-81969 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Forsen-Presse-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"255\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Christian Forsen &#8211; \u00a9 UniServce Third Mission<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Christian Forsen<\/h4>\n<p>Christian Forsen lernte Holzbildhauerei an der Werkkunstschule Flensburg, studierte Bildhauerei an der Kunstakademie D\u00fcsseldorf bei Tony Cragg und Georg Herold. An der Bergischen Universit\u00e4t lehrt er Kunstpraxis f\u00fcr Keramik und Bildhauerei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 03. M\u00e4rz 1925 wurde das &#8222;Mount Rushmore National Memorial&#8220; in South Dakota gegr\u00fcndet. \u00dcber das heute weltber\u00fchmte in Felsen gehauene Monument hat sich Uni-Autor Uwe Blass im Rahmen der beliebten Uni-Reihe &#8222;Jahr100Wissen&#8220; mit dem Bildhauer Christian Forsen unterhalten. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-81959","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-24 01:42:38","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81959","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=81959"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81959\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81970,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81959\/revisions\/81970"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=81959"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=81959"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=81959"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}