{"id":81299,"date":"2025-02-02T14:17:49","date_gmt":"2025-02-02T13:17:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=81299"},"modified":"2025-02-08T10:00:12","modified_gmt":"2025-02-08T09:00:12","slug":"ingo-schaefer-die-spd-fuehrt-eine-fairen-wahlkampf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2025\/02\/02\/ingo-schaefer-die-spd-fuehrt-eine-fairen-wahlkampf\/","title":{"rendered":"Ingo Sch\u00e4fer: Die SPD f\u00fchrt eine fairen Wahlkampf"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_81317\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 2570px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-81317 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Schaefer_Ingo-2-scaled-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1706\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ingo Sch\u00e4fer (59) an der M\u00fcngstener Br\u00fccke &#8211; \u00a9 SPD Solingen<\/span><\/div>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer war erster Vorsitzender der 2011 neu gegr\u00fcndeten Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft. Er ist seit 2013 Mitglied der SPD. Bei der Bundestagswahl 2017 unterlag er seinem CDU-Kontrahenten J\u00fcrgen Hardt. 2021 konnte er dann den Spie\u00df umdrehen (32,6 zu 27,6 Prozent) . Jetzt kommt es zum dritten Duell mit J\u00fcrgen Hardt, der 2021 \u00fcber die Liste in den Bundestag eingezogen ist. Ingo Sch\u00e4fer ist seit 32 Jahren verheiratet und Vater einer Tochter.<\/p>\n<p>Im Rahmen unserer Interview-Reihe, in der wir alle Wuppertaler Bundestagskandidaten vorstellen, haben wir ein ausf\u00fchrliches Gespr\u00e4ch mit Ingo Sch\u00e4fer gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>DS: Kurz, aber heftig \u2013 h\u00e4tten Sie sich lieber einen l\u00e4ngeren Wahlkampf als nur rund 50 Tage gew\u00fcnscht? <\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: &#8222;Ein kurzer Wahlkampf hat auch Vorteile. Die Jahreszeit ist nat\u00fcrlich schwierig, kalt, nass. Gew\u00fcnscht habe ich mir, dass wir noch einige wichtige Gesetze bis September beschlie\u00dfen, zum Beispiel den Altschuldenfonds und den Schutz der kritischen Infrastruktur. Aber das wollten weder FDP noch CDU.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie gro\u00df ist Ihre Sorge, dass es in der Schlussphase ein noch h\u00e4rterer, sogar schmutziger Wahlkampf wird? <\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: &#8222;Die SPD macht einen fairen Wahlkampf.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Hands aufs Herz: Trauen Sie Bundeskanzler Scholz noch eine gro\u00dfe Aufholjagd zu? <\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: &#8222;Ja, das hat er bereits 2021 gezeigt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie wollen Sie der Politik-M\u00fcdigkeit und den Verlust der Glaubw\u00fcrdigkeit in weiten Teilen der Bev\u00f6lkerung begegnen? <\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: &#8222;Die Politik muss die Probleme der Menschen l\u00f6sen. Sagen, was sie macht, und machen, was sie sagt.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_81313\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 410px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-81313 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/schaefer_ingo.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"534\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Der MdB Ingo Sch\u00e4fer &#8211; \u00a9 Ingo Sch\u00e4fer \/ Daniel Koke<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: AfD und BSW sind auf den Sozial Media-Kan\u00e4len sehr pr\u00e4sent. YouTube beispielsweise wird von diesen Parteien regelrecht dominiert: Dort wird hemmungslos indoktriniert, werden Statements aus Talkshows und Bundestagssitzungen sinnverf\u00e4lscht so zusammengeschnitten, dass ein v\u00f6llig anderer Eindruck entsteht. Warum haben die etablierten Parteien der Mitte diesen Trend verschlafen oder einfach das Feld, auf dem gerade viele junge Menschen unterwegs sind, kampflos den Extremen \u00fcberlassen? <\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: &#8222;Wir machen eben anders Politik: Verl\u00e4sslich, unaufgeregt. Langweilige