{"id":80280,"date":"2024-12-12T15:43:02","date_gmt":"2024-12-12T14:43:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/?p=80280"},"modified":"2024-12-18T10:32:07","modified_gmt":"2024-12-18T09:32:07","slug":"zwei-koeniginnen-im-kampf-um-den-englischen-thron","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2024\/12\/12\/zwei-koeniginnen-im-kampf-um-den-englischen-thron\/","title":{"rendered":"Zwei K\u00f6niginnen im Kampf um den englischen Thron"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_80292\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1585px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-80292 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Portrait-Eckert-foto-Mathias-Kehren.jpg\" alt=\"\" width=\"1575\" height=\"1170\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Georg Eckert. Historiker n der Bergischen Universit\u00e4t &#8211; \u00a9 Mathias Kehren<\/span><\/div>\n<p>Februar 1587, Fotheringhay Castle. Nach 19 Jahren Gefangenschaft schreitet die 45j\u00e4hrige ehemalige schottische K\u00f6nigin Maria Stuart, ganz in dunkelrot gekleidet, zum Schafott. Drei Schl\u00e4ge soll der Henker gebraucht haben, um Kopf und Rumpf zu trennen. Den Anspruch auf den englischen Thron hatte sie nie aufgegeben. Vollzogen wurde das Todesurteil auf Anordnung der amtierenden Monarchin Elisabeth I. nach jahrelangem Ringen. Aber woher kam der beiderseitige Anspruch auf das K\u00f6niginnenamt?<\/p>\n<p>Das Verwandtschaftsverh\u00e4ltnis der beiden Adeligen erkl\u00e4rt der Wuppertaler Historiker Georg Eckert so: \u201eSie waren keine Cousinen, wie man mitunter zu lesen bekommt. Die schottische K\u00f6nigin war vielmehr eine Nichte zweiten Grades der englischen K\u00f6nigin. In dieser Verwandtschaftskonstellation bilden sich Ambitionen aufstrebender Dynastien ab: zuallererst der Tudors, die im Jahre 1485 nach den Rosenkriegen auf den englischen K\u00f6nigsthron gelangt waren. Der erste Tudor-K\u00f6nig, Heinrich VII., war der gemeinsame Ahne beider K\u00f6niginnen, von denen keine als Herrscherin vorgesehen war. Eigentlich sollte Heinrichs \u00e4ltester Sohn, Arthur Tudor, den Thron besteigen\u201c, f\u00e4hrt der Geschichtswissenschaftler fort.<\/p>\n<div id=\"attachment_44822\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 440px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-44822\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Logo-Transfergeschichten.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"138\" \/><span class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bergische Universit\u00e4t<\/span><\/div>\n<p>Doch Arthur starb bereits in Jugendjahren, so dass sein j\u00fcngerer Bruder, Heinrich VIII. schlie\u00dflich die Geschicke des Landes \u00fcbernahm. Ber\u00fchmt durch seine acht Ehefrauen, von denen er zwei k\u00f6pfen lie\u00df, heiratete er in zweiter Ehe Anne Boleyn, die Elisabeth I. zur Welt brachte. \u201eElisabeth, die erst nach dem Tod ihrer Halbgeschwister zur englischen K\u00f6nigin wurde, war also eine Enkelin Heinrichs VII., Maria Stuart eine Urenkelin. Maria Stuarts Gro\u00dfmutter Margaret Tudor, die \u00e4lteste Schwester des sp\u00e4teren K\u00f6nigs Heinrichs VIII., war ihrerseits verheiratet mit dem schottischen K\u00f6nig Jakob IV. aus dem ebenfalls ambitionierten Hause Stuart.<\/p>\n<p>Nach dem fr\u00fchen Tod ihrer Br\u00fcder und ihres Vaters Jakob V. wurde Maria Stuart zur schottischen K\u00f6nigin Maria I. und verf\u00fcgte durch ihre Mutter, Marie de Guise, zudem \u00fcber enge Verbindungen zu einem m\u00e4chtigen franz\u00f6sischen Adelsgeschlecht.