Kompromisse. W\u00e4hrend die populistischen Parteien wie AfD und BSW den Menschen entweder den Himmel versprechen oder die H\u00f6lle androhen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Es h\u00e4ufig bem\u00e4ngelt, dass viele der heutigen Politikerinnen und Politiker keinen \u201enormalen\u201c Beruf mehr erlernt haben, sondern gleich nach Schule und Uni eine Politikerkarriere eingeschlagen haben und sich so gar nicht mehr in die Lebensverh\u00e4ltnisse eines Normalb\u00fcrger hinein f\u00fchlen k\u00f6nnen. Wie stehen Sie dazu? <\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: &#8222;Daf\u00fcr habe ich gro\u00dfes Verst\u00e4ndnis. Ich bin der erste und bislang einzige Berufsfeuerwehrmann im Bundestag. Fast 90 Prozent meiner Kolleginnen und Kollegen haben einen Studienabschluss. Und das auch schon seit vielen Wahlperioden. Ich glaube, dass wir insgesamt als Gesellschaft die Berufsausbildung besser anerkennen m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_81314\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 235px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-81314 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/250107_esken-mildred-scheel-berufskolleg-sg-225x300-1.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ingo Sch\u00e4fer mit der SPD-Parteivorsitzenden Saskia Esken &#8211; \u00a9 SPD Solingen<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Heutzutage als Politiker unterwegs zu sein, ist ja nicht unbedingt Vergn\u00fcgungssteuer pflichtig. Man ist Anfeindungen und Beleidigungen ausgesetzt wie noch nie. Welchen Anteil haben Ihrer Meinung nach die Parteien an R\u00e4ndern rechts und links an dieser Entwicklung? <\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: &#8222;Einen gro\u00dfen Einfluss. Sp\u00e4testens seit die AfD im Bundestag vertreten ist, also 2017, hat sich das Klima versch\u00e4rft. Das ist ja auch ihr Ziel. Die Grenzen des Sagbaren zu verschieben. Die reden tats\u00e4chlich davon, Millionen Menschen aus Deutschland raus zu werfen, auch mit deutschem Pass! Viele Aussagen von Gauland und H\u00f6cke sind ganz eindeutig rechtsextremistisch. Das haben Gerichte bereits festgestellt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sehr \u00fcberzeugt sind Sie von Kernthemen mit denen Ihre Partei in den Wahlkampf gezogen ist? <\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: &#8222;Das sind schon die richtigen Themen: Wirtschaft, Arbeitspl\u00e4tze und Investitionen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie sehr begr\u00fc\u00dfen oder bedauern Sie es, das die illegale Migration doch noch zum Hauptwahlkampfthema geworden ist? <\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: &#8222;Die Debatte haben wir doch mindestens seit Anfang der 1990er Jahre. Seit 2015 versch\u00e4rft. In Deutschland leben heute 6 Millionen Menschen mehr als 2010. Das macht nat\u00fcrlich etwas mit der Gesellschaft. Angefangen beim Wohnungsmarkt. Es war eben zu wenig, dass Frau Merkel damals gesagt hat \u201eWir schaffen das\u201c. Sie h\u00e4tte auch mehr Wohnung bauen m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_81319\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-81319 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_0060-1980x1485-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"338\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ingo Sch\u00e4fer (l.) mit seinen Parteigenossen Martin Schulz und Helge Lindh &#8211; \u00a9 SPD Wuppertal<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Klimawandel hin \u2013 Klimawandel her! Das von Kanzler Scholz versprochene \u201eGr\u00fcne Wirtschaftswunder\u201c ist nachweislich ausgeblieben. Wie wird sich das vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Probleme in den n\u00e4chsten Jahren auf die Akzeptanz gr\u00fcner Politik auswirken? <\/strong><\/p>\n<p>Ing Sch\u00e4fer: &#8222;Ich glaube, dass die meisten Menschen sehr daf\u00fcr sind, die Umwelt zu sch\u00fctzen. Mit Ma\u00dfnahmen, die f\u00fcr sie machbar sind. Wenn die Politik den Eindruck vermittelt, dass die Gasheizung oder der Verbrenner von heute auf morgen verboten wird, dass macht das den Leuten Angst. Das ist doch klar. Das war einfach katastrophal kommuniziert. Aber es geht ja um langfristige Dinge. Und da stehen die Menschen hinter, solange die Politik ihnen dabei hilft. Und das ist unsere Aufgabe.