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Sieg der Machtpolitikerin<\/strong><\/h4>\n<p>\u00dcber die Frage nach der legitimen Nachfolge auf dem englischen Thron stritten sich Zeitgenossen erbittert, wei\u00df Eckert, sie mobilisierten daf\u00fcr s\u00e4mtliche Argumente, respektive entdeckten in rastlosem Eifer neue und schlachteten sie publizistisch aus. Ob dynastische, politische, konfessionelle und in allen Rubriken auch solche, die man heute misogyn (frauenfeindlich) nennen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Georg Eckert: \u201eEntscheidend war allerdings nicht, wer das bessere Argument f\u00fcr sich hatte, sondern wer seine Anspr\u00fcche durchsetzen konnte \u2013 und das war Elisabeth I., eine \u00fcberaus gewandte Machtpolitikerin. F\u00fcr sie zahlte sich auch aus, dass sie auf Ann\u00e4herungsversuche Maria Stuarts niemals einging. Sie erhielt sich in England eine hinreichende Unterst\u00fctzung, w\u00e4hrend Maria ihr Machtfundament in Schottland einb\u00fc\u00dfte, so dass sie als K\u00f6nigin Maria I. im Jahre 1567 abdanken und ein Jahr sp\u00e4ter sogar in die am Ende t\u00f6dliche Obhut Elisabeths fliehen musste.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Die Rolle der Katholischen Kirche<\/strong><\/h4>\n<p>Politik und Konfession waren damals stark verwoben. Dazu Georg Eckert: \u201eSchon die Abspaltung der Anglikanischen Kirche von der Papstkirche durch Heinrich VIII. ist nicht ohne dessen genealogische Konstellation zu erkl\u00e4ren: Papst Clemens VII. hatte sich geweigert, die Ehe des englischen K\u00f6nigs mit Katharina von Aragon f\u00fcr nichtig zu erkl\u00e4ren. Genau das aber war die Voraussetzung f\u00fcr Heinrichs Eheschlie\u00dfung mit der Mutter Elisabeths, Anne Boleyn. Diese Ehe war aus Sicht der nationalen wie internationalen Unterst\u00fctzer der katholischen Maria Stuart also eine illegitime; Papst Pius V. exkommunizierte Elisabeth sogar im Jahre 1570. Umgekehrt geh\u00f6rte es zur anglikanischen Staatsraison, mit der anhaltenden Verwerfung der p\u00e4pstlichen Macht die Erbanspr\u00fcche der protestantischen Elisabeth zu st\u00e4rken.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_80284\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 591px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-80284\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Francois_Clouet_-_Mary_Queen_of_Scots_1542-87-gemeinfrei.jpg\" alt=\"\" width=\"581\" height=\"897\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Maria Stuart (1542 \u2013 1587): Bild von Francois Clouet &#8211; \u00a9 gemeinfrei<\/span><\/div>\n<p>In dieser komplexen Lage h\u00fcteten sich beide Herrscherinnen vor einer klaren Positionierung und sandten sowohl Katholiken und Protestanten immer wieder Signale der Einbindung. Die P\u00e4pste unterst\u00fctzten katholische Dynastien konsequent im Kampf gegen protestantische M\u00e4chte, was sich im Kampf der spanischen Habsburger gegen die Niederl\u00e4nder oder die franz\u00f6sischen Katholiken gegen die Hugenotten zeigte. Mit der Exkommunikation Elisabeths I. erwies die Kurie Maria Stuart jedoch einen B\u00e4rendienst.<\/p>\n<p>Der Historiker: \u201eIndem Papst Pius V. Engl\u00e4nder zum Widerstand gegen ihre eigene K\u00f6nigin aufrief, mobilisierte er n\u00e4mlich nationale Interessen ausgerechnet zugunsten der K\u00f6nigin, deren Absetzung er eigentlich zu bewirken gedachte.\u201c Marias Hinrichtung erfolgte ein Jahr nach dem Babington-Komplott, einer weiteren katholischen Verschw\u00f6rung, die Maria Stuart h\u00e4tte auf den Thron bringen sollen und von Elisabeths Minister Sir Francis Walsingham vereitelt wurde. Auch ein weiterer Angriff der spanischen Armada auf England, ein Jahr nach Marias Tod, scheiterte.<\/p>\n<h4><strong>Maria Stuart und ihre Rolle bei Komplotten gegen die K\u00f6nigin <\/strong><\/h4>\n<p>\u201eMaria Stuart war die Zentralfigur in diversen Verschw\u00f6rungen, doch das hei\u00dft nicht, dass sie auch deren Organisatorin gewesen w\u00e4re\u201c erkl\u00e4rt Eckert. \u201eEgal ob in der Ridolfo-Verschw\u00f6rung (1570\/1571), in der Thockmorton-Verschw\u00f6rung (1583) oder in der Babington-Verschw\u00f6rung (1586); Maria Stuart betrieb aktiv ihre eigenen Interessen, wurde aber als englische Pr\u00e4tendentin auch instrumentalisiert. Ihre Einsetzung als englische K\u00f6nigin sollte den eigenen Interessen der jeweiligen Verschw\u00f6rer dienen. Dass sie eine Ermordung Elisabeths geduldet h\u00e4tte, war freilich aus abgefangenen Korrespondenzen hinreichend deutlich ersichtlich.\u201c<\/p>\n<p>Daher k\u00f6nne man Maria sicherlich nicht f\u00fcr unschuldig halten. Wie die meisten Herrscher dieser Zeit sei sie wenig von Skrupeln geplagt worden. \u201eMord galt nicht nur diesen beiden als heikles, aber durchaus legitimes Mittel der Politik.\u201c\u00a0 Elisabeth habe deshalb lange gez\u00f6gert, ehe sie Maria einem Prozess auslieferte. \u201eWenn sie es gewollt h\u00e4tte, h\u00e4tte Elisabeth schon weitaus fr\u00fcher abgefangene Briefe gegen Maria ausspielen k\u00f6nnen, entschied sich aber aus politischem Kalk\u00fcl dagegen.\u201c<\/p>\n<h4><strong>19 Jahre Gefangenschaft bis zum Todesurteil<\/strong><\/h4>\n<p>Die jungfr\u00e4uliche K\u00f6nigin Elisabeth I. war, wie wir heute wissen, gar nicht so jungfr\u00e4ulich. Im Jahr nach ihrer Kr\u00f6nung st\u00fcrzte die Frau ihres Favoriten Robert Dudley, Amy, die Kellertreppe hinunter und starb. Polizeiberichte, die erst im 20. Jahrhundert auftauchten, interpretieren den Unfall als Mord. Die Ger\u00fcchte um eine Beteiligung der Monarchin am Tod der jungen Frau rissen damals nicht ab. Auftragsmorde waren keine Seltenheit und auch Maria soll am Tod ihres zweiten Gatten beteiligt gewesen sein. Bis zum Todesurteil vergingen trotzdem 19 Jahre.<\/p>\n<div id=\"attachment_80289\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 591px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-80289 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Elizabeth_I_of_England_Royal_Collection-1533-1603-gemeinfrei-1.jpg\" alt=\"\" width=\"581\" height=\"760\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Elizabeth I.(1533 \u2013 1603): anonymer Maler &#8211; \u00a9 gemeinfrei<\/span><\/div>\n<p>\u201eElisabeth verstand es, aus einer lange eher schwachen Machtposition ihre besondere St\u00e4rke zu sch\u00f6pfen, indem sie sich viele M\u00f6glichkeiten offenhielt\u201c, beschreibt Eckert die Situation. \u201eDazu z\u00e4hlte zeitweise beispielsweise die Option, die aus Schottland verjagte Maria Stuart als von ihr abh\u00e4ngige Herrscherin wieder dort auf den Thron zu bringen; zudem lie\u00df sich der Schutz einer katholischen Herrscherin auch als konfessionelles Vers\u00f6hnungsangebot deuten. Elisabeth achtete jedenfalls sorgf\u00e4ltig auf nationale und internationale Verwicklungen ihres Tuns und Unterlassens. \u00a0Maria Stuart war aus ihrer Sicht wohl vor allem eine Figur, die ihr manche politisch-konfessionellen Schachz\u00fcge erm\u00f6glichen k\u00f6nnte. Auch das Z\u00f6gern, die gerichtlich beschlossene Hinrichtung Marias dann auch zu befehlen, spiegelt Elisabeths kalkuliertes Agieren wider.