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Egal, was Sie jetzt versprechen, als Teil der Regierungsparteien werden Sie immer wieder die Frage beantworten m\u00fcssen: Warum habt Ihr das in den letzten drei Jahren nicht gemacht? Was entgegnen Sie diesen Leuten? <\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: &#8222;Dass ich selbst auch frustriert, entt\u00e4uscht und baff bin. Viele Sachen sind einfach am Geld gescheitert. Beispiel Altschuldenfonds. Wir h\u00e4tten den 2021\/22 zu einem viel niedrigeren Zinssatz einrichten k\u00f6nnen, um die Kommunen zu entlasten. Heute ist das deutlich teurer. Mit dem Ukraine-Krieg und allem, was da dran h\u00e4ngt, ist der Handlungsspielraum sehr eng geworden. Hinzu kam, dass die FDP sich bei jedem Thema profilieren wollte.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_81320\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 610px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-81320 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Profil_Titelbild_Facebook.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"290\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Ingo Sch\u00e4fer, SPD-Bundestags-Kandidat f\u00fcr den Wahlkreis Wuppertal II &#8211; \u00a9 SPD Wuppertal<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Falls Sie gew\u00e4hlt werden: Was d\u00fcrfen die Wuppertaler B\u00fcrger und die B\u00fcrger der Bergischen Region von Ihnen in den n\u00e4chsten \u2013 vermutlich &#8211; vier Jahren erwarten?<\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: &#8222;Auch wenn es niemand mehr h\u00f6ren kann: Ich will so schnell wie m\u00f6glich, dass die Kommunen von ihren Schulden entlastet werden. Damit sie wieder ihre Aufgaben wahrnehmen und investieren k\u00f6nnen. Ich will mehr Bundesf\u00f6rderung in das St\u00e4dtedreieck holen f\u00fcr Sportanlagen, Klima- und Denkmalschutz sowie Kulturf\u00f6rderung. Und dann gibt es nat\u00fcrlich noch viele andere Interessen der Menschen und Wirtschaft aus meinem Wahlkreis, die ich in Berlin vertreten will.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Koalition w\u00fcnschen Sie sich? <\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: &#8222;Eine Koalition, die an einem Strang zieht und die Probleme der Menschen l\u00f6st.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Was muss aus Ihrer Sicht passieren, dass die Parteien der Mitte auch 2029 noch die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler stellen k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Ingo Sch\u00e4fer: Wie gesagt: Wir m\u00fcssen die Probleme l\u00f6sen: Wirtschaft, Arbeit, Rente, Infrastruktur usw.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das offene, informative Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte PETER PIONKE<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er wei\u00df, was zu tun ist, wenn es brennt. Seit 2021 sitzt Ingo Sch\u00e4fer (59) f\u00fcr die SPD im Bundestag. Der Berufsfeuerwehrmann gewann im Wahlkreis Wuppertal II (Solingen &#8211; Remscheid &#8211; Wuppertal)  gegen den CDU-Konkurrenten J\u00fcrgen Hardt, gegen den er bei der vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar erneut antritt . <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26],"tags":[],"class_list":["post-81299","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-26 08:58:34","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81299","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=81299"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81299\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81504,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81299\/revisions\/81504"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=81299"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=81299"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=81299"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}