\u201c<\/p>\n<p>Man m\u00fcsse sich vor Augen f\u00fchren, dass zwischen einer Petition, in der Ober- und Unterhaus die vor wenigen Tagen verurteilte Maria Stuart umgehend hinzurichten beantragten, und der Hinrichtung selbst, immerhin noch drei Monate vergingen. \u201eAn der Ermordung einer K\u00f6nigin mitzuwirken, und das war Maria Stuart ja als Maria I. in Schottland gewesen, wirkte wie eine Einladung zum Monarchenmord. Das konnte Elisabeth I. im eigenen Interesse keinesfalls guthei\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p>Erst ab 1586\/87 sei f\u00fcr die K\u00f6nigin nicht mehr ersichtlich gewesen, wen sie jetzt durch eine freundliche Politik gegen\u00fcber Maria noch h\u00e4tte f\u00fcr sich gewinnen k\u00f6nnen, denn die fr\u00fchere schottische K\u00f6nigin war nunmehr lediglich eine blo\u00dfe Rivalin. Die Exekution sei zu diesem Zeitpunkt ein klares Zeichen ins In- und Ausland gewesen. \u201eFrankreich, auf das man der \u00b4Auld Alliance` (eine Art Defensivb\u00fcndnis zwischen Schottland und Frankreich, das in einem Krieg mit England gegenseitigem Beistand vorsah, Anm. d. Red.) mit Schottland halber eine gewisse R\u00fccksicht genommen hatte, war wegen der Hugenottenkriege mit sich selbst besch\u00e4ftigt, Spanien war ohnehin nicht f\u00fcr Elisabeth zu gewinnen, der Papst schon gar nicht. Maria Stuart hatte ausgedient.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Neue chiffrierte Briefe Maria Stuarts in Paris entdeckt<\/strong><\/h4>\n<p>2023 entdeckten Wissenschaftler 57 chiffrierte Briefe Marias in der Biblioth\u00e8que nationale de France in Paris, die nun entschl\u00fcsselt werden. \u201eDie Erforschung dieser Korrespondenz steht noch an ihrem Anfang\u201c, wei\u00df der Historiker. \u201eMaria Stuart stand in engem Austausch insbesondere mit dem franz\u00f6sischen Botschafter am englischen K\u00f6nigshof, Michel de Castelnau, mit Briefen und auch mit allerhand Gaben.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcberraschend sei das im Prinzip eher nicht, im Detail aber sicherlich aufschlussreich und eine wichtige Best\u00e4tigung f\u00fcr schon l\u00e4nger gehegte Annahmen, insbesondere jene, dass Maria Stuart eben keine passive Gestalt war, sondern auch als Gefangene in England aktiv Politik betrieb. \u201eDie Briefe zeichneten ein ganz anderes Bild von Maria Stuart und zwar dasjenige einer sehr aufmerksamen und gewandten Politikerin, die auch in der Obhut bzw. Gefangenschaft Elisabeths I. ihren Einfluss geltend zu machen und zu mehren suchte.\u201c Das habe die Forschung nicht immer angemessen gew\u00fcrdigt.<\/p>\n<h4><strong>Marias Sohn Jakob VI. wird Nachfolger Elisabeths auf dem englischen Thron<\/strong><\/h4>\n<p>Bisher wurde immer kolportiert, dass sich Elisabeth auf dem Sterbebett als Nachfolger den Sohn Marias, Jakob I., gew\u00fcnscht habe. Neuere Forschungen an den Annalen, die 1607 \u00fcber die Regierungszeit Elisabeths ver\u00f6ffentlicht wurden, zeigen vielfach zensierte Stellen, die heute mit neuer Technik sichtbar gemacht werden k\u00f6nnen. Darin wird klar, dass die Monarchin schon Tage vor ihrem Tod nicht mehr sprechen konnte.<\/p>\n<div id=\"attachment_80290\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 591px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-80290 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/queen-6819620_1280-1.jpg\" alt=\"\" width=\"581\" height=\"799\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Queen Elisabeth II., die am 08.09.2022 im Alter von 96 Jahren starb &#8211; \u00a9 Pixabay<\/span><\/div>\n<p>\u201eElisabeth hat ihre Nachfolge zwar nicht expressis verbis verf\u00fcgt\u201c, erkl\u00e4rt Eckert, \u201eaber sie hat die Thronfolge durch Maria Stuarts Sohn Jakob VI. von Schottland so geschehen lassen, dass sie als ihr Verm\u00e4chtnis erschien. Jakob VI. von Schottland, als Jakob I. dann auch K\u00f6nig von England, bezog sich in seiner Herrschaftslegitimation wiederum bezeichnenderweise insbesondere auf den Begr\u00fcnder der Tudor-Dynastie, also jenen Heinrich VII., von dem sowohl Elisabeth als auch Maria abstammten. So lie\u00df sich die Herrschaft der Stuarts als l\u00fcckenlose Fortsetzung derjenige der Tudors inszenieren, die Rivalit\u00e4t der beiden K\u00f6niginnen konnte \u00fcberdeckt werden.\u201c<\/p>\n<h4><strong>Rivalinnen ruhen vis-\u00e0-vis in der Westminster Abbey<\/strong><\/h4>\n<p>Ironie des Schicksals: Heute ruhen beide K\u00f6niginnen vis-\u00e0-vis in der Westminster Abbey. \u201eMaria Stuart wurde zweimal begraben. Zun\u00e4chst in der Kathedrale von Peterborough \u2013 wieder in einem raffinierten Akt Elisabeths I., den Zeitgenossen je nach Standpunkt als W\u00fcrdigung oder Herabw\u00fcrdigung verstehen und preisen konnten. Dort befand sich n\u00e4mlich auch das Grab der ersten Frau K\u00f6nig Heinrichs VIII., der ebenfalls katholischen, mithin entweder besonders vertrauten oder besonders fremden Katharina von Aragon. Jedenfalls war es ein standesgem\u00e4\u00dfer Ruheort f\u00fcr eine K\u00f6nigin. Jakob VI.\/I. indes befahl die Umbettung seiner Mutter in die Westminster Abbey, nur wenige Schritte von der Ruhest\u00e4tte Elisabeths entfernt, die wiederum ein gemeinsames Grabmal mit Maria I. von England (\u201eBloody Mary\u201c) erhielt, um die eben erw\u00e4hnte Traditionsbildung zu st\u00e4rken und die Rivalit\u00e4ten der Herrscherinnen vergessen zu machen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Uwe Blass<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_80291\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 210px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-80291 size-full\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Portrait-Eckert-foto-Mathias-Kehren-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"299\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Georg Eckert &#8211; \u00a9 Mathias Kehren<\/span><\/div>\n<h4>\u00dcber Prof. Dr. Georg Eckert<\/h4>\n<p>Dr. Georg Eckert studierte Geschichte und Philosophie in T\u00fcbingen, wo er mit einer Studie \u00fcber die Fr\u00fchaufkl\u00e4rung um 1700 mit britischem Schwerpunkt promoviert wurde, und habilitierte sich in Wuppertal. 2009 begann er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Geschichte und lehrt heute als Privatdozent in der Neueren Geschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Monarchinnen Elisabet I. und Maria Stuart erhoben im 16. Jahrhundert einen Machtanspruch auf den englischen Thron. Eine von ihnen bezahlte die Forderung am Ende sogar mit dem Leben. Autor Uwe Blass hat sich \u00fcber spannende geschichtliche Ereignis im Rahmen der beliebten Uni-Reihe &#8222;Transfergeschichten&#8220; mit dem Historiker Prof. Dr. Georg Eckert von der Bergischen Universit\u00e4t unterhalten. <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-80280","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-13 07:27:20","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80280","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=80280"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80280\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80293,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80280\/revisions\/80293"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80280"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=80280"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=80